| Somalia: Stellvertreterkrieg zwischen USA und China |
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| von Norbert Nelte |
01.01.2007
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„Im
September 1991 hatte in London eine internationale Konferenz über die Öl- und
Gasvorkommen unter anderem in Somalia stattgefunden. Somalia, so das Urteil der
dort vortragenden Experten, befinde sich innerhalb des "Ölfensters", und deshalb
»sei die Wahrscheinlichkeit von
Erdgas- und Erdölvorkommen sehr hoch«." (1)
Noch unter dem Diktator Siad Barre hatten die Ölkonzerne Conoco, Amoco, Chevron für zwei Drittel des Landes Bohrrechte von Somalia erworben, weil große Erdölvorkommen vermutet wurden und hatten schon große Investitionen in Millionenhöhe getätigt. Die Aktivitäten der Ölkonzerne wurden aber nach seinem Sturz 1991 jäh unterbrochen. US-Präsident Bush sen., selbst Ölmann aus Texas, wurde 1993 von den Ölkonzernen zu einem Eingreifen in Somalia gedrängt, welche unter tatkräftiger Hilfe der deutschen Bundeswehr durchgeführt wurde. Die amerikanische Armee verließ damals fluchtartig das Land, nachdem die Leiche eines abgeschossenen amerikanischen Hubschrauberpiloten von der aufgebrachten Menge durch die Hauptstadt Mogadischu geschleift wurde. Diese Leichenschändung wurde von dem Vater des jahrelangen Warlords von Mogadischu organisiert. Da er jetzt Geschäfte mit den USA macht, ist er ab sofort ein guter Schurke und taucht jetzt als Innenminister der Übergangsregierung auf. Die USA ist seit 1945 nur noch in der Lage, Kriege gegen Ministaaten wie Grenada oder einen Abtrünnigen wie Noriega aus Panama zu gewinnen, aber sie versuchen es immer wieder. Sie haben nichts gelernt aus Vietnam, dem Libanon, Somalia, Afghanistan und dem Irak. Die Vereinigten Staaten haben zwar wie dieses Jahr im Libanon einen anderen Staat vorgeschickt, aber das kommende Treiben der amerikanischen Ölkonzerne wird auch nicht viel anders enden wie schon damals oder es ist wie im Irak eine Dauertragödie.Inzwischen ergriff China die Initiative mit Geld, nicht mit Krieg. Auf dem Afrika-Gipfel in Peking im Oktober/November, wo 48 von 53 afrikanische Staaten anwesend waren. Bis 2010 wird es den Handel mit Afrika verdoppeln und wird manchen afrikanischen Staaten die Schulden erlassen. Der EMFIS-Report berichtet unter dem Titel „China - Afrika Gipfel, oder der Wettlauf um Rohstoffe und Märkte" weitere Details: „So wurden bereits Ölfelder in Nigeria und Angola erworben. In Sudan errichteten chinesische Unternehmen eine Raffinerie und von dem Rohstoffgruben Sambias und Kongos wurde die 1000 Kilometer lange Benguela-Bahn zum Atlantik gebaut. Derzeit entsteht eine weitere noch längere Bahnlinie zwischen dem nigerianischen Wirtschaftszentrum und der Küstenmetropole Lagos. Ein weiteres 8 Mrd.US Dollar schweres Eisenbahnprojekt wird von China angeschoben. Es handelt sich um die Strecke zwischen dem Öl-Delta Nigerias in das Zentrum des Landes." Und er fragt zum Schluss: „Und wieder geht es im Zuge der Globalisierung darum, ob der "alte" Westen in seiner Starre verharrt und dem "neuen" auf der globalen Wirtschaftsbühne das Feld überlässt." (2) Diese Frage haben die USA jetzt eindeutig beantworten lassen: Ja, aber nicht mit Geld, das ist futsch, sondern mit Krieg. Lieber steckt Amerika 100 Millionen in Kriege, denn das schafft Nachfrage nach Rüstungsgüter und Arbeitsplätze auch an der Front, als nur einen müden Cent in die Entwicklung der Länder. Dass Äthiopien im Auftrag der USA in Somalia einmarschiert ist, war klar.
Die gesamte Welt befürchtete einen Flächenbrand in Afrika und wollte
in der UNO gegen die Kriegserklärung von Äthiopien protestieren. Nur
die Vereinigten Staaten und England sagten No, denn ihre Ölkonzerne
brauchen ja Somalias Ölquellen. Natürlich benutzten sie wieder ihr
Tarnwort. Norbert Nelte Internationale Sozialisten im Netzwerk Linke Opposition
1 http://www.kein-blut-fuer-oel.de/mitte/zeitung/zeit01.html
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| Letzte Aktualisierung ( 01.01.2007 ) | |||||||
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„Im
September 1991 hatte in London eine internationale Konferenz über die Öl- und
Gasvorkommen unter anderem in Somalia stattgefunden. Somalia, so das Urteil der
dort vortragenden Experten, befinde sich innerhalb des "Ölfensters", und deshalb
»sei die Wahrscheinlichkeit von
Erdgas- und Erdölvorkommen sehr hoch«." (1)




















