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Die Hungerrevolten werden dem Kapitalismus das Genick brechen! PDF Drucken E-Mail
von Norbert Nelte    02.06.2008 - bisherige Aufrufe: 2106

herstellung_von_schlammfladen_-_250Die Hungerrevolten werden nun die basisdemokratische Arbeiterräterepublik gebären.

In ganz Europa sind die Lebensmittelpreise nach dem Statistischen Bundesamt um 7 Prozent gestiegen. Auch die Energiekosten klettern lustig weiter. Die Gaspreise werden zwischen 19,3 und 24,5% erhöht und die Ölpreise peilen inzwischen die 200-Dollar-Marke für das Barrel an. 1998 stand  der Ölpreis noch bei 10 Dollar, Weltweit stiegen die Lebensmittelpreise um 75% seit 2005.

Die Gründe sind hauptsächlich in der Spekulation zu sehen, ein kleiner Anteil noch nur mit dem Biosprit, da er im Schnitt nur 1 Prozent der Anbaufläche ausmacht. Lokal wie in Mexiko kann es durch das Biospritspritprogramm der USA in der Tat noch eine größere Rolle spielen. Ganz vernachlässigen können wir die zusätzliche Nachfrage z.B. in China oder die Mär von geringerem Anbau. Im Gegenteil gibt es ein Überangebot an Lebensmitteln. Die Läden sind rammelvoll, nur bezahlen kann das Luxusgut Brot niemand mehr. Die zusätzliche Nachfrage gab es schon immer und wirkte sich nie so sprunghaft aus.

Die Hungeraufstände haben sich schon über 37 Länder ausgebreitet. In Haiti verkauft man schon Fladen aus Schlamm auf den Märkten, nur damit die Bäuche gegen das Hungergefühl voll werden. „Warum hast Du uns geboren?", fragen die 3 Mädchen ihre Mutter Tahia Alvi Mohammed in Ägypten. Tahia Alvi hält sich jetzt Hühner. In Amerika werden die Suppenküchen überrannt. In New York wird jedes Fleckchen Land auf verlassenen Grundstücken zum Katoffelanbau genutzt. Während also 6 Flugzeugträger unterwegs in den persischen Golf sind um noch in der Amtsperiode von Bush dort im August gegen Iran loszuschlagen, wie Asia Times meldet, löst sich das Imperium langsam auf. Der kommende Krieg wird auch von dem grünen Insider Herrn Fischer „in the near future" angesagt, und das bisschen, was der weiß, damit will er natürlich angeben.

 

Auch in Europa braut sich was zusammen, nicht nur die Lebensmittelpreise sind um 7% gestiegen. Die Wachstumsaussichten für Deutschland sind alles andere als rosig. Wer daran nach den guten Zahlen des ersten Quartals leise Zweifel hegt, wird jetzt eines Besseren belehrt. Das Ausland fällt als Konjunkturstütze aus. Das ist so gut wie sicher, nachdem nun auch die Unternehmen in Frankreich Trübsal blasen. Frankreich ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner der Deutschen. "Da braut sich was zusammen" sagt Andreas Scheuerle, Konjunkturchef der Deka-Bank. Und ganz bedauerlich: "Das Inland hat dem nichts entgegenzusetzen." schreibt die FR. China hat auch mit einer Lebensmittelteuerung von 23,4% zu kämpfen bei 10% Gesamtinflation. In den vereinigten Staaten hat sich wie Mehltau die Regressflation über die Wirtschaft gelegt. Wer soll da noch den deutschen Export antreiben, um die Binnenmarktschwäche zu kompensieren?

Der Multi-Milliardär Julian Robertson sieht die ganze Welt in einer totalen Wirtschafts-Katastrophe enden, George Soros die ernsteste Rezession zu unseren Lebzeiten auf uns zukommen und der Wallstreet-Journal-Journalist Paul Roberts, ehemaliger Vizeminister des US-Finanzministeriums die Weltwirtschaft zu einem Tauschhandelsystem zurückkehren. Wer soll die Weltwirtschaft wieder antreiben, wohin soll die Welt für eine Stützungswährung hinfliehen, fragt Roberts? Nicht nur wir revolutionäre Marxisten sehen das Ende des Kapitalismus langsam kommen, die informierte Kapitalelite wird auch immer ratloser.

