|
2. Säkularisierung und Spiritualität
Wie veränderte sich Tibet nachdem die Chinesen 1951 nach Tibet kamen ? Der damalige Vertrag sah vordergründige Selbstverwaltung vor unter der Herrschaft des Dalai Lamas, gab China aber die militärische Oberhoheit sowie das exklusive Recht zur Gestaltung der Außenpolitik. Den Chinesen wurde in der Innenpolitik das recht gewährt „soziale Reformen voran zutreiben“. Zu den ersten Veränderungen gehörten die Reduzierung von Wucherzinsen und der Bau einiger Krankenhäuser und Straßen. Zu Beginn gingen sie langsam vor und verließen sich hauptsächlich auf Überzeugungsarbeit. Kein aristokratischer oder klösterlicher Besitz wurde enteignet und die feudalen Landlords setzten ihre Herrschaft über ihre Leibeigenen Bauern fort. „Entgegen allgemeiner Überzeugung im Westen“ stellt ein Beobachter fest „achteten die Chinesen sehr darauf, vor der tibetischen Kultur und Religion Respekt zu zeigen“ 25
Jahrhunderte lang hatten die tibetischen Landlords und Lamas Chinesen kommen und gehen sehen und erfreuten sich guter Beziehungen zu Generalissimo Chiang Kaishek und seiner reaktionären Kuomintang Herrschaft in China. 26 Die Anerkennung durch die Kuomintang-Regierung war nötig, um die Wahl des Dalai Lamas und des Panchen Lamas zu legitimieren. Als der gegenwärtige 14. Dalai Lama in Lhasa eingesetzt wurde, geschah dies in Übereinstimmung mit einer jahrhundertealten Tradition mit Hilfe einer bewaffneten Eskorte chinesischer Truppen und unter Anwesenheit eines chinesischen Ministers. Die tibetischen Landlords und Lamas störten sich zu Beginn der 50ger Jahre allein daran, daß es sich bei den neuen Chinesen um Kommunisten handelte. Sie fürchteten, daß es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis daß diese ihr kollektiv- egalitäres System auf Tibet übertragen würden
Die Lage spitzte sich 1956/57 zu als bewaffnete tibetische Banden
Konvois der chinesischen Volksbefreiungsarmee angriffen. Der Aufstand
erhielt extensive Unterstützung von der CIA, einschließlich militärischem Training, Unterstützungscamps in Nepal und zahlloser Versorgungsflüge. 27 Währenddessen
vertrat in den USA die „American Society for a Free Asia“, eine
CIA-finanzierte Front, mit großer Energie publizistische die Sache des
tibetischen Widerstandes, bei dem der älteste Bruder des Dalai Lama,
Thubtan Norbu, eine aktive Rolle spielte. Der zweitälteste Bruder,
Gyalo Thondup, organisierte 1951 eine Geheimdienstoperation mit dem
CIA. Diese Truppe baute er später aus zu einer CIA-trainierten
Guerillaeinheit, deren Rekruten mit Fallschirmen zurück nach Tibet
gebracht wurden. 28
Viele Teilnehmer solcher Kommandos und Agenten, die der CIA ins Land
einschleuste, waren Spitzenvertreter aristokratischer Clans oder deren Söhne.
Von 90% dieser Agenten hörte man nie wieder etwas laut Berichten der
CIA, was bedeutet, daß sie höchstwahrscheinlich gefangen genommen und
umgebracht wurden. 29 „Viele Lamas und
Laienvertreter der Elite und ein großer Teil der tibetischen Armee
schloß sich dem Aufstand an, jedoch nicht die Mehrheit der Bevölkerung,
was die Ursache des Misserfolgs war.“ schreibt Hugh Deane. 30 In
ihrem Buch über Tibet kommen Ginsburg und Mathos zu einer ähnlichen
Einschätzung: „So weit es in Erfahrung zu bringen ist schloss sich die
große Mehrzahl der einfachen Leute in Lhasa und auf dem Land nicht dem
Aufstand gegen die Chinesen an - wder zu Beginn noch später“ 31 Letzten Endes scheiterte der Aufstand.
