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NATO-Krieg in Afghanistan: Kein Ende der Besatzung
Inland - Militärpolitik
von Martin Suchanek - www.arbeitermacht    03.02.2012 - bisherige Aufrufe: 133

umbau1.jpgDer Bundestag hat am 26. Januar wieder einmal mit überwältigender Mehrheit den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan verlängert. Seit mehr als 10 Jahren befinden sich damit NATO und Bundeswehr im Krieg. Trotz gebetsmühlenartig vorgetragener „Abzugspläne" und den viel beschworenen „zivilen" Lösungen widerspricht die reale Entwicklung diesen politischen Nebelkerzen.

Von 2001 bis heute


Im Oktober 2001 begann der Afghanistankrieg, unterstützt von der „Koalition der Willigen", an der sich damals praktisch alle wichtigen Mächte der Welt beteiligten. Im Dezember 2001 wurde erstmals der „Sieg" verkündet, Kabul war von der Nordallianz eingenommen und eine „provisorische Regierung" eingesetzt worden.

Damals wurde ein Großteil des westlichen Kampfeinsatzes von der US-geführten Operation „enduring freedom" geleistet. Die endgültige Niederschlagung der vertriebenen Taliban-Regierung und ihrer KämpferInnen wurde als nur relativ kurzfristige Angelegenheit hingestellt. Der Afghanistan-Einsatz sollte als Modell für zukünftige Kriege zur Neuordnung der Welt herhalten, als glorreicher Auftakt einer längeren Reihe rasch und erfolgreich geführter „Kriege gegen den Terror".

Von diesen neo-konservativen Phantasien ist nach dem Irak-Krieg und nach über 10 Jahren Krieg und Besatzung in Afghanistan wenig geblieben. Eine grundlegende Änderung der Kriegspolitik hat es aber auch unter Obama nicht gegeben.
Im Gegenteil! Im September 2011 hatte die NATO 130.670  SoldatInnen in Afghanistan stationiert. Davon entfielen 90.000 auf die USA (die außerdem noch 10.000 durch  „enduring freedom" und 18.000 „private Sicherheitskräfte" im Land hat). Deutschland stellte mit 4.998 Männern und Frauen das drittgrößte Kontingent (nach 9.500 aus Britannien).
Letzte Aktualisierung ( 03.02.2012 )
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Münchner Sicherheitskonferenz: Ischinger fordert deutsches Europa
Inland - Außenpolitik
von Jürgen Wagner - www.imi-online.de    03.02.2012 - bisherige Aufrufe: 155

ischinger.jpgSpätestens seit dem Ausbrauch der Eurokrise beansprucht Deutschland ganz offen die Vormachtstellung in der Europäischen Union - und reißt damit im Handstreich einen der Eckpfeiler ein, der das Staatenbündnis bis dato zusammenhielt.

So schreibt etwa der Nachrichtendienst Strategic Forecast: „Das Paradigma, das zur Gründung der Europäischen Union führte - dass Deutschland angeleint und eingedämmt würde - verändert sich. Deutschland hat nicht nur seine Stimme wiedergefunden, es beginnt damit, seine nationalen Interessen zu formulieren und an ihnen festzuhalten. [...] In Deutschland hat sich ein Konsens herausgebildet, dass es an Deutschland sei, die Regeln der Eurozone neu zu gestalten. Als Ankermitglied der Europäischen Union hat Deutschland hierfür gute Argumente. Aber das war nicht die ‚Union‘, der sich der Rest Europas verschrieben hat."[1] Europa steht inzwischen ganz offen unter „deutscher Fuchtel", wie auch Stephan Kaufmann kürzlich in den Blättern für deutsche und internationale Politik kritisierte.[2]

Kaum verwunderlich ist es, dass dieser Dominanzanspruch keineswegs in allen EU-Hauptstädten auf ungeteilte Begeisterung stößt. Der Ärger über die nassforsche Art ist teils erheblich. „Großbritannien wird niemals eine deutsche Führungsrolle akzeptieren", so etwa ein Artikel der „Group on Grand Strategy", ein Zusammenschluss europäischer Geopolitiker.[3]  Auch Mark Leonard, Chef des einflussreichen „European Council on Foreign Relations", machte unlängst seinem Ärger überdeutlich Luft[4], während Romano Prodi, ehemaliger italienischer Ministerpräsident und Ex-EU-Kommissionschef, die neue europäische Hackordnung folgendermaßen beschreibt: „Früher war es so, dass Frankreich die politische und Deutschland die ökonomische Führung innehatte. Jetzt entscheidet die Dame (Kanzlerin Angela Merkel) und (der französische Präsident) Sarkozy hält eine Pressekonferenz, um ihre Entscheidungen zu erklären."[5]

Letzte Aktualisierung ( 03.02.2012 )
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Rotierende US-Einheiten: Eine neue Möglichkeit, in Europa Präsenz zu zeigen
Inland - Militärpolitik
von John Vandiver - www.luftpost-kl.de    03.02.2012 - bisherige Aufrufe: 106

http://rickrozoff.files.wordpress.com/2010/10/600px-logo-joint-task-force-east.jpgDie rotierenden Einheiten, die zwei aus der Bundesrepublik Deutschland abziehende US Brigaden ersetzten sollen, könnten aus den USA auch direkt zu Truppenübungsplätzen in Osteuropa oder zu Einsätzen in Afrika beordert werden.

STUTTGART, Deutschland - Die Truppenübungsplätze in Bulgarien sind jetzt leer; rotierende US-Einheiten, die im Lauf des Jahres dort eintreffen sollen, um mit den Verbündeten zu üben, werden aber veränderte Trainingsmöglichkeiten vorfinden.

"Wenn sie im Sommer dort auftauchen, werden wir auch Zielscheiben für sie haben," sagte Will Alston, der Chef eines Expeditionsteams der Regional Training Support Division (der Unterstützungsabteilung für ausgelagertes Training) in Gra fenwöhr, Deutschland. "Wir sind jetzt bestens vorbereitet."

Die Erfahrung dieser aus sechs bis acht Soldaten bestehenden Teams wird immer wichtiger, weil die Army mit aus den USA nach Europa rotierenden Einheiten die beiden noch hier stationierten Brigaden ersetzen will, die das Pentagon wegen der Haushaltskürzungen abziehen wird.

Im Rahmen der Neuorganisation der Struktur der US-Streitkräfte in Europa sollen weiter hin hier stationierte Unterstützungseinheiten dafür sorgen, dass die aus den USA nach Europa rotierenden Einheiten hier ausgebildet und trainiert werden können. Das bedeutet auch eine Herausforderung für die US-Kommandeure in Europa, die über weniger Soldaten verfügen werden und einen Weg finden müssen, mit rotierenden Einheiten ihre bisherigen Aufgaben erfüllen zu können.
Letzte Aktualisierung ( 03.02.2012 )
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ESM-Vertrag : Ermächtigungsgesetz zur Diktatur des Finanzkapitals
Ausland - Europa
von Eugen Hardt    02.02.2012 - bisherige Aufrufe: 481

esm.jpgDer deutsche Imperialismus versucht, die Schuldenkrise Europas mit der offenen Errichtung einer Fiskaldiktatur zu lösen. Merkels Forderung eines Sparkommissars für Griechenland war nur ein Ablenkungsmanöver vom Ermächtigungsgesetz ESM-Vertrag, den der EU-Gipfel beschloss.

Dieser Vertrag lässt die bürgerlich-demokratische Maske fallen und errichtet offen ein diktatorisches Regime der Ausplünderung Europas zur Sicherstellung der Forderungen von „Gläubigern" „Investoren" und zur Wiederherstellung des Vertrauens der „Märkte".

Selbiges war verloren gegangen nach der Forderung nach einem Schuldenschnitt im Falle Griechenlands, die die „Märkte" mit Zinserhöhungen für Spanien und Italien sowie Abstufungen im Bonitätsranking beantworteten. Die Botschaft wurde verstanden. Jetzt lautet die unmissverständliche Ansage an alle Staaten: Zuerst sind von den Staatseinnahmen die Schulden zu bedienen und was dann noch übrig bleibt kann für Löhne und andere Staatsausgaben ausgegeben werden.

