|
Gestern erreichte mit der USS Harry S. Truman der dritte US-Flugzeugträger den persischen Golf. Dort liegen bereits die USS Enterprise und die USS Nimitz. Zu ihnen gehören jeweils eine ganze Begleitflotte von Zerstörern, atomaren U-Booten, amphibische Landungstruppen und jeweils hunderte von Bombern und Kampfflugzeugen. Einen entsprechenden Aufmarsch gab es das letzte Mal kurz vor dem Angriff auf den Irak.
Scheinbar im Gegensatz dazu wurde ein Interrview mit dem ehemaligen US-UN-Botschafter John Bolton lanc iert, in dem der Hardliner verkündete, in der engsten Umgebung von US-Präsident George Bush ändere sich die Einstellung zu einer gewaltsamen Lösung des Iran-Problems. "Zu verzeichnen ist eine bedeutende Wandlung zu Gunsten eines Verzichts auf einen militärischen Einsatz", so Bolton.
"Hätte man mich noch vor einem Jahr gefragt, ob der Präsident bis zum Abschluss seiner Amtszeit Gewalt anwenden würde, sollte Iran sein Nuklearprogramm nicht aufgeben, hätte ich ‚ja' gesagt, jetzt aber neige ich immer mehr zum Standpunkt, dass er keine Militärgewalt anwenden wird", sagte Bolton, der selbst zu den Befürwortern eines Angriffs auf den Iran zählt.
Nachdem
die Imperialisten im März den Angriff verschieben mußten angesichts der
Tatsache, daß Iran mit chinesischen modernen Raketen in der Lage ist,
auch Flugzeugträger zu versenken, konzentrierten sich die US-Militärs
darauf, die elektronische Abwehr zu verbessern.
Die „Truman Strike Group“ ist nun mit modernster Electronik
ausgerüstet, die angeblich in der Lage ist, die Seidenwurmraketen der
Iraner abzuwehren.
Mit Hilfe einer neuen geräuschlosen unbemannten Spionagedrohne will man
in der Lage sein, auch mobile Abschussrampen der „Seidenwürmer“
aufzuspüren. Entsprechende Tests sollen erfolgreich verlaufen sein.Zum Verband der Truman gehört auch der britische Zerstörer HMS Manchester.
Als Antwort auf die imperialistische Aufrüstung verlegt sich Iran auf
die Unterwasserkriegsführung. Wie das iranische Fernsehen berichtet,
wurde ein neues U-Boot, ausschließlich von heimischen Spezialisten
gebaut. Dem feierlichen Stapellauf wohnten in der letzten Woche
Vertreter des obersten Militärkommandos Irans und der Elite-Einheit Islamische Revolutionswächter bei.
Das
U-Boot sei mit den neusten Waffen und Elektronik ausgestattet und
Ergebnis einer zehnjährigen Arbeit der iranischen Militärspezialisten
und Wissenschaftler, sagte Marinechef Habib Sayari bei der Zeremonie.
Nach seinen Worten steht das U-Boot den ausländischen Pendants nicht
nach. Diese Neuentwicklung veranlasste die „Enterprise Strike Group“ Mitte November zu einer AntiU-Boot Übung im arabischen Meer.
Gleichzeitig laufen die diplomatischen Bemühungen der Imperialisten auf
Hochtouren, im UN-Sicherheitsrat verschärfte Sanktionen gegen den Iran
noch in diesem Jahr beschließen zu lassen.
Parallel versuchte man auf der Konferenz in Annapolis,
Front reaktionärer arabischer Potentaten gegen den Iran aufzubauen. Die
Destabilisierung im Libanon und der erwartete zionistische Angriff auf
den Gazastreifen mit dem Ziel der Zerstörung der Hamas sind weitere
Maßnahmen zur Isolierung und Schwächung Teherans.
|