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Warum der Kampf der GDL - Lokführer so wichtig ist PDF Drucken E-Mail
26.10.2007 - bisherige Aufrufe: 1837

gdlsoli251007.jpgMenschen die auf ein Ende der Umverteilungen von unten nach oben hoffen können sich freuen! Endlich gibt es kämpferischen Widerstand gegen Lohndumping und Sozialabbau! Der Streik der in der Gewerkschaft GDL organisierten Lokführer und Zugbegleiter ist ein deutliches Zeichen gegen die seit Jahren andauernden Kürzungen. Die Streikenden haben das absolute Recht und allen Grund zu streiken. Wir unterstützen sie nach unseren Möglichkeiten.

Zwar hetzen die Medien gegen die kämpfenden Kolleginnen und Kollegen bei der Bahn. Die Deutschen unterstützen den Streik aber zunehmend. Laut einer Umfrage des ARD-Morgenmagazins stieg die Unterstützung für die Gewerkschafter von 57 auf 64 Prozent. Bei einer Solidaritätsaktion in Köln Deutz hatte ein noch größerer Anteil der Fahrgäste eine zustimmende Haltung zum Streik.

Der Kampf zieht auch Kolleginnen und Kollegen an, die vorher unorganisiert oder bei Transnet organisiert waren. 700 neue Mitglieder kann die GDL verzeichnen. In München hat sich sogar eine neue Ortsgruppe bei den städtischen Verkehrsbetrieben gegründet.

Doch die Betonköpfe in der Geschäftsführung scheinen ihre Blockadehaltung nicht aufgeben zu wollen. Mit Tricks und Scheinangeboten versuchen sie, den Kampf um die öffentliche Meinung zu gewinnen und die Streikenden zu diskreditieren. Zudem versuchen die Bahn-Bosse mit Streikverboten, Abmahnungen und sogar Entlassungen das demokratisch garantierte Streikrecht auszuhebeln. Es stellt sich die Frage, ob Angesichts dieser undemokratischen Strategie der Bosse der Streik mit „legalen" Mitteln überhaupt zu gewinnen ist. Es stellt sich die Frage, ob nicht eine härtere Gangart der Basis mit Vollstreiks auch im Güter- und Fernverkehr zu dem erwünschten Ergebnis führen würde. Im Zweifelsfalle droht sowohl die GDL-Führung als auch die kämpfende Basis von Streikverboten, Entlassungen, Suspendierungen und anderen Angriffen zermürbt und zerrieben zu werden.

Warum ist der Kampf der Bahnarbeiter so wichtig?

Es ist wichtig, den Streik aus verschiedenen Gründen zu unterstützen. Einerseits hat sich durch die kompromisslerische Politik der Transnet-Führung ein großer Nachholbedarf an Forderungen ergeben. Seit 1994 mussten die Bahnarbeiter einen Reallohnverlust von 10 Prozent hinnehmen. Jetzt verdienen die Bahner im Europavergleich denkbar schlechte Löhne bei teilweise unzumutbaren Arbeitszeiten. Sie haben einen Durchschnittsverdienst von 1.500 Euro netto bei durchschnittlich 55 Arbeitsstunden in der Woche. Eine Familie gründen oder versorgen kann man mit diesem Lohn kaum; Geld für Urlaub und Bildung und Kultur bleibt auch kaum übrig. Sparen für den Ruhestand ist nicht mehr drin. Wirtschaftlich ist der Streik also absolut berechtigt und unterstützenswert. Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Recht auf viel höhere Löhne und kürzere Arbeitsstunden.

Die Forderungen sind sogar bescheiden. Wie wir im Gründungsaufruf des Kölner Soli-Komitees geschrieben haben:

„Mehdorns eigenes Gehalt ist allein 2006 um 100 Prozent gestiegen. Er „verdient"

3,18 Millionen Euro im Jahr und beschimpft Familienväter, denen 1.500 Euro

netto nicht mehr zum Leben reicht. Die 8 Vorstandsmitglieder der Bahn bekommen

zusammen 20 Mio. Euro im Jahr." (1)

Doch es gibt einen weiteren ganz wichtigen Faktor, warum wir die Streiks unterstützen. Der Kapitalismus hat den Menschen weltweit nichts anderes mehr anzubieten als Kriege, Krisen und Kürzungen. All diese Angriffe werden vom wichtigsten Motor des Kapitalismus, der Konkurrenz angetrieben. Wir brauchen eine andere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in der nicht die Konkurrenz bestimmt, sondern die Bedürfnisse der Massen. Aber wir benötigen keinen Plan von oben, wie er von Mehdorn und seinen Managern erstellt wird oder wie er von den Bürokraten in der DDR und anderswo erstellt wurde, sondern wir benötigen einen Plan von unten.

Das Bewusstsein für eine neue solidarische Gesellschaft entsteht aber nicht durch Mundpropaganda oder Schulungen. Erst im eigenständigen Kampf verändert sich das Denken und das Bewusstsein. Angesichts der Medienhetze beispielsweise erkennen die Bahner nun, dass die Medien in den seltensten Fällen objektiv berichten. Die Medien schreiben stets, dass die Sympathie für den Streik stetig fällt. Das Gegenteil ist aber der Fall.

Je kämpferischer und unabhängiger ein Kampf geführt wird, desto mehr erkennen die Kolleginnen und Kollegen ihre eigenen Interessen und diskutieren die verheerenden Auswirkungen des kapitalistischen Systems auf die Menschen.

Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es wichtig, den Streik der Lokführer und Zugbegleiter zu unterstützen, wo wir nur können!

 

(1)

http://streiksoli-koeln.blogspot.com/

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