Um diese Vorgabe umzusetzen müssen nationale Verfassungen, parlamentarische und juristische Instanzen abgeschafft bzw. entmachtet werden. Insbesondere muss die Kontrolle über die nationalen Haushalte zentralisiert und jedweder demokratischen Kontrolle entzogen werden.

Bei Schulden hört die Demokratie auf ! Wo kämen wir hin, wenn ein Parlament beschlösse, Schulden nicht oder nur teilweise zu bedienen ?

Der gerade von 25 Ländern der EU beschlossene ESM-Vertrag stellt das Ermächtigungsgesetz dar zur Abschaffung nationaler Souveränität und jedweder demokratischen und juristischen Kontrolle
Letzte Aktualisierung ( 02.02.2012 )
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Einiges zu Ungarn
Ausland - Europa
von Aug und Ohr Gegeninformationsinitiative    02.02.2012 - bisherige Aufrufe: 346

jobbiik.jpgDie neue Entwicklung hin zu einem Führerstaat hat sich seit längerer Zeit angezeigt

(auf der Propagandaebene unter anderem seit Jahren unbeanstandet mit der systematischen Verbreitung der Materialien, id est geschichtlichen Erfahrungen des Horthy-Faschismus, des Klerikalfaschismus, der ungarischen Rassenideologien, des Nazifaschismus), und es ist durchaus möglich, daß der einigende Faktor des „Orbánismus" keine Eintagsfliege bleibt, sondern ein interessantes Modell abgibt für künftige autoritär-rechtsradikal-faschistische Experimente anderswo - deren Aufgabe immer auch darin besteht, die kapitalistische Ordnung zu befestigen. Die Kontakte zur Haider-Strache-Partei sind ungebrochen und sind von mir an einem Beispiel dokumentiert worden (1)

Rebellionserfahrung wird zum Herrschaftswissen

Es gibt keine ehemalige Protestpartei, die so eine Kehrtwende gemacht hat wie die Fidesz - die ursprünglich, zum Teil, aus der  - zunächst zaghaft gegen umweltfeindliche Megaprojekte aufbegehrenden -  Jugend der wohlbehüteten Nomenklatura hervorgegangen ist.

Die Integrationskraft des kapitalistischen Systems kennen wir ja schon von anderen Phänomenen wie etwa den Grünen - die in einigen Ländern  zu einer schmierigen kleinbürgerlichen Fratze des Systems verkommen sind. Aber allein mit den „fetten Posten" kann man die enorme Rechtsradikalisierung der Fidesz nicht erklären, es kommen zwei weitere Momente hinzu, die für das Verständnis wesentlich sind.

Das eine ist ein ideologischer Faktor: Orbán hat eine antiimperialistische Rhetorik entfaltet, die der Linken eine Reihe von Wortmarken entlehnt und die den Widerstand eines unbeugsamen Volkes gegen die großen Imperialismen simuliert. Das entspricht aber einem realen Bedürfnis.
Letzte Aktualisierung ( 02.02.2012 )
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Zur Kritik der Ideologie und Praxis der Roten Khmer
Ausland - Ostasien
von www.junge-linke.org    02.02.2012 - bisherige Aufrufe: 374

polpot.jpg„Wenn wir Reis haben, können wir alles haben" 1

1. Die Roten Khmer sind heute ein Synonym für den Terror „des" Kommunismus geworden. Wo immer jemand heute für eine andere Gesellschaft plädiert, ist neben Stasi &Mauer, Stalin & Gulag auch Pol Pot und sein angeblicher „Steinzeitkommunismus" als Gegen"argument" im Gebrauch, das zeigen soll, was passiert, wenn Leute radikale Gesellschaftsveränderung anstreben. Das „Demokratische Kampuchea"2 scheint wie gemacht dafür: Eine Gruppe von linken Studenten, die in Paris den Marxismus (bzw. was man damals so dafür hielt) kennen lernen, später in die KP eintreten, in ihr Heimatland heimkehren, dort nach einigen Reformversuchen in den Untergrund gehen, mit einer Guerilla-Armee die Macht erobern, und dann eine Terrorherrschaft aufrichten:

Alle Städter werden aufs Land vertrieben, das Geld wird abgeschafft, gefolgt vom Verbot des Privateigentums, Verpflichtung zur einheitlichen Kleidung, der Bildung von Volkskommunen mit gemeinsamen Essen, Arbeiten und Wohnen. So hat sich der bürgerliche Alltagsverstand schon immer den Kommunismus ausgemalt, entsprechend groß ist die Empörung, entsprechend gering, das Interesse daran, zu klären, warum die Roten Khmer denn nun gemacht haben, was sie taten.

