| Inflationsrate des Großhandels abrupt auf 4,7% gestiegen |
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11.11.2007
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Die Preissteigerungen werden immer bedrohlicher.
Offiziell wird immer nur von einer Verbraucherpreissteigerung von 2,4%
ausgegangen, aber für die Lohnabhängigen liegt hier ein Trugschluss vor. Relativ
wenig steigen im Verhältnis zu den Gesamtpreisen die Mieten.Die Familien müssen aber mit dem restlichen variablen Einkommen haushalten, und dieses steigt überproportional. Man spricht hier auch von gefühlter Preissteigerung. Das hört sich so an, als ob man sich das einbilden würde. Richtiger wäre von der Preissteigerung des frei verfügbaren oder variablen Einkommens zu reden. Bei diesen Ausgaben ergibt sich schon ein ganz anders Bild. Der Durchschnittshaushalt (siehe Wägungsschema) hat etwa 1/3 für die Miete zu bezahlen. Über 2/3 kann er frei verfügen. Hier steigen die Preise schneller und hiermit muss man haushalten, hier frisst sich direkt das Loch in's Portmonaie. Da schlagen die Stromkosten mit 7,4% mehr (jeweils September gegenüber Vorjahr) und das Benzin 8,9% schon mal das größte Loch. Glücklich, wer Gas hat, das stieg nur um 1,4%. Weiterhin wirkt sich der Preisanstieg für das Bildungswesen (+ 27,0%), Tabakwaren (+ 4,9%) und Verkehr (+ 4,6%) stark aus. (Alle Werte: Statistisches Bundesamt)
Die Preissteigerungswerte der Verbraucherpreise
für den Oktober liegen noch nicht vor. Nach dem Anstieg der Großhandelspreise
von 4,7% für den Oktober nach zu urteilen, werden bei den Nahrungsmitteln auch
hohe Preissteigerungen zu erwarten sein. Die Großhandelspreise stiegen im August noch um 2,5% und
September um 4,0% an. Sie werden um 2-3 Monate zeitverzögert beim Verbraucher
ankommen. Butter, Brot, Milchprodukte, Kaffee, Getränke werden den Index im
Oktober steigen lassen. Voraussichtlich meldet das Statistische Bundesamt zwar
nur eine gleich Steigerung der Verbraucherpreise wie im September von 2,4%, sagt
aber gleichzeitig vollkommen unverständlich, dass das 0,2% mehr seien als im
September. Klarer sagt das der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte
Verbraucherpreisindex für Deutschland aus, nämlich 2,7%.
Die Stromkonzerne haben für Jahresende schon wieder eine saftige Preiserhöhung angekündigt. Zusammen mit der aufgrund der Großhandelspreissteigerung zu erwartenden Verbraucherpreissteigerung und des aufgrund von Bush's Kriegsphantasien angetriebene Benzinpreises wird der Index am Jahresende wahrscheinlich eine 3 vor dem Komma stehen haben. Aber alleine die 2,7% fressen schon die durchschnittliche tarifliche Lohnerhöhung von 2,3% auf 12 Monate bezogen auf. http://www.jungewelt.de/2007/11-10/017.php Real wird also wieder ein kräftiges Minus für die Löhne rauskommen, erst recht für die Rentner mit ihrer 0,6% Rentenerhöhung und ganz besonders für die ALG-Empfänger mit ihrer wiederholten Nullrunde. Bei den Kleinhaushalten steigt der Anteil der Miete und sinkt der der übrigen Kosten. Der Haushalt muss mit dem sowieso schon knappem Haushaltsgeld wieder die Preissteigerung verkraften. Da werden die überschuldeten Personen, die jetzt schon bei 10% aller Lohnabhängigen liegen, weiter kräftig steigen. 57% aller überschuldeten haben ein Einkommen unter 900 €uro. Wie kann man auch mit solch einen jämmerlichen Einkommen menschenwürdig leben, und viele haben noch weniger. Die Elite hat doch keine Vorstellung davon, wie sie den Menschen an den Bettelstab bringen. In Amerika beträgt die offizielle Inflationsrate schon 6,2%. Kenner gehen aber von einer massiv gefälschten Zahl aus und sie wird eher bei 10% geortet. 67.000 Obdachlose in Los Angeles ist für Amerikas Städte die Regel. In China beträgt die Preissteigerung für Nahrungsmittel schon 16%. Zusammen mit der 2. Phase der Bankenkrise, die im Oktober aufgrund des knapper werdenden Dollars mit einer Verdoppelung der Zinsen bei 50.000.000 Krediten mit einem Gesamtwert von 8.000.000.000.000 Dollar eingeleitet wurde, schwappt die Inflation im nächsten Jahr nach Europa über, sie wird importiert. 1973/4 hatten wir eine starke Nachschlagsbewegung, aber damals hatten wir noch ein Wirtschaftswachstum von 5%. Dieses Jahr werden wir mit Ach und Krach 2% erreichen, aber auch nur, weil Deutschland jetzt auch wie die USA das Bruttosozialprodukt hedonisch errechnet, es werden die Zahlen nach dem Lustprinzip schöngerechnet. Da können wir nur hoffen, dass die Lokführer vollen Erfolg haben bei ihrem Streik und eine Nachschlagbewegung in allen Branchen inspirieren könnte.
Norbert Nelte Internationale Sozialisten im Netzwerk Linke Opposition
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| Letzte Aktualisierung ( 11.11.2007 ) | |||||||
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Die Preissteigerungen werden immer bedrohlicher.
Offiziell wird immer nur von einer Verbraucherpreissteigerung von 2,4%
ausgegangen, aber für die Lohnabhängigen liegt hier ein Trugschluss vor. Relativ
wenig steigen im Verhältnis zu den Gesamtpreisen die Mieten.



