Welche Fehler auch immer die Chinesen nach 1959 begingen
und welche Unterdrückungen sie verursachten, fest steht, daß sie die
Sklaverei abschafften sowie die Leibeigenschaft als System unbezahlter
Arbeit. Sie schafften die vielen erdrückenden Steuern ab, begannen
Arbeitsprojekte und minimierten Arbeitslosigkeit und Bettelwesen. Sie
errichteten sekulare Schulen und brachen so das Bildungsmonopol der
Klöster. Und sie führten fließendes Wasser und Elektrizität in Lhasa
ein. 32
Heinrich Harrer ( der später als Unteroffizier von Hitlers SS entlarvt
wurde) schrieb einen Bestseller über seine Erfahrungen in Tibet, was
Vorlage wurde für einen populären Hollywoodfilm. Er berichtete, daß die
Tibeter, die sich dem Widerstand gegen die Chinesen anschlossen
„überwiegend Adelige waren, Halbadelige oder Lamas; ihre Strafe bestand
darin, die einfachsten Arbeiten zu verrichten wie Straßen und Brücken zu
bauen. Sie wurden ferner dadurch gedemütigt, daß sie die Stadt zu
säubern hatten bevor die Touristen kamen.“ Sie mußten auch in einem
Camp leben, das zuvor Bettlern und Vagabunden vorbehalten war. All dies
dient Harrer als Beweis für die furchtbare Natur der chinesischen
Besatzung. 33
1961 enteigneten die chinesischen Besatzungsbehörden die Besitztümer der Landlords und Lamas. Sie verteilten tausende von Hektar Land an landlose Bauern und ehemalige Pächter, die sie in hunderte von Kommunen neu organisierten. Die Herden, die einst dem
Adel gehörten, wurden Kollektiven von armen Hirten übergeben. Es kam zu
Verbesserungen bei der Tierzucht und neue Sorten Gemüse, Weizen und
Gerste wurden eingeführt in Verbindung mit Verbesserungen des
Bewässerungssystems. All dies führte zu einem Wachstum der
Agrarproduktion. 34
Viele
Bauern blieben so religiös wie immer, füllten die Klingelbeutel des
Klerus. Doch Mönche, die als Kinder in die religiösen Orden verbracht
worden waren nun frei, dem Klosterleben zu entsagen, was tausende taten -
besonders die jungen. Der verbleibende Klerus lebte von bescheidener
Unterstützung durch die Regierung und erwirtschaftete ein
Extraeinkommen durch den Verkauf seiner Dienstleistung bei
Gebetszeremonien, Hochzeiten und Todesfällen. 35
Sowohl der Dalai Lama als auch sein Berater und jüngster Bruder, Tendzin Choegyal, klagten, daß „mehr als 1,2 Millionen Tibeter im Zuge der chinesischen Besatzung umkamen“. 36 Der offizielle Zensus von 1953 - sechs Jahre vor der chinesischen Machtübernahme - beziffert die gesamte tibetische Bevölkerung auf 1,274,000. 37 Ein
anderer Zensus geht von ca. 2 Millionen Einwohnern Tibets aus. Wenn die
Chinesen in den frühen 60-ger Jahren 1,2 Millionen Tibeter umgebracht
hätten, wäre ganz Tibet weitgehend entvölkert worden und umgewandelt
worden in ein Schlachtfeld mit Todescamps und Massengräbern. Dafür gib
es nicht den geringsten Hinweis. Die kleine chinesische Truppe in Tibet
hätte so viele Menschen niemals zusammentreiben und einfangen können,
selbst wenn sie sich mit nichts anderem beschäftigt hätte.
Chinesische Verantwortliche verweisen darauf, daß sie die Strafen der
Auspeitschungen, Verstümmelungen und Amputationen abgeschafft hätten.
