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Ägypten: Streiks erschüttern den Alliierten der USA PDF Drucken E-Mail
von Hossam el-Hamalawy    23.02.2008 - bisherige Aufrufe: 2778

aegyptenarbeiter.jpgArbeiter rufen: „Nieder, nieder Mubarak! Deine Herrschaft ist Scheiße!"

Zehntausende Arbeiter fordern den Diktator heraus

Arbeiter der Ghazl el-Mahalla Tuchfabrik in Ägypten führten am vergangenen Sonntag eine Massendemonstration durch. Sie forderten ein Ende des US-gestützten Regimes von Hosni Mubarak.

Die Tuchfabrik ist die größte ihrer Art im Mittleren Osten. Die 27.000 Arbeiter der Fabrik
waren bereits in der Vergangenheit daran beteiligt, das Regime zu wirtschaftlichen Zugeständnissen zu zwingen.

Die Arbeiter stürmten aus der Fabrik heraus und skandierten: " Nieder, nieder Mubarak! Deine Herrschaft ist Scheiße!" Als sie in die Straßen der Stadt am Nildelta strömten, schlossen sich bis zu 10.000 Menschen dem Demonstrationszug an.

Der Protest formierte sich innerhalb der Fabrik um die Forderung nach Anhebung des nationalen Mindestlohns. Die Demonstration wurde für den Tag angesetzt, bevor der ‚Nationale Rat für Löhne' - die Regierungskörperschaft für die Festlegung des Mindestlohns - zum ersten mal seit Mitte der 80er Jahre zusammentreten sollte.

Seit Mitte der 80er Jahre wurde der Mindestlohn in Ägypten auf £ 3,26 monatlich gehalten - während die Inflation explodierte. Die Arbeiter fordern von der Regierung eine Anhebung des Mindestlohns auf £ 112 pro Monat.

Der Protest wurde geheim von linken Aktivisten in der Fabrik organisiert. Die Bosse riefen Polizisten in Anti-Aufruhr-Montur zu Hilfe. Die Arbeiter stürmten aber die Fabriktore und konnten die Polizei vertreiben.

Sie hielten Brotlaibe hoch während sie skandierten: "Wir haben die Schnauze voll davon, Bohnen essen zu müssen, während die Reichen Hühnchen und Tauben essen!" Andere riefen Parolen gegen den Sohn und Nachfolger von Mubarak: "Gamal Mubarak, sag deinem Vater, dass wir ihn hassen!"

Kamal al-Fayoumi, ein Gewerkschaftler und Aktivist in der inoffiziellen Gewerkschaft der Textilarbeiter sagte bei einer Rede vor der Menge: „Wir fordern soziale Gerechtigkeit für alle Arbeiter in Ägypten. Wir wollen, dass alle Ressourcen gerecht zwischen Arbeitern und Kleinbauern verteilt werden und nicht für diese Regierung der Businessleute aufgezehrt wird."

Das Regime von Hosni Mubarak ist ein ganz wichtiger Alliierter der USA in der Region. Vergangenen Monat strömten Hunderttausende Palästinenser aus dem Gazastreifen über die zerstörten Grenzbefestigungen nach Ägypten. Palästinensisches Territorium wird von der USA und Israel belagert, um Hamas, die Widerstandbewegung, die die Wahlen im Jahr 2006 gewonnen hatte, zu zerstören. Mubarak hatte die Grenze geschlossen gehalten, um diese Belagerung zu unterstützen.

Allerdings konnten die ägyptischen Sicherheitskräfte die Grenze nicht halten, nachdem sie von Palästinensern und Widerstandskämpfern bedrängt wurden.

Die Bilder, wie ägyptische Sondereinsatzkräfte auf Palästinenser einschlugen gingen in allen Medien herum und lösten wütende Proteste in der Hauptstadt Kairo aus. Mubarak war gezwungen, zurückzurudern und Verhandlungen mit der Hamas zu führen.

Jetzt ist der Kampf zur ägyptischen Arbeiterklasse geschwappt.

Die Demonstration vom Sonntag zeigt eine Vertiefung von Arbeitskämpfen, die im Dezember 2006 in Ghazl el-Mahalla begannen.

Der damalige Streik für höhere Zulagen war eine Vorlage für eine Welle ähnlicher Arbeitskämpfe, inklusive bei den Bahnarbeitern, Krankenschwestern, Zementarbeitern und Finanzangestellten.

Der Protest vom Sonntag markiert auch einen Wendepunkt in der Dynamik des Kampfes. In vergangenen Disputen kämpften Mahalla-Arbeiter für lokale wirtschaftliche Forderungen und verlangten von Mubarak, gegen die Fabrikbosse zu intervenieren.

Die Rufe gegen Mubarak und seine Familie zeugen von einer politischen Entwicklung der gegenwärtigen Bewegung. Diese Demonstration war die erste seit den Brotaufständen von 1977, die nationale Forderungen in einer Massendemonstration aufstellte.

Die gegenwärtige Kampfwelle begann mit pro-palästinensischen Demonstrationen im Jahr 2000, die zur Demonstration von 30.000 Menschen in Kairo am 20./21. März 2003 führte.

Diese Demonstration wurde nach dem zentralen Platz in der Hauptstadt "Tahrir Intifada" benannt und brach Mubaraks Herrschaft der Angst.

Der Widerstand gegen Krieg und Neoliberalismus entwickelt sich zu einer Bewegung zur Veränderung im Mittleren Osten.

Hossam el-Hamalawy ist ein ägyptischer Journalist.

Für Informationen zum Klassenkampf in Ägypten empfehlen wir seine Homepage:

http://arabist.net/arabawy/

Dieser Artikel wurde übernommen von der Homepage:

http://www.socialistworker.co.uk/art.php?id=14239

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