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Die fallenden Autoverkäufe in Europa läuten den 2. noch tieferen Crash ein als 2009. PDF Drucken E-Mail
Wirtschaft
Geschrieben von: Norbert Nelte   
Donnerstag, den 29. März 2012 um 16:53 Uhr

auto_212.jpgIm Februar sind die Autoan-meldungen auf den tiefsten Stand seit 2000 gefallen, am tiefsten bei SEAT in Spanien, und zwar zweistellig.

Dies zeigt auch schon den Grund auf, warum die Autoverkäufe zurückgehen, nämlich weil überall in Europa von den Staaten bei den Lohnempfängern, den Rentnern und Arbeitslosen auf Deibel komm raus gespart wird und die weniger Geld haben, um zu konsumieren. 9,2% sind die Autoverkäufe in Europa geschrumpft.

Dies deutete sich schon im letzten Jahr an. Es wurden im Dezember 2012 27% der Autos schon nicht mehr verkauft, sondern von den Autofirmen selber als Vorführwagen als Tageszulassung angemeldet. Die Autofirmen ziehen 6mal mehr Zulieferbetriebe und Konsumunternehmungen für die Arbeiterfamilien nach sich. Die Rückgänge der Autoverkäufe werden deshalb vom Autoverband auch als bedrohlich angesehen und von den wichtigen Meinungsmachern ist für das BIP 2012 von vielen eine Vorwarnung erlassen, sogar auch aus dem Hause Merkel. Wenn sie schon warnt, wird es wirklich sehr schwierig, denn sie  wird ihre Wähler nicht unnötig erschrecken.

pigs_und_frankreich_300.jpgAlle ernstzunehmenden Finanzanalytiker hatten vor einer Rezession 2012 gewarnt, weil eben in ganz Europa gespart wird und die Lohnabhängigen sich immer weniger kaufen können. Sie werden auch von allen andern Produkten weniger kaufen, wie dieses Diagramm auch schon zeigt.

Deutschland wollte mit der Lohndrückerei und dem Dumpinglohn besonders geschäftstüchtig sein. Sie waren von 2000 bis 2009 mit -4,5% absoluter Weltmeister im Reallohndrücken. Damit erhoffte das deutsche Kapital sich, die europäische Konkurrenz abzuhängen und weit hinter sich zu lassen. Haben sie auch geschafft. Italien, Spanien und Portugal haben sich von dem Crash 2009 noch nicht erholt, Frankreich nur ein wenig und Griechenland crasht weiter. Nur, jetzt haben die deutschen Konzerne keine Kunden mehr im europäischen Ausland. Sie haben die europäische Konkurrenz so gründlich abgehängt, dass sie sich damit ihr eigenes Grab gegraben haben.

Mit Amerika läuft sowieso nicht mehr viel und China ist auch nicht mehr so potent wie in den vergangenen Jahren. China wuchs nur deshalb länger um 10%, weil sie mit Staatsprogrammen große menschenleere Städte bauten. Die Käufer, Restaurantbesitzer oder Kleinkapitalisten, hofften damit spekulieren zu können, wenn der Preis steigt. Nur, jetzt ist er schon in der Hälfte aller chinesischen Städte gegenüber Vorjahr gefallen, so dass wir bald mit einer schweren Immobilienkrise wie 2008 in Amerika rechnen können und dort auch bald Schicht ist.

 Seit 2 Monaten geht es auch schon in Deutschland mit der Industrieproduktion abwärts, von 129,5% im November 2011 auf 110,0% im Januar 2012 (2005 = 100%), also in 2 Monaten ist sie um 15% abgestürzt Eurostat (Datenbank nach Themen, Industrie, Konjunktur, monatliche Daten, Umsatz). Seit 3 Monaten liegen wir schon in der Rezession, der Double Dip liegt schon hinter uns.

 Bei der Berücksichtigung dieser Daten kann man auf alle Fälle  nicht von Boom reden. Es ist eher mit  einem größeren Crash als 2009 zu rechnen. Die Herrschenden lügen auf allen Kanälen, bei der Arbeitslosenrate, den Staatsschulden, dem BIP usw. und gaukeln der Bevölkerung nur eine virtuelle prosperierende vor, dabei liegt sie in den letzten Zügen.

2009_mit_300.jpgNun gibt es Oberschlaue, die meinen, nach einem Ab gäbe es immer wieder ein Auf, der Kapitalismus hätte noch längst nicht seine Dynamik verloren. Nein, das stimmt einfach nicht, das BIP-Wachstum ist seit den 50er Jahren nur gefallen und steht jetzt mit dem 10jahres-Duchschnitt vor Null (Diagramm vom Statistischen Bundesamt). Die Profitrate steht vor Null und liegt schon weit unter dem Finanzmarktzinssatz. Die Ausweitung des Marktes steht nach China vor Null, nur die Ausweitung der dicken Backen der Kapitalverfechter steht im umgekehrten Verhältnis dazu, auf deutsch zum Mitschreiben, je mehr wir uns dem Ende des Kapitalismus annähern, umso dicker werden die Backen der Kapitalistenfans.

Verdi macht das mit den Warnstreiks wegen der 6,5% Tarifforderung genau richtig, es gab in den letzten 10 Jahren nur Reallohnverluste bei den öffentlich Bediensteten. Aber bitte, Die Gewerkschaftsführer machen das nur, weil sie Mitglieder verlieren. Den Mitgliedern wird ansonsten immer von den Bonzen vereint mit den Bossen und Politkern erzählt, dass s in 10 Jahren wieder aufwärts ginge und sie dann höhere Löhne bekommen würden. Nichts geht mehr aufwärts. Kollegen, glaubt nicht mehr den Müll. Kein Nachgeben mehr in den Tarifverhandlungen.

Solange die Kapitalisten die Betriebe kontrollieren, werden sie immer wieder in Krisenzeiten ihr unterschlagenes Geld dem Wirtschaftskreislauf entziehen. Wir können und müssen die  Sache in die eigene Hand nehmen. Dann wird es auch wieder aufwärts gehen. Vorher nicht.

Norbert Nelte

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Internationale Sozialisten im Netzwerk Linke Opposition

 

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