Die Exiltibeter hingegen gingen brutalst gegen
sie vor. Die chinesischen Verantwortlichen geben „Fehler“ besonders
während der Kulturrevolution 1966-76 zu, als die Verfolgung religiösen
Glaubens einen Höhepunkt in China wie in Tibet erreichte. Seit dem
Aufstand Ende der 50ger Jahre wurden tausende Tibeter eingekerkert.
Währen des „Großen Sprungs nach vorn“ wurden den tibetischen Bauern
verschärfte Kollektivierung und der Anbau von Getreide aufgezwungen mit
teilweise disaströser Folge für die Produktion. In den späten 70-gern
minderte China die Kontrolle und versuchte einen Teil des Schadens der
zwei Jahrzehnte davor rückgängig zu machen. 38
1980 initiierte die chinesische Regierung Reformen, die das Ziel verfolgten, den Tibetern
mehr Selbstverwaltung zu gewähren. Tibetern war es nun erlaubt,
privates Land zu bebauen, die Ernte zu verkaufen, selbst zu
entscheiden, welche Feldfrüchte angebaut werden und Yaks und Schafe zu
halten. Kommunikation mit der Außenwelt wurde wieder erlaubt, die
Grenzkontrollen erleichtert, damit einige Tibeter Verwandte in Indien
und Nepal besuchen konnten. 39 Seit dem Beginn der 80-ger Jahre
begannen viele der führenden Lamas zwischen China und dem Exilgemeinden
im Ausland hin– und herzupendeln, um so „den Wiederaufbau ihrer Klöster
in Tibet und die Wiederbelebung des Buddhismus in Tibet
herbeizuführen.“ 40
Im Jahre 2007 wird der tibetische Buddhismus
verbreitet praktiziert und von offizieller Seite toleriert. Religiöse
Pilgerfahrten und andere Formen der Andacht werden innerhalb bestimmter
Grenzen toleriert. Alle Mönche und Nonnen müssen eine
Loyalitätserklärung unterschreiben, daß sie ihre religiöse Position
nicht ausnutzen, Separatismus zu schüren. Ferner wurde das Zeigen von
Bildern des Dalai Lama für illegal erklärt. 41
In den 90-gern begannen sich Han-Chinesen,
die 95% von Chinas Bevölkerung ausmachen, in nennenswerter Menge in
Tibet niederzulassen. In den Straßen von Lhasa und Shigatse sind die
Zeichen der Han-Kolonisation leicht erkennbar. Chinesen betreiben die
Fabriken und viele Geschäfte. Große Geschäftshäuser und Einkaufscenter
wurden errichtet mit Mitteln, die sicherlich
besser für Wohnprojekte und Bewässerungsanlagen investiert worden
wären. Chinesische Kader in Tibet vertraten allzu oft die Auffassung,
ihre tibetischen Nachbarn seien rückständig und faul, die benötigten
ökonomische Entwicklungshilfe und „patriotische Erziehung“ Während der
90-ger wurden Angestellte der tibetischen Regierung entlassen beim
Verdacht sie sympathisierten mit nationalen Ideen. Es wurden Kampagnen
gestartet, den Dalai Lama zu diskreditieren. Einzelne Tibeter wurden
verhaftet, ins Gefängnis gesteckt und zu
Zwangsarbeit verurteilt auf Grund von separatistischen Aktivitäten und
Engagement in „politischer Subversion“. Einige wurden gefangen gehalten
ohne ausreichende Ernährung, Wasser und Decken; si wurden bedroht, geschlagen und anderen Misshandlungen ausgesetzt. 42
Tibetische Geschichte, Kultur und sicherlich Religion werden in den Schulen nur
am Rande unterrichtet. Die Unterrichtsmaterialien, obwohl ins
Tibetische übersetzt, konzentrieren sich hauptsächlich auf die
chinesische Geschichte und Kultur. Die chinesische Familienplanung
sieht eine Grenze vor bei drei Kindern. ( Für Hanfamilien liegt diese
Grenze in ganz China bei einem Kind und bei zwei Kindern bei ländlichen
Hanfamilien, (wenn deren erstes Kind ein Mädchen ist). Wenn ein
tibetisches Paar die Grenze von 3 Kindern überschreitet kann den
überzähligen Kindern die tägliche
Nahrungsversorgung, die Gesundheitsversorgung, Ausbildung und die
Bereitstellung von Wohnraum entzogen werden. Diese Strafen wurden
unsystematisch umgesetzt und von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich
umgesetzt. 43
Es sollte betont werden, daß vor der Machtübernahme durch die Chinesen
für gar kein Kind irgendein solcher Service zur Verfügung stand.
