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Hungeraufstand von 20000 TextilarbeiterInnen in Bangladesh PDF Drucken E-Mail
von LZ    13.04.2008 - bisherige Aufrufe: 4371

demo.jpgArmee greift ein

Am Samstag protestierten in Dhaka mehr als 20000 TextilarbeiterInnen gegen den unaufhaltsamen Anstieg der Lebensmittelpreise und für Lohnerhöhungen.

Die Arbeiter aus mehr als einem Dutzend Textilfabriken  setzten sich gegen die Spezialeinheiten der Polizei zur Wehr, die mit Tränengas, Schlagstockeinsätzen und Warnschüssen versuchten den Protest zu unterdrücken. Die Arbeiter wehrten sich mit Steinwürfen, errichteten Barrikaden.Es wurden über 100 Arbeiter verletzt. Schließlich wurde der Aufstand durch den Einsatz der Armee niedergeschlagen.

Die hungernden Arbeiter hatten sich teilweise die Nahrungsmittel aus den Geschäften geholt, in denen diese in ausreichender Menge aber zu unbezahlbar hohen Preisen vorhanden waren.

40% der 144 Millionen Einwohner Bangladeshs leben von weniger als einem Dollar am Tag. Die Arbeiter in den Textilfabriken erhalten einen der niedrigsten Löhne weltweit. Der Monatsverdienst beträgt nur 23,6 Dollar, die Hälfte des Hungerlohnes in Vietnam. In Bangladesh arbeiten 2 Millionen Menschen in der Textilindustrie. 85% sind Frauen. Allein für Reis muss eine Arbeiterin ca. 70% ihres Monatsverdienstes ausgeben, um nicht  zu verhungern .

In den Textilfabriken von Bangladesh werden Markenprodukte von Levis, Tesco, Varrefour und H&M zu niedrigsten Kosten hergestellt.

Der Präsident der Gewerkschaft der Textilarbeiter erklärte, daß 2006 der Mindestlohn auf 25 $ festgelegt wurde, seitdem aber die Preise für Reis und andere Nahrungsmittel sich verdoppelt und verdreifacht hätten.

textilfabrik.jpg Die Kapitalisten der Textilfabriken hatten alle Forderungen nach Lohnerhöhungen zurückgewiesen und verwiesen auf fallende Weltmarktpreise für Textilien und den Konkurrenzkampf mit China.

Die Reis produzierenden Länder Asiens sind nicht mehr in der Lage, ihre Bevölkerung mit eigener Produktion zu ernähren und mußten den Export von Reis stoppen.

Ursache dieser Verknappung ist vor allem das Interesse des internationalen spekulativen Finanzkapitals am Investment in Nahrungsmittel. Diese werden in großen Mengen aufgekauft und gehortet, um die Preise hoch zu treiben. Auf diese Weise stieg der Weltmarktpreis für eine Tonne Reis von 500 auf 1000 $.

Um ihre Bevölkerung zu ernähren sind die Reis produzierenden Länder Asiens inzwischen
gezwungen Reis zu  hohen Weltmarktpreisen zu importieren und geben diese an die Bevölkerung weite.  Davon ist in erster Linie Bangladesh betroffen, für dessen Bevölkerung Reis das Hauptnahrungsmittel darstellt.

 

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Letzte Aktualisierung ( 13.04.2008 )
 
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