| Trotz Ausnahmezustand: Unruhen in Guatemala |
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| von http://germany.indymedia.org |
16.05.2008
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Obwohl Guatemalas Präsident letzte Woche den Ausnahmezustand über das
ganze Land verhängt hat, kam es am Montag zu Demonstrationen und auch
zu schweren Ausschreitungen.
Die Bewohner von Fraijanes (Departement Sacatepequez, unweit der Hauptstadt) errichteten Strassenbarrikaden und lieferten sich stundenlange Strassenschlachten mit dem Militär und der Polizei. Die Bevölkerung wehrte sich damit erfolgreich gegen die Erhöhung der Bustarife. Am Abend wurde die Preiserhöhung zurückgenommen.
Punkt 7 Uhr
morgens begehrte die Bevölkerung auf. Nachdem tagszuvor die
Busunternehmen den Fahrpreis in die Hauptstadt um umgerechnet 10
Eurocents erhöht hatten (von 2,50 auf 3,50 Quetzal), zerstochen sie die
Reifen der Busse und begannen Strassenblockaden zu errichten. Binnen
weniger Minuten waren erste Polizeieinheiten vor Ort und wollten damit
beginnen die Blockaden wegzuräumen. Auch mit dem Hinweis, dass aufgrund
des verhängten Ausnahmezustands keine Demonstrationen erlaubt seien.
Doch die Bevölkerung wollte sich dennoch dieses Grundrecht nicht nehmen
lassen. Ein Hagel aus Stöcken, Flaschen und Steine ging auf die
Polizeibeamten nieder. Die Staatsmacht reagierte mit Tränengas, worauf
Jugendliche sich mit Molotowcocktails und Zwillen bewaffneten.
Stundenlang
waren in Fraijanes bürgerkriegsähnliche Szenen zu beobachten. Es gab
unzähliche Verletzte unter der Bevölkerung (darunter auch Babys) , zwei
Soldaten mussten sich in ärztliche Behandlung geben. 20 Demonstranten
wurden verhaftet, darunter ein 57jähriger Vater und seine beiden Söhne,
19 und 21 Jahre alt. . Der Bürgermeister bestellte noch während der Uruhen die Busunternehmer ins Rathaus ein. Am frühen Abend konnte er verkünden, dass die Tariferhöhungen zurückgenommen wurden. Es kehrte wieder Ruhe in Fraijanes ein.
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| Letzte Aktualisierung ( 16.05.2008 ) | |||||||
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