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Heftige Unruhen erschuettern Guinea PDF Drucken E-Mail
14.02.2007 - bisherige Aufrufe: 2125

karte.jpgDas ganze Land ist im Aufruhr. Kriegsrecht gegen Bevölkerung
In vielen Wohnvierteln der Hauptstadt brennen seit Tagen die Barrikaden.


Im westafrikanischen Land Guinea, in dem sich die gesamte Bevölkerung gegen das Regime vom Präsidenten Conte auflehnt, der sich seit mehr als zwei Jahrzehnten diktatorisch an der Macht hält, ist gestern abend létat du siege (Kriegsrecht) ausgerufen worden.In vielen Stadtviertel der Hauptstadt wird scharf auf Demonstranten geschossen.

Guinea, Nachbarland von u.a. Senegal, Mali, Sierra Leone und Liberia kommt nicht zur Ruhe:
Nach einem zweiwoechigem Generalstreik  im Januar bei dem zahlreiche Demonstranten (mindestens 70) erschossen worden sind, haben am vergangen Freitag wieder schwere Unruhen im ganzen Land begonnen.Ursache ist, dass der Diktator Conte, der sich seit 23 Jahren mit Hilfe des Militaers und massiven Repressionen an der Macht haelt, ein Abkommen gebrochen hat, dass im Januar mit den Gewerkschaften geschlossen worden ist.


Dieses beinhaltete, dass der über 70 Jahre alte Präsident Conte einen Teil seiner Macht an einem neuen Premierminister abgibt, der mit dem Regime nichts zu tun hat.
Als am Freitag der neue Premierminister ernannt wurde, brachen die neuen Unruhen aus, da der Premier nicht den Anforderungen der Gewerkschaften entspricht (jemand der NICHT aus der Umfeld des Praesidenten kommt).
Die neue (erstmals ausgeprochene) Forderung lautet: "Quitte le pouvoir" - der Praesident sowie die ganze Regierung muss "gehen".
Die Zeit der Verhandlungen ist vorbei, zehntausende wahrscheinlich eher hunderttausende Menschen sind in Bewegung.

Viele Regierungsgebaeude, Villen von Politikern, Geschaefte (und ein Militärcamps) im ganzen Land wurden geplündert und abgefackelt.
In vielen Staedten und Stadtvierteln der Hauptstadt Conakry Fallen Schüsse.
Am Wochenende kam es bereits zu ca. 20 Toten.

Die aktuelle Lage am heutigen Vormittag ist prekaer, es ist unklar wie es weitergeht, man wartet auf den Präsidenten der heute zum Volk sprechen will.

Radio France International (FM) wurde genauso wie das staatliche Handynetz gezielt lahmgelegt. Alle nationalen Sender schweigen.

Es heisst, dass die Medikamente in den Krankenhaeusern der Hauptstadt knapp werden koennten.

Guinea zaehlt zu einem der frankophonen Staaten Westafrikas die von Frankreich durch ein militärisches Abkommen unterstuetzt wird.
Guinea ist laut Transparency International das korrupteste Land Westafikas, und gehoert trotz zahlreichen Bodenschaetzen (Gold, Diamanten, Bauxit)die durch westliche Firmen abgebaut werden, zu den 20 (oder 30?) aermsten Ländern dieser Welt (Quelle UNDP - HDI - Index: berücksichtigt Analphabetenquote, Einkommen und noch etwas ).
Die franzoesische Gewerkschaft CNT hat vor ca. zwei Wochen seine Solidarität mit den Gewerkschaftlern in Guinea bekundet.
Die wirtschaftliche Situation Guineas hatte sich in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert.
Wie es nach nach einem Rücktritt der gesamten Regierung oder der Zerschlagung der Regierung (durch die Revolution?) weitergeht ist nicht klar.
Problem ist unter anderem, dass aufgrund der Repressionen (freie Meinungsaeusserung etc.) sich keine wirklich organisierte Opposition entwickeln konnte.

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