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Jetzt ist es amtlich: Das Systemende kommt unausweichlich! PDF Drucken E-Mail
von Norbert Nelte    23.06.2008 - bisherige Aufrufe: 5925

gelddrucken.gifNun sind doch alle Hoffnungen, das derzeitige kapitalistische System retten zu wollen, endgültig dahin. Manche haben sich schon so gemütlich hier eingerichtet mit ihrer Villa, ihrem Daimler, Porsche und Pelzmantelsammlung, und dabei hat das alles allen gehört, weil sie es alles produziert haben. Nun wird die Arbeiterklasse aus der Villa ein Obdachlosenasyl machen, die Autos bekommt Essen auf Rädern und die Pelzmäntel werden an die Rheumakranken verteilt.

Franz Mirow, Staatssekretär im Finanzministerium, zeigte sich beunruhigt über die aktuelle Entwicklung der weltweiten Inflation: Vor allem die Preisexplosion auf den Ölmärkten sorgt dafür, dass die Preisspirale immer schneller rotiert, schreibt das Handelsblatt dazu. Man muss die Sorgen, die von den Notenbanken geäußert werden, schon sehr ernst nehmen", sagte Finanzstaatssekretär Thomas Mirow".

Also die Ölpreissteigerung zieht einen weiteren Inflationsschub nach sich. Die G7 will den Ölpreis stoppen, nur wie nach dem Peak-Oil, es wird doch trotz Saudi-Arabiens Zusage, mehr zu fördern, weltweit immer weniger gefördert und angeboten. Über 145 notierte schon das Fass und 180 werden wohl locker erreicht. Anfang des Jahrtausends stand der Barrel noch bei 25.

Die einzige Möglichkeit der G7 für die Ölpreisdrückung wäre noch eine Sonder-Steuer für Autos. Dann könnten die Industriestaaten inkl. Deutschland wegen der sofortigen Rezession gleich den Schlüssel abgeben. Bliebe noch die Entwicklung erneuerbarer Energie. Nur, dagegen hatte sich die Ölindustrie immer erfolgreich gewehrt und wird das auch weiterhin, denn sie hat keinerlei Skrupel, wogegen die Alternativanhänger doch sehr zartbeseitet sind und sich an demokratische Beschlüsse halten. Die Ölindusrie hat auch den US-Viepräsident Cheney auf ihrer Gehaltsliste, der immerhin mit seinem Chef einen völkerrechtswiedrigen Krieg organisieren, da wird sie sich auch gegen Alternativpläne wehren können.

Der Ölpreis wird wohl weiter steigen und eine weitere Inflationssteigerung nach sich ziehen, ohne Ende. Die Marktwirtschafter kriegen nichts mehr zusammen außer Statistiken fälschen, und das meisterlich. Z.B. geben sie die Inflationsrate nur mit 3,1% an, aber geben dabei ganz offen zu, dass sie hier seit 2005 wie in Amerika auch hedonisch, also nach dem Lustprinzip rechnen. Es werden dann nicht nur die Preise, sondern auch die Qualitätsmerkmale berücksichtigt, obwohl die Zweiten eigentlich Bestandteil der Kultur sind. Wenn der Rasierapparat 3 Scherblätter hat, dann gehört das inzwischen zum Alltagsgegenstand unserer Kultur dazu und kann daher nicht den Preis um das 3fache kürzen.

Allein diese 3,1% Teuerung im Mai 2008 stimmt nicht überein mit anderen offiziellen Daten. Bereits im Januar 2008 sind die Großhandelspreise um 6% gestiegen, also das frei verfügbare Einkaufs-Budget. Im Mai stiegen die Großhandelspreise gar um 8,1%, sie kommen aber erst 2 Monate später bei Dir in Deiner Geldbörse an. Wir sehen aber, dass es weiter abwärts geht.

Allein die Nahrungsmittelpreise stiegen im Mai um 7,5%. Die Mieten sind im Mai um 3% gestiegen und jetzt kommt Strom und Heizung, die Energie, sie stieg bei Strom um 7,4%, Gas 4,7% und Heizöl 57,4%, Pauschalreisen verteuerten sich um 6,9%, nur das Telefon verbilligte sich um 3,6%.

Egal, wie man die Bereiche gewichtet, kann da keine 3,1% rauskommen, das müsste wohl ein Dauertelefonierer gewesen sein. Dies wird wohl das ewige Geheimnis des Statistischen Bundesamtes bleiben. Aus diesem Grunde glaubt auch kein kritischer Finanzanalytiker mehr diesen Statistiken und sie gehen meist von 12% aus.

12_-_wiwo_-_preisschock.jpgDie Bildzeitung und die Wirtschaftswoche veröffentlichten den IWI-Index (Einkaufs-Index), der allein  von 11,6% ausgeht. Das erlebt doch jeder selber beim Einkauf, dass die Einkaufswagen nur noch halb voll sind und Du das Doppelte zahlen musst.