Mit einer Wirtschaft in Konkurrenz lässt der Bedarf der Menschen sich nicht mehr befriedigen, wenn Du Kriege, Bankzusammenbrüche oder Hungerrevolten nicht zum Bedürfnis des Menschen zählst. Die Profitraten sind weltweit im produzierenden Gewerbe schon unter die Finanzzinsen gefallen. Amerika hat über seine Verhältnisse gelebt und kriegt jetzt die Rechnung vorgelegt und mit China sind jetzt die Grenzen des Marktes erreicht. In Europa stieg die gesamte Inflation bei 7% Lebensmittelteuerung schon auf 3,6%, China bei 23,4% Lebensmittelteuerung auf 10% und in Amerika auf mindestens 6,34%. Der IWI-Index stieg sogar in Deutschland auf 11,6 Prozent, das ist die sogenannte gefühlte Inflation. Ein dämlicher Ausdruck, als ob das subjektiv wäre, nur Einbildung. Richtiger müsste der IWI-Index Kaufindex heißen.

warenterminbrse_chicago_mit_text_-_250.jpgDas Kapital versuchte seinen Untergang hinauszuzögern in den 1990er Jahren erst mit dem Casino-Kapitalismus, ab 2001 mit Krieg und Ölklau und 2005 dann mit der Heuschecken-Plage. Nachdem 2007 die Bankenkrise ausgebrochen ist und die Banken den Private-Equity-Häusern kein Geld mehr leihen, spekulieren die Kapitalhaie jetzt nach dem alttestamentarischen Vorbild Joseph mit unserem Brot.

Das war der bisher letzte Versuch des Kapitals. In 37 Ländern sind daraufhin die Hungeraufstände ausgebrochen. 500 Millionen Dollar Lebensmittelhilfe investierte nun erst einmal das internationale Kapital, um die Aufstände abzuwenden. Aber das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn die Spekulation geht weiter.

In Ägypten haben die Arbeiter in Mahalla schon die Streikräte gewählt, denn die quasi-staatliche Gewerkschaft usurpierte die Generalstreikpläne. Streikräte sind immer die Vorstufe von Arbeiterräten, bei denen das noch spontan zu einer Doppelherrschaft und dann unter Führung einer entschlossenen Gruppe zur Räterepublik führt.

Video 1 Vorrevolution in Mahalla.

Video 2

Davor hat das Kapital einen Risenbammel und setzt alles dagegen ein bis hin zu Todesschüssen auf Demonstrationen, ab 2009 behalten sie sich das auch in Europa dagegen vor.

Mubarak wendete den Aufstand erst einmal so ab, dass er den Arbeitern 30% mehr Lohn bezahlte (bei 3,000% Forderung). Seither müssen die Soldaten jede Nacht 1000 Brote backen. Aber das ganze hält doch nur für einen Monat vor, schreibt auch Verdi, dann gehen die Aufstände weiter. Mubarak hat nämlich eines dabei vergessen, so, wie die Nahrungsmittelspekulation im Ägyptenland mit Joseph angefangen hat, so wird ihr auch dort ein Ende gesetzt werden, das ist doch ganz logisch und einfach, oder? Bei den vielen Hungerrevolten wird ein Land bald nicht mehr nach der Pfeife des Kapitals tanzen und dann gibt es kein Halten mehr.

Nein, die konkurrenzgeführte Marktwirtschaft hat außer Kriege, Hunger, Inflation und Sozialraub nichts mehr anzubieten. Nur eine solidarische von den Arbeitern demokratisch geführte Planwirtschaft nach dem Bedarf der Kollegen wird den Weg aus dem Elend weisen können. Bei dem Wort „Planwirtschaft" denken leider die meisten Menschen an die DDR und sehen ihren Lebensstandard schon um die Hälfte schwinden. Aber das war keine solidarische Planwirtschaft, das geht nur demokratisch. Die DDR produzierte zum Schluss 50% Ausschuss, das war bestimmt nicht geplant. Den Dreck erhielten die eigenen Arbeiter, die gute Ware wurde in den Westen exportiert, um z.B. Elektronik für die Waffen zu importieren. Der Antrieb der DDR-Wirtschaft war nicht vom Bedarf der Kollegen gesteuert, sondern vom Rüstungswettlauf. Dies gilt für alle staatskapitalistischen Länder, auch noch heute. Es gibt heute keine einzige wirkliche Plangesellschaft. Die „Linken" erzählen Dir zwar was anderes, aber glaube ihnen nicht. Der 5-Jahresplan der DDR hat ebenso wenig etwas mit Sozialismus zu tun wie der Businessplan der ITT.

Mit einer echten Plangesellschaft könnten wir heute locker alle Bedürfnisse in der Welt befriedigen. Arbeiter, Wissen, Rohstoffe und Maschinen, das ist alles vorhanden. Wir brauchen nur alles Wissen, also auch alle Patente, an alle verteilen, einige Maschinen erweitern, gleichmäßig in der Welt verteilen, und nach dem Bedarf produzieren und schon sind alle Probleme gelöst, kein Krieg, kein Hunger mehr, und Inflation schon gar nicht mehr.

