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Freundlicher Feudalismus: Der Tibet-Mythos - Teil 2 PDF Drucken E-Mail
von Michael Parenti - www.michaelparenti.org    26.03.2008 - bisherige Aufrufe: 4024

gangdruk.jpg2. Säkularisierung und Spiritualität

Wie veränderte sich Tibet nachdem die Chinesen 1951 nach Tibet kamen ? Der damalige Vertrag sah vordergründige Selbstverwaltung vor unter der Herrschaft des Dalai Lamas, gab China aber die militärische Oberhoheit sowie das exklusive Recht zur Gestaltung der Außenpolitik. Den Chinesen wurde in der Innenpolitik das recht gewährt „soziale Reformen voran zutreiben“. Zu den ersten Veränderungen gehörten die Reduzierung von Wucherzinsen und der Bau einiger Krankenhäuser und Straßen. Zu Beginn gingen sie langsam vor und verließen sich hauptsächlich auf Überzeugungsarbeit. Kein aristokratischer oder klösterlicher Besitz wurde enteignet und die feudalen Landlords setzten ihre Herrschaft über ihre Leibeigenen Bauern fort. „Entgegen allgemeiner Überzeugung im Westen“ stellt ein Beobachter fest „achteten die Chinesen sehr darauf, vor der tibetischen Kultur und Religion Respekt zu zeigen“ 25

Jahrhunderte lang hatten die tibetischen Landlords und Lamas Chinesen kommen und gehen sehen und erfreuten sich guter Beziehungen zu Generalissimo Chiang Kaishek und seiner reaktionären Kuomintang Herrschaft in China. 26  Die Anerkennung durch die Kuomintang-Regierung war nötig, um die Wahl des Dalai Lamas und des Panchen Lamas zu legitimieren. Als der gegenwärtige 14. Dalai Lama in Lhasa eingesetzt
wurde, geschah dies in Übereinstimmung mit einer jahrhundertealten Tradition mit Hilfe einer bewaffneten Eskorte chinesischer Truppen und unter Anwesenheit eines chinesischen Ministers. Die tibetischen Landlords und Lamas störten sich zu Beginn der 50ger Jahre allein daran, daß es sich bei den neuen Chinesen um Kommunisten handelte. Sie fürchteten, daß es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis daß diese ihr kollektiv- egalitäres System auf Tibet übertragen würden

Die Lage spitzte sich 1956/57 zu als bewaffnete tibetische Banden Konvois der chinesischen Volksbefreiungsarmee angriffen. Der Aufstand erhielt extensive Unterstützung von der CIA, einschließlich militärischem Training, Unterstützungscamps in Nepal und zahlloser Versorgungsflüge. 27  Währenddessen vertrat in den USA die „American Society for a Free Asia“, eine CIA-finanzierte Front, mit großer Energie publizistische die Sache des tibetischen Widerstandes, bei dem der älteste Bruder des Dalai Lama, Thubtan Norbu, eine aktive Rolle spielte. Der zweitälteste Bruder, Gyalo Thondup, organisierte 1951 eine Geheimdienstoperation mit dem CIA. Diese Truppe baute er später aus zu einer CIA-trainierten Guerillaeinheit, deren Rekruten mit Fallschirmen zurück nach Tibet gebracht wurden. 28

kaempfer.jpg Viele Teilnehmer solcher Kommandos und Agenten, die der CIA ins Land einschleuste, waren Spitzenvertreter aristokratischer Clans oder deren Söhne. Von 90% dieser Agenten hörte man nie wieder etwas laut Berichten der CIA, was bedeutet, daß sie höchstwahrscheinlich gefangen genommen und umgebracht wurden. 29   „Viele Lamas und Laienvertreter der Elite und ein großer Teil der tibetischen Armee schloß sich dem Aufstand an, jedoch nicht die Mehrheit der Bevölkerung, was die Ursache des Misserfolgs war.“  schreibt Hugh Deane. 30  In ihrem Buch über Tibet kommen Ginsburg und Mathos zu einer ähnlichen Einschätzung: „So weit es in Erfahrung zu bringen ist schloss sich die große Mehrzahl der einfachen Leute in Lhasa und auf dem Land nicht dem Aufstand gegen die Chinesen an  - wder zu Beginn noch später“ 31 Letzten Endes scheiterte der Aufstand.