Und auch intern gehen die Bankfachleute von ganz andern Zahlen aus. Ein Mail an Hartgeld beschreibt ein entsprechendes Gespräch bei der UBS-Bank:

„[6.6.08] Die Banker kennen die reale Inflation - Leserzuschrift-DE:

Mein bereits erwähnter Freund hat gestern seine letzten Fonds, Anleihen etc. bei der UBS Salzburg verklopft.

Man wollte ihn überreden drinnen zu bleiben und argumentierte mit einer Verzinsung von 6,8%. Als er erklärte, die echte Inflation sei doch mindestens
doppelt so hoch, fragten ihn die UBSler, ob er auf den WIRTSCHAFTSWOCHE Artikel anspiele.

Er sagte, den kenne er wohl, aber er wisse schon lang, dass die Inflation viel höher sei, da er beruflich mit Wolfram handele.

Als die UBSler merkten, dass er für sie ein hoffnungsloser Kunde war, lachten sie und sagten ihm, dass sie bei UBS intern von ca. 20% Inflation ausgingen!"

Die Bundesstatistiker müssen auch die Inflationszahlen fälschen, da die Gewerkschaften ihre Tarifforderungen danach richten und die deutsche Wirtschaft ansonsten schneller ins Hintertreffen geraten würde.

Bei der Aufstellung von Tarifforderungen im Betrieb sollte man also gut von 20% ausgehen. Es bringt überhaupt nichts, sich dabei die Gedanken des Kaptals zu machen, da das Ende des Kapitals sowieso kommen wird. Das einzige, was jetzt den Kollegen helfen wird, ist jetzt ein gemeinsamer, entschlossener Kampf für eine Lohnerhöhung über der Inflationsrate von mindesten 10%. Am besten sind gleich Festgeldforderungen wie mtl. 300 Euro für alle, das schweißt die Kollegenschaft mehr zusammen, verhindert Spaltungen. Im Kampf unabhängig von der SPD-Gewerkschaftsführung entwickeln sich dann auch Alternativen zu der „sozialen" Marktwirtschaft, an die glaubt doch kaum einer mehr in den Betrieben.

Die hohe Inflationsrate haben wir nicht nur in Deutschland, auf der ganzen Welt und der Ölpreis steigt und steigt. Ägypten 21%, Ukraine 30%, Vietnam 25,2% - Nahrungsmittel 42%, Burkina Faso Nahrungsmittel 65%, China 8,5% - Nahrungsmittel 22,1%, USA offiziell 4%, Real 16%.. Hier haben wir die gleich Fälschung wie in Deutschland. Die Geldmenge M3 ist um 19,4% gestiegen, dabei fließen doch Dollars nach Amerika zurück. Die Inflationsrate wird hier eher über 20% liegen. Wer soll noch die Weltinflation aufhalten? Der Ölpreis steigt ohne Ende und wird die Inflation ohne Ende antreiben.

Aber nicht nur hier schönen sie die Zahlen. Beim Wirtschaftswachstum schummeln sie genauso, es wird im 1. Quartal mit 1,5% angegeben. Deutsche kaufen kaum noch Autos. Im Dezember 07 ging der Autoabsatz um 13% zurück. Der Handel meldete die Autos auf die eigene Firma an, damit der Jahresabschluss stimmte. Am Autokaufverhalten der Deutschen hat sich immer noch nichts geändert und aufmerksame Beobachter sehen an manchen Orten Autohalden wachsen. (Nähe Regensburg (Kehlheim) gibt es Autos auf Halde ohne Ende, riesig! Audis/ an der Abfahrt Lahr in Richtung Freiburg, einige Äcker breit und lang, unzählige Neufahrzeuge mit dem "Stern" auf Halde!!Hartgeld)

Auch offensichtlich werden die Zahlen in Amerika gefälscht. Hier wurde das Wirtschaftswachstum mit 2% angegeben, obwohl die Containerzahlen um 3% und die Frachtraten um gut 2% zurückgingen.

Bei den Arbeitslosenzahlen wird noch offensichtlicher gefälscht. Beispielsweise sind etwa 1 Million der Bedarfsgemeinschaften aus der Statistik entfernt worden weil die Angehörigen jetzt für die arbeitslose Person Unterhalt zahlen muss. Das heißt aber nicht, dass die Arbeitslosigkeit zurückging, sondern Arbeitslose wurden aus der Statistik entfernt. In Wirklichkeit beträgt die Arbeitslosigkeit nach Schätzung von Fachkennern 7.000.000 und nicht 3 1/2 Million, wie die Regierung uns immer weiß machen will.

Nicht nur die gesamte Statistik fälschen die Herrschenden meisterlich. Auch alle Informationen in den Medien werden auf den Kopf gestellt. Das fängt an mit der angeblichen Terrorgefahr und endet bei den angeblich leeren Kassen, nachdem man das Geld zentnerweise bei den Reichen abgegeben hat. Wir leben medial in einer Traumwelt, die gar nicht existiert. Existieren tut eine marode Welt mit 1000 Löchern. Die Finanzfachleute sehen dann auch das böse Erwachen (Crash mit Ansage, Depression, Wirtschafts-Katastrophe, Tauschwirtschaft, Schockwellen und Aufprallphase), wissen aber auch keinen Ausweg, keinen.

