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Irrenanstalt Finanzmarkt PDF Drucken E-Mail
von Norbert Nelte    23.09.2008 - bisherige Aufrufe: 3123

tent-cjty_reno_mit_text._250.jpgUSA: 700 Milliarden für ein Fass ohne Boden

Die amerikanische Regierung und die Opposition (Paulson/Bernake) wollen beschließen, den „armen" Banken mit 700 Milliarden Dollar des amerikanischen Steuerzahlers unter die Arme zu greifen. Nur zur Orientierung. Der deutsche Haushalt beträgt 2009 288 Mrd. Euro bzw. 415 Milliarden Dollar. Mit diesem Geld will Finanzminister Henry Paulson den Banken die „faulen" Kredite abkaufen.

Er äußerte schon, dass dies wahrscheinlich nicht langen werde, das Zittern beginne jetzt erst richtig, titeln die Finanzzeitungen, und in der Tat, 3 bis 4 Billionen Dollar betragen allein die faulen Kredite von den überschuldeten Häuslekäufern, mit den faulen Schulden der Hedgefonds und Private-Equitis usw. werden das wohl 6/7 Billionen sein. Wenn man den Ausfall für den Binnenmarkt und die daraus resultierenden Pleitewellen sieht, kommen da locker 10 Billionen zusammen.

Das ist noch nicht alles. Die Banken haben sich gegen Ausfallrisiken bei anderen Banken und Versicherungen mit CDS abgesichert über 57,9 Billionen, 20% mehr als das Bruttosozialprodukt der Welt. Lehmann Brothers war nur mit 7% = 4 Bio  . gegenversichert. Überschaubar, schätzte der US-Staat, und ließ das Investmenthaus über die Klinge springen. Zu den 4 Bio. gehörten sicher auch die 350 Mio. der KfW, das war doch kein Versehen von Bankfachleuten, 350 Mio. Allen ist peinlich, das eine Staatsbank in dem Irren-Casino mitspielt. Die AIG-Versicherung ist mit 15,6 Bio. gegenversichert, das führte schon klarer zu einer Kettenreaktion von Bankensterben, da musste der Staat mit 85 Mrd. retten, sonst wäre der Finanzmarkt jetzt schon zusammengebrochen und hätte manche Volkswirtschaften mitgerissen.

Und Freddie und Fannie erst: „09. September 2008 Die amerikanischen Steuerzahler müssen womöglich mehrere hundert Milliarden Dollar bezahlen, um den Fortbestand der angeschlagenen Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae zu sichern. Gleichwohl stößt die Entscheidung der Regierung vom Wochenende, die Kontrolle über die beiden Unternehmen zu übernehmen, im Kongress und unter Ökonomen zumeist auf Zustimmung." Wenn der Harz-VI-Empfänger 10 Euro für eine warme Wohnung braucht, wird eine Staatsaffäre daraus gemacht, aber mehrere hundert Milliarden, kein Problem, dürfte es noch etwas mehr sein?

Die 700 Milliarden Dollar alleine bedeuten schon eine Steigerung der Inflation um 2 Prozent. Entweder laufen die Dollar-Druckmaschinen heiß oder amerikanische Staatsanleihen werden gedruckt, was beides die Geldmenge M3 erhöht. Dem stehen keine Waren gegenüber. Damit dürfte die Inflation auf 25% hochtreiben, was sich bei Bekanntgabe mit einer Steigerung des Euro um 4 Cent auf 1,47$ ausdrückte, und das war nur die Ankündigung, Öl stieg auf 100 und Gold fasst 900 Dollar. Bisher hatte der Staat die faulen Hypotheken mit US-Staatsanleihen abgekauft. Die konnten wieder in der Aktiva verbucht werden, verlieren aber auch an Wert und der kleine Steuerzahler soll dafür noch zahlen.

Die Rückzahlung der Staatsschulden über 9 Billionen, mit Ländern und Kommunen rund 20 Billionen, wird mit der Inflation zu einem Nebenjob beim Dollardrucken. Dieses Jahr wird wohl die Hyperinflationsgrenze von 50% locker erreicht werden und 2010 dann die 1000%-Marke wie in Zimbabwe. Dann zahlt der Staat die Schulden locker mit einem Klacks. faule_hypotheken_500.jpg

Nur, dass dabei auch alle Rentner und Sparer enteignet werden, die nicht rechtzeitig in Sachwerte wie Gold flüchten konnten, Amerika erlebt sowieso schon an den Rändern ein Abrutschen in die 3. Welt. Jeden Tag erlebt Kalifornien nur 1.300 Zwangsvollstreckungen. Die Menschen ziehen in die Zeltstädte, um auch vor weiteren Nachstellungen der Gläubiger sicher zu sein. Die Zeltstädte schießen wie Pilze aus dem Boden. In die Häuser dafür ziehen die Ratten und die Städte sollen sie abreißen. ganz nach der kapitalistischen Logik des Akumulationsgesetzes, von daher läuft alles nach Plan, oder gefällt das hier einem nicht?

Naja, Morgan Stanley und Goldman Sachs müssen gewöhnliche Geschäftsbanken werden, da werden wir das Kind schon schaukeln. Wer will das kontrollieren? Als ob nun das Problem gelöst sei. Schröder erlaubt erst einmal Heuschrecken, erlaubt Leerverkäufe (Wetten auf fallende Kurse) und jetzt werden wieder Leerverkäufe verboten, die bürgerlichen Politiker haben doch keinen Plan mehr über den Finanzmarkt. Der Finanzmarkt spielt doch mit den Menschen Hase und Igel und er ist das logische Ergebnis des sterbenden Kapitalismus.

Wer will jetzt noch ernsthaft davon sprechen, dass er irgendwie schon wieder alles in den Griff kriegt, irgendwelche überschlauen Ökonomen. Er ist doch mit dem verschwindend niedrigen Anteil an lebendiger Arbeit in den Waren an seinem Ende angekommen und die Märkte sind mit China zu Ende. