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Warum werben die Rechten für den Dokumentarfilm "Loose Change"? PDF Drucken E-Mail
14.08.2007 - bisherige Aufrufe: 4366

loosechange.jpgDieses Jahr, zum 6. Jahrestag des 11. September 2001 soll die neue Fassung des Internetblockbusters Loose Change in den USA und Grossbritannien in die Kinos kommen. Sprecher des Films wird der Hollywoodstar Charlie Sheen sein.Weit über 100 Millionen Menschen haben "Loose Change" bislang im Internet gesehen. Weltweit wurden hunderttausende von DVDs kostenlos verteilt.

Somit ist Loose Change zum erfolgreichsten Multiplikator einer kritischen Analyse des 11.September 2001 geworden - auf dem besten Weg vielleicht weitere hunderte Millionen von Menschen zu erreichen und eine der fundamentalsten Kriegslügen unserer Zeit zu entlarven. Vergleichbar als Massentäuschung mit dem, von den Nazis inszenierten Reichstagsbrand und ihrem fingierten Angriff auf den Sender Gleiwitz, der Auslöser für die Grauen des 2. Weltkriegs.

Die Presse hierzulande kommt mit ihren Angriffen gegen das Phänomen "Loose Change" nicht recht voran, denn einen erfolgreichen Dokumentarfilm anzugreifen, ist keine leichte Aufgabe. Aber jetzt scheint man entschlossen zu sein zum Frontalangriff überzugehen. In der Ausgabe der Nationalzeitung vom 13.7.2007 und vom 27.7. erschien ein Artikel über Loose Change, den Film in höchsten Tönen lobend und dazu auch gleich die Werbung - man bietet Loose Change hier zusammen mit einem Vortrag von Andreas von Bülow für 14.95 Euro als Doppel-DVD an. Die Lizenz für die deutsche Fassung des Films wurde von der im Münsterland ansässigen Firma Polarfilm erworben, deren Kunde die Nationalzeitung und ihr Buchversand sind, mit etlichen weiteren DVD-Titeln der Firma Polarfilm im Angebot.


Warum aber bewirbt die National Zeitung, die mehr oder weniger offen den Holocaust leugnet oder verharmlost, dessen Opfer ständig verhöhnt, die unsäglichen Verbrechen des Dritten Reiches schön redet und dessen Verbrecher verherrlicht, einen Film wie Loose Change?

Zwar mag die Zeitung vordergründig bestehende Antipathien der NZ-Leser gegen die USA bedienen und insofern auch die Empfehlung der Doku "Loose Change" als glaubwürdig erscheinen lassen, aber schaut man etwas genauer hinter die Kulissen, so fallen sofort zahlreiche Unstimmigkeiten auf. Die National Zeitung ist im Besitz von Gerhard Frey, Vorsitzender der rechtsextremen DVU. Frey war mit den CSU-Politikern Alfred Seidl (ehemaliger bayerischer Innenminister) und Theodor Maunz (Rechtsprofessor und Grundgesetz-Kommentator) eng verbunden. Frey berichtete immer wieder über die gute Freundschaft, die ihn mit dem Chef des militärischen Geheimdienstes Abteilung Fremde Heere Ost im Dritten Reich Reinhard Gehlen verband. Gehlen wiederum wurde von den
US-Amerikanern im Rahmen des Kalten Krieges für eigene Zwecke übernommen und in den BND installiert und wurde danach Chef des Verfassungsschutzes. Diese guten Verbindungen Freys zum BND dürften auch nach Gehlens Tod nicht eingeschlafen sein.

Frey hatte auch enge Beziehungen zum Gründer der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Mitglieder dieser Gruppe wiederum waren in Terroranschläge verwickelt, die dem Nato Geheimarmee Netzwerk Gladio zuzuordnen sind. Gladio wurde u.a. in den 80er Jahren in Italien benutzt um die Linke zu diskreditieren und wurde maDFgeblich von US-Geheimdiensten geführt. 1980 explodierte beim Münchener Oktoberfest eine Rohrbombe. Dreizehn Tote, 211 Verletzte. Der damalige Kanzlerkandidat Strauss machte bereits am Tatort Linksterroristen (namentlich die RAF) für den Anschlag verantwortlich. Die offizielle Version besagte später, nachdem die  RAF-Verantwortung nicht mehr haltbar war, dass der Rechtsextremist Gundolf Köhler, der selber bei der Explosion starb, als sozial isolierter und verbitterter Einzeltäter handelte. Dieses wurde angezweifelt, u. a. auf Grund der staatsanwaltschaftlich festgestellten Verbindungen von Köhlers zur rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Waffen und Sprengstoff kamen vom Rechtsextremisten Heinz Lembke.

