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US-Vizepräsident Dick Cheney will einen Krieg für 20 oder 30 oder 40 Jahre PDF Drucken E-Mail
08.02.2007 - bisherige Aufrufe: 13765

cheney.jpgDie wild wuchernde amerikanische Selbstgefälligkeit

Selten ist die amerikanische Selbstgefälligkeit grösser gewesen. Der Chicagoer VIX-Index (Volatilitätsindex/Kursschwankungsindex) für den US-Aktienmarkt ist so niedrig wie seit 13 Jahren nicht mehr; gleichzeitig sind auch Kreditausfallversicherungen so billig wie nie!

Dies nach einem Jahr (2006), das neue Rekorde an globalen Fusionen und Firmenkäufen brachte, die das Rekordjahr 2000 übertrafen. Kreditfinanzierte Übernahmen beliefen sich auf 3,8 Billionen US-Dollar im Vergleich zu 3,4 Billionen im Jahr 2000.

Der Tanz der Pinguine auf der Eisscholle

Aber unter der gegenwärtigen ruhigen Oberfläche des ökonomischen Geschehens sammelt sich eine enorme ökonomische Kraft. Der US-Dollar verliert seine Position, die er seit dem Zweiten Weltkrieg hatte - er wird durch den Euro ersetzt.

Märkte folgen immer dem Geld

Der Euro hat den US-Dollar als die wichtigste Währung an den internationalen Anleihemärkten abgelöst. Dies unterstreicht die Meldung des letzten Monats, dass der Wert der im Umlauf befindlichen Euronoten den Wert der Dollarnoten übertraf. Wie die International Capital Market Association berichtete, hatten die ausstehenden Schulden in Euro Ende 2006 einen Wert von 4,836 Billionen US-Dollar, die Dollarschulden lagen bei 3,892 Billionen US-Dollar.
Eurokredite stellen jetzt 45% des globalen Marktes dar, verglichen mit 37% für den US-Dollar. Die US-Anleihemärkte stellten noch 2002 ihre europäischen Rivalen in den Schatten. Damals betrug die Emission von Krediten in Euro noch 27% der globalen Kredit­emissionen; 51% der Emissionen wurden in US-Dollars ausgegeben. Die USA sind auf dem grössten Markt der Welt, dem internationalen Markt für Kreditanleihen, verdrängt worden. Wirtschaftlich gesehen folgen solchen Verdrängungen immer deutliche Einbrüche am Markt.

Gerüchte von weiteren Kriegen

Mohsen Rezaei, früherer Chef der Iranischen Revolutionären Garden, sagte im Staatsfernsehen, dass die Amerikaner «ihre Entscheidung, den Iran anzugreifen, getroffen haben», möglicherweise Ende Februar oder Anfang März.
Das iranische Militär ist in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden, um auf die Möglichkeit eines US-Angriffs reagieren zu können, sagte ein hoher iranischer Militär der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Der Bankbereich der ING-Gruppe gab am 9. Januar ein Memo mit folgendem Titel heraus: «Angriff auf den Iran: Auswirkung eines israelischen Überraschungsangriffs gegen die nuklearen Anlagen Irans auf die Märkte.»
Die ING-Bank vermutet einen Zeitrahmen im Februar oder März, falls Israel und/oder die USA den Iran angreifen. Ein hoher iranischer Militär hat erklärt: «Falls Amerika den Iran angreift, werden seine 200 000 Soldaten und 33 Basen in der Region äusserst verletzlich sein, dessen sind sich sowohl die amerikanischen Politiker als auch die Militärkommandeure bewusst.»

Die doppelte Verdrängung der USA und die Folgen

Die erste Verdrängung ist, dass der US-Dollar vom Euro in bezug auf den Geldumlauf überholt worden ist. Die zweite besteht darin, dass der US-Dollar als führende Ausgabewährung im weltweiten Obligationenmarkt seine Position verloren hat. Verblüffend ist die Tatsache, dass dies nur innerhalb von sechs Jahren geschehen ist. Vorher gab es den Euro nicht einmal als Bargeld. Dieser Aufstieg des Euros aus dem Nichts zeigt die inhärente Schwäche des US-Dollars als internationale Währung.

Wir wollen eure US-Dollars nicht mehr

Der Wettlauf zu den Ausgängen hat begonnen. Die Opec-Nationen entledigen sich ihrer US-Schatzpapiere so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr. Nach Angaben des US-Finanzministeriums verkauften Ölexporteure wie Indonesien, Saudi-Arabien und Venezuela in den drei Monaten bis November 9,4% (10,1 Mia. US-Dollar) ihrer US-Regierungsschuldverschreibungen. Und der Zustrom von ausländischem Geld in die USA ebbt ab.

Der US-Dollar kann den globalen Preis nicht mehr bestimmen

Globale Ölproduzenten wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Iran, Venezuela und Indonesien beginnen, einige ihrer ausländischen Währungsreserven von Dollar in Euro umzuschichten, oder sie fangen an, ihre Ölexporte in Euro abzuwickeln. Dieses letztere Faktum bedeutet Dynamit auf der weltweiten Bühne. Wenn es eine Konstante seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gegeben hat, dann ist es die Tatsache, dass der US-Dollar die vorherrschende Währung im Ölhandel ist. Dies hat alle anderen Nationen dazu gezwungen, US-Dollars zu erwerben, um Öl zu kaufen.
Sollte der US-Dollar von einem grösseren Teil der globalen Öl- und Energiemärkte verdrängt werden, würde dies die globale Nachfrage nach US-Dollars drastisch verringern, was eine weitere Verdrängung der USA darstellen würde.
Nach Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist der Anteil der Dollarkonten der Opec-Ölproduzenten, einschliesslich Saudi-Arabien und der VAE, von 67% im ersten Quartal 2006 auf ein Zweijahrestief von 65% im zweiten Quartal des Jahres 2006 gefallen.

Der Kapitalfluss in die USA

Internationale Investitionen in langfristige US-Anlagen liessen im November nach, als sich der US-Dollar abschwächte und auch die Nachfrage nach US-Aktien zurückging. Ankäufe von US-Aktien, Noten und Obligationen ins Ausland verringerten sich netto von 85,3 Milliarden US-Dollar im Oktober auf 68,4 Milliarden im November, gab das US-Finanzministerium am 17. Januar bekannt. Dies ist die Zahl, auf die man achten sollte! Der anhaltende Zustrom von ausländischen Mitteln ist mehr als kritisch für die gesamte US-Wirtschaft, einfach weil dieser massive Zustrom sowohl die US-Haushaltshandelsdefizite als auch die US-Staatsschulden finanziert. Überlegen wir für einen Moment, was geschehen würde, wenn diese Gezeitenwelle von ausländischen Anlagen in das US-Finanz- und Geldsystem zu einem plötzlichen Ende käme.
Das US-Finanzministerium bliebe auf Bergen von unverkauften US-Schatzpapieren, Banknoten und sonstigen Scheinen sitzen. Um sie zu verkaufen, müssten sie mehr Gegenwert bieten. Dazu müssten sie höhere Zinsen bieten, und die US-Marktzinssätze würden bis über die Ertragsgrenze steigen. Die Zinsen der US-Schatzpapiere sind der Bezugswert, gegen den alle anderen US-Anleihen gemessen werden.
Wenn die höheren Mächte in den USA dies vermeiden möchten, könnte das US-Finanzministerium zur US-Notenbank hinübergehen, die die Schatzpapiere mit frisch gedruckten US-Dollars kaufen würde. Aber dann würde das gesamte US-Finanzsystem von einer neuen Welle der von der Notenbank erzeugten «Liquidität» überschwemmt, und die innere Kreditausweitung würde neuen Vorschub erhalten. Kritisch ist hier der US-Dollar. Zurzeit wird er durch den riesigen Zustrom an Anlagen aus dem Ausland (viel) höher bewertet als eigentlich angemessen.
Würde sich dieser Zustrom von Anlagen auch nur verlangsamen, würde ein Grund für die immense globale Nachfrage nach US-Dollars wegfallen. In der Folge würde der Wert des US-Dollars fallen. Dies zeichnet sich in der Situation schon ab.

Die Geopolitik der Dollarverdrängung

Die Abhängigkeit des US-Dollars vom Zustrom an ausländischen Anlagen ist in den tonangebenden Kreisen auf der ganzen Welt bekannt. Sie alle fürchten den Tag, an dem die monetäre/finanzielle/ökonomische Eisscholle der USA zerbricht - und sie sind sicher, dass er kommen wird. The Privateer hat in der zweiten Hälfte des Jahres 2006 breit darüber berichtet und dabei zahlreiche Offizielle und politische Stimmen aus der ganzen Welt zitiert, die ihrer wachsenden Unruhe angesichts der Politik der USA Ausdruck verliehen. Jetzt, im Januar 2007, kommt eine andere Charakteristik ins Blickfeld. Plötzlich ist nichts mehr zu hören von den vielen Stimmen auf der ganzen Welt, die letztes Jahr tiefe Besorgnis geäussert haben.

Die alten Regeln der «Verkehrszählung»

Auf dem gesamten Gebiet der Nachrichtendienste, sei es militärisch, diplomatisch, poli­tisch oder ökonomisch, gibt es eine altbewährte Technik. Sie besteht darin, einfach die Qualität und den Umfang der «Besorgnis» zu beobachten, die auf dem Rest der Welt ge­äussert wird. Normalerweise kann man selbst bei verschlüsselten Botschaften ein wellenartiges Auf- und Abschwellen des «Verkehrs» beobachten. In gewissen Situationen bemerkt man ein beschleunigtes Ansteigen solcher Signale im «Datenverkehr».
Dies zeigt, dass etwas vor sich geht, das diesen erhöhten Geräuschpegel erforderlich macht. Das ist es, was wir in der zweiten Hälfte des Jahres 2006 beobachtet haben, obgleich die Nachrichten aus der BIZ, der OECD und anderen im Blickfeld der Öffentlichkeit waren. Es gab keinen Zweifel, dass die Besorgnis sich um die ökonomische und finanzielle Situation drehte.
Aber in diesem Jahr ist plötzlich der Geräuschpegel verstummt. Gegenwärtig wird wenig Besorgnis über die wirtschaftliche Situation der USA geäussert. Dieses Signal bedeutet häufig, dass das tatsächliche Ereignis bald eintreffen wird.

Wenn die Ruhe (fast) ohrenbetäubend ist

Bitte beachten Sie, dass diese Ruhe auf die globale ökonomische/finanzielle Situation der USA beschränkt ist. Was heute als enorme Ablenkung von den Märkten und der Wirtschaft am Werk ist, ist die Vielzahl der Signale aus immer mehr internationalen Quellen, die befürchten, dass entweder Israel oder die USA oder die USA und Israel gemeinsam kurz davor stehen, einen plötzlichen Militärschlag gegen den Iran durchzuführen! Hier funktioniert wieder die Verkehrszählung. Wenn es (wie zu erwarten ist) um die Auseinandersetzung zwischen dem Iran und den USA ruhig wird, dann bedeutet das nach den Regeln der «Verkehrszählung», dass das Ereignis nahe ist. Es bedeutet nicht notwendigerweise, dass ein Angriff von USA/Israel gegen den Iran nahe ist. Es gibt auch falsche Signale. Es könnte auch bedeuten, dass mindestens eine der Parteien, die sich gegenüberstehen, dabei ist, sich zurückzuziehen.

