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Positionen und Debatte
Unsere Überlegenheit PDF Drucken E-Mail
Beiträge
von Einar Schlereth - www.tlaxcala-int.org    21.08.2010 - bisherige Aufrufe: 319

 Ein Gespenst rumort wieder in allen Ecken und rundumher. Verkleidet in den verschlissenen Rasistenmantel und die Schlafmütze der Überlegenheit. Als die Scheinwerfer der Aufklärung Licht und Verstand verbreiteten, damit das Volk sich in harten Kämpfen befreien konnte, da verscwand das Gespenst - obwohl nicht richtig, es versteckte sich und ging in den Untergrund, um seine Zeit abzuwarten.

Und die Zeit kam auch wie das Amen in der Kirche.

Um zu verstehen, wie das Gespenst in regelmäßigen Abständen wieder auftauchen kann, muß man begreifen, daß es die Bürger sind, die die Stellung halten, wenn das Gespenst sich verstecken muß. Und deren Werkzeuge sind allumfassend und effektiv. In erster Linie haben sie die Kirche und die Schulen und das Militär und dann haben sie alle Medien. Damit halten sie den Geist des Gespenstes am Leben. Auf Sparflamme gewissermaßen. Ist der Widerstand des Volkes stark, hält man den Deckel drauf; ist er schwach, dann hebt man den Deckel vorsichtig und bei passender Gelegenheit läßt es man es wieder frei.

Es ist nicht so, daß die Bürger das Gespenst besonders lieben - die rümpfen die Nase, denn es ist ungebildet und vulgär - aber es ist gut, es in Reserve zu haben. Wenn ihre Positionen, ihre Privilegien, ihre Börsengeschäftchen und ihre Macht in Gefahr sind. Dann darf das Gespenst verleumden und trakassieren und drohen und gelegentlich auch Menschen morden. Und oft muß man ihm leider auch völlig freie Zügel lassen wie jetzt in Kossovo, Irak, Haiti, Afghanistan, Pakistan, Jemen, Somalia und seit 60 Jahren in Palästina. Da sieht man dann sein wahres Gesicht, das eigentlich niemand sehen will - nicht einmal die Bürger. Und deshalb dürfen wir auch nicht die Opfer der Bombardements, der Attacken, der Folter, der Vergewaltigungen, der Verstümmelungen sehen. Sieht man sie nicht, gibt es sie nicht. Wie Pinter sagte: Es geschieht nichts. Es ist nicht geschehen. Es ist nie geschehen.

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Marxismus und der Holocaust PDF Drucken E-Mail
Internationales
von Nick Beams - www.wsws.org    15.08.2010 - bisherige Aufrufe: 406

auschwitz.jpgDies ist eine Ergänzung zum Vortrag "Der Imperialismus und die politische Ökonomie des Holocaust", den Nick Beams am 29. April an der San Diego State University gehalten hat. Der Zusammenbruch der osteuropäischen stalinistischen Regimes und die Liquidierung der Sowjetunion zu Beginn der 1990er Jahre schickten Wellen des Triumphes durch politische und akademische Kreise des Bürgertums.

Dies wurde als das Ende des Sozialismus, der Tod des Marxismus, ja, gar als das Ende der Geschichte selbst gesehen. Dabei spielte es keine Rolle, dass diese Regimes gar nicht sozialistisch waren, dass die stalinistische Bürokratie in der UdSSR ihre Macht - in viel größerem Umfang als Hitler - durch den Massenmord an der marxistischen Intelligenz gefestigt hatte und dass die Marxisten, allen voran Leo Trotzki, in den 1930er Jahren vorausgesagt hatten, dass die Stalinisten den Kapitalismus in Russland restaurieren würden, wenn die Arbeiterklasse sie nicht stürzte.

Dieser ignorante Jubel erfasste auch „linke" akademische und marxistische Kreise, besonders jene, die sich einer Untersuchung des Holocaust widmeten. Der Marxismus, so hieß es, könne keine Erklärung für diese Katastrophe liefern. Da es sich bei ihm um eine aufklärerische Sichtweise des menschlichen Fortschritts handle, sei der Marxismus außerstande, den systematischen Massenmord an europäischen Juden begreifbar zu machen. Wie in aller Welt sollte er eine materialistische Analyse dieser historischen Katastrophe liefern? Wo war die zugrunde liegende ökonomische Motivation - selbst als „letztendliches Motiv"? Es sei unmöglich, den Holocaust mit den Begriffen der Klassenanalyse zu erklären. Etwas viel Grundlegenderes, eine Untersuchung der menschlichen Natur und ihres Hangs zum Bösen - sei vonnöten und der Marxismus konnte sie nicht liefern.
Letzte Aktualisierung ( 12.08.2010 )
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Vietnam, Irak, Afghanistan, Iran? Die USA und ihre Kriegspräsidenten PDF Drucken E-Mail
Beiträge
von Dieter Carstensen -    13.08.2010 - bisherige Aufrufe: 457

kriegsnobelpreistraeger.jpgDie Spatzen pfeifen es von den den Dächern: Der Afghanistankrieg kann nicht gewonnen werden, aber ist er deswegen für die USA sinnlos?

Ich halte es für wichtig, Gegenöffentlichkeit gegen die Kriegsbefürworter aus CDU/CSU, SPD, Grünen und der unsäglichen FDP zu schaffen, da sie gegen den Willen der absoluten Mehrheit des Volkes handeln und sich nun, nach 9 Jahren Krieg in Afghanistan die Lage nicht etwa verbessert, sondern verschlimmert hat.

Sinnlos verrecken, so sieht "gefallen" in Wahrheit aus, deutsche Soldaten in einem aberwitzigen Blutbad, was zudem im Jahr 2009 ca. 3000 unschuldige Zivilisten umbrachte.