Für die reichen Lamas und die säkularen Landlords stellte die kommunistische Intervention eine vollkommene Katastrophe dar.
Die meisten flohen ins Ausland wie es der Dalai Lama tat, dessen Flucht
vom CIA unterstützt wurde. Einige empfanden es als Horror, für ihren
Lebensunterhalt arbeiten zu müssen. Viele vermieden hingegen dies
Schicksal. Während der 60-ger Jahre erhielt die
tibetische Gemeinde im Exil 1,7 Millionen Dollar pro Jahr vom CIA, wie
sich aus Dokumenten des US-Außenministeriums ergibt, die 1998
veröffentlicht wurden. Nachdem diese Fakten publiziert worden waren,
gab die Organisation des Dalai Lamas selber in einer Erklärung zu, in
den 6o-ger Jahren Millionen
Dollar vom CIA erhalten zu haben, um bewaffnete Kommandos von
Exiltibetern nach Tibet zu schicken, um die maoistische Revolution zu
unterminieren. Der Dalai Lama persönlich erhielt vom CIA eine jährliche
Zuwendung von 186000 Dollar. Zusätzlich finanzierten ihn und andere
Exilanten der indische und der nepalesische Geheimdienst. Er hat eine
Erklärung verweigert zur Frage, ob er und seine Brüder für die CIA
gearbeitet haben. Der CIA hat eine Stellungnahme zu dieser Frage
ebenfalls verweigert. 44
1995 brachte der „News & Observer of Raleigh“ von Nordkalifornien ein Bild auf seiner Titelseite, was den Dalai Lama zeigt wie er vom reaktionären republikanischen Senator Jesse Helms umarmt wird. Dazu
gab es die Schlagzeile „Buddhistischer charismatischer Held für
religiöse Rechte“ 45. Im April 1999 forderte der Dalai Lama zusammen
mit Margaret Thatcher, Papst Johannes Paul II und George Bush I die
Freilassung von Augusto Pinochet, dem früheren faschistischen Diktator
von Chile und langjährigem CIA-Klient, der gerade England besuchte. Der
Dalai Lama forderte, daß Pinochet nicht gezwungen werden solle nach
Spanien zu gehen, wo auf ihn ein Gerichtsverfahren wegen Verletzung von
Verbrechen gegen die Menschlichkeit wartete.
