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Finanzkrise weitet sich aus PDF Drucken E-Mail
von Francis Byrne    08.05.2008 - bisherige Aufrufe: 5790

usdebt.gifFinanz- und Bankenkrise offenbart Weltwirtschaftskrise 

Weiter geht es mit den Bankverlusten: Die Bayern LB meldet weitere 770 Millionen Euro Verlust, die Commerzbank meldet einen Gewinneinbruch von 54 Prozent. Die Deutsche Bank macht im ersten Quartal 2008 einen Verlust vor Steuern von rund 1,60 Milliarden Euro. Die Krise ist längst nicht vorbei ... sie weitet sich aus. Es vergeht kein Tag an dem nicht neue Horrormeldungen aus dem Wirtschafts- und Finanzsektor verkündet werden. Bis Mitte April 2008 wurden von deutschen Banken allein etwa 32 Milliarden Dollar abgeschrieben, weltweit wurden durch die Krise bereits ca. 225 Mrd. Dollar abgeschrieben. Der Internationale Währungsfond geht aber von einem Abschreibungsbedarf von etwa 1 Billionen Dollar (also 1000 Mrd. Dollar) aus. Insider und Analysten halten diese Summe für viel zu klein. Sie gehen von 3 bis 4 Billionen Verlusten aus.

Zug um Zug werden die Abgründe um die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise größer und tiefer. Die Krise weitet sich immer weiter aus: Die Subprime-Immobilienblase in den USA platzt, Hedgefonds müssen schließen, Kreditversicherer drohen pleite zu gehen, die Inflation und die Lebensmittelpreise steigen rasant an, es gibt eine riesige US-Staatsverschuldung (9,4 Billionen Dollar alleine Verschuldung des Staatenbundes), der Wert des Dollars gegenüber anderen Währung fällt tief in den Keller, die Preise für Rohstoffe, besonders Öl und Gold steigen stark an. Seit Anfang des Jahres befinden sich auch die Börsen der Welt im Abschwung.

 

Auf die britische Northern Rock Hypothekenbank gab es einen regelrechten Sturmlauf der Kunden, wie ihn das britische Finanzsystem seit mehr als 100 Jahren nicht mehr gesehen hat. In Deutschland musste die Weserbank schließen. Überall brennt es, überall gibt es Ausfälle in Millionen- oder oft gar in Milliardenhöhe: IKB, UBS, Bear Stearns, Credit Suisse, Bayern LB, West LB, Deutsche Bank, Volks- und Raiffeisenbanken, Citigroup und und und .

Finanzminister Steinbrück spricht von der größten Finanzkrise seit Jahrzehnten. Der Chef der Deutschen Bank, Josef „Peanuts" Ackermann sagte, dass er nicht mehr an die Selbstheilungskräfte des Marktes glaubt. Der ehemalige Staatsbanker der USA, Alan Greenspan, befürchtet die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg. Analysten und Insider gehen aber von einer Krise aus, die ähnliche Ausmaße erreicht wie die große Depression Ende der 20er / Anfang der 30er Jahre.

Erst fand man die nötigen Informationen nur in den Wirtschaftsmagazinen. Jetzt liest man darüber aber auch in den normalen bürgerlichen Medien. So schrieb der ‚Kölner Stadt Anzeiger' am 22./23.3.08 unter dem Titel „Bluten für die Gier der Investmentbanker":

„Geschätzte 800 Milliarden Dollar wird die Krise wohl (bisher) kosten, und sie wird kaum jemanden verschonen. Die USA stehen vor oder sind bereits in einer Rezession, der Dollar stürzt ab wie eine exotische Leichtwährung, die Rohstoffpreise erreichen Rekordhöhen und treiben die Geldentwertung hoch. Fast täglich melden Banken milliardenschwere Wertberichtigungen, und die Konjunkturerwartungen trüben sich ein.

Schon werden Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise von 1929 geweckt, die auch an der Wall Street ihren Ausgang nahm und das globale Wirtschafts- und Finanzleben in den Abgrund riss."

