| „Ich freue mich auf Armageddon! Ich freue mich auf die Reinigung der Welt!" |
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14.11.2007
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US-Christen und der Krieg
gegen den Islam
Christlich-fundamentalistische Kreise und Gedanken haben einen großen Einfluss auf die Politik in den USA. Das ist keine große Neuigkeit. Eine Neuigkeit für manche könnte aber sein, dass ein zentraler Aspekt der Glaubensauffassung der christlichen Rechten in den USA die Hoffnung auf die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse ist. Gepaart mit der Freude auf die Apokalypse. Grundgedanke bei der absurden Sehnsucht nach Zerstörung ist die christliche Lehre der Eschatologie, griechisch für „die äußersten/letzten Dinge". Diese Lehre handelt von den „Hoffnungen auf Vollendung des Einzelnen ... und der gesamten Schöpfung (universale Eschatologie), die sich aus dem Glauben ergibt." (1) Nach dieser Auffassung hat die Vollendung des Einzelnen und der Schöpfung mit der Geburt von Jesus Christus begonnen und wird erst mit dessen Wiederkehr vollendet. Anhand der biblischen „Offenbarung des Johannes" wird von manchen Evangelisten gedeutet, dass die Schöpfung sich nur wie folgt vollenden kann: bei der Wiederkehr Christi; einem Weltgericht; einer letzten Schlacht zwischen Gut und Böse und bei ewigem Feuer. Es handelt sich bei dieser Auffassung um eine biblische Szenerie, die gemeinhin als Armageddon bezeichnet wird. Die Vollendung der Schöpfung inklusive des Menschen wird erst gelingen nach der Vernichtung von allem Bösen.
Angesichts der Drohungen George Bushs und anderer US-Politiker den Iran mit Atomwaffen anzugreifen, erhält dieser absurde Wahnsinn ein furchterregend reales Fundament. Mit Hilfe dieser biblischen Offenbarung kann die herrschende Klasse der USA ihren angedrohten Krieg als göttliche Willenserfüllung darstellen. Die menschenverachtenden Zerstörungen durch einen drohenden atomaren Krieg - der sich von Palästina bis Pakistan erstrecken soll - kann somit einen perversen Sinn bekommen. Manche Gläubige in den USA freuen sich sogar schon auf diesen Kampf. In der Dokumentation des US-Satirikers und Journalisten Max Blumenthal über eine Veranstaltung in Washington, ist die Entrückung und die Freude mancher Christen in den USA auf die letzte Schlacht sehr gut dokumentiert. (2) Link zu youtube unten: Unbedingt gucken! Auf der vom TV-Evangelisten John Hagee und der Gruppe „Christians united for Israel / Christen vereinigt für Israel" organisierten Veranstaltung am 16.7.2007 in Washington, steht die Propaganda für einen Krieg gegen den Iran im Mittelpunkt. Laut Max Blumenthal äußert sich die Führung dieser Lobbygruppe nicht zum Thema Armageddon und Endzeit, doch viele Besucher der Veranstaltung geben ihm freudig Auskunft über die kommende Endzeit: In der Schlacht des Armageddon geht es um den Kampf der Gläubigen gegen die Ungläubigen; Christen gegen Antichristen. So kommt man ganz schnell von Bushs „War on terrorism / Krieg gegen den Terror" über den „Fight against Islamofashism / Kampf gegen den Islamofaschismus" zum immer öfter ganz offen ausgerufenen „War against Islam / Krieg gegen den Islam". Einer der von Blumenthal befragten sagt ausdrücklich: „Ich freue mich auf Armageddon!" Ein anderer Befragter antwortet freudig „Amen" auf die Frage, ob er sich auf Armageddon freuen würde. Der gleiche Besucher sagt, dass Christen Israel unterstützen müssten, da man einen gemeinsamen Feind habe: die Moslems. Eine Frau unterstützt ihn uns sagt: „Wir bekämpfen, was hinter den moslemischen Menschen steht; und das ist Satan. Denn Satan will die jüdische Rasse zerstören, um auf diese Weise den Plan Gottes zunichte zu machen". Gaga?!? Es fällt nicht ganz leicht, sich in diese absurde Logik hineinzuversetzen. Ob Bush, Cheney und seine Bande selbst an den religiösen Aspekt dieser „letzten Schlacht" glauben, muss ganz stark angezweifelt werden. Doch mit dieser Ideologie versuchen sie, einem Teil der US-Bevölkerung eine Art Sinn (und sei er noch so absurd) anzubieten in einer Welt, die geprägt ist von Krieg, Elend und Krise. Nebenbei eignet sich diese Endzeit-Ideologie auch dafür, die Feinde im Inneren bei einem Angriff zu bekämpfen. Bei einer weiteren Eskalation des Krieges werden weltweit und auch in den USA die Massen kämpferisch gegen die Kriege vorgehen. Die Moslems und die Linken in den USA werden dann schnell als Antichristen ins Visier geraten. Zudem eignet sich dieser Quatsch auch dazu, einen Sündenbock für die sich verschärfende Wirtschaftskrise in den USA und woanders anzubieten. Die Herrschenden in den USA haben sich mit den Moslems einen neuen Sündenbock ausgeguckt. Wir müssen lauter und hörbarer rufen: Wehret den Anfängen! Wir setzen unsere Hoffnungen auf die wachsende Anti-Kriegs-Bewegung in den USA. Wir hoffen, dass sie diesen doppelmoralischen und blutrünstigen Kriegern bald ein Ende bereitet.
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Eschatologisch (2) http://uk.youtube.com/watch?v=_UoHfCUBiEM
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| Letzte Aktualisierung ( 14.11.2007 ) | |||||||
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