Dieser offenbarte in der U-Haft die Lage seiner 33 illegalen Waffen- und Sprengstoffdepots. Menge und Qualität der gefundenen militärischen Ausrüstung deuteten auf Verbindungen zur o.g. Gladio Organisation, für die solche Waffendepots charakteristisch waren. Lembke wurde 1981, einen Tag vor seiner Vernehmung durch einen Staatsanwalt, erhängt in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Er hatte zuvor angekündigt, umfangreiche Erklärungen über seine Hintermänner abzugeben. Die Ermittlungen wurden nach seinem Tod eingestellt und Lembke als Einzelgänger dargestellt, der die Waffendepots aufgrund seiner Furcht vor einer sowjetischen Invasion angelegt habe. Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Rechtsausschusses Däubler-Gmelin stellte eine parlamentarische Anfrage, ob die Erkenntnisse nicht eine Neubewertung des Münchener Attentats zur Folge haben müssten. Die Antwort des Innenministeriums war: "Es besteht keine Verbindung".

Freys National Zeitung erfüllt wahrscheinlich mit ihrer derzeitigen Loose Change Kampagne dieselbe Aufgabe, die auch Horst Mahler zu erfüllen hat, wenn er sich des Themas 11. September annimmt. Bekannt wurde Mahler in den 70er Jahren als Gründungsmitglied der Rote Armee Fraktion. Nach langer Haftstrafe wegen Straftaten als RAF Mitglied wurde er zum Erstaunen vieler zeitweise Mitglied und Anwalt der NPD. Er ist rechtskräftig wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung verurteilt. Mahlers Verteidiger in den Prozessen der 70er-Jahre waren Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Gerhard Schröder. Mit Schröders Hilfe erstritt Mahler seine Wiederzulassung als Anwalt. Mit FDP-Innenminister Gerhart Baum gab er 1980 ein Buch heraus.

Mahler erscheint gern inmitten eines Trosses rechter Gesinnungsfreunde auf Veranstaltungen zur Aufklärung des 11. September, deren Veranstalter aber auch gar nichts mit den Rechten zu tun haben. Danach taucht er im deutschen Fernsehen auf, vorteilhaft geschnitten zwischen Bildern von 9/11 Skeptikern wie Matthias Bröckers und Andreas von Bülow. Oder er berichtet medienwirksam von gefälschten Flugzeugaufnahmen und Hologrammen am 11. September. Gern lässt er sich auch im Gerichtssaal mit anderen Nazis und deren Anwaltskollegen fotografieren, wie kürzlich beim Prozess gegen den Holocaustleugner Zuendel. Immer dann können Zweifler an den offiziellen Darstellungen des 11 September, vorteilhaft mit rechtsradikalen Elementen in Verbindung gebracht werden und in den deutschen Medien, im SPIEGEL und in deutschen TV-Magazinen wie Panorama in perfekter Verpackung präsentiert werden.

Ein weiterer Fall ist der Holocaustleugner Zuendel. Dessen Anhänger bewundern seinen Mut, weil er seine Webseite jahrelang mit einer initialisierten Naziflagge schmückte, dafür wie er in seinen frühen Jahren Neuschwabenländische Nazi-Stützpunkte im antarktischen Eis zu beschreiben wagte, um schliesslich jetzt im reiferen Alter der ultimative Widerstandskämpfer gegen die Wahrheit zu werden, nämlich als er den Holocaust massiv zu leugnen begann. Zuendels Anhänger lassen sich ebenfalls gern und häufig auf 9/11 Kundgebungen fotografieren, wie erst kürzlich wieder vor der deutschen Botschaft in Washington, dort protestieren sie für die Freilassung des inzwischen wegen Holocaust-Leugnung verurteilten Zuendel und präsentieren gleichzeitig grosse Schilder mit Forderungen nach neuen Untersuchungen des 11. September.

In den USA werden auch immer wieder Konferenzen zu 9/11 Themen im Umfeld dieser rechtsradikalen Gruppen organisiert, auf die man gegen gute Gagen bedeutende Leute aus der 9/11 Szene einzuladen versucht, um zu irgendeinem späteren Zeitpunkt deren Teilnahme an den Veranstaltungen medial gegen diesselben Leute einzusetzen. Ein Beispiel ist eine Konferenz zum 11. September in Arizona, USA, die am 23. Februar 2006 stattfand. Ein gewisser Eric.D.William gab unmittelbar vor Beginn der Konferenz, zu der auch die Filmemacher von Loose Change eingeladen waren, ein Buch heraus, in dem er den Holocaust leugnet. Titel des Buches: " Das Rätsel von Ausschwitz.