Schon längst hat die Krise auch die Realwirtschaft erreicht: Tschibo wird jede zweite Filiale schließen, Goldman Sachs streicht Tausende Stellen, BMW will 8000 Leute entlassen, Ford Köln macht Kurzarbeit in der Motorenproduktion und die Telekom will wieder Tausende Leute entlassen. Die Handysparte von Sony-Ericson hat eine Gewinnwarnung ausgerufen: Der Gewinn sei um die Hälfte gesunken. An den Banken der Wallstreet wurden bereits 34.000 Stellen gestrichen.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie, BDI geht davon aus, dass in Deutschland schon 150.000 Menschen ihren Job wegen der hohen Rohstoffpreise verloren haben.
Mit den Rücktritten von KfW Chefin Matthäus-Maier und dem sächsischen Ministerpräsidenten Milbradt beginnt eine weiter Phase der Krise: die politisch Verantwortlichen werden gesucht und abgelöst.

Profitkrise

Im Zentrum der Krise steht das Problem des Kapitals, eine ausreichende Rendite für investiertes Kapital zu erzielen. Der Anteil der lebendigen Arbeit, also der durch Arbeiter neu geschöpfte Wert an den Produkten wird immer schmäler. Aber nur von durch lebendige Arbeit geschaffene Wertsteigerung kann der Kapitalist seinen Profit einbehalten. So wird das Verhältnis von eingesetztem Kapital zu den Gewinnen tendenziell kleiner. Marx nannte dies den tendenziellen Fall der Profitrate.

Seit Mitte der 70er Jahre steckt der Kapitalismus in einer wachsenden Krise. Besonders die enorm arbeitssparende Computertechnik sowie die Auslagerung von Produktionsstätten in Länder mit sehr niedrigem Lohn, hat dieser Tendenz einen starken Schub versetzt.

Ende der 90er Jahre setzte sich die Krise mit der Asienkrise sehr stark durch. Indonesien und einige Tigerstaaten brachen zusammen, die japanische Wirtschaft hat sich seitdem von der Krise nicht mehr erholen können. Die tiefe Krise drohte, sich auf die ganze Weltwirtschaft auszuweiten. Jedoch konnte sich das System mit der Entwicklung von zwei spekulativen Blasen noch über einige Jahre hinweg retten.

Zum einen gab es Ende der 90er Jahre den großen „Hype" um Internetfirmen, die riesige Gewinne versprachen aber nicht einhalten konnten. Diese „Dot.com"-genannte Blase platzte im Jahr 2001. Wieder stand das System am Rande des Zusammenbruchs. Doch zwei Jahre später schöpfte das Kapital wieder Mut und Hoffnung. Jetzt kommt das in Spiel, was im Moment in aller Munde ist:

Subprime

Die USA sind Wirtschaftsmotor der ganzen Welt. Ihre Rolle ist kaum zu überschätzen. Die Konsumenten in den USA konsumieren ein Drittel aller Konsumgüter, die auf der Welt hergestellt werden. (Focus Money 32/2007) Mit der Entwicklung der Subprime-Blase konnte die Konsum-Party in den USA trotz massenhaftem Arbeitsplatzabbau und realem ökonomischen Substanzverlust noch einige Jahre weitergehen. Durch die Veränderung von Kreditvergaberichtlinien wurde es amerikanischen Banken ermöglicht, massenweise Häuser- und Wohnungsbaukredite an Menschen zu vergeben, die sich diese Kredite eigentlich gar nicht leisten können. ‚Subprime'-Kredite sind Kredite unterhalb guter Rückzahlungsmöglichkeiten.

Zudem kam noch hinzu, dass die Häuser- und Wohnungspreise seit den 50er Jahren in den USA fast linear anstiegen. Hausbesitzer nahmen sich Kredite auf den steigenden Wert ihrer Häuser auf und nutzten das aufgenommene Geld zum Konsum. All dies sorgte für Wachstumszahlen in den USA und den Rest der Welt. Aber dieser Aufschwung war kein realer, es war nur ein Aufschwung auf der Basis von Verschuldung stützte und nicht auf der Basis der Vermehrung von realen Werten.

Mitte 2007 begann die ‚Subprime-Blase' zu platzen. Immer mehr Menschen konnten ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen. Im Sommer 2007 hatten sich Forderungen von 6 Milliarden Dollar angehäuft, die von den Kreditnehmern - den kleinen Häuslebauern in den USA - nicht mehr zurückbezahlt werden konnten. Bis heute ist kein Boden in Sicht: Die Blase platzt weiter. Die Häuserpreise in den USA fallen seit Monaten; im Februar 2008 sogar um 10 Prozent. Zwangsvollstreckungen werden in den USA zum Massenphänomen: Im Februar diesen Jahres gab es 60 Prozent mehr Zwangsversteigerungen als im Vorjahresmonat. Seit August werden jeden Monat 200.000 Familien aus ihren Häusern vertrieben. Das sind 1,4 Millionen Familien mit schätzungsweise 4 Millionen Menschen. An den Rändern der Städte bilden sich Zeltstädte in denen sich die Vertriebenen sammeln.

Der unermessliche Reichtum, den der Kapitalismus schafft, dient nur dem Profit und nicht den Menschen. So entsteht eine Situation, in der es viel Wohnraum gibt, der allerdings leer steht, weil die Menschen ihre Kredite nicht zahlen können. Durch die massenhaften Vertreibungen gibt es aber so viele Leerstände, dass die Häuser nicht mehr weiterverkauft werden können. Viele der neu gebauten aber nun unverkäuflichen Häuser verfallen, da die neuen Eigentümer, die Banken, keine Gewinne von ihnen mehr erwarten. Das sind die Abgründe des Profitsystems.

Intrernationale Ausweitung der Krise

International trifft das Platzen der Subprime-Blase die Banken so hart, weil die US-Banken die ursprünglichen Kredite umgewandelt haben in handelbare Wertpapiere. Diese wurden aufgrund der ursprünglich guten Renditeaussichten international von Banken gekauft. „Asset-Backed Securities" heißen diese Papiere, Insider sagen aber nur "Giftmüll" dazu, weil sie nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Wertes bringen. International gibt es wohl kaum eine Bank., die sich nicht massiv mit diesem „Giftmüll" eingedeckt hat und nun versucht, einer drohenden Zahlungsunfähigkeit zu entgehen.
Beispiel: Die IKB Bank in Düsseldorf hat sich als Fass ohne Boden herausgestellt. Seit Sommer 2007 gab es schon drei Hilfspakete mit insgesamt 8,5 Mrd. Euro. Anfang April stellte sich heraus, dass die Bank eine Finanzspritze von weiteren 450 Mio. Euro benötigt, um ihre Verbindlichkeiten zahlen zu können.
Die IKB Bank hat versucht, ihr „Subprime-Portfolio", also ihr gesamtes Angebot an faulen Krediten, an den Meistbietenden zu versteigern. Die Versteigerung wurde aber abgebrochen, da das von der Bank gewünschte Mindestangebot nicht erzielt wurde.

Schuldenkrise

Von dem Subprime-Aufschwung profitierte besonders die chinesische Wirtschaft. Die Nachfrage aus den USA wirkte sich extrem gut auf die Bestellbücher aus. Die Amerikaner konsumierten und die Chinesen produzieren.
Das Problem für China war / ist aber zunehmend, dass die Währung mit der die USA diesen Konsum bezahlt, immer weniger Wert ist. Denn nicht nur die einzelnen Konsumenten in den USA sind heillos verschuldet, auch der ganze Staat.

Die Staatsverschuldung beträgt 9,4 Billionen Dollar (im August 2007 noch 8,8). (In diesem Artikel wird durchgängig die deutsche Schreibweise benutzt. US-Schreibweise bei dieser Summe: 8,8 Trillion) und wächst jährlich um etwa 10 Prozent. Hinzu kommen noch weitere 42 Billion Dollar Schulden von Bundesstaaten, Kommunen und Privathaushalten. Jeder US-Bürger, der neu auf die Welt kommt, wird mit 130.000 Dollar Schulden geboren.