Krieg nach aussen zum Zweck der politischen Ablenkung im Inneren

Diese politische List geht bis in prähistorische Zeiten zurück. Der Stammeshäuptling und die Stammesältesten wissen alle, dass sie dem Stamm mehr versprochen haben als das, was sich jetzt in der Schatzkammer oder im Speicher befindet.
Sie haben die Wahl zwischen zwei grundlegend verschiedenen Verfahrensweisen. Sie können sich vor den Stamm hinstellen und zugeben, dass sie ihn falsch informiert haben. Tatsächlich haben sie gelogen, und alle wissen es. Aber sie wissen auch, dass sie sich mit dem Eingeständnis vor dem Stamm eine Blösse geben und ihre hohe Position und Macht verlieren. Also wählen sie die Methode der Ablenkung, und im nächsten Frühling befindet sich ihr eigener Stamm im Krieg mit dem Stamm auf der anderen Seite des Flusses.
Sie bleiben an der Macht - nach politischen Begriffen. Wenn manche Mitglieder des Stammes zu fragen beginnen, wo all die guten Dinge sind, die ihnen versprochen worden sind, sagen ihnen die Häuptlinge, dass sie bei der Verteidigung des Stammes verbraucht worden sind. Wer kann sich beklagen? Schliesslich sind wir ja im Krieg. Und wenn wieder Frieden ist, bleiben sie an der Macht.

Was die USA betrifft - wird es nächstes Jahr beginnen

Mit Beginn des Jahres 2008 werden die ersten von 78 Millionen Amerikanern in ihren Ruhestand treten. Was ihnen versprochen wurde, ist aber nicht vorhanden. Das politische Establishment der USA hat das Geld bereits ausgegeben, und alle Rentenfonds sind voll mit Schuldscheinen des Kongresses. Dies öffentlich zugeben? Niemals! Also - beginnt man einen Krieg.

In einem Meer globaler «Liquidität» schwimmend

Die globale Ausgabe von Schuldenanleihen sprang von 2005 auf das Jahr 2006 um 14,1% auf ein Rekordhoch von 6,948 Billionen US-Dollar. Die gesamten Ausgaben von Schuldenanleihen der USA stiegen 2006 um 10,1% auf 4,085 Billionen US-Dollar an. Die USA tragen allein die Verantwortung für 58,8% der gesamten Kredite, die im letzten Jahr weltweit herausgegeben wurden. Auf das BIP (Bruttoinlandsprodukt) bezogen trägt die Wirtschaft der USA mit 20 bis 22% zum globalen BIP bei. Die USA nahmen in der dreifachen Höhe ihrer eigenen relativen wirtschaftlichen Grösse Schulden auf. Die restlichen nationalen Finanz- und Banksysteme folgten nach und nahmen weitere 2,863 Billionen US-Dollar eigene Schulden auf.

Geld ist billig - also leih dir welches und kaufe etwas Wertbeständiges

Weltweit in ihren Auswirkungen war es diese Flutwelle von belehnbarem Kapital, die während des letzten Jahres eine ebenfalls gigantische globale Welle von Übernahmen und Firmenfusionen ermöglichte. Wenn man dies alles als ein zusammenhängendes System und nicht als zahllose einzelne Geschäfte betrachtet, wird es deutlich, dass auf der ganzen Welt der gesamte globale Wirtschafts- und Handelssektor «aufgebläht» wurde. Vor langer, langer Zeit, während der 70er Jahre, gab es in der Wirtschaft eine «Modeströmung», als viele waghalsige junge Finanz- und Wirtschaftslöwen verwertbare Gesellschaften erwarben und diese «aufblähten», indem sie im Verhältnis 50 zu 50 Anleihen auf das Stammkapital aufnahmen. Nachdem sie auf das Stammkapital Kredite aufgenommen hatten, kauften sie damit andere Geschäfte auf, bei denen es immer noch unberührtes Stammkapital gab. Dies bewirkte im Gegenzug das, was man die «Giftpillenabwehr» nannte. Jedes Geschäft mit einer starken Eigenkapitalisierung begann plötzlich wie wild sich selber mit Schulden zu beladen, um damit die Firmenplünderer abzuhalten.
Damals, als 50 zu 50 als das Höchste menschlichen Wagemuts angesehen wurde, erkannte man immer noch, dass ein Geschäft, das stark mit Fremdkapital belastet war, den Aktieninhabern bei einer Auflösung nichts mehr lassen würde. Während der Rezession von 1980 bis 1982 starben diese hoch mit Fremdkapital belasteten Firmen wie Fliegen im Winter. Heute liegen die Dinge natürlich «anders»: Überall auf der Welt gibt es Firmen, die stolz ihre «innovative» Finanzierung lobpreisen. Diese Firmen sind bis zu 80 zu 20 oder noch höher im Verhältnis zum Stammkapital mit Fremdkapital beliehen. Heute werden solche Fremdkapitalbelastungen als das höchste Mass finanzieller «Redlichkeit» angesehen, sogar wenn die buchhalterischen Tatsachen so sind, dass, falls eine solche Firma aufgelöst würde, ein grosser Teil der Anteilseigner ihr Geld im Falle einer Abwicklung nicht erhalten würde, wenn mit nur 20% Stammkapital 80% Schulden beglichen werden müssten.
Sie sagen, dies sei heute kein Problem. Diese Firmen haben sich gegen solche Ereignisse so abgesichert, dass es kein Problem ist, mit einem Stammkapital von 20% Schulden von 80% und mehr zu tragen. Die «Gegenparteien», diejenigen, die für die andere Seite der «Absicherungen» vertraglich verpflichtet wurden, werden zur Rettung kommen und die Schulden bezahlen.

