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China errichtet Militärbasis im persischen Golf PDF Drucken E-Mail
von Peter Weinfurth    31.01.2008 - bisherige Aufrufe: 4636

musharafhujintao.jpgNach dem letzten Besuch von Bush in Golfscheichtümern hat sich die iranische Sicherheitsstrategie geändert. Dazu trug auch der Besuch des  französischen Präsidenten Sarkozy bei, der die vereinigten arabischen Emirate (UAR) besucht hatte und dabei eine Vereinbarung unterzeichnete, die die Errichtung einer französischen Militärbasis vorsieht.

Teheran ist nun bereit, der wachsenden militärischen Einflußnahme der amerikanischen und europäischen Imperialisten entgegenzuwirken, indem es China erlaubt, auf einer Insel im Golf ebenfalls einen Militärstützpunkt zu errichten.

Das ist eine erhebliche geopolitische Kräfteverschiebung, die die uneingeschränkte Hegemonie der westlichen Imperialisten über die Ölquellen beeinträchtigt. Vorran gegangen war die Vereinbarung einer strategischen Partnerschaft Chinas mit Indien bei der zivilen Nutzung der Kernenergie.

Damit macht China genau das, was im Weissbuch der Bundeswehr als militärisches Strategem offenherzig aufgeführt wird: Aufgabe der bewaffneten Streitkräfte Deutschlands ist es, „unsere" Rohstoffquellen, Handelswege und Absatzmärkte militärisch abzusichern.

China ist extrem auf Öllieferungen aus dem persischen Goilf angewiesen (60% seines Öls kommen von dort) und sieht es als Aufgabe seiner bewaffneten Streitkräfte an, „seine" Rohstoffquellen und Handelswege militärisch abzusichern.

Wer die Straße von Hormus kontrolliert, kontrolliert das wichtigste Nadelöhr der Ölhandelswege, durch das 80% der weltweiten Energietransporte abgewickelt werden, ihre Sperrung ließe den Ölpreis sofort um mehrere 100% steigen und damit die chinesische Ökonomie ( und nicht nur sie) kollabieren.

Nirgendwo stoßen die konkurrierenden imperialistischen Interessen stärker aufeinander als in dieser Region. Es geht nicht um Al Qaida nicht um Menschenrechte oder Demokratie. Es geht um die Kontrolle der schwindenden fossilen Energievorräte auf Kosten der anderen Mächte. Diese Widersprüche steuern auf eine Klärung durch Krieg hinaus.

 

gwadar1.jpg

Der Hafen von Gwadar

Bisher war der vorderste Posten im Rahmen der chinesischen Strategie die Investition in den Hafen von Gwadar an der südwestlichen Küste von Pakistan. 1,2 Mrd Dollar investiert China in den Ausbau Gwadars zu einem der bedeutendsten Tiefseehäfen Asiens. Inklusive ist der Bau einer Autobahn  nach Karatchi und  nach Kandahar und Jalalabad in Afghanistan.

Hier wird die zentrale geostrategische Bedeutung Afghanistans deutlich als unverzichtbare Verbindung zwischen Zentralasien und dem indischen Ozean. Geplant ist parallel die Anbindung des Hafens über den Karakorum Highway an die chinesische Provinz  Xinjiang, um auf diese Weise die Verwundbarkeit des Seewegs nach China durch das Nadelöhr der Meerenge der Straße von Malaka zu beenden.

gwadar.jpg
























Im Gegenzug für den Bau des Tiefseehafens hat Pakistan zum Missvergnügen der US-Imperialisten und Indiens China den Status eines bevorzugten Handelspartners eingeräumt und es wurde eine bilaterale Freihandelszone installiert, die dazu führte, daß die Erhöhung des Handelsvolumens mit Pakistan im letzten Jahr  20% des Gesamtvolumens des chinesischen Handels mit Südasien ausmacht. Die chinesischen Direktinvestitionen in Pakistan nahmen im letzten Jahr um 30% zu. Dabei ist der sogenannte „informelle Handel", ein Euphemismus für Schmuggel, um ein vielfaches höher.

Die chinesische Basis und ihr Preis

Mit der Militärbasis direkt an der Straße von Hormus besitzt China wie Frankreich zunächst nur eine symbolische Präsenz. Bedeutsamer ist die sich vertiefende strategische Partnerschaft Chinas mit Iran. Iran hat seit geraumer Zeit die Vollmitgliedschaft im Shanghaipakt beantragt, eine Bitte, der bislang noch nicht entsprochen wurde angesichts ungeklärter Fragen hinsichtlich seines Atomprogramms. Eine verstärkte Einbindung Irans in den Shanghaipakt ist auf Grund seiner geostrategischen Lage und geoökonomischen Bedeutung absehbar. Genau dies rückt die direkte Konfrontation der Blöcke im Falle eines Angriffs der westlichen Imperialisten auf den Iran in größere Nähe.

China hat Deutschland inzwischen von der Rolle des größten Handelspartners Irans verdrängt. Sinopec, Chinas größte Ölfirma, hat  mit Iran die Erschließung der gigantischen Ölfelder  von Yadavaran mit Milliardeninvestitionen vereinbart. Gleichzeitig wurde der „Jahrhundertvertrag" unterzeichnet über die Ausbeutung der immensen Gasfelder von Nord-Pars. Chinesische Firmen errichten zudem Ölterminals für Iran am kaspischen Meer, bauen die Metro von Teheran und Flughäfen. Schließlich stieg der Export chinesischer Waffen an den iran drastisch an und schloß die Lieferung von sensiblen Waffensystemen wie ballistischen Raketen und modernstem Luftabwehrradar ein.

Diese Lieferungen verhinderten im letzten Jahr den geplanten Angriff der US-Imperialisten auf den Iran, weil dieser mit den Seidenwurmraketen Chancen gehabt hätte die US-Flugzeugträger zu treffen.

Zum Preis für die Errichtung einer Militärbasis im persischen Golf gehört sicherlich auch die Verhinderung einer aggressiven Resolution im „Sicherheitsrat" der UN durch China.

Mit der neuen französischen Militärbasis hat sich nun auch der EU-Imperialismus einen Stützpunkt in der Straße von Hormus gesichert, was Iran als weitere unmittelbare Bedrohung ansieht. Man muss sich durchaus einmal vor Augen führen welcher Aufschrei durch Frankreich gehen würde, wenn auf einer Kanalinsel eine iranische Militärbasis errichtet würde. (wobei Frankreich im Gegensatz zum Iran eine Atommacht ist).

 






 

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