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Leserbriefe
Sarrazins Schweineschnauze PDF Drucken E-Mail
Leserbriefe
von Rainer Thiel    02.09.2010 - bisherige Aufrufe: 11

Den Chor der Stimmen zu Sarrazins Schweineschnauze oder dessen Wachsnase (wie Herder gesagt haben würde) möchte ich um zwei Stimmen ergänzen:

1. Deutschland ist auch Herder und Goethe. Ich denke mal nur an Herders „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit", darin als Teil 2 „Vielfalt und Einheit des Menschengeschlechts", oder an Goethes „West-östlicher Divan". Herder hat auch die Rolle der Frauen in muslimisch geprägten Ländern mit kritischem Blick analysiert, aber er hat es als Humanist getan, in Solidarität zu den Frauen, und selbst den Männern gegenüber ohne jede Arroganz.

In Brechts Kinderhymne heißt es: „Anmut sparet nicht noch Mühe, Leidenschaft nicht noch Verstand, Daß ein gutes Deutschland blühe Wie ein andres gutes Land." Deutsche Demokraten wollten 1990, dass diese Worte in einer neuen deutschen Nationalhymne gesungen würden, nach der Melodie von Hanns Eisler, die in der Deutschen Demokratischen Republik bekannt war: „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt", aber Sarrazins Lehrer wollten lieber das sog. Deutschland-Lied als Hymne beibehalten, das schon dem Kaiser und den Nazis gedient hatte.

2. Ich weiß, wie unsäglich schwer es z.B. in Berlin den humanistischen Lehrern gemacht wird, ihre Solidarität und Liebe den Kindern zu widmen, deren Eltern und Großeltern aus Übersee stammen. Diese Lehrer und Erzieher müssen mit Gruppen und Schulklassen zurecht kommen, in denen 25 Kinder aus verschiedensten Kulturkreisen in deutscher Sprache zu unterrichten sind. Der Bildungs(!!)senator Zöllner (SPD) kennt die Lage nicht und sucht öffentlich den Anschein zu wecken, es wäre alles in Ordnung, nicht einmal Ausfallstunden gäbe es.

Das reiche Deutschland glaubt kein Geld zu haben, um die Mittel zur sog. Integration zu verdoppeln. Auch Linke verzichten allzu oft darauf, sich diese Frage zu stellen. Neulich wurde im Feuilleton des ND Sarrazins Litanei abgespult, gewiss mit kritischem Unterton, doch die entscheidende Frage wurde nicht gestellt: Der Sarrazinschen Offensive der Unmenschlichkeit eine menschliche Offensive gegenüberzustellen.

Ich meine, am offensivsten sind wir immer dann, wenn wir die Klage über schreiende Zustände bis zur Alternative weiterführen: Verdoppelung der Kräfte, die in den Schulen mit Liebe und Leidenschaft den Kindern helfen, zu ihrer angestammten Kultur eine weitere Kultur hinzuzugewinnen.


 
Die Fremdenfeindlichkeit der Deutschen ist nicht genetisch bedingt PDF Drucken E-Mail
Leserbriefe
von Heinrich Frei    01.09.2010 - bisherige Aufrufe: 15

Dass viele Deutsche mit den Thesen die Thilo Sarrazin vorgelegt hat einverstanden sind, wie man liest, kann nicht erklärt werden mit den Genen der Deutschen. Die Fremdenfeindlichkeit und der Rassismus im Land der Dichter und Denker sind kulturbedingt, nicht blut- und rassenbedingt. Günther Wallraff (**) hat in seinen Reportagen verschiedentlich diese fremdenfeindliche „geistige Situation" Deutschlands dokumentiert, wie seinerzeit der Philosoph Karl Jaspers, 1931 (***), bevor Hitler 1933 an die Macht kam.