Das Einmaleins der Versicherungen, Optionen und Risiken

Das ökonomische Grundprinzip von Versicherungen (wie die Feuerversicherung eines Hauses) besteht darin, dass der Versicherer hofft, dass das Ereignis, gegen das versichert wurde, niemals eintritt. So lange wie es das auch nicht tut, hat der Versicherer einen steten Strom an Einkünften und nur die Verwaltungskosten. Aber manchmal brennen Häuser ab, und wenn sie dies tun, muss der Versicherer einen grossen Scheck unterzeichnen. Das ist auch selten ein Problem, da der Versicherer noch viele andere Häuser hat, die nicht heruntergebrannt sind und die immer noch ihre jährlichen Gebühren zahlen. Der unglückliche Hausbesitzer, dessen Haus abgebrannt ist, ist auch glücklich. Er hat seinen Scheck, und sein Haus wird wieder aufgebaut.
Anbieter von Optionen (auf Kauf und Verkauf) hoffen alle auf das gleiche. Sie hoffen, dass ihre Optionen niemals eingelöst werden, weil sie dann einfach die Kosten und Gebühren einstecken können. Bei all diesen Überlegungen rechnen wir mit etwas, das als «Ereignisrisiko» bekannt ist. Dies betrifft Ereignisse, die prozentual gesehen sehr selten eintreten. Sie treten dennoch manchmal ein, ebenso wie auch bereits eine halbe Stadt durch einen Unfall abgebrannt ist.
Wenn dies geschieht, können die meisten Versicherungsfirmen die Belastung der Auszahlungen nicht tragen. Viele Hausbesitzer merken dann, dass ihre Versicherung, ihre «Absicherung», ihnen nicht helfen kann. Dies ist als «systemisches Risiko» bekannt. Tatsache ist, dass es in der harten physischen Realität, wie auch bei menschlichen Ereignissen, so etwas wie ein «nicht reduzierbares Risiko» gibt. Heute gibt sich der Markt den Anschein, als gäbe es so etwas wie «Risiko» gar nicht. Das bedeutet, dass jeder meint, die «Sicherungsmechanismen» würden niemals versagen. Und das bedeutet, dass das tatsächliche «systemische Risiko» ungeheuer ist.

Der Zustand der inneren US-Wirtschaft

Die Hypothekarkapitalauszahlungen in den USA werden von 13% der «frei verfügbaren Haushaltfinanzen» im 2006 auf weniger als 7% in diesem Jahr fallen, was zur Folge hat, dass die Kaufkraft der amerikanischen Verbraucher zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch der US-Aktienbörse im Jahr 2001 schrumpft. Weil die amerikanischen Verbraucher über 70% zum amerikanischen BIP beitragen, wird der Verlust von mehr als 6% ihrer Ausgaben in diesem Jahr das BIP der USA um 4% seiner gegenwärtigen Grösse schrumpfen lassen. Die letzte auf Jahresbasis umgerechnete Wachstumsrate des BIP der USA lag bei 2%.