Es ist KRIEG, Deutschland befindet sich im KRIEG, alle anderen Bezeichnungen dafür sind pure Heuchelei und Lüge. Fast 4 Milliarden Euro hat uns der Irrsinn bisher gekostet ohne irgendeinen erkennbaren Nutzen. Die Taliban werden täglich stärker, der größte Teil Afghanistans befindet sich unter ihrer Kontrolle. Erfolge? Wo? Eine korrupte Regierung Karsai, die nur durch Wahlbetrug an der Macht blieb, mit Drogenbaronen und lokalen Kriegsfürsten in Mafiamanier paktiert, als Vorbild einer Demokratisierung? Ein paar von den westlichen Kriegstruppen als Alibi für einen "humanitären" Einsatz gebaute Schulen, Straßen und Brunnen, die schneller in die Luft gesprengt als aufgebaut werden, als Beispiel für °humanitäre" Hilfe?

Bereits am 26.4.10 bemerkte dazu Florian Rötzer in der Internetzeitung Telepolis unter dem Titel: "In Afghanistan wird für jeden von uns gekämpft und gestorben" - Zitat: "Während Bundeskanzlerin Merkel oder Verteidigungsminister Guttenberg weiterhin versichern, dass die Bundeswehr in Afghanistan Deutschland verteidigen, erhöht der Militäreinsatz allerdings eher die Gefährdung." Link zum Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32518/1.html

Letzte Aktualisierung ( 12.08.2010 )
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Der heimtückische Begriff „Chancengerechtigkeit" PDF Drucken E-Mail
Beiträge
von Holdger Platta    03.08.2010 - bisherige Aufrufe: 454

schularmut.jpgAnalyse eines neoliberalen Propagandabegriffs

 Geben wir es gleich am Anfang zu: der Begriff der „Chancengerechtigkeit", der so zukunftsoffen und menschenfreundlich klingt, scheint eine durch und durch positive Vokabel zu sein, haushoch überlegen zum Beispiel dem kühleren Begriff der „Chancengleichheit". Wieso also Mißtrauen gegenüber diesem Begriff? Wieso Mißtrauen gegenüber der Tatsache, daß vor allem die CDU, neben der FDP, die altvertraute „Chancengleichheit" auszuwechseln versucht gegen die neue „Chancengerechtigkeit"?

 Klar ist: wo „Chancengleichheit" - vergleichsweise nüchtern - mit dem Ton einer objektiven Tatsachenfeststellung daherkommt, da setzt der Begriff der „Chancengerechtigkeit" von Beginn an ganz subjektiv auch auf einen Wärmeton. „Gerechtigkeit", dieser Begriff ist assoziativ verbunden mit „Recht", „Rechtlichkeit", „Rechtsstaat"; für denjenigen, der christlich erzogen worden ist, mit einem gütigen Gott; und  für die anderen, die eher an unsere Verfassung denken und deren Grundrechtekatalog, mit einem lauteren Staat.

 Doch in Wahrheit täuscht dieser Begriff der „Chancengerechtigkeit" nur ein Mehr an Wärme, Güte und Rechtlichkeit vor. In Wahrheit stellt er einen erheblichen Rückschritt gegenüber dem Begriff der „Chancengleichheit" dar. Und: in Wahrheit verbergen sich hinter beiden Begriffen - dem alten wie dem neuen - hochproblematische Propagandavokabeln. Wieso?

Letzte Aktualisierung ( 03.08.2010 )
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Stalinismus ist Antikommunismus! PDF Drucken E-Mail
Beiträge
von http://gis.blogsport.de    01.08.2010 - bisherige Aufrufe: 383

stalin.jpgWer heute die Frage sozialer Emanzipation aufwirft, kommt um eine Auseinandersetzung mit dem Stalinismus nicht herum. Auch nach dem Zusammenbruch der UdSSR lasten die traumatischen Erfahrungen mit dem Stalinismus nach wie vor „wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden".

Es vergeht kein Tag, an dem nicht versucht wird, den Stalinismus als „real existierenden Sozialismus" darzustellen, um die Botschaft in die Köpfe zu hämmern, dass der Kapitalismus bei all seinem Nachteilen nicht nur das beste, sondern das einzig mögliche Gesellschaftssystem sei. Nach wie vor gibt es noch immer eine beträchtliche Anzahl vorgeblich "linker" Organisationen und Strömungen, die sich positiv auf den Stalinismus beziehen. Und auch wenn der Stalinismus zuweilen kritisch gesehen und reflektiert wird, hält sich in weiten Teilen der Restlinken die Vorstellung, dass die stalinistischen Regime in irgendeiner Form „sozialistisch" oder zumindest „antikapitalistisch" waren. Derweil lässt die kapitalistische Propagandamaschine nichts unversucht, um den Terror des stalinistischen Systems als logische Folge der Oktoberrevolution dazustellen.

Bevor wir auf den Stalinismus und die Degeneration der Russischen Revolution im Detail eingehen, ist es notwendig sich den analytischen Rahmen zu veranschaulichen, in dem diese Ereignisse eingeordnet werden müssen. Dieser Analyserahmen wurde in seinen Grundzügen von Marx entworfen und von der linkskommunistischen Opposition sowohl innerhalb wie außerhalb der bolschewistischen Partei in den 20er-Jahren in Russland weiterentwickelt. Karl Marx hatte bereits aufgezeigt, dass der Sozialismus ohne die Entwicklung der Produktivkräfte und ohne eine entwickelte Arbeiterklasse unmöglich ist. 

Letzte Aktualisierung ( 01.08.2010 )
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