2. Und damit da keine Missverständnisse aufkommen: Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Kommunistische Partei Kampucheas Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat, sei es durch Erschießungen und Massenhinrichtungen mit Hacke und Stab, durch Folter und durch die Hungersnöte, die sie herbeiführte. Auch klar ist, dass die Roten Khmer ein Leben in Volkskommunen durchsetzten, das mit einer „freien Assoziation freier Produzenten" nichts zu tun, mit einem Arbeitslager mit Einheitskleidung, Mangelernährung und wechselseitiger Kontrolle, Einschränkung und Bespitzelung hingegen verteufelt viel Ähnlichkeit hat. Und so ziemlich das Gegenteil von dem ist, was mensch sich so für die eigene Zukunft wünscht. 
Letzte Aktualisierung ( 02.02.2012 )
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ACTA, ein Akt des Krieges
Ausland - Welt
von www.luftpost-kl.de    01.02.2012 - bisherige Aufrufe: 905

acta.jpgEin insgeheim vorbereitetes Zensurinstrument könnte das Internet total verändern 

Wenn das insgeheim ausgehandelte ACTA-Abkommen 2013 tatsächlich in Kraft tritt, wird ein freier Informationsaustausch im Internet nicht mehr möglich sein.

Während die Internet-Gemeinde ihre Aufmerksamkeit auf die SOPA- und PIPA-Gesetzentwürfe in den USA richtete (s. http://netzpolitik.org/2012/sopapipa-proteste-strohfeuer-oder-politikwechsel/  und http://www.sueddeutsche.de/digital/protest-gegen-us-anti-piraterie-gesetze-wikipedia-ist-offline-1.1260662 ), wurde das in aller Stille ausgehandelte Anti-Counterfeiting Trade Agreement / ACTA (das so genannte Anti-Piraterie-Abkommen), das die Freiheit im Internet wohl am stärksten bedroht, bereits von vielen Staaten unterzeichnet oder ratifiziert.  (Allgemeine Informationen über das Abkommen sind nachzulesen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement ;Text in Englisch verfügbar unter http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2010/decembe/tradoc_147079.pdf .)

ACTA ist - offiziell - seit 2008 in Arbeit und wurde 2011 von den USA, Australien, Kanada, Japan, Marokko, Neuseeland, Singapur und Südkorea unterzeichnet. Alle Verhandlungen darüber wurden hinter verschlossenen Türen geführt, und es ist hauptsächlich das Verdienst von Hacker-Gruppen wie Anonymous, dass Informationen über den möglichen Schaden, den ACTA anrichten könnte, in die Öffentlichkeit gelangt sind.

Letzte Aktualisierung ( 01.02.2012 )
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IG Metall und ver.di: Tarifrunde zur Kampfrunde machen!
Inland - Betrieb und Gewerkschaft
von Martin Suchanek - www.arbeitermacht    01.02.2012 - bisherige Aufrufe: 336

tarifrunde12.jpgAm 7. Februar entscheidet der Vorstand der IG Metall über die Tarifforderung 2012. Zwei Tage später wird die Bundestarifkommission von ver.di die Forderungen für Bund und Kommunen festlegen.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit findet derzeit die Diskussion in den Gewerkschaften statt. In Baden-Württemberg hat die Tarifkommission für die Metall-und Elektroindustrie ihre Empfehlung am 25. Januar beschlossen. Sie lautet etwas seltsam „maximal (!) 6,5 %", auch wenn sie als Forderung nach 6,5 % durch die Medien ging und für die Bosse „natürlich" allemal zu viel ist.

Dabei hatten die VertreterInnen einiger Betriebe deutlich mehr gefordert: Porsche plus 9,5 %, Mahle 7,5 bis 8, Daimler Untertürkheim plus 8.