Die US-Verbraucher - an die Wand gedrängt

Der US-Verbraucherpreisindex stieg im Dezember um 0,5%, die höchste Zunahme seit April, während es im November keine Änderungen gab, wie das US-Arbeitsministerium am 18. Januar in Washington bekanntgab. Das amerikanische Zentrum für ein verantwortungsbewusstes Kreditwesen schätzt, dass 2,2 Millionen amerikanischer Hausbesitzer wahrscheinlich durch die Kündigung ihrer Hypotheken ihre Häuser verlieren werden.
Die Rückstände bei den Hypotheken steigen nun rasch an. Die Versäumnisraten sind in vielen Regionen des Landes erschreckend hoch. Im September 2006 veröffentlichte der US-Marktbericht über Hypothekenkündigungen in einer Stellungnahme, dass über 112 000 Haushalte sich in irgendeinem Stadium des Hypothekenkündigungsverfahrens befanden. Das war ein Anstieg von 63% seit dem September 2005.
Die amerikanischen Immobilienkäufer haben in den letzten 7 Jahren für 4,5 Billionen US-Dollar neue Hypothekenanleihen aufgenommen.

Der Zustand der allgemeinen US-Wirtschaft

Das amerikanische Arbeitsministerium berichtete, dass die Preise, die amerikanischen Produzenten bezahlt werden, im Dezember um 0,9% angestiegen sind, das sind übers Jahr gerechnet 10,8%, vor allem auf Grund höherer Energiekosten. Ökonomisch gesehen ist dies der Punkt, an dem es richtig losgeht. Es wird weniger Verkäufe geben, weil der amerikanische Verbraucher zurückgebunden wird, und währenddessen werden die Kosten ansteigen. Ökonomisch betrachtet geht dies klar in Richtung sinkender Einkommen.

Wenn die Waren auf der Welt mehr kosten

Die Preise der in die USA importierten Waren stiegen im Dezember 2006 auf einen Höchststand innerhalb von sieben Monaten, was den Anstieg der Preise für Rohöl und Gas widerspiegelte. Der Anstieg der Importpreise während des Monats von 1,1% (auf das Jahr umgerechnet sind das 13,2%) folgte auf einen 0,5%igen Anstieg im November, wie das US-Arbeitsministerium in Washington bekanntgab.

Die wirtschaftliche Situation der USA im Überblick

Die amerikanische Wirtschaft befindet sich in einer Rezession. Wenn laut Washington die amerikanischen Konsumentenpreise mit einer jährlichen Rate von 2,6% ansteigen, während die Wirtschaftswachstumsrate nur 2% beträgt, dann befindet sich die amerikanische Wirtschaft im Rückschritt. Dies wird gegenwärtig durch die Tatsache verschleiert, dass sowohl die Inlandpreise als auch die Exportpreise ansteigen, wobei zu bemerken ist, dass dies passiert, während die amerikanische Wirtschaft nicht nur nirgendwo hinführt, sondern sich in Tat und Wahrheit rückwärts bewegt. Das ist auch die Definition von «Stagflation».
Amerika hat eine stagnierende Wirtschaft mit steigenden Preisen und einem hohen Kostendruck. Dies allein führt die gegenwärtigen Aktienkurse ad absurdum. Der DOW-Jones und der S&P-500-Index hängen irgendwo in der Luft, während die wahre US-Wirtschaft sich langsam talwärts jenseits der US-Märkte bewegt. Wenn die momentane Riesenwelle von Übernahmen und Aktienrückkäufen abebbt, und das wird so sein, dann werden die Aktienmärkte in den USA sich der wirtschaftlichen Realität gegenüber sehen. Und dann haben wir das Problem, wie wir die gegenwärtigen Höhenflüge der amerikanischen Aktienmärkte rechtfertigen. Die Gefahr, dass die amerikanischen Märkte zusammenbrechen, steigt und steigt. Und das wird wahrscheinlich passieren, wenn die Wall Street realisiert, dass Firmen- und Geschäftsgewinne rasant schrumpfen.

