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Telekom: „A Stink-Wut hoab I" PDF Drucken E-Mail
21.06.2007 - bisherige Aufrufe: 1762

VERDIE02.jpg„Wofür haben wir eigentlich gestreikt", fragte der Kollege von der Mahnwache vor der Münchner Telekom-Verwaltung? „Bei der 12%igen Kürzung hätte ich 250 €uro weniger ver­dient, jetzt kriege ich nur 200 weniger. Davon soll ich zwei Kinder ernähren? Ich weiß doch gar nicht, wie das geht? Ein Kollege rechnet vor. „Als wir das Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen bekamen, gab's zum Ausgleich die 34 Std.-Woche. Jetzt müssen wir wieder 38 Stunden arbeite. Und wo ist der Ausgleich?" Dafür gibt es 6,5% weniger ist die Logik von Telekom und scheinbar auch von ver.di.

Ab 1.7.2007 müssen die Kollegen für 6,5% weniger Lohn 4 Stunden mehr arbeiten. Dafür erhalten sie bis 2010 abgestufte Einmalausgleichszahlungen und eine Beschäftigungsgarantie bis 2012. Die Neueingestellten erhalten gleich 30% weniger Geld minus 10% mehr Arbeit, was der Konzern, bzw. der Antreiber Blackstone von vornehrein wollte. Für die Neuen hat ver.di überhaupt nichts getan. 900 Millionen wollte die Telekom einspa­ren. „Und das haben wir auch erreicht", sagte der Verhandlungsführer Thomas Sattelberger der Telekom. Da hat er ja locker das Gehalt von Blackstone-Chef Schwarzman über 400 Millionen wieder reingeholt. Da kommt bei Blackstone viel Freude auf, dass sie ihr Aktienpaket von 4,8% noch mal erhöhen werden.

Was kommt nach 2010, wenn die Ausgleichszahlungen ausbleiben? Außerdem kann ab 2010 Telekom sich von den drei T-Service-Gesellschaften trennen. Bis dahin wird der Reallohn der dann T-Service-Kollegen weiter sinken. Ver.di haut zwar auf die Kacke, dass es von nun die „Gehälter sich geradeaus entwickeln" würden. Aber was daraus wird, hat ja jetzt jeder sehen  können.

Erst 2010. Na ja, vielleicht wird es ja dann aufwärts gehen, denkt so mancher.

Hallo, Leute, aufgewacht, wir sind jetzt in der Boomphase, brummm, brummm, und trotzdem in den alten Branchen Massenentlassungen, was gibt das erst in der Krise? Ab 2010 wird Blackstone auf eine Trennung drängen, und dann wird es überhaupt kein Halten mehr geben. T-Service wird dann in die Türkei verkauft und die Kollegen finden sich bei der Arge wieder, ver.di wird dann aufgelöst, mangels Mitglieder und es gibt nur noch einen Rest-DGB. Verhandlungsführer Lothar Schröder zeigte „Ein­sicht in die Notwendigkeit" der Marktgesetze. Dies war eigentlich von Anfang an abzusehen, als ver.di insgeheim die Ausgliederung anerkannte. Die „Ein­sicht in die Notwendigkeit" der Marktgesetze wird dann auch zu weiteren Kürzungen und Entlassungen führen, weil die Chinesen machen das für 50 Cent: „Kein Anschluss unter diesel Nummel"

Nein, der Abschluss ist nichts anderes als 50.000 weitere Entlassungen im Zeitlupentempo und eine Zerstückelung in 3 Betriebe á 17.000 Kollegschaften. Die Post, das waren mal 350.000 Kollegen. Da gab es noch den Schnack mit dem Briefträger und die Postbusse, das war einmal, das gehört zur Arbeitergeschichte. Die sozialdemokratische Gewerkschaftsführung hat den Gang in den Monopolkapitalismus, wo 40 Personen das halbe Welt kontrolliert, die Größe der Betriebseinheiten aber andererseits zerstückelt sind wohlwissend um das Resultat der dünnen Luft mitgemacht, da kommt kein Pass, wo wir wieder normale Gefilde erreichen. Die Luft wird immer dünner. Die Leichenfledderer brauchen die zerstückelten Einheiten um die Arbeitersolidarität besser brechen zu können. Die Staaten bereiten die mundgerechte Zerstückelung für die Geier vor.

Jetzt ist die Eisenbahn dran. Die Ausbesserungsbetriebe und viele Lokalstrecken sind schon privatisiert worden. Aber in der Belegschaft rumort es. Transnet ist etwas radikaler als ver.di. Wir haben auch bei Gate Gourmet gesehen, dass der Streik in Düsseldorf entschlossener von der Gewerkschaft NGG geführt wurde. Jetzt sind die anderen Standorte wie Frankfurt dran und Du kriegst gar nichts von mit, weil das ver.di mit ihren schlaffen Nadelstichen organisiert. Entsprechend wird auch die Niederlage aussehen.

Mit der Taktik der reformistischen Gewerkschaften wird die arbeitende Klasse nicht mehr weit kommen. Berufs-, Familien- und Altersplanung wird für die junge Generation im Kapitalismus nicht mehr möglich sein. Deshalb müssen die Kollegen ihre Sache in die eigene Hand nehmen und an der Basis unabhängig von der reformistischen Gewerkschaftsführern vernetzen, wollen sie eine menschenwürdige Zukunft aufbauen. Die notwendigen Adressen findet ihr bei

Labounet:   http://www.labournet.de/

In Deutschland wurde im Jahr 2006 12 mal mehr gestreikt als 2005. Der Telekom-Streik wird diese Zahl weiter nach oben treiben, dass wir bald europäisches Niveau erreichen. Insofern war dieser Streik ganz wichtig, dass die Kollegen selber dabei lernen konnten. Deshalb musste man den Streik unbedingt unterstützen. Die nächsten haben auch davon gelernt und können es somit besser machen. Steter Tropfen höhlt den Stein und dann wird irgendwann Quantität in Qualität umschlagen und ihr werdet selber die Geschichte machen.

Norbert Nelte

www.marktende.de

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Internationale Sozialisten im Netzwerk Linke Opposition

 

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