Im 21. Jahrhundert lies der US Kongreß über die
Organisation „National Endowment for Democracy“ und andere
Tarngruppierungen, die mehr oder weniger angesehen sind wie der CIA,
jährlich 2 Millionen den Exiltibetern in Indien zukommen. Zusätzlich
flossen Millionen für „demokratische Aktivitäten“ innerhalb der
tibetischen Exilgemeinschaft. Zusätzlich zu diesen Geldern erhielt der
Dalai Lama Gelder vom Finanzhai Soros. 46
Welcher Art die Beziehungen des Dalai Lamas zum CIA und verschiedenen
Reaktionären waren und sind, r sprach oft vom Frieden, von Liebe und
Gewaltlosigkeit. Er persönlich kann nicht verantwortlich gemacht werden für die Zustände im alten Tibet; als er
ins Exil floh war er 25 Jahre alt. In einem Interview von 1994 sprach
er sich für den Bau von Schulen und Straßen in seinem Land aus. Er
erklärte, daß die unbezahlte Zwangsarbeit und bestimmte den Bauern
auferlegte Steuern „extrem schlecht“ gewesen seien. Weiterhin
missbilligte er, wie die Menschen in die Verschuldung getrieben wurden,
die teilweise über Generationen weitergereicht wurden. 47 Während
seines Aufenthalts in der westlichen Welt seit 50 Jahren hat er sich
für eingesetzt für Menschenrechte und Religionsfreiheit, Ideen, die im
alten Tibet weitgehend unbekannt waren. Er versprach sogar Demokratie
für Tibet mit einer Verfassung und einem Parlament. 48
Im Jahre 1996 verfasste der Dalai Lama eine Erklärung, die auf seine
Exilgemeinschaft einen verunsichernden Einfluß ausgeübt haben muss. Er
schrieb: „Der Marxismus begründet sich auf moralische Prinzipien,
während der Kapitalismus sich allein um Profit sorgt.“ Marxismus
fördere „die gerechte Nutzung der Produktionsmittel“ und sorge sich um
„das Schicksal der Arbeiterklasse“ und der „Opfer der...Ausbeutung. Aus
diesen Gründen zieht mich dies System an und…..ich halte mich für einen
halben Marxisten und halben Buddhisten.“ 49
Aber er sandte auch eine beruhigende Botschaft zu „denen, die im Überfluß leben“. „Es
ist eine gute Sache reich zu sein….Es handelt sich um die Früchte
verdienstvoller Handlungen, es ist der Beweis dafür, daß sie in der
Vergangenheit großzügig gewesen sind.“ Und die Armen mahnte er: „Es
gibt keinen guten Grund dafür, bittere Gefühle zu entwickeln und gegen
diejenigen zu rebellieren, die Besitz haben und ein gutes Schicksal….Es
ist besser eine positive Einstellung hierzu zu entwickeln,“ 50
In 2005 unterzeichnete der Dalai Lama zusammen mit zehn weiteren
Nobelpreisträgern eine weit verbreitete Erklärung, die die
„unverzichtbaren und fundamentalen Menschenrechte“ der arbeitenden
Menschen der ganzen Welt einforderte.
Die Erklärung fordert die Arbeiter auf, Gewerkschaften zu bilden, um
ihre Interessen zu vertreten in Übereinstimmung mit der allgemeinen
Erklärung der UN zu den Menschenrechten. In vielen Ländern seien „diese
fundamentalen rechte armselig sichergestellt und in einigen
ausdrücklich außer Kraft gesetzt oder brutal unterdrückt“ heißt es in
der Erklärung. Burma, China, Kolumbien, Bosnien und wenige andere
Länder wurden explizit erwähnt als Länder, die am meisten die
Menschenrechte verletzen. Sogar in den USA „gebe es keinen adäquaten
Schutz der Rechte der Arbeiter auf Bildung von Gewerkschaften und
Streik. Millionen von US-Arbeitern fehlt es an gesetzlichen Schutz Gewerkschaften zu gründen…“ 51
Der Dalai Lama sprach auch seine volle Unterstützung aus für die
Abschaffung der traditionellen Hindernisse, die tibetische Nonnen von
Bildung abhielten. Bei seiner Flucht konnten nur wenige Nonnen lesen
und schreiben. In Tibet bestand ihre tägliche Aktivität darin zu beten
und zu singen. In Nordindien hingegen begannen sie Bücher über
buddhistische Philosophie zu lesen, theologische Studien zu betreiben
und zu debattieren, Unternehmungen, die im alten Tibet den Mönchen
vorbehalten waren. 52
Im November 2005 sprach der Dalai Lama an der Stanford Universität über „Das Wesen der Gewaltlosigkeit“, verurteilte jedoch Gewalt nicht prinzipiell. Gewalt,
die ausgeübt werde, um künftiges Leid zu lindern, sei nicht zu
verurteilen. Als Beispiel führte er den zweiten Weltkrieg an, der das
Ziel gehabt habe, die Demokratie zu retten. Ihm wurde die Frage dann
gestellt, wie seine Haltung zum Irakkrieg sei nach 4 Jahren Gemetzel
und groß angelegter Zerstörung des Landes, zu einem Krieg,
der von der Mehrzahl der Menschen in der Welt verurteilt werde - sogar vom konservativen Papst - als
eine offene Verletzung des internationalen Rechts und als Verbrechen
gegen die Menschlichkeit. Der Dalai Lama war unentschieden:
„Es ist zu früh zu sagen, ob der Irakkrieg richtig oder falsch ist“. 53
Zuvor hatte er sich für die US-Intervention in Jugoslawien ausgesprochen
und für die Intervention in Afghanistan. 54
Anmerkungen:
25
Goldstein,
The Snow Lion and the Dragon, 52.