Die Ignoranz (Zustand der Unwissenheit) macht nicht glückselig

In der Tat kann Ignoranz tödlich sein. Der momentane Zustand in den USA ähnelt einer Version von «Don't worry, be happy», während die negativen Wirtschaftsdaten von allen Seiten hereinströmen.

Bush und Cheneys Politik der ewigen Kriege

Vizepräsident Cheney hat es verdient, in voller Länge zitiert zu werden. Folgendes sagte er in einem Interview, das er kürzlich Fox News gab: «Irak ist nur ein Teil eines grösseren Krieges; es handelt sich tatsächlich um einen globalen Krieg, der sich von Pakistan bis Nordafrika erstreckt. Wenn die USA nicht den Mumm haben, die Aufgabe im Irak zu Ende zu bringen, dann setzen wir alles aufs Spiel, was wir überall sonst erreicht haben.»
Dann kam Vizepräsident Cheneys grundlegende politische Aussage. Er sagte: «Dies ist ein existentieller Konflikt.»
Weiter sagte Cheney: «Es ist jene Art von Konflikt, der unsere Politik und unsere Regierung in den nächsten 20, 30 oder 40 Jahren beschäftigen wird. Wir müssen dabei bleiben, und wir müssen den Mumm haben, lange zu kämpfen.»
Hier sollte man innehalten und einmal tief durchatmen, um sich zu vergegenwärtigen was Vizepräsident Cheney meint.
Eine vertiefte Analyse der Politik, wie sie Vizepräsident Cheney ankündigt:
Zuerst schauen wir uns Vizepräsident Cheneys grundlegendes Prinzip für die amerikanische Politik an. Es besagt, dass sein und des Präsidenten (Bushs) Krieg gegen die muslimische Welt - «ein existentieller Konflikt» - ist. In der ganzen Menschheitsgeschichte, immer wenn ein solcher Begriff benutzt wurde, um Krieg zu beschreiben, dann bedeutete das nur eines: Es bedeutete, dass der Gegner komplett und bis zum Äussersten eliminiert werden musste - im wahrsten Sinne des Wortes.
Nun folgt Vizepräsident Cheneys Beschreibung der Vereinigten Staaten selbst. Dazu sagt er: «Es ist jene Art von Konflikt, der unsere Politik und unsere Regierung in den nächsten 20, 30 oder 40 Jahren beschäftigen wird.» Das ist die Beschreibung einer Politik für einen generationenübergreifenden Krieg, für Krieg als eine Konstante, die von einer Generation an die nächste «weitergegeben wird».

Ewige menschliche Opfer

Es ist auch die Beschreibung dafür, dass zahllose junge amerikanische Männer und Frauen mit den Gewehren in der Hand nach Übersee reisen und dann zurückkehren - einige von ihnen in Leichensäcken, andere als Kriegsverletzte und die meisten von ihnen geistig verstümmelt von dem, was sie in vielen fremden Länder gesehen und getan haben.

Die (frühe) Reaktion in der muslimischen Welt

Wir erinnern uns, dass es etwa 1,3 Milliarden Muslime auf der Welt gibt. Obwohl The Privateer sich sehr bemüht, auch für die muslimische Welt zu schreiben (im besten Falle werden die Artikel in europäische Sprachen übersetzt), war die erste Reaktion nur ein Schweigen. Kurz bevor die Aussage in den Druck ging, gab es erste Reaktionen von Muslimen auf Cheneys Interview. Was wir bisher beobachten konnten, ist die Reaktion von Muslimen ziemlich vorhersehbar. Offensichtlich ging es nicht um den Tyrannen Saddam und seine Massenvernichtungswaffen, die man nicht gefunden hat. Es ging auch nicht um Demokratie. Es ging auch nicht um das Öl im Irak. Es ging nicht einmal um den Terrorismus. Es ist inzwischen klar, dass das, was die USA planten, die Auslöschung der Muslime war, um damit den islamischen Glauben zu zerstören.