Herr Sarrazin meinte zwar, in Bezug auf die Juden und Basken, alle Juden würden ein bestimmtes Gen teilen und auch Basken hätten ein bestimmtes Gen, die sie von anderen unterscheiden würden. Das ist Unsinn. Dass Deutschland immer wieder Kriege geführt hat, liegt auch nicht an militaristischen Genen, in der Veranlagung der Deutschen zum Krieg, sondern hat erziehungsbedingte, soziale, politische Gründe. Es liegt auch nicht an einer kriegerischen Erbsubstanz, dass die Deutschen heute schon wieder ihre Armee ins Ausland schicken, nach Afghanistan, und vor elf Jahren die sozialdemokratisch-grüne Regierung mit der Bundeswehr sich an der wochenlangen Bombardierung Jugoslawiens der Nato beteiligte. Dass heute Deutschland zum drittgrössten Waffenexporteur dieser Erde aufgestiegen ist, liegt an der skrupellosen Profitgier, nicht in speziellen Sequenzen des Erbgutes. Die Ausländer die in Deutschland leben, tragen für diese Waffenexporte mit denen weltweit getötet keine Verantwortung. (***)

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Moslemhetze in der Brd PDF Drucken E-Mail
Leserbriefe
von Albert von Bieren    12.08.2010 - bisherige Aufrufe: 65

Die Suche nach dem Mann mit Bombe im Turban

Liest man derzeit in der Zeitung hat man den Eindruck der Papst in Rom hätte zu einem neuen Kreuzzug aufgerufen.Überall liest man von gewaltbereiten Islamisten.

In Hamburg wurde jetzt gar eine Moschee nach einer Razzia geschlossen.Nun einmal ehrlich wieviele Anschläge wurde bisher von Moslems in Deutschland gegangen? Ja, Sie haben recht,tatsächlich kein einziger.Woher kommt also diese Hetze in den Massenmedien ?

Deutschland wird ja seid einigen Jahren angeblich am Hindukusch verteidigt.

Nun , habe ich da etwas verpasst, haben wir neuerdings eine gemeinsame Grenze zu Afganisthan?

Haben uns etwa die Afghanen angegriffen? Alles kann verneint werden.

Tatsächlich halten sich aber deutsche Soldaten in Afganisthan auf.Soll durch diese Suche nach mutmasslichen Islamisten eventuell ein Alibi gegen Besatzung Afganisthans durch deutsche Soldaten geschaffen werden.


 
Generalstreik PDF Drucken E-Mail
Leserbriefe
von Wolfgang Kroll - Bln.Spandau    17.06.2010 - bisherige Aufrufe: 179

Als friedliebender bürger dieser republik bin ich alles andere als zufrieden mit der unsozialen, kriegslüsternen und kapitalistischen lobbypolitik von schwarz-gelb.
die cdu/csu/fdp wird so langsam zu einer gefahr nicht nur für die innere sicherheit, sondern dank des afghanistan kriegseinsatzes sind islamistische anschläge womöglich nicht auszuschließen, von der israelfreundlichen nahost politik ganz zu schweigen.
als souverän und wähler dieser republik ( laut grundgesetz : alle gewalt geht vom volke aus )
hättte ich nichts gegen einen generalstreik einzuwenden

In diesem Zusammenhang erinnere ich an den Alva-Myrdal Report aus dem Jahr 1969 sowie ,herausgegeben von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand , an die Publikation " Widerstand in Spandau 1933 - 1945 " .
 
Das Sparpaket PDF Drucken E-Mail
Leserbriefe
von Wulf E. Bley    14.06.2010 - bisherige Aufrufe: 173

Die Regierungsparteien haben am vergangenen Wochenende über das Sparpaket beraten. Es soll ein Sparpaket sein, ist in Wirklichkeit jedoch eine versteckte Steuererhöhung. Aber ein „Sparpaket" lässt sich den Bürgern gegenüber leichter verkaufen als ein  „Steuererhöhungspaket".

Lüge wirkte für Eingeweihte umso dreister, als unsere Bundeskanzlerin Merkel Abgaben für Stromerzeuger ins Sparpaket packte und dabei von Gerechtigkeit sprach, obgleich jedermann weiß, dass diese Abgaben auf den Verbraucher, sprich Steuerzahler, mit entsprechendem Gewinnaufschlag abgewälzt werden. Was ist gerecht daran?

Dies gilt auch für die für den normalen Verbraucher unbegreifliche und nicht nachvollziehbare „Bankenabgabe", die ebenfalls auf die Kunden abgewälzt werden dürfte.

Neben Banken zählen bekanntlich auch die Stromversorger zu den Unternehmen die im Übrigen derartige Lasten aus der Portokasse zahlen können.

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