Die Hungerrevolten gleichzeitig in 37 Ländern weisen auch noch auf etwas anders hin. Die Machtübernahme durch die Arbeiterklasse beispielsweise in Ägypten werden sich sehr schnell auf andere Länder übertragen, beispielsweise auf Mexiko. Die Kollegen, die bisher gegen eine Planwirtschaft waren, weil sie dachten, das hätte etwas mit der DDR oder Kuba zu tun sehen alle nun, das das aber viel demokratischer ist als die bürgerliche „Demokratie", mehr Wohlstand schafft, gerechter ist und besonders, alle Menschen sich dort frei entfalten können. Es werden sich sehr schnell weitere Länder anschließen. Siehst Du, wie die Kapitalvorstände schwitzen und glauben, mit ihrer Todesstrafe in Europa ab Januar 2009 das ganze noch abwenden zu können. Lächerlich.

In einem selbstverwalteten demokratischen Land legen die Lohnabhängigen die Preise nach ihrem politischen Bedarf fest, z.B. alle existenziell notwendigen Güter billiger, Luxusgüter teurer. Der Arbeiterstaat muss dabei  aber mit einem Außenhandelsmonopol arbeiten, denn beim Außenhandel bleibt er im Wesentlichen vom Weltmarkt abhängig. Je mehr Länder sich aber nun diesem selbstverwalteten System anschließen, je mehr Güter können wir der Warenlogik entreißen und die Preise nach politischen Kriterien festlegen. Der Spielraum für die bürgerliche „Elite", in das kapitalistische Ausland auszuweichen wird aber auch immer enger, so dass sie sich auch als Ärzte, Buchalter oder Ingenieure in die Klasse der Lohnabhängigen einreihen müssen. Auf Grund der vielen Hungerrevolten wird die Arbeiterklasse auch schneller wachsen und in dem Maße, wie alle Menschen Arbeiter geworden sind, wir also die klassenlose Gesellschaft erreichen, wird der Staat als Kontrollinstrument für die wenigen 5% Kapitalklasse absterben, wie Engels das im Antidühring ausdrückt.

»Das Proletariat ergreift die Staatsgewalt und verwandelt die Produktionsmittel zunächst in Staatseigentum. Aber damit hebt es sich selbst als Proletariat, damit hebt es alle Klassenunterschiede und Klassengegensätze auf, und damit auch den Staat als Staat. Die bisherige, sich in Klassengegensätzen bewegende Gesellschaft hatte den Staat nötig, das heißt eine Organisation der jedesmaligen ausbeutenden Klasse zur Aufrechterhaltung ihrer äußern Produktionsbedingungen, also namentlich zur gewaltsamen Niederhaltung der ausgebeuteten Klasse in den durch die bestehende Produktionsweise gegebnen Bedingungen der Unterdrückung (Sklaverei, Leibeigenschaft oder Hörigkeit, Lohnarbeit). Der Staat war der offizielle Repräsentant der ganzen Gesellschaft, ihre Zusammenfassung in einer sichtbaren Körperschaft, aber er war dies nur, insofern er der Staat derjenigen Klasse war, welche selbst für ihre Zeit die ganze Gesellschaft vertrat: im Altertum Staat der sklavenhaltenden Staatsbürgern im Mittelalter des Feudaladels, in unsrer Zeit der Bourgeoisie. Indem er endlich tatsächlich Repräsentant der ganzen Gesellschaft wird, macht er sich selbst überflüssig. Sobald es keine Gesellschaftsklasse mehr in der Unterdrückung zu halten gibt, sobald mit der Klassenherrschaft und dem in der bisherigen Anarchie der Produktion begründeten Kampf ums Einzeldasein auch die daraus entspringenden Kollisionen und Exzesse beseitigt sind, gibt es nichts mehr zu reprimieren [von Repression, unterdrücken, acht haben, hemmen], das eine besondre Repressionsgewalt, einen Staat, nötig machte. Der erste Akt, worin der Staat wirklich als Repräsentant der ganzen Gesellschaft auftritt - die Besitzergreifung der Produktionsmittel im Namen der Gesellschaft -, ist zugleich sein letzter selbständiger Akt als Staat. Das Eingreifen einer Staatsgewalt in gesellschaftliche Verhältnisse wird auf einem Gebiete nach dem andern überflüssig und schläft dann von selbst ein. An die Stelle der Regierung über Personen tritt die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen. Der Staat wird nicht abgeschafft, er stirbt ab.« ("Anti-Dühring", Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, dritte deutsche Auflage, S. 301-303.)

Wir benötigen dann nur noch die Verwaltung, die Produktionsregelung wie die Verkehrsregelung. Sobald es keine Kapitalisten mehr gibt, kann man aber auch das Geld abschaffen und nach der Marxschen Devise leben, „Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Fähigkeiten!". Dank der Narungsmittelspekulation zur klassenlosen Gesellschaft

Unsere Balkonkartoffeln in den Kübeln gedeihen schon prächtig, das gibt eine prima Ernte.

Die Revolution aller Lohnabhängigen ist nicht nur notwendig, nein, wir sahen es auch in den ängstlichen Gesichtern der Profipolitiker, wenn sie über die Hungerrevolten berichteten, langsam geht ihnen das Geld aus, die Revolution ist nicht mehr fern.

Norbert Nelte

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