Die Grafik „National Debt from 1940 to Present" zeigt den Anstieg der Staatsverschuldung seit 1940 auf 9 Billionen Dollar im Jahr 2007.
Der wesentliche Grund für die immense Verschuldung ist ein rasch wachsendes Handelsbilanzdefizit. Noch 1990 betrug das Defizit etwa 100 Mrd. Dollar; in den letzten Jahren ist es immens gewachsen: Im Jahr 2000 auf 400 Mrd., 2001 auf 380 Mrd., 2002 auf 430 Mrd. Dollar. Ab 2003 beschleunigte sich das Minus in der Handelsbilanz noch mal und wuchs auf 500 Mrd., 2004 auf 620 Mrd., 2005 auf 720 Mrd. und 2006 auf 764 Mrd. Dollar.
Das heißt, im Jahr 2006 hat die Volkswirtschaft der USA insgesamt 764 Mrd. Dollar mehr ausgegeben (beziehungsweise konsumiert), als eingenommen (beziehungsweise exportiert).

Inflation

Die Wirtschaft der USA läuft - bzw. lief - also immer mehr auf Pump und muss sich täglich mehr als 2 Mrd. Dollar aus dem Ausland - im wesentlichen von China - leihen. Dies geschah in Form von Staatsanleihen mit einem wachsenden Zinssatz. Es funktioniert also in etwa so, wie ein Schneeballsystem oder ein Kettenbriefsystem.

Die Antwort der US-amerikanischen Notenbank, der Federal Reserve „Fed", auf diesen rasanten Werteverfall der eigenen Wirtschaft ist die Flucht in die Geldentwertung, die Inflation.
Die Dollar-Druckmaschinen laufen auf Hochtouren. Zwischen März 1959 (290 Mrd. Dollar) und Juni 2002 (8,2 Billionen Dollar) hat sich die Geldmenge M3 (im wesentlichen handelt es sich hierbei um Bargeld, Sparanlagen, Terminanlagen, Geldmarktpapieren und Geldmarktfonds) ver-28-facht. Das Bruttosozialprodukt hat sich aber im gleichen Zeitraum nur vervierfacht (1959 betrug es 2,2 Billionen Dollar, 2002 9,3 Billionen Dollar).
Derzeit belaufen sich die Schätzungen der Geldsumme M3 der USA auf ca. 10 Billionen Dollar. Tatsächlich kann man den Betrag nur schätzen, da die „Fed" die Zahl der neugedruckten Dollars seit März 2006 nicht mehr veröffentlicht. Die Inflation in den USA ist zum Staatsgeheimnis geworden!
Der neue Notenbankchef Ben Bernanke wird zitiert mit den Worten:
"Die US-Regierung besitzt eine Technologie, Druckerpresse genannt, die es erlaubt, so viele Dollars herzustellen, wie sie wünscht und das im Wesentlichen ohne großen Kostenaufwand." (1)
Das bedeutet, dass es einen riesigen Substanzverlust der amerikanischen Wirtschaft gibt. Denn die Geldsumme steigt nur aufgrund der Kreditvergabe der Banken und nicht aus der realen Wertschöpfung. Der Geldwert wächst, die realen Werte nicht. Analysten schätzen, dass sich die USA aufgrund der verschiedenen Krisenfaktoren seit etwa November in einer Rezession befinden.

Der Dollar verliert gegenüber anderen Währungen immer mehr an Wert. Kostete der Euro noch im Januar 2000 nur etwa 0,90 US-Dollar, so muss man jetzt für einen Euro schon 1,57 (August 2007 1,346) US-Dollar hinblättern. Das ist ein Wertverlust von fast 50 Prozent innerhalb von wenigen Jahren.

Zudem ist das System dazu übergegangen, den Banken, die sich verzockt haben und die eigentlich Pleite sind, mit Geld zu versorgen, um Pleiten zu verhindern. Der Sturz einer größeren Bank würde andere wie in einem Dominofeld mit niederreißen. Als Sicherheiten für die Kredite nehmen die Zentralbanken - nicht nur in den USA auch die EZB in Europa macht das so - die eigentlich wertlosen Papiere zum Nennwert in Zahlung.