Glücklicherweise wurde dieser Umstand noch vor Beginn der Konferenz bekannt und die Macher von Loose Change veröffentlichten daraufhin eine Presseerklärung, in der sie ihre Teilnahme an der Konferenz zurückzogen. Sie nahmen Bezug auf das Buch von Williams und distanzierten sich ausdrücklich von jeder Art der Holocaustleugnung. In den USA sind etliche dieser Provokateure innerhalb der dortigen 9/11-Szene verankert. Hier haben sich ein gewisser Eric Hufschmid und Christopher Bollyn ganz besonders hervorgetan. Hufschmid veröffentlichte sehr früh ein aufwendig gestaltetes Buch zum 11.September, gleichzeitig wurde ein Dokumentarfilm produziert.

Bollyn brachte ebenfalls frühzeitig neue Erkenntnisse auf den Markt. Obwohl beide im vergangenen Jahr stark diskreditiert wurden, haben sie der 9/11 Bewegung grossen Schaden zugefügt und ihre Namen sind leider immer noch in zahlreichen Internetlinks, auf DVDs und in diversen Buchempfehlungen zu finden. Bollyn verfügt über beste Verbindungen zur Holocaustleugner-Szene. Im Frühsommer dieses Jahres versuchte der US-Nachrichtensender CNN in einer Sendung von Paula Zahn die 9/11 Bewegung zu diskreditieren, indem sie ein Interview mit Christopher Bollyn machte, obwohl sich zu diesem Zeitpunkt bereits kaum noch jemand innerhalb der 9/11 Bewegung von ihm repräsentiert fühlte.

Christopher Bollyn und der Pressedienst AFP (American Free Press) für den er bis vor kurzen schrieb, sind in ihrer Funktion durchaus mit der National Zeitung der DVU hierzulande zu vergleichen. Zwar kann man auf der Webseite von AFP-Bollyn Vergleiche von Bush mit Hitler nachlesen und der 11. September wird vordergründig als mit dem Reichstagsbrand vergleichbar dargestellt, wenn man jedoch die weiterführenden Links auf der Webseite studiert, findet man immer wieder den Weg zur mehr oder weniger offener Holocaustleugnung. Interviews mit ehemaligen SS-Generälen neben Artikeln über DCberlegungen, Hitler posthum den Friedensnobelpreis zu verleihen. Mit anderen Worten, die Geschichte wird auf den Kopf gestellt, um eine gesellschaftliche Bewegung, die den 11. September genau untersucht haben will, weil sie in ihm das Instrument erkennt um Krieg zu rechtfertigen, wird mit krankhaften gesellschaftlichen Elementen in Verbindung gebracht, um die Bewegung damit zu diskreditieren.

Wo Christopher Bollyn aus eigener Feder noch keinen offenen Antisemitismus erkennen lässt, sondern sich immer wieder zu Antizionismus bekennt, produziert sein persönlicher Freund Eric Hufschmid deutlichere Textpassagen. Er beschreibt Juden ganz offen heraus als Kakerlaken, die selbst von toten Artgenossen zehren und darüber hinaus spricht er Beschreibungen des Holocaust rigoros jegliche Authentizität ab und beschreibt Biographien, Filme etc. durchweg als Versuche menschliches Elend zu instrumentalisieren.

Die Geschichte zeigt, dass immer wieder versucht wurde starke gesellschaftliche Bewegungen zu diskreditieren und damit zu marginalisieren. Jüngste Beispiele, wenn auch ganz anders geartet,sind die Versuche bei den G8 Protesten in Heiligendamm, verdeckt arbeitende Spezialeinheiten in die Reihen der autonomen Szene einzuschleusen, die dann nachweislich zu Gewalt aufriefen bzw. selbst Gewaltakte ausführten. Auch bei den Demonstrationen zum 1.Mai in Berlin sind solche Provokationen dokumentiert, wesentlich umfangreicher jedoch bei den G8 Ausschreitungen
in Genua, Italien im Sommer 2001. Eine andere Vorgehensweise ist es, durch Berichterstattung bestimmte Politiker öffentlichkeitswirksam, in den Bannkreis rechter Ideologien zu rücken.