Aber der Bürokratie gelang es, eine deutliche Mehrheit für ihren Vorschlag zu erhalten - bei dem mit dem Wort „maximal" auch schon der Wille zum Nachgeben eingerechnet ist.

Dafür gibt es keinen Grund. Das letzte Jahrzehnt war für die Lohnabhängigen  ein verlorenes Jahrzehnt. Laut ILO (Internationale Arbeitsorganisation) gingen die Reallöhne seit 2000 im Durchschnitt um 4,5 Prozent zurück. Bei den unteren Einkommen, nicht-tariflich und prekär Beschäftigen ist diese Entwicklung noch weit schlechter als im Durchschnitt. Die Armutsquote erreichte dafür satte 15,5 % - was nur wenig unter dem EU-Durchschnitt von 16,3 % liegt.

Dabei haben die Tarifrunden 2012 weit über die mehr als berechtigten Forderungen nach höheren Einkommen und Übernahme von Auszubildenden hinaus Bedeutung. Sie stellen auch ein wichtiges gesamtgesellschaftlichen Kräftemessen dar gegen eine Regierung und Unternehmerschaft, die die Kosten der Krise der Arbeiterklasse aufhalsen will. Eine kampfkräftige Tarifbewegung und Mobilisierung kann daher zu einer wichtigen Sammlung der Kräfte, für die Erprobung neuer KämpferInnen werden.

Letzte Aktualisierung ( 01.02.2012 )
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USA ziehen militärische Schlinge um China enger
Ausland - Ostasien
von Joseph Santolan - www.wsws.org    01.02.2012 - bisherige Aufrufe: 275

http://www.chinahush.com/wp-content/uploads/2009/12/1133976_7b617f33e356e46c80660bfb0ae04e4612.gifDie bilateralen Gespräche zwischen Washington und Manila am 26. und 27. Januar, bei denen es um eine Vergrößerung der amerikanischen Militärpräsenz und die Entsendung von amerikanischen Kriegsschiffen und Überwachungsflugzeugen auf die Philippinen geht, sind ein weiterer Schritt der Obama-Regierung in ihrer Strategie, China einzukreisen.

Diskutiert wurde über eine größere Nutzung von Militärbasen auch zur Aufnahme amerikanischer Kriegsschiffe und die Stationierung weiterer amerikanischer Truppen auf den Philippinen. Eine endgültige Einigung wird erst im März erwartet, aber das Grundgerüst erinnert an ein Abkommen, das im letzten November mit Canberra getroffen wurde, durch das US-Marines in Nordaustralien stationiert werden und das amerikanischem Militär Zugang zu australischen Luftwaffen- und Marinebasen verschaffen soll.

Amerikanische und philippinische Stellen wissen, dass die amerikanische Militärpräsenz von der Bevölkerung weitgehend abgelehnt wird und haben die Gespräche deswegen heruntergespielt. Dennoch bestätigte der philippinische Außenminister Albert Del Rosario am Freitag, dass die beiden Länder über eine „schneller und häufiger wechselnde Präsenz“ des US-Militärs nachdenken. Die USA waren gezwungen, die große Marinebasis Subic Bay aufzugeben, nachdem der philippinische Senat im Jahr 1991 aufgrund starken Widerstandes der Bevölkerung entschieden hatte, den Pachtvertrag nicht zu verlängern.

Die Washington Post berichtete letzte Woche nicht nur von den Gesprächen zwischen den USA und den Philippinen, sondern auch, dass die Obama-Regierung „die Fühler in andere Staaten Südostasiens, wie Vietnam und Thailand ausgestreckt hat, um zu erfahren, ob militärische Partnerschaften verstärkt werden können.“ Die Vereinigten Staaten verstärken zurzeit ihre Bündnisse und strategischen Beziehungen in ganz Asien, auch mit Japan und Südkorea, liefern Waffen an Taiwan, stationieren neue Küsten-Kriegsschiffe in Singapur und schließen eine wichtige strategische Partnerschaft mit Indien.

