| Netzwerk Linke Opposition: Unterstützt die streikenden Lokführer und Zugbegleiter! |
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06.08.2007
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Mit einer überzeugenden Quote von 95,8 Prozent haben sich die 12.000 Mitglieder in der Gewerkschaft der Lokführer organisierten Kolleginnen und Kollegen für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Der Streik der Lokführer und Zugbegleiter der GDL ist ein starkes und deutliches Zeichen gegen den zunehmenden Lohnabbau, der seit Beginn der Kohl-Regierung 1982 zu erheblichen Reallohnverlusten führte. Das Netzwerk Linke Opposition unterstützt den Arbeitskampf mit bundesweiten Aktionen und Solidaritätsveranstaltungen. Seit 1982 sind die Löhne real im Durchschnitt in Deutschland nicht mehr gestiegen. Bei den Eisenbahnern spätestens seit 1990. Trotzdem mussten die Lokführer Verschlechterungen beispielsweise bei Schichtplänen und Arbeitszeitregelungen hinnehmen. Es hat sich ein Riesen-Nachholbedarf durch die inkonsequente Politik der DGB-Gewerkschaft Transnet aufgestaut. So fordert die GDL einen eigenen, von Transnet unabhängigen Tarifvertrag mit einer deutlichen Lohnerhöhung und einem besseren Manteltarifvertrag. Kernthemen sind dabei: 1. das Entgelt einschließlich der Entgeltstruktur, 2. Regelungen der Arbeitszeit (Von 41 auf 40) 3. die Gestaltung einer betrieblichen Altersvorsorge sowie 4.. die Qualifikation des Fahrpersonals. Zur Zeit bekommt ein Lokführer bei der Deutschen Bahn ein Anfangsgehalt von 1.970 € brutto bis zur maximalen Endstufe von 2.142 € brutto. Zugbegleiter bekommen nur 1.775 € Einstiegsgehalt bis höchstens 1.884 € nach vier Jahren. Das sind extrem geringe Löhne. Eine Familie kann man mit diesen Löhnen nach all den Jahren der Teuerungen kaum mehr ernähren. Häuschen, Urlaub, Auto? Als Alleinverdiener sind das nur noch Fremdwörter. So fordern die kämpfenden Kolleginnen und Kollegen ein Einstiegsgehalt für Lokführer von 2.500 € und Höhergruppierungen von bis zu 3.000 € nach 30 Jahren. Für die Zugbegleiter werden 2.180 € bis 2.391 € gefordert. Mit etwa 25 Prozent mehr ist diese Forderung sogar sehr bescheiden, verglichen mit der Erhöhung der Vorstandgehälter im Jahr 2006 alleine um 62 Prozent und der Aufsichtsratsmitglieder um 288 Prozent. Wir haben das Recht und allen Grund zu streiken Die Kriminalisierungsversuche der Streiks und der Urabstimmung mit einstweiligen Verfügungen sind unverschämt und zutiefst undemokratisch. Die Kolleginnen und Kollegen haben das volle Recht und allen Grund, sich für ihre Sache mit Streiks einzusetzen! Das Gerede der DGB-Bürokraten von Spaltung der Arbeiter ist unerträglich. Schließlich lassen sich die Führungen der DGB-Gewerkschaften immer wieder auf faule Kompromisse und sogar Sondertarifverträge ein, die den Flächentarif immer stärker aushöhlen. Auch GDBA und Transnet richten sich gegen den Streik der Lokführer und versuchen, ihre magere Tariferhöhung als Sieg zu verkaufen. Laut GDBA und Transnet steigen die Einkommen ab 1. Januar 2008 um 4,5 Prozent. Zusätzlich wird ein Einmalbetrag in Höhe von 600 Euro bezahlt. Der Vertrag gilt aber für 18 Monate. Allerdings müssen wir Tarifverträge auf das Jahr rechnen, denn nächstes Jahr werden wieder die Preise erhöht. Rechnet man die Erhöhung auf 12 Monate runter, dann kommen nur noch magere 2,8 Prozent raus. Kaum mehr als die Inflation von 1,9 Prozent, real bleibt das ein Nullsummenspiel. Nach dem heftigen Preissprung bei Lebensmitteln bleibt von dieser Erhöhung gar nichts mehr übrig. Revisionsklausel Transnet und GDBA haben aber eine "Revisionsklausel" vereinbart, das heißt, wenn die Bahn AG doch mit der GDL andere Tarife vereinbaren sollte, dass sie wieder neu verhandeln kann. Dann wird das Fass wieder neu aufgemacht. Deshalb will Mehdorn alles tun, der GDL keinen eigenen Tarifvertrag zu geben. Wenn die GDL eine Erhöhung von z.B. 20% durchsetzt und die anderen auch einen Nachschlag erhalten, dann werden sich die Aktien bei der geplanten Privatisierung schlechter verkaufen lassen. Der Kampf der GDL-Kollegen für mehr Lohn nutzt nicht nur auch dem Transnet-Kollegen vom Stellwerk, sondern ist auch ein Kampf gegen die Privatisierung. Immer in den Bereichen, wo es Nicht-DGB-Gewerkschaften gibt, wie die Lokführer der GDL oder die Krankenhausärzte beim Marburger Bund, setzen die Kollegen mehr durch, aber auch die DGB-Kollegen profitieren davon. Das wäre aber kein Argument gegen die Einheitsgewerkschaft, denn das funktioniert nur an strategisch wichtigen Stellen, da, wo eine Gruppe von Kollegen den ganzen Betrieb lahmlegen können, Lokführer, Ärzte, Flugsicherung. Deshalb gibt es wie jetzt immer wieder Diskussionen um besondere Streikverbote für diese Gruppen. Es sind die Gruppen, die wegen ihrer strategischen Stärke dem DGB Dampf unterm Hintern machen können, damit der endlich konsequente Tarifabschlüsse macht. Deshalb gilt den GDL-Eisenbahnern jetzt unsere besondere Aufmerksamkeit und Solidarität. Solidarität und Unterstützung für den GDL-Streik organisieren! Die kämpfenden Kollegen werden mit Ärger und Argwohn beäugt. Wir organisieren Unterstützung und Solidarität mit Ihnen. Jetzt Solidarität mit dem Kampf gegen Lohnraub!
Kontaktiert die GDL auf ihrer Homepage: http://www.gdl.de Zusammen haben wir die Macht, die Forderungen zu erkämpfen!
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