26
Heinrich
Harrer, Return to Tibet
(New York: Schocken, 1985),
27
See
Kenneth Conboy and James Morrison, The CIA's Secret War in Tibet (Lawrence,
Kansas: University
of Kansas Press, 2002); and William
Leary, "Secret Mission to Tibet,"
Air & Space, December 1997/January 1998.
28
On
the CIA's links to the Dalai Lama and his family and entourage, see Loren
Coleman, Tom Slick and the Search for the Yeti (London: Faber and
Faber, 1989).
29
Leary,
"Secret Mission to Tibet."
30
Hugh
Deane, "The Cold War in Tibet,"
CovertAction Quarterly (Winter 1987).
31
George
Ginsburg and Michael Mathos Communist China
and Tibet (1964),
quoted in Deane, "The Cold War in Tibet." Deane notes that
author Bina Roy reached a similar conclusion.
32
See
Greene, A Curtain of Ignorance, 248 and passim; and Grunfeld, The
Making of Modern Tibet, passim.
33
Harrer,
Return to Tibet,
54.
34
Karan,
The Changing Face of Tibet, 36-38, 41, 57-58; London Times, 4
July 1966.
35
Gelder
and Gelder, The Timely Rain, 29 and 47-48.
36
Tendzin
Choegyal, "The Truth about Tibet,"
Imprimis (publication of Hillsdale
College, Michigan),
April 1999.
37
Karan,
The Changing Face of Tibet,
52-53.
38
Elaine
Kurtenbach, Associate Press report, 12 February 1998.
39
Goldstein,
The Snow Lion and the Dragon, 47-48.
40
Curren,
Buddha's Not Smiling, 8.
41
San Francisco Chonicle, 9 January 2007.
42
Report
by the International Committee of Lawyers for Tibet,
A Generation in Peril (Berkeley
Calif.: 2001), passim.
43
International
Committee of Lawyers for Tibet,
A Generation in Peril, 66-68, 98.
44
im
Mann, "CIA Gave Aid to Tibetan Exiles in '60s, Files Show," Los
Angeles Times, 15 September 1998; and New York Times, 1 October, 1998.
45
News
& Observer, 6 September 1995, cited in Lopez, Prisoners of Shangri-La,
3.
46
Heather
Cottin, "George Soros, Imperial Wizard," CovertAction Quarterly
no. 74 (Fall 2002).
47
Goldstein,
The Snow Lion and the Dragon, 51.
48
Tendzin
Choegyal, "The Truth about Tibet."
49
The
Dalai Lama in Marianne Dresser (ed.), Beyond Dogma: Dialogues and
Discourses (Berkeley, Calif.: North Atlantic Books, 1996)
50
These
comments are from a book of the Dalai Lama's writings quoted in Nikolai
Thyssen, "Oceaner af onkel Tom," Dagbladet Information, 29
December 2003, (translated for me by Julius Wilm). Thyssen's review (in Danish)
can be found at http://www.information.dk/Indgang/VisArkiv.dna?pArtNo=20031229154141.txt.
51
"A
Global Call for Human Rights in the Workplace," New York Times,
6 December 2005.
52
San Francisco Chronicle, 14 January 2007.
53
San Francisco Chronicle, 5 November 2005.
54
Times of India 13 October 2000; Samantha Conti's report, Reuter, 17 June 1994; Amitabh
Pal, "The Dalai Lama Interview," Progressive, January 2006.
|