Wir befinden uns auf der Titanic, wo keiner in der Dunkelheit den Eisberg sieht, der unseren Weg kreuzt und alles tanzt noch wie wild den letzten Tango, weil alle schon mal den Film gesehen haben, der sich scheinbar immer und immer wieder wiederholt, will mal jemand endlich auf den Aus-Schalter drücken, das ist doch schon die 150. Wiederholung der Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter und nun wird noch der Film unscharf.

Nachdem wir in die Realität zurückgefunden haben, sehen wir in der Tat eine Alternative zu dem Wirtschaftszusammenbruch. Nachdem die Privat-Eqite-Häuser keine Alternative mehr für das Kapital boten, da die Banken denen auf Grund der Finanzkrise keine Kredite mehr gaben, wechselten sie ihre Profitproduktion zu Nahrungsmittelspekulationen, und genau das wird ihr Fehler sein.

In 37 Ländern gab es schon radikale Hungeraufstände, die nur mit riesenhaften Lebensmittelhilfen. In Ägypten gab es schon 54 Streiks, die mit 27.000 Textilarbeitern in Mahalla ihren Höhepunkt fanden. Die Regierung konnte diesen Aufstand nur so abwenden, indem sie allen Arbeiten 30% mehr Lohn bezahlte und seither die Soldaten jede Nacht 1.000 Brote backen müssen, was ja unserer Forderung schon näher kommt: Brot und Frieden.

Aber all das hat nichts geholfen. Eine Woche später ging die gleich Geschichte in Alexandria weiter. Wieder eine Woche später in der nördlichen Povinz el Borolos mit scharfer Munition. Jedes mal wird ein Streikrat gewählt.

Es ist also eine vortreffliche Taktik von Mubarak, einen nationalen Arbeiterrat in ganz Ägypten aufzubauen, so schafft er sich automatisch ob gewollt oder nicht eine Gegenregierung, aus den Streikräten erwachsen nämlich nicht nur spontan die Arbeiterräte, sondern auch die entschlossene revolutionäre Arbeiterpartei, wenn ein Kern vorhanden ist, und dieser Kern ist in Ägypten vorhanden. Das Wachstum der Arbeiterräte und der revolutionären Arbeiterpartei benötigt aber eine relativ demokratische Phase mit Demonstrations-, Organisations- und Versammlungsfreiheit. Deshalb wurde in der Geschichte immer eine Vorrevolution spontan durchgeführt (Russland 1917, Deutschland 1918, Ungarn 1956, Portugal 1974, Iran 1979), die diese Freiheiten erst einmal gebracht haben. Zum 2. Schritt, der organisierten, bewussten Revolution der Arbeiterklasse ist es nur in Russland gekommen bis Stalin 1924 dem Experiment ein Ende gesetzt hat, die Arbeiterklasse war mit 2,5% noch viel zu klein und die revolutionäre weltweite Arbeiterpartei erst heute existiert. Also kann man mit Gewissheit aus den Erfahrungen der Arbeitergeschichte sagen, dass der Diktator Mubarak nach einem Arbeiteraufstand erst mal ersetzt werden wird von einem provisorischen runden Tisch, das weitere hängt dann vom Willen der Arbeiter und ihrer gewählten Führung ab, wird dann nicht mehr spontan sein.

vietnam_250.jpgNicht nur in Ägypten, auch in Vietnam erleben wir eine „zunehmende Welle wilder Streiks für höhere und pünktlich ausgezahlte Löhne, mehr Rechte und bessere Arbeitsbedingungen" (Junge Welt), 330 wilde Streiks 2008 bis Juni. Auch die sozialdemokratisch geführten Gewerkschaften in Europa werden vor den kommenden Hungeraufständen versagen. Die Mensch können nicht mit knurrenden Magen erst in die Schlichterrunde warten, zum Arbeiten braucht es volle Mägen.

Es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit, von Monaten, bis wir eine Doppelherrschaft seitens einerseits der Bourgeoisie und andererseits der Arbeiterklasse erleben werden. Als wir uns in dieser Zeitung das erste mal vor zwei Jahren in dem Artikel „Rohstoffkriege und Sozialdemontage I - Begleiter des ausgehenden marktwirtschaftlichen Zeitalters!" mit dem Thema der kommenden Revolution beschäftigten, gingen wir noch von 20 - 30 Jahren aus. Nach der rasanten Entwicklung der Inflation und der Nahrungsmittelpreise müssen wir aber jetzt feststellen, dass es nur noch eine Sache von Monaten bis zur Doppelherrschaft sein wird irgendwo auf der Welt und nur noch 10 Jahre bis zur ersten Revolution dauern wird.

Es gilt jetzt, die Kollegen immer wieder auf die wirkliche Inflation und die Nahrungsmittelteuerung hinzuweisen und auf allen Ebenen der Gewerkschaft für eine Nachschlagforderung zu kämpfen. Dabei können wir die Alternative zu der verrotteten Marktwirtschaft aufzeigen: Der solidarische Plan der basisdemokratischen Arbeiterräterepublik.

Norbert Nelte

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