Die Reaktion in Amerika auf Vizepräsident Cheneys Interview

Im grossen und ganzen gab es so gut wie keine Reaktion. Das Interview fand statt. Es wurde darüber vielerorts berichtet. Aber Kommentare und Editorials von Herausgebern gab es selten. Es schien, als ob das, was Cheney gesagt hatte, zu grausam und zu weitreichend war, um eine normale Reaktion hervorzurufen.
Von nun an ist es an der amerikanischen Öffentlichkeit, Druck auf den Kongress auszuüben, diesen Irrsinn aufzugeben und die Tötung von Millionen unschuldiger Menschen in den muslimischen Ländern zu beenden. Was Cheney vorschlägt, ist eine «Neuauflage» des Dreissigjährigen Krieges von 1618 bis 1648, einen der schlimmsten Kriege in der Menschheitsgeschichte.


Quelle: The Privateer, Nr. 570, Ende Januar 2007

*Eike Hamer hat in der Nachfolge des im letzten Jahr verstorbenen Walter Hirt die Herausgabe von Wirtschaft aktuell übernommen. Allen Abonnenten von Zeit-Fragen hat Herr Hamer angeboten, Wirtschaft aktuell statt für 500,- Euro jährlich zum Preis für die Mitglieder des Mittelstands­instituts Niedersachsen e.V., nämlich für 100,- Euro jährlich, zu abonnieren. Interessenten wenden sich bitte an das Mittelstandsinstitut Niedersachsen e.V.,
Augustinerweg 20, D-30419 Hannover,
Tel/Fax: +49-511-791303

 

US-Vizepräsident Dick Cheney will einen Krieg für 20 oder 30 oder 40 Jahre

Chris Wallace: [...] ist den USA für einen Sieg jedes Mittel recht?
Cheney: Ich glaube ja. Ich denke, wenn Sie sich den Konflikt, um den es hier geht, anschauen, und sich entsinnen, dass der Irak nur Teil eines umfassenderen Krieges ist - ist es, tatsächlich, ein globaler Krieg, der sich von Pakistan bis nach Nordafrika erstreckt. Wir waren in Pakistan aktiv. Wir waren in Afghanistan aktiv. Wir arbeiten ohne Frage eng mit den Saudis, mit den Golfstaaten, mit den Ägyptern zusammen.
Wir stiegen ein, seit 9/11 stiegen wir aggressiv ein und haben es auf Staaten abgesehen, die den Terrorismus gefördert haben, auf solche, die Auffangbecken für Terroristen sind, wo diese trainiert und ausgerüstet werden, und von wo aus Anschläge auf die USA geplant und operativ vorbereitet werden.
Und wir haben jetzt Leute wie Karzai in Afghanistan und Musharraf in Pakistan, die grosse Verbündete sind [...].
Der gefährlichste Fehlgriff wäre tatsächlich, wenn wir in all diesen Anstrengungen nachliessen, die wir in den globalen Krieg gegen den Terror investiert haben, und in die grosse Arbeit, die wir in Pakistan, Afghanistan, Saudi-Arabien und quer über den Globus geleistet haben, und wenn wir zusehen müss­ten, wie sich alles auflöst, weil die USA nun entscheiden, dass der Irak eine zu schwierige Angelegenheit ist, und wir einpacken und nach Hause gehen müssten. [...]
Dies ist ein existentieller Konflikt. Es ist jene Art von Konflikt, die unsere Poli­tik und unsere Regierung für die nächsten 20 oder 30 oder 40 Jahre beschäftigen wird.
Wir müssen dabei bleiben, und wir müssen den Mumm haben, lange zu kämpfen. [...]
Dieses sind harte Entscheidungen, aber der Präsident hat sie getroffen. Es ist eine gute Entscheidung. Es ist eine gute Politik. Nach reiflicher Überlegung glauben wir, dass dies der beste Weg für uns ist vorwärtszuschreiten, um unsere Ziele zu erreichen [...].

Quelle: Fox News vom 14.1.2007

von William A. M. Buckler, Australien

Mit freundlicher Genehmigung von
http://www.zeit-fragen.ch

http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2007/nr5-vom-522007/die-wild-wuchernde-amerikanisch
e-selbstgefaelligkeit/

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