Letzte Aktualisierung ( 01.02.2012 )
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Berlin fordert Diktatur der Banken über Griechenlands Wirtschaft
Ausland - Europa
von Stefan Steinberg - www.wsws.org    31.01.2012 - bisherige Aufrufe: 355

neinnein.jpgDie Merkel-Regierung schlägt im Interesse der deutschen und internationalen Banken eine direkte Kontrolle der Europäischen Union über den griechischen Haushalt vor. Der Vorschlag der auf dem europäischen Gipfel am Montag diskutiert wurde, würde der EU buchstäblich diktatorische Vollmachten über die griechische Wirtschaft verleihen.

Das würde bedeuten, dass die Banken jederzeit durch einen Administrator, den die Finanzminister der Eurozone ernennen, die Gehaltsauszahlungen im öffentlichen Dienst, die Rentenzahlung oder andere „Primärausgaben“ des griechischen Staates einstellen könnten.

Nach dem deutschen Plan, von dem Reuters und die Financial Times am Wochenende Einzelheiten veröffentlichten, würde Griechenland verpflichtet, der Bedienung seiner Schuldverpflichtungen an die Banken „allerhöchste“ Priorität einzuräumen. Der Plan sieht vor, dass Griechenland, falls eine Tranche des versprochenen Rettungspaktes nicht ausbezahlt würde, seinen Gläubigern nicht mit dem Staatsbankrott drohen könnte. Es würde „stattdessen als einzig mögliche Konsequenz eines Zahlungsausfalls weitere Kürzungen seiner Primärausgaben zu akzeptieren haben.“

Der neue Haushaltskommissar würde die Macht haben, ein Veto gegen Finanzentscheidungen der griechischen Regierung einzulegen, wenn derartige Entscheidungen mit den Rückzahlungsverpflichtungen an die Finanzmärkte in Konflikt geraten würden, die die „Troika“, d.h. die Europäische Union (EU), der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB) erzwungen haben.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos lehnte den Plan am Sonntag ab, was erneut eine Konfrontation zwischen Athen und seinen Gläubigern heraufbeschwört.

Letzte Aktualisierung ( 31.01.2012 )
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Triefend von Heuchelei
Ausland - Nordamerika
von Paul Craig Roberts - www.luftpost-kl.de    31.01.2012 - bisherige Aufrufe: 381

ussroosevelt.jpgDer US-Publizist und Wirtschaftswissenschaftler Paul Craig Roberts geißelt die Doppelmoral und Heuchelei der Regierungen der USA und ihrer NATO-Marionettenstaaten.

Die US-Regierung ist so selbstgerecht, dass sie eine treffende Karikatur für Heuchelei ab -
gibt. Leon Panetta, ein ehemaliger Kongressabgeordneter, den Obama erst zum CIA-Di -
rektor und vor Kurzem zum Pentagon-Chef ernannte, hat gerade vor den Matrosen des Flugzeugträgers "USS Enterprise" verkündet, die USA bräuchten eine Flotte von elf Flug -
zeugträgern, um den Iran von See her in Schach zu halten, "damit dieser Staat einsieht, dass er im Umgang mit den USA besser auf Diplomatie setzen sollte". [Bericht unter
http://ap.stripes.com/dynamic/stories/U/US_PANETTA_AIRCRAFT_CARRIER?SITE=DC-SAS&SECTION=HOME&TEMPLATE=DEFAULT&CTIME=2012-01-21-19-22-34 ]

Wenn Panetta schon elf Flugzeugträger braucht, um den Iran zu zügeln, wie viele (dieser Riesenschiffe) benötigt er dann, um es mit Russland und China aufnehmen zu können? Und was sein Hauptargument (mit der Diplomatie) angeht, der Iran hat doch immer wieder versucht, sich "auf diplomatischem Weg" mit den USA zu verständigen. Washington hat aber nur mit Kriegsdrohungen und der unbegründeten und verantwortungslosen Anschuldigung reagiert, der Iran strebe nach Atomwaffen, und Sanktionen und ein Ölembargo gegen ihn verhängt. Washington hat sich den (haltlosen) Beschuldigungen Israels angeschlossen, obwohl diese von seinen eigenen Geheimdiensten und der International Atomic Energy Agency / IAEA widerlegt wurden. Warum hat Washington nicht in angemessener diplomatischer Weise auf die Angebote des Irans reagiert? Welcher der beiden Staaten ist in Wirklichkeit die größte Bedrohung für den Frieden?