Viele Menschen sehen inzwischen die Gefahr eines immer weiter eskalierenden Konflikts und geben deshalb ihre bisherigen Bedenken gegenüber dem Thema 9/11 auf. Sie erkennen welche Bedeutung 9/11 Enthüllungen als Katalysator der politischen Entwicklung haben könnten. Am deutlichsten bringt dies vielleicht Rabbi Lerner auf den Punkt. Erist einer der Mitbegründer von Beyt Tikkun, Rabbi in der Bay Area Jewish Renewal Synagoge und Herausgeber der Zeitschrift Tikkun Magazine, eine der am meisten geschätzten liberalen Zeitschriften in der jüdischen Welt. In der Einführung zu einem Artikel über den 11. September in der Zeitschrift Tikkun schreibt Rabbi Lerner, dass er den Artikel nach langen intensiven Diskussion auch deshalb abdrucke, weil er der DCberzeugung sei, dass wenn an der Geschichte etwas dran sein sollte, diese hervorragend geeignet sei, Bewegung in die Kampagne zur Amtsenthebung von Präsident Bush zu bringen.

In den USA finden inzwischen auch Persönlichkeiten wie die bekannte Friedensaktivistin Cindy Sheehan und der Filmemacher Michael Moore zum Thema 9/11. In Interviews der vergangenen Wochen verlangten sie ausdrücklich neue Untersuchungen, weil sie die offizielle Version für absolut unglaubwürdig halten. Innerhalb der Friedensbewegung wird das Bewusstsein um die Bedeutung der Fragen zum 11. September immer grösser. Viele dieser Gruppen finden sich zusammen und verlangen neue 9/11 Untersuchungen, verstärkt durch die Massenwirkung des Films Loose Change, der darüber hinaus die internationale Bedeutung des Themas überaus klarmacht, allein durch die groDFe Anzahl der verschiedenen Sprachversionen und die Tatsache das er in vielen Ländern u.a. auch in Israel auf Satelliten TV ausgestrahlt wurde.

Es gibt zwei spiegelbildliche Verschwörungstheorien zum 11. September 2001. Die eine ist die offizielle und macht Muslime für die Terroranschläge verantwortlich, während die andere vorwiegend von rechtsradikalen Elementen propagiert, die Juden verantwortlich machen will. Die Urheber beider Verschwörungstheorien sind in grossen Teilenidentisch - es sind dieselben Leute, die systematisch versuchen, die Religionen gegeneinander aufzustacheln und einen für Generationen andauernden Krieg zu entfachen. Der jüdische Kulturverein zu Berlin e.V. erkannte vielleicht diese grundsätzlichen Tendenzen und veröffentlichte deshalb am 22. November 2004 folgende Presseerklärung (hier in Auszügen)

"Zunehmend scheinen Antisemitismus und Islamophobie zwei Seiten jener Medaille zu sein, in die stereotypes Handeln und neues Unverständnis mit grossen Lettern eingraviert sind. Es gibt keine rational nachvollziehbare Erklärung für die aktuelle Hysterie, die gezielt und ohne Rücksicht auf Verluste gegen Muslima und Muslime aller Länder, Sprachen, kultureller und sozialer Identitäten geschürt wird. Wer so zündelt, riskiert eine Feuerbrunst. Wir wollen das nicht! Was treibt Mächtige in der Politik, was veranlasst manche Medien zu einer Kampagne, an deren Ende es nur Verlierer geben wird? Was nährt das Zerrbild vom Nachbarn? Unübersehbar, und das ist u.E. das Grundübel, benachteiligen soziale Verhältnisse die geduldeten wie hier beheimateten Mitglieder der
muslimischen Gemeinschaften und jene, die von Aussenstehenden dafür gehalten werden. Dumpf und zerstörerisch wird eine Islam-Feindschaft hoffähig geredet und der Irrweg in einen Anti-Islamismus geebnet. Wir erinnern daran, wann und wie aus religiöser oder ökonomischer Judenfeindschaft mörderischer Antisemitismus geworden ist. Das macht uns misstrauisch gegen jede selbstgefällige Polemik, die den Islam und mit ihm die gesamte muslimische Gemeinschaft zur verdeckt sprudelnden Quelle jenes brutalen extremistischen Terrors erklärt, der gerade auch gegenunser Volk gerichtet ist. Gegen diesen haben wir uns auch mit Muslimen verbündet."

Diese Äusserungen des Berliner jüdischen Kulturvereins entsprechen dem grundlegenden Bestreben der Menschen nach Frieden und Toleranz. Genau in diesem Sinne bekennen wir uns ausdrücklich zu Toleranz gegenüber Menschen gleich welcher Herkunft und Religion und distanzieren uns insbesondere ausdrücklich von Gruppierungen der rechten nationalistischen Szene und ihren unaufhörlichen Versuchen die 9/11 Bewegung zu diskreditieren.

Artikel in National Zeitung:
www.national-zeitung.de/Artikel_07/NZ31_2.html

Brief des Jüdischen Kulturvereins Berlin e.V.
www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Rassismus/islamophobie.html

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