Streiken bis die Auslagerung vom Tisch ist!
Wer nicht kämpft hat schon verloren!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wer bei der Telekom arbeitet muss sich auf lange und ganz harte Kämpfe einstellen. Der neue Vorstandvorsitzende René Obermann hat die ganz harten Bandagen angezogen - nicht umsonst nennt man ihn den Bulldozer. Die Manager der Führungsriege sprechen von Konzernumbau. Das verhüllt aber die Realität. Uns erwarten ganz knallharte Kürzungen. Bis 2010 sollen 5 Mrd. Euro eingespart werden.Und ihnen fällt wieder nichts schlaueres als Lohnkürzung ein! Laut Vorstand sollen 50.000 (Verdi schätzt, dass es sogar 61.000 werden) Kolleginnen und Kollegen aus dem Konzern ausgegliedert werden und in drei neuen Gesellschaften unter dem Dachnamen T-Service beschäftigt werden. Die von der Auslagerung Betroffenen sollen 13 % weniger Lohn erhalten und zusätzliche Wochenarbeitszeit leisten.
Bundesweit einsetzbares Flugblatt zum download
Statt 34 Stunden sollen 38 Stunden (mindestens) gearbeitet werden. Das ist eine indirekte Lohnkürzung von weiteren 11 %.
Was ist mit Weihnachts- und Urlaubsgeld? Sollen die in der neuen Gesellschaft gezahlt werden? Oder droht eine Kürzung von zusammengerechnet bis zu 40 %?
Zudem sollen zusätzlich zu den geplanten 50.000 ausgelagerten Stellen Tausende weitere Stellen ersatzlos abgebaut werden. Das alles ist eine bodenlose Unverschämtheit!
Wir müssen die Auslagerungen verhindern. Das ist die harte aber wichtige Aufgabe, die vor uns liegt. Wir dürfen uns nicht auf die Auslagerung einlassen, denn im neuen Betrieb haben wir viel schlechtere rechtliche Möglichkeiten und Verträge.
Wenn es dann weiterhin nicht gut läuft, dann wird auf die Konkurrenz gezeigt auf deren Lohnniveau man noch weiter gedrückt werden soll. Selbst wenn sie uns Beschäftigungsgarantien geben, können wir uns auf die nicht verlassen. Das haben wir immer wieder in anderen Konzernen gesehen.
Jetzt ist die Zeit in Aktion zu treten!
Sonst gibt es eine Kürzungsspirale ins Bodenlose. Wir fordern:
Rückname aller Kürzungsforderungen und aller Entlassungen. Keine faulen Kompromisse!
Der Kapitalismus hat weltweit nur noch Krieg, Entlassungen und Sozialabbau abzubieten.
Letztlich brauchen wir eine solidarische Gesellschaft. Wir produzieren einen ungeheuren Reichtum. Aber da in dieser Gesellschaft nur der Profit zählt und nicht die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen, werden die Menschen und ihre Arbeitskraft zu Waren reduziert.
Wir brauchen nicht die Konkurrenz zwischen den Firmen und Nationen! Diese Konkurrenz ist Schuld an der Abwärtsspirale und der Brutalisierung der Welt.
Wir brauchen ein solidarisches und planvolles Miteinander. Es geht uns auch um die Würde. Wir sollen uns einerseits rumschubsen lassen, kürzen lassen und auslagern lassen? Und andererseits sollen wir an der ganzen Misere noch Schuld sein, weil wir zu wenig oder zu schlecht arbeiten und dann auch noch zu viel Geld bekommen?
Nicht mit uns!
Bildet Betriebsgruppen an der Gewerkschaftsbasis! Diskutiert den Stellenabbau und die Strategien der Heuschrecken miteinander und diskutiert über Strategien der Gegenwehr.
Überlegt auch, wie wir als organisierte Linke Euch unterstützen können.
Wenn wir jetzt nicht kämpfen - um jeden Arbeitsplatz - dann hauen sie uns nach und nach in Stücke.
Wenn wir zusammenhalten, wenn wir alle zusammenhalten und uns konsequent gegen diese Pläne stellen, dann können wir diese Kürzungsorgie abwehren!
Streiken, bis die Auslagerung vom Tisch ist!
Streiken, bis die Kürzungen vom Tisch sind!
Wir haben die Macht!
Die Heuschrecken
Im produzierenden Gewerbe liegt das Verhältnis von eingesetztem Kapital zu erzieltem Gewinn bei ca. 3 bis 5 Prozent. Es lohnt sich
für das Kapital kaum noch, Waren herzustellen. Das Konzept der Heuschrecken ist ein ganz anderes. Sie erzielen ihre Gewinne nicht
mit Produktion sondern mit Zerstörung. Sie kaufen ganze Firmen - meist mit von Banken geliehenem Kapital - und zerschlagen diese dann.
Ein großer Teil der Beschäftigten wird entlassen, Teile der Betriebe werden ausgegliedert, Gelder für Forschung werden gekürzt und
ähnliches. Kurz gesagt, die Werte des Betriebes werden verscherbelt.
Oft ist es dann so, dass die eine Heuschrecke den Betrieb an die nächste Heuschrecke weiterreicht. Dann werden die Daumenschrauben
noch fester angezogen: Kürzen, auslagern, kürzen, länger arbeiten, kürzen, weniger Pausen etc. etc.
Mit dieser Strategie sahnen die Bosse noch mal so richtig ab. Gewinne von bis zu 30 % sind für die Hedge Fond und Private Equity Branche -
die Heuschrecken - keine Seltenheit.
Firmen wie Grohe wurden von diesen Finanzinvestoren schon kahlgefressen und wieder ausgespuckt. Bei Gate Gourmet gab es
einen harten Kampf mit einem Streik von 6 Monaten Dauer.
Wir müssen jetzt zusammenhalten und kämpfen. Denn wo die Heuschrecke einmal anfängt zu knabbern droht ganz schnell der Kahlfraß.
www.netzwerk-linke-opposition.de
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