Letzte Aktualisierung ( 31.01.2012 )
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Tod des „Renaissancemenschen" des Blues
Kultur - Kultur
von Anton Holberg    31.01.2012 - bisherige Aufrufe: 222

otis.jpgDer Rock 'n' Roll-Hit "Willie And The Handjive" von 1958 mit seinem von Bo Diddley popularisierten aber schon aus den 30er Jahren stammenden 'shave and a haircut'-Rhythmus ist möglicherweise das, was einem breiteren Publikum beim Namen Johnny Otis am ehesten einfällt.

Die wirkliche Bedeutung von Johnny Otis, der am 18.Januar 2012 im Alter von 90 Jahren in Altadena/Calif. verstorben ist, liegt aber eher woanders. Die weit verbreitete Bezeichnung "Godfather of Rhythm 'n' Blues" deutet darauf hin, wird der Person aber nicht ganz gerecht. Johnny Otis war derart vielseitig, dass er in einem Nachruf auf www.allmusic.com von Bill Dahl wie folgt charakterisiert wurde: „Wenn der Blues in seinen Rängen jemals die Existenz eines 'Renaissancemenschen' für sich beanspruchte, dann hat ganz sicher Johnny Otis diese Rolle ausgefüllt."

Johnny Otis, am 28.1.1921 mit dem Namen John Veliotes in Vellejo/Calif. als Sohn erst kürzlich in die USA eingewanderter Eltern geboren, gehörte offensichtlich zur Gruppe jener europäischer Einwanderer, die sich gegenüber den in den USA herrschenden White Anglo-Saxon Protestants (WASPs) in jeder Hinsicht in einer Minderheitslage befanden. Wie die türkischen Gründer des New Yorker Jazz- und Soul-Labels 'Altantic' oder polnische Juden wie die New Yorker Komponisten Doc Pomus und Mort Shuman oder die Brüder Chess in Chicago und die Komponisten Jerry Leiber und Mike Stoller, die alle eine gewaltige Rolle für die unter dem Namen 'R&B' bekannte Populärmusik der US-amerikanischen Schwarzen gespielt haben, scheint diese soziale Lage auch Johnny Otis zu einer - in seinem Fall fast übermäßigen - Identifikation mit der schwarzen Minderheit in den USA bewegt zu haben.

Letzte Aktualisierung ( 31.01.2012 )
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Israel bereitet Krieg gegen den Iran vor
Ausland - Naher Osten
von Peter Symonds - www.wsws.org    30.01.2012 - bisherige Aufrufe: 2230

possibleroutes.jpgIn der New York Times erschien diese Woche ein längerer Artikel mit dem Titel „Wird Israel den Iran angreifen?“ Darin wird bestätigt, dass Israel Vorbereitungen für Militärschläge gegen den Iran trifft, und dass diese weit fortgeschritten sind.

Der Autor – Ronen Bergman, ein politischer Analyst der israelischen Zeitung Yedioth Ahronoth mit guten Beziehungen – kam zu dem Schluss: „Nachdem ich mit mehreren hochrangigen israelischen Führern und den Chefs von Militär und Geheimdiensten gesprochen habe, bin ich zu der Ansicht gekommen, dass Israel noch im Jahr 2012 gegen den Iran losschlagen wird.“

Zum Beweis führte Bergman frühere Artikel in der israelischen Presse an, laut denen Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak das Sicherheitskabinett des Landes dazu gedrängt haben, einen Angriff auf Israel zu genehmigen. Von Vizepremierminister Moshe Ya’alon erfuhr Bergman letzte Woche: „Es ist nur eine Frage von Monaten bis die Iraner in der Lage sein werden, Kernwaffen zu bauen… Wir sind bereit, uns auf jede Art zu verteidigen, die wir als angemessen erachten.“

Die Behauptungen, der Iran stehe kurz davor, eine Kernwaffe zu bauen, werden nicht von Tatsachen gestützt. Der letzte Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) – ein politisches Dokument, das mit dem Hintergedanken verfasst wurde, die jüngsten amerikanischen und europäischen Sanktionen gegen Irans Ölexporte zu rechtfertigen – lieferte kaum Hinweise auf iranische Forschungen, deren Ziel der Bau einer Kernwaffe ist. Ein Großteil der „Beweise“ kam von amerikanischen, europäischen und israelischen Geheimdiensten. Die meisten Forschungsprojekte wurden im Jahr 2003 eingestellt und der Iran leugnet, den Bau von Kernwaffen zu planen.

