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Schülerbewegung in Chile breitet sich aus PDF Drucken E-Mail
von Augusto Yankovic    19.06.2008 - bisherige Aufrufe: 3176

polizei.jpgBericht aus Chile: Maria Elena Moraga

Ein Tag vor der traditionellen Präsidentenrede vom 21. Mai, bei der die Präsidentin über die aktuellen Regierungsgeschäfte und die zukünftigen Maßnahmen, die sie einführen wird, berichtet, haben die Schüler ihre Aktionen verschärft. Als Auftakt wurde  eine Vielzahl Schulen, eine Botschaft und sogar der Regierungspalast  (von protestierenden Lehrern) besetzt . Die Schüler errichteten Barrikaden in den Hauptstrassen Santiagos und in anderen Städten.

Die Universitätsstudenten haben dich der Bewegung angeschlossen, um gemeinsame Aktionen durchzuführen und um so mehr Druck auf die Regierung aufzubauen. So kam es zur Gründung einer neuen politischen Referenz, der ACEUS (Versammlung zur Koordination der Oberschüler und Studenten), die allgemeine Petitionen formuliert hat auf der Basis, dass die Jugendlichen unter keinen Umständen akzeptieren werden, sollten ihre Ansprüche zur Verbesserung des Bildungssystems nicht bedacht werden, da die Regierung einen Entwurf für ein neues Bildungsgesetz präsentieren wird.

Dieser Gesetzesentwurf entstand aus einem Kompromiss zwischen "la concertacion" (parteiübergreifende mitte-links Gruppierung, "ein Bündnis aller korrupten Schweine Chiles") und der Rechten und lässt natürlich das Wesentliche außen vor, da das das Ende des finanziellen Gewinns im Bildungswesen und der Privatisierung der öffentlichen Schulen bedeutet und die Bildung wieder in staatliche Hände legt.  (Es muss gesagt werden, dass das neue Bildungsgesetz  das alte LOCE ersetzt, das von Pinochet am letzten Tag seiner Diktatur erlassen wurde). Daher lehnen die Schüler und Studenten die Verabschiedung entschieden ab.

Natürlich fand keiner dieser wesentlichen Punkte eine Erwähnung in der Ansprache der Präsidentin, sondern nur einige populistische Maßnahmen, die nicht viel kosten.
So sollen z.B. Computer an bedürftige Kinder mit guten Noten verschenkt werden, die kaum von Nutzen sind, schon deshalb, weil es in den Häusern der Kinder kein Internet gibt und die Familien die Internetkosten nicht bezahlen können.
Es soll auch Stipendien zur Weiterbildung im Ausland geben, aber keine Maßnahme konzentriert sich darauf, das Bildungsniveau anzuheben. All das, trotz einer aktuellen, landesweiten Umfrage, die unter 4. Bis 8.-Klässlern durchgeführt wurde und ein weiteres mal die enormen Bildungsunterschiede zeigt, die es zwischen privaten kostenpflichtigen und öffentlichen Schulen gibt.
Für die Familien, die letztere besuchen und als bedürftig gelten, wird so soziale Mobilität minimiert und zeigt somit den großen Spalt zwischen Arm und Reich. Die Studenten haben ihren Unmut nicht geschluckt und es kommen jeden Tag besetzte oder bestreikte Schulen und Universitäten dazu. Der Protest breitet sich schon auf die Regionen Rancagua, Valparaiso, Coquimbo, etc.  aus. Das Stammhaus der chilenischen Universität, die Universität von Santiago ist von einer vollständigen Arbeitsniederlegung betroffen, ebenso die Universidad Tecnologia Metropolitana und besonders hervorstehend die katholische Universität von Valparaiso, in der zum ersten mal alle Abteilungen besetzt wurden.

Obwohl das Innenministerium die Anordnung gegeben hat, die Besetzungen durch die öffentlichen Gewalt räumen zu lassen und sich die Bewegung über die Köpfe der Bürgermeister hinwegsetzt, die die Art und Weise nicht gut heißen, wird die Protest-Bewegung statt wie erhofft schwächer von Tag zu Tag stärker. Weswegen die Schüler und Studenten zu einem landesweiten zweitägigen Ausstand am 27. und 28. Mai und einem massiven Protestmarsch auf der Hauptverkehrsader aufgerufen haben. Mit oder ohne Genehmigung durch die Behörden wollten die Studenten ihr legitimes Demonstrationsrecht ausüben.

Heute sind wir Zeugen eines neuen Chiles, in dem der Wind der Erneuerung weht. Es sind diese Jugendlichen mit geringem Alter aber großen Idealen, die die Zukunft des Landes in ihre Hand nehmen wollen, die ohne Furcht vor Unterdrückung durch die Staatsgewalt kämpfen um ihr Leben und ihre Zukunft zu verbessern, denen klar ist, dass Bildung das Werkzeug ist um den Teufelskreis der Armut und Ungleichheit zu durchbrechen. Es musste nur die Bewunderung und die Unterstützung zur unglaublichen Organisationsfähigkeit passen, zur Klarheit der Ziele und dazu sie(die Jugendlichen?) als Beispiel zu sehen. Denn immer wird es in der Hand des Volkes/der Bevölkerung liegen den Wandel einzufordern.

Übersetzung: RR

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