Kurzfristig werden zwar die Banken gerettet, genauso kurzfristig wird aber das Geld immer wertloser. Und das geschieht durch die enge Bindung der Weltwirtschaft an die amerikanische Entwicklung weltweit. Durch die Politik der groß-angelegten Bankenrettungen ist ein Zusammenbruch des Finanzsystems und ein hyperinflationärer Kollaps wie in Deutschland 1929 oder Argentinien 2001 nicht nur möglich, sondern sogar zunehmend auf weltweiter Ebene wahrscheinlich.
Für die Massen wirkt aber die Inflation wie eine zusätzliche Steuer. Sie können von ihrem Geld immer weniger konsumieren, was zur weiteren Verschärfung der Krise beiträgt. Die Preise steigen und die Menschen können sich nicht genug Lebensmittel kaufen.

Auswirkungen der Krise

In der Vergangenheit versuchten die Herrschenden in Krisenzeiten stets, von sich und dem System abzulenken. Es steht zu befürchten, dass die Herrschenden sich auch aus dieser Krise mit einer Ausweitung der Kriege, retten wollen. Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass der Iran mit seinen immensen Ölvorkommen und seiner geostrategischen Lage im Konkurrenzkampf mit China ein offensichtliches Ziel ist.

Mit der wachsenden Hetze gegen die moslemischen Kolleginnen und Kollegen bereitet man weitere Kriege des Westens gegen islamische Länder vor und hat sich innenpolitisch einen Sündenbock für das Scheitern des Systems ausgeguckt.

Darüber hinaus ist den Herrschenden klar, dass die Tiefe der kommenden Krise eine Welle von Aufständen gegen ihre Herrschaft bringen wird. Aus diesem Grunde hoffen sie, sich durch den Abbau von demokratischen Rechten retten zu können. Straflager wie Guantanamo und Abu Ghreib, aber auch Schäubles 1984-ähnlichen Sicherheitsgesetze und die Vorratsdatenspeicherung sind nur die Spitze des Eisbergs. Es werden auch in der BRD schon Gesetze vorbereitet, die Demonstrationen erschweren sollen. Mit dem Lissaboner Staatsvertrag der EU hat man sich auch über das Kleingedruckte an jeder demokratischen Legitimierung vorbei das Recht gegeben, Aufständische und Demonstranten zu erschießen.
Bayern will in ein mit einem neuen Versammlungsgesetz bei Demos ein „Militanzverbot" durchsetzen. Zudem sind Streiks von der geplanten Neufassung des Gesetzes betroffen: Streikposten müssten nach dem Gesetz 72 Stunden vorher als Kundgebung angemeldet werden und wären somit kaum mehr wirksam.
Das Manager-Magazin (Ausgabe 3/2008) stellt im Zusammenhang mit der Krise die Frage: „Zerstört die Globalisierung der Wirtschaft ... am Ende die Demokratie? Und wenn ja: Können wir überhaupt etwas dagegen tun? Oder machen uns die neuen dynamischen Diktaturen - von China bis Russland - am Ende platt?"

Wachsende Aufstände und Arbeiterkämpfe - so beispielsweise in Ägypten - weisen aber darauf hin, dass Widerstand der Massen sich rechtzeitig formiert und sie die Muskeln spielen lassen. Für uns revolutionäre Sozialisten wird es jedoch immer dringender, eine organisatorische Alternative des authentischen Sozialismus von unten aufzubauen. Die Linke in den verschiedenen Schattierungen weist lediglich auf Verstaatlichungen oder andere Lösungen innerhalb des Systems hin, wenn sie überhaupt die Heftigkeit der Krise realisieren. Es ist aber nötig, aus der Konkurrenzlogik des Kapitalismus auszubrechen und eine neue Gesellschaft aufzubauen.

Francis Byrne

Internationale Sozialisten im Netzwerk Linke Opposition 

Soeben erschienen: Der neue Klassenkampf hier als PDF-Download


1 Zitiert nach „Finanznachrichten"
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2007-04/artikel-8145343.asp

 


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