Welche Fehler auch immer die Chinesen nach 1959  begingen und welche Unterdrückungen sie verursachten, fest steht, daß sie die Sklaverei abschafften sowie die Leibeigenschaft als System unbezahlter Arbeit. Sie schafften die vielen erdrückenden Steuern ab, begannen Arbeitsprojekte und minimierten Arbeitslosigkeit und Bettelwesen. Sie errichteten sekulare Schulen und brachen so das Bildungsmonopol der Klöster. Und sie führten fließendes Wasser und Elektrizität in Lhasa ein. 32

Heinrich Harrer ( der später als Unteroffizier von Hitlers SS entlarvt wurde) schrieb einen Bestseller über seine Erfahrungen in Tibet,
was Vorlage wurde für einen populären Hollywoodfilm. Er berichtete, daß die Tibeter, die sich dem Widerstand gegen die Chinesen anschlossen „überwiegend Adelige waren, Halbadelige oder Lamas; ihre Strafe bestand darin, die einfachsten Arbeiten zu verrichten wie Straßen und Brücken zu bauen. Sie wurden ferner dadurch gedemütigt, daß sie die Stadt zu säubern hatten bevor die Touristen kamen.“ Sie mußten auch in einem Camp leben, das zuvor Bettlern und Vagabunden vorbehalten war. All dies dient Harrer als Beweis für die furchtbare Natur der chinesischen Besatzung. 33

1961 enteigneten die chinesischen Besatzungsbehörden die Besitztümer
der Landlords und Lamas. Sie verteilten tausende von Hektar Land an landlose  Bauern und ehemalige Pächter, die sie in hunderte von Kommunen neu organisierten. Die Herden, die einst  dem Adel gehörten, wurden Kollektiven von armen Hirten übergeben. Es kam zu Verbesserungen bei der Tierzucht und neue Sorten Gemüse, Weizen und Gerste wurden eingeführt in Verbindung mit Verbesserungen des Bewässerungssystems. All dies führte zu einem Wachstum der Agrarproduktion. 34

Viele Bauern blieben so religiös wie immer, füllten die Klingelbeutel des Klerus. Doch Mönche, die als Kinder in die religiösen Orden verbracht worden waren nun frei, dem Klosterleben zu entsagen, was tausende taten  - besonders die jungen. Der verbleibende Klerus lebte von bescheidener Unterstützung durch die Regierung und erwirtschaftete ein Extraeinkommen durch den Verkauf seiner Dienstleistung bei Gebetszeremonien, Hochzeiten und Todesfällen. 35

Sowohl der Dalai Lama als auch sein Berater und jüngster Bruder, Tendzin Choegyal,  klagten, daß „mehr als 1,2 Millionen Tibeter im Zuge der chinesischen Besatzung umkamen“. 36  Der offizielle Zensus von 1953  -  sechs Jahre vor der chinesischen Machtübernahme  -  beziffert die
gesamte tibetische Bevölkerung auf 1,274,000. 37  Ein anderer Zensus geht von ca. 2 Millionen Einwohnern Tibets aus. Wenn die Chinesen in den frühen 60-ger Jahren 1,2 Millionen Tibeter umgebracht hätten, wäre ganz Tibet weitgehend entvölkert worden und umgewandelt worden in ein Schlachtfeld mit Todescamps und Massengräbern. Dafür gib es nicht den geringsten Hinweis. Die kleine chinesische Truppe in Tibet hätte so viele Menschen niemals zusammentreiben und einfangen können, selbst wenn sie sich mit nichts anderem beschäftigt hätte.

Chinesische Verantwortliche verweisen darauf, daß sie die Strafen der Auspeitschungen, Verstümmelungen und Amputationen abgeschafft hätten. Die Exiltibeter hingegen gingen brutalst
gegen sie vor. Die chinesischen Verantwortlichen geben „Fehler“ besonders während der Kulturrevolution 1966-76 zu, als die Verfolgung  religiösen Glaubens einen Höhepunkt in China wie in Tibet erreichte. Seit dem Aufstand Ende der 50ger Jahre wurden tausende Tibeter eingekerkert. Währen des „Großen Sprungs nach vorn“ wurden den tibetischen Bauern verschärfte Kollektivierung und der Anbau von Getreide aufgezwungen mit teilweise disaströser Folge für die Produktion. In den späten 70-gern minderte China die Kontrolle und versuchte einen Teil des Schadens der zwei Jahrzehnte davor rückgängig zu machen. 38

1980 initiierte die chinesische Regierung Reformen, die das Ziel verfolgten, den
Tibetern mehr Selbstverwaltung zu gewähren. Tibetern war es nun erlaubt, privates Land zu bebauen, die Ernte zu verkaufen, selbst zu entscheiden, welche Feldfrüchte angebaut werden und Yaks und Schafe zu halten. Kommunikation mit der Außenwelt wurde wieder erlaubt, die Grenzkontrollen erleichtert, damit einige Tibeter Verwandte in Indien und Nepal besuchen konnten. 39 Seit dem Beginn der 80-ger Jahre begannen viele der führenden Lamas zwischen China und dem Exilgemeinden im Ausland hin– und herzupendeln, um so „den Wiederaufbau ihrer Klöster in Tibet und die Wiederbelebung des Buddhismus in Tibet herbeizuführen.“ 40

Im Jahre 2007 wird der tibetische
Buddhismus verbreitet praktiziert und von offizieller Seite toleriert. Religiöse Pilgerfahrten und andere Formen der Andacht werden innerhalb bestimmter Grenzen toleriert. Alle Mönche und Nonnen müssen eine Loyalitätserklärung unterschreiben, daß sie ihre religiöse Position nicht ausnutzen, Separatismus zu schüren. Ferner wurde das Zeigen von Bildern des Dalai Lama für illegal erklärt. 41

chinagefsengnis.jpgIn den 90-gern  begannen sich Han-Chinesen, die 95% von Chinas Bevölkerung ausmachen, in nennenswerter Menge in Tibet niederzulassen. In den Straßen von Lhasa und Shigatse sind die Zeichen der Han-Kolonisation leicht erkennbar. Chinesen betreiben die Fabriken und viele Geschäfte. Große Geschäftshäuser und Einkaufscenter wurden errichtet mit Mitteln, die  sicherlich besser für Wohnprojekte und Bewässerungsanlagen investiert worden wären. Chinesische Kader in Tibet vertraten allzu oft die Auffassung, ihre tibetischen Nachbarn seien rückständig und faul, die benötigten ökonomische Entwicklungshilfe und „patriotische Erziehung“ Während der 90-ger wurden Angestellte der tibetischen Regierung entlassen beim Verdacht sie sympathisierten mit nationalen Ideen. Es wurden Kampagnen gestartet, den Dalai Lama zu diskreditieren. Einzelne Tibeter wurden verhaftet,  ins Gefängnis gesteckt und zu Zwangsarbeit verurteilt auf Grund von separatistischen Aktivitäten und Engagement in „politischer Subversion“. Einige wurden gefangen gehalten ohne ausreichende Ernährung, Wasser und Decken; si wurden bedroht, geschlagen und anderen Misshandlungen ausgesetzt. 42

Tibetische Geschichte, Kultur und sicherlich Religion werden in den Schulen  nur am Rande unterrichtet. Die Unterrichtsmaterialien, obwohl ins Tibetische übersetzt, konzentrieren sich hauptsächlich auf die chinesische Geschichte und Kultur. Die chinesische Familienplanung sieht eine Grenze vor bei drei Kindern. ( Für Hanfamilien liegt diese Grenze in ganz China bei einem Kind und bei zwei Kindern bei ländlichen Hanfamilien, (wenn deren erstes Kind ein Mädchen ist). Wenn ein tibetisches Paar die Grenze von 3 Kindern überschreitet kann den überzähligen Kindern die
tägliche Nahrungsversorgung, die Gesundheitsversorgung, Ausbildung und die Bereitstellung von Wohnraum entzogen werden. Diese Strafen wurden unsystematisch umgesetzt und von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich umgesetzt. 43
Es sollte betont werden, daß vor der Machtübernahme durch die Chinesen für gar kein Kind irgendein solcher Service zur Verfügung stand.

Für die reichen Lamas und die säkularen Landlords stellte die kommunistische Intervention eine vollkommene Katastrophe  dar. Die meisten flohen ins Ausland wie es der Dalai Lama tat, dessen Flucht vom CIA unterstützt wurde. Einige empfanden es als Horror, für ihren Lebensunterhalt arbeiten zu müssen. Viele vermieden hingegen dies Schicksal.  Während der 60-ger Jahre erhielt die tibetische Gemeinde im Exil 1,7 Millionen Dollar pro Jahr vom CIA, wie sich aus Dokumenten des US-Außenministeriums ergibt, die 1998 veröffentlicht wurden. Nachdem diese Fakten publiziert worden waren, gab die Organisation des Dalai Lamas selber in einer Erklärung zu, in den 6o-ger Jahren Millionen Dollar vom CIA erhalten zu haben, um bewaffnete Kommandos von Exiltibetern nach Tibet zu schicken, um die maoistische Revolution zu unterminieren. Der Dalai Lama persönlich erhielt vom CIA eine jährliche Zuwendung von 186000 Dollar. Zusätzlich finanzierten ihn und andere Exilanten der indische und der nepalesische Geheimdienst. Er hat eine Erklärung verweigert zur Frage, ob er und seine Brüder für die CIA gearbeitet haben. Der CIA hat eine Stellungnahme zu dieser Frage ebenfalls verweigert. 44

1995 brachte der „News & Observer of Raleigh“ von Nordkalifornien ein Bild auf seiner Titelseite, was den Dalai
Lama zeigt wie er vom reaktionären republikanischen Senator Jesse Helms umarmt wird.  Dazu gab es die Schlagzeile „Buddhistischer charismatischer Held für religiöse Rechte“ 45. Im April 1999 forderte der Dalai Lama zusammen mit Margaret Thatcher, Papst Johannes Paul II und George Bush I die Freilassung von Augusto Pinochet, dem früheren faschistischen Diktator von Chile und langjährigem CIA-Klient, der gerade England besuchte. Der Dalai Lama forderte, daß Pinochet nicht gezwungen werden solle nach Spanien zu gehen, wo auf ihn ein Gerichtsverfahren wegen Verletzung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit wartete.

Im 21. Jahrhundert lies der
US Kongreß über  die Organisation „National Endowment for Democracy“ und andere Tarngruppierungen, die mehr oder weniger angesehen sind wie der CIA, jährlich 2 Millionen den Exiltibetern in Indien zukommen. Zusätzlich flossen Millionen für „demokratische Aktivitäten“ innerhalb der tibetischen Exilgemeinschaft. Zusätzlich zu diesen Geldern erhielt der Dalai Lama Gelder vom Finanzhai Soros. 46

Welcher Art die Beziehungen des Dalai Lamas zum CIA und verschiedenen Reaktionären waren und sind, r sprach oft vom Frieden, von Liebe und Gewaltlosigkeit. Er persönlich kann nicht  verantwortlich gemacht werden für die Zustände im alten Tibet; als er
ins Exil floh war er 25 Jahre alt. In einem Interview von 1994 sprach er sich für den Bau von Schulen und Straßen in seinem Land aus. Er erklärte, daß die unbezahlte Zwangsarbeit und bestimmte den Bauern auferlegte Steuern „extrem schlecht“ gewesen seien. Weiterhin missbilligte er, wie die Menschen in die Verschuldung getrieben wurden, die teilweise über Generationen weitergereicht wurden. 47  Während seines Aufenthalts in der westlichen Welt seit 50 Jahren hat er sich für eingesetzt für Menschenrechte und Religionsfreiheit, Ideen, die im alten Tibet weitgehend unbekannt waren. Er versprach sogar Demokratie für Tibet mit einer Verfassung und einem Parlament. 48

Im Jahre 1996 verfasste der Dalai Lama eine Erklärung, die auf seine Exilgemeinschaft einen verunsichernden Einfluß ausgeübt haben muss. Er schrieb: „Der Marxismus begründet sich auf moralische Prinzipien, während der Kapitalismus sich allein um Profit sorgt.“  Marxismus fördere „die gerechte Nutzung der Produktionsmittel“ und sorge sich um „das Schicksal der Arbeiterklasse“ und der „Opfer der...Ausbeutung. Aus diesen Gründen zieht mich dies System an und…..ich halte mich für einen halben Marxisten und halben Buddhisten.“ 49

Aber er sandte auch eine beruhigende Botschaft zu „denen, die im Überfluß leben“. „
Es ist eine gute Sache reich zu sein….Es handelt sich um die Früchte verdienstvoller Handlungen, es ist der Beweis dafür, daß sie in der Vergangenheit großzügig gewesen sind.“ Und die Armen mahnte er: „Es gibt keinen guten Grund dafür, bittere Gefühle zu entwickeln und gegen diejenigen zu rebellieren, die Besitz haben und ein gutes Schicksal….Es ist besser eine positive Einstellung hierzu zu entwickeln,“ 50

In 2005 unterzeichnete der Dalai Lama zusammen mit zehn weiteren Nobelpreisträgern eine weit verbreitete Erklärung, die die „unverzichtbaren und fundamentalen Menschenrechte“ der arbeitenden Menschen der ganzen Welt
einforderte. Die Erklärung fordert die Arbeiter auf, Gewerkschaften zu bilden, um ihre Interessen zu vertreten in Übereinstimmung mit der allgemeinen Erklärung der UN zu den Menschenrechten. In vielen Ländern seien „diese fundamentalen rechte armselig sichergestellt und in einigen ausdrücklich außer Kraft gesetzt oder brutal unterdrückt“ heißt es in der Erklärung. Burma, China, Kolumbien, Bosnien und wenige andere Länder wurden explizit erwähnt als Länder, die am meisten die Menschenrechte verletzen. Sogar in den USA „gebe es keinen adäquaten Schutz der Rechte der Arbeiter auf Bildung von Gewerkschaften und Streik. Millionen von US-Arbeitern fehlt es an gesetzlichen Schutz Gewerkschaften zu gründen…“ 51

Der Dalai Lama sprach auch seine volle Unterstützung aus für die Abschaffung der traditionellen Hindernisse, die tibetische Nonnen von Bildung abhielten. Bei seiner Flucht konnten nur wenige Nonnen lesen und schreiben. In Tibet bestand ihre tägliche Aktivität darin zu beten und zu singen. In Nordindien hingegen begannen sie Bücher über buddhistische Philosophie zu lesen, theologische Studien zu betreiben und zu debattieren, Unternehmungen, die im alten Tibet den Mönchen vorbehalten waren. 52

Im November 2005 sprach der Dalai Lama an der Stanford Universität über „Das Wesen
der Gewaltlosigkeit“, verurteilte jedoch Gewalt nicht prinzipiell.  Gewalt, die ausgeübt werde, um künftiges Leid zu lindern, sei nicht zu verurteilen. Als Beispiel führte er den zweiten Weltkrieg an, der das Ziel gehabt habe, die Demokratie zu retten. Ihm wurde die Frage dann gestellt, wie seine Haltung zum Irakkrieg sei nach 4 Jahren Gemetzel und groß angelegter Zerstörung des Landes, zu einem Krieg, der von der Mehrzahl der Menschen in der Welt verurteilt werde  -  sogar vom konservativen Papst  -  als eine offene Verletzung des internationalen Rechts und als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Dalai Lama war unentschieden: „Es ist zu früh zu sagen, ob der Irakkrieg richtig oder falsch ist“. 53 Zuvor hatte er sich für die US-Intervention in Jugoslawien ausgesprochen und für die Intervention in Afghanistan. 54

Anmerkungen:

25    Goldstein, The Snow Lion and the Dragon, 52.

26    Heinrich Harrer, Return to Tibet (New York: Schocken, 1985),

27    See Kenneth Conboy and James Morrison, The CIA's Secret War in Tibet (Lawrence, Kansas: University of Kansas Press, 2002); and William Leary, "Secret Mission to Tibet," Air & Space, December 1997/January 1998.

28    On the CIA's links to the Dalai Lama and his family and entourage, see Loren Coleman, Tom Slick and the Search for the Yeti (London: Faber and Faber, 1989).

29    Leary, "Secret Mission to Tibet."

30    Hugh Deane, "The Cold War in Tibet," CovertAction Quarterly (Winter 1987).

31    George Ginsburg and Michael Mathos Communist China and Tibet (1964), quoted in Deane, "The Cold War in Tibet." Deane notes that author Bina Roy reached a similar conclusion.

32    See Greene, A Curtain of Ignorance, 248 and passim; and Grunfeld, The Making of Modern Tibet, passim.

33    Harrer, Return to Tibet, 54.

34    Karan, The Changing Face of Tibet, 36-38, 41, 57-58; London Times, 4 July 1966.

35    Gelder and Gelder, The Timely Rain, 29 and 47-48.

36    Tendzin Choegyal, "The Truth about Tibet," Imprimis (publication of Hillsdale College, Michigan), April 1999.

37    Karan, The Changing Face of Tibet, 52-53.

38    Elaine Kurtenbach, Associate Press report, 12 February 1998.

39    Goldstein, The Snow Lion and the Dragon, 47-48.

40    Curren, Buddha's Not Smiling, 8.

41    San Francisco Chonicle, 9 January 2007.

42    Report by the International Committee of Lawyers for Tibet, A Generation in Peril (Berkeley Calif.: 2001), passim.

43    International Committee of Lawyers for Tibet, A Generation in Peril, 66-68, 98.

44    im Mann, "CIA Gave Aid to Tibetan Exiles in '60s, Files Show," Los Angeles Times, 15 September 1998; and New York Times, 1 October, 1998.

45    News & Observer, 6 September 1995, cited in Lopez, Prisoners of Shangri-La, 3.

46    Heather Cottin, "George Soros, Imperial Wizard," CovertAction Quarterly no. 74 (Fall 2002).

47    Goldstein, The Snow Lion and the Dragon, 51.

48    Tendzin Choegyal, "The Truth about Tibet."

49    The Dalai Lama in Marianne Dresser (ed.), Beyond Dogma: Dialogues and Discourses (Berkeley, Calif.: North Atlantic Books, 1996)

50    These comments are from a book of the Dalai Lama's writings quoted in Nikolai Thyssen, "Oceaner af onkel Tom," Dagbladet Information, 29 December 2003, (translated for me by Julius Wilm). Thyssen's review (in Danish) can be found at http://www.information.dk/Indgang/VisArkiv.dna?pArtNo=20031229154141.txt.

51    "A Global Call for Human Rights in the Workplace," New York Times, 6 December 2005.

52    San Francisco Chronicle, 14 January 2007.

53    San Francisco Chronicle, 5 November 2005.

54    Times of India 13 October 2000; Samantha Conti's report, Reuter, 17 June 1994; Amitabh Pal, "The Dalai Lama Interview," Progressive, January 2006.



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