Letzte Aktualisierung ( 30.01.2012 )
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27.01.2012 - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Linke Zeitung Berlin - Linke Zeitung Berlin
von Bernd Kudanek - http://freies-politikforum.carookee.com    30.01.2012 - bisherige Aufrufe: 207

gedenken12.jpgDas Versprechen
In Gedenken an die Opfer des Naziregimes:
Aufstehen gegen Rassismus und Ausgrenzung!
Aufstehen gegen Nationalismus, Fanatismus und Faschismus!
Aufstehen gegen Militarismus, Besatzung und Krieg!


Für Freitag, den 27. Januar, hatten über 26 Organisationen in Berlin zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung an die Opfer des Naziregimes aufgerufen. Die Veranstaltung war von 16:30 bis 17:30 Uhr vor dem Deutschen Historischen Museum (früher Zeughaus) Unter den Linden 2 angesetzt. Im gemeinsamen Aufruf heißt es u. a.: "Wir wollen, jeder und jede vor dem Deutschen Historischen Museum das Versprechen schweigend auf einem Pappschild vor uns haltend in möglichst vielen Sprachen demonstrieren, dass wir entschlossen sind, es zu verwirklichen. Jede Organisation könnte zudem namentlich sichtbar das (siehe oben, Einschub bjk) Versprechen unterschreiben."

Der 27. Januar ist erst seit 1996, also nach dem 50. Jahrestag der Befreiung des größten Vernichtungslagers des Naziregimes Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee, in der BRD ein gesetzlicher Gedenktag. In Israel wird dieser Tag bereits seit 1959 begangen. Die Vereinten Nationen haben diesen 27. Januar am 1. November 2005 zum internationalen Holocaustgedenktag erklärt. In der BRD wird seither aller Opfer des Nationalsozialismus gedacht und an die grauenhafte industrieelle Massenvernichtung von Menschen im Naziregime erinnert, also an „Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tag_des_Gedenkens_an_die_Opfer_des_Nationalsozialismus )
Letzte Aktualisierung ( 30.01.2012 )
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Filmkritik: Und dann der Regen
Kultur - Kultur
von Felix Wolkenfuss - www.arbeitermacht.de    30.01.2012 - bisherige Aufrufe: 351

http://www.kinofenster.de/img/db/und-dann-der-regen-pl_424_600_80.jpgSeit dem 29. Dezember läuft er in allen Kinos. Er hat unzählige Preise erhalten und wird von der Presse hochgelobt. Die Rede ist von Icíar Bollaíns neuem Film.

Die mexikanisch-spanisch-französische Koproduktion „Und dann der Regen" erzählt von dem jungen Regisseur Sébastien und seinem Produzenten Costa, die 2000 nach Bolivien fahren, um dort einen Film über Columbus' Eroberung der neuen Welt zu drehen.

Das hat zwar mit dem realen Schauplatz von Columbus' Ankunft in Amerika herzlich wenig zu tun, aber schließlich muss auch auf das Budget geachtet werden und die Indios in Cochabamba sind nun mal wesentlich billiger ...

Das Desaster

Zur gleichen Zeit wird auf Drängen des Internationalen Währungsfonds in Cochabamba das Wasser privatisiert und an ein internationales Konsortium aus Großkonzernen verhökert. Die Wasserpreise steigen plötzlich um das Dreifache, und es brechen soziale Unruhen aus. Keine besonders günstigen Umstände, um einen Film zu drehen, erst recht nicht, wenn der als indianischer Hauptdarsteller engagierte Daniel Anführer des Widerstands ist.

Denn ziemlich schnell gerät die Situation außer Kontrolle. Daniel wird von der Polizei zusammengeschlagen und verhaftet, woraufhin der Produzent Costa den Polizeichef bestechen muss, um ihn für den Film wieder frei zu kriegen.

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