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Inflationsrate nach EU- Rechnung auf 3,3% gestiegen PDF Drucken E-Mail
von Norbert Nelte    28.11.2007 - bisherige Aufrufe: 1777

NOGELD 250.jpgAlle Medien melden einen Preisanstieg von 3% und vertrauen dabei dem Statistischen Bundesamt. Das europäische Statistische Amt traut der bundesdeutschen Statistik schon lange nicht mehr und gibt die Preissteigerung mit 3,3% an, harmonisierter Verbraucherpreisindex nennt das die Amtssprache. Das ist natürlich kein wesentlicher Unterschied, aber er zeigt, wohin die Reise weiter gehen wird. Seit 13 Jahren gab es eine so hohe Preissteigerung nicht mehr.

Bei 2% hätte die Europäische Zentralbank (EZB) eigentlich schon die Zinsen erhöhen müssen. Höhere Zinsen beschränken die Kredite, und damit auch die Geldmenge und somit würde eine niedrige Geldmenge bei gleich bleibendem Warenangebot die Preise drücken. Aber höhere Zinsen gefährden wieder das Wirtschaftswachstum, dessen Anstieg sowieso schon von 2,9% in 2006 auf nur 2,4% im 3. Quartal 2007 gefallen ist. Also was die EZB jetzt machen wird, wird es verkehrt sein, deshalb macht sie erstmal gar nichts und lässt den ganzen Schlamassel von ihren Auftragsauguren gesund zu beten, z.B. im Spiegel von Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI):„Dennoch sieht der Experte keinen Grund zur Panik. In diesem Jahr habe die Mehrwertsteuererhöhung die Inflationsrate angeheizt, im kommenden Jahr falle dieser Effekt weg. Schon dadurch werde die Teuerung um etwa einen Prozentpunkt gedämpft, betonte er."

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,520007,00.html

Lieber Preissteigerung als Stagnation ist die Devise des großen Geldes, denn wird nur der Spargroschen der kleinen Leute weggefressen, nicht ihre tollen Aktienpakete.

Keinen Grund zur Panik meint der feine Herr. Dabei wissen doch heute schon 4 Millionen Eltern nicht, wie sie ihre Kinder satt bekommen sollen, und jetzt noch mal 3,3% drauf? Gerade bei den Armutshaushalten geht das frei verfügbare Haushaltsgeld fast nur für Nahrungsmittel drauf, und die sind zwischen 3,9% und 7% gestiegen, von wegen „gefühlte" Preissteigerung. Für die Hartz-IV-Empfänger sind die 5% real, und wenn er in NRW wohnt, liegt der Index noch einmal um 0,2% höher.

Die Linke Zeitung hatte ja schon am 11.11. geschrieben, dass sie den Preissteigerungsindex erwarte, da die Großhandelspreise um 4,7% gestiegen sind und die bis zu 2 Monaten zeitverzögert beim Verbraucherindex ankommen. http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=blogsection&id=6&Itemid=36

Das heißt nichts anderes, dass noch mal ein saftiger Preisaufschlag unter dem Weihnachtsbaum ankommen wird. Bei dem Dollarsturzflug, der endlosen Bankenkrise, den zig Kriegen und der Ölpreisrakete wäre es auch wunderlich, wenn es anders kommen würde. In China sind die Nahrungsmittel schon um 16% gestiegen und in Amerika rechnen die Fachleute mit einer Inflation von 10%. Die Welt hat zu sehr auf Pump gelebt, besonders die Amerikaner, und da pumpt der Staat für das Mordgeschäft noch kräftig weiter, 2,5 Billionen Dollar kosteten schon die Kriege in Afghanistan und im Irak

Zwischen 2008 und 2009 wird auch deshalb mit dem Übergang in die galoppierende Inflation gerechnet und dann mit der Einführung der Tauschwirtschaft.

Alle Tarifverträge sind schon durch die Inflation unwirksam gemacht worden. 1972 hatten wir deshalb eine große spontane Nachschlagbewegung. So etwas wird auch heute notwendig werden.

Norbert Neltewww.marktende.de Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können

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