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Sadr ruft zu Massendemonstration gegen die Besatzung am 9. April auf PDF Drucken E-Mail
von Hans Andresch    03.04.2008 - bisherige Aufrufe: 1355

sadrdemo1.jpgNach der militärischen Niederlage von Malikis Marionettenregime bei seinem Versuch, die Kontrolle über den Süden Iraks, das Öl und die Stadt Basra zu erringen, geht Muqtada al-Sadr in die politische Offensive, indem er zu einer Massendemonstration gegen die imperialistische Besatzung mobilisiert. In einer Erklärung ruft Sadr Sunniten, Shiiten und Kurden auf, gemeinsam am 5. Jahrestag des Falls von Baghdad in Najaf zu demonstrieren.

„Die Zeit ist gekommen, laut eure Stimme zu erheben gegen die ungerechten Besatzer, gegen die Feinde des Volkes und der Humanität und gegen die schrecklichen Massaker, die sie gegen unser Volk verübt haben", heißt es in der Erklärung.

Sadr rief die Menschen auf, die irakischen Nationalfahne zu zeigen als Symbol der Einheit und die Unabhängigkeit des Landes zu fordern.

Die Marionettenregierung erklärte, sie werde nicht versuchen den Marsch zu behindern, solange er friedlich verlaufe. Gleichzeitig kündigte Maliki weitere Angriffe auf die Hochburgen der Massenbewegung im Südirak an. Gegenüber Reportern bediente er sich der gleichen großmäuligen Sprache wie vor seinem gescheiterten Versuch, Basra einzunehmen. Er sagte, er könne und werde in der gleichen Weise wie in Basra auch in anderen Städten vorgehen und nannte speziell mit Shula und Sadr City zwei Hochburgen der Sadrbewegung. „Basra war ein Gefängnis und nun ist es frei" sagte Maliki. „Andere Städte benötigen die gleiche Schlacht und ebenso diverse Viertel von Bagdhad, die sich noch in den Hämnden dieser Gangster befinden". 

Ein Vertreter Sadrs im Marionettenparlament sagte dazu, Maliki „muss aufhören mit dem Feuer zu spielen oder der Sadrblock und die Mehdiarmee sind bereit für diese Schlacht, eine entscheidende Schlacht".

Sadr kündigte Vergeltung an, wenn Maliki nicht sofort damit aufhöre, seine Anhänger zu verhaften. Die Marionettenregierung habe ihn in eine unmögliche Situation gebracht, indem sie von ihm fordere, auf seine Anhänger einzuwirken, ihre militärische und politische Opposition aufzugeben und gleichzeitig ihre Verhaftung und Tötung zu ignorieren.

Damit machte Sadr deutlich, wie schwierig es für ihn ist,  gleichzeitig die Massenbewegung unter Kontrolle zu halten und zu versuchen, beim „politischen Prozeß" mitzuwirken. So wird die Strategie der Besatzer umschrieben, das Land nach ethnischen und religiösen Unterschieden zu spalten und die Führer der jeweiligen Gruppen zu korrumpieren und in das Marionettenregime zu integrieren.

Die Niederlage Malikis in Basra ist ein Fanal des Scheiterns dieser Strategie. Man ging und geht trotz der Mitarbeit Sadrs, trotz seines einseitigen Waffenstillstandes vom letzten Sommer, trotz all seiner Demutsgesten systematisch und zuletzt ganz offen gegen seine Kämpfer und die Massenbewegung vor, da man nicht glaubt, daß er in der Lage ist sie zu kontrollieren.

Angesichts eines fulminanten militärischen Sieges seiner Kämpfer und der Massenbewegung in Basra und dem ganzen Land in der Mitte und im Süden, angesichts dessen, daß bereits Teile der Marionettenarmee zu den Aufständischen überliefen, in einer Situation als Bush bereits erklärte, Maliki habe eigenmächtig gehandelt, war man gezwungen die Notbremse zu ziehen und über Iran Druck auf Sadr auszuüben. Daraufhin verschenkte dieser den Sieg der Bewegung und rief seine siegreichen Kämpfer auf, sich zurückzuziehen.

Das ermöglicht es jetzt dem Kretin Maliki sich erneut aufzublähen und unbeirrt gegen die Massen und die Sadrkämpfer vorzugehen. Es zeigt aber auch, daß die Massen sich nur auf sich selbst verlassen können. Die oft so wortradikalen Mullahs in Teheran verfolgen längst die Strategie sich mit den USA und ihrem Marionettenregime und damit mit der Besatzung und der imperialistischen Ausplünderung der Bodenschätze zu arrangieren.

Sadr wird sich entscheiden müssen, ob er weiterhin auf der Seite des Widerstandes steht, auch wenn er dadurch die wütende Verfolgung der Imperialisten und all ihrer Marionetten auf sich zieht und es ihn sogar in Gegensatz zu Teheran bringt.

Dies scheint ihm bewußt zu sein. In einem Interview erklärte er vor wenigen Tagen:
„Bei einem Treffen mit Khamenei ... teilte ich ihm mit, daß wir zwar dieselbe Ideologie haben, aber nicht dieselbe politische und militärische Zielsetzung, daß ich kein Anhängsel von Iran bin und daß es negative Dinge gab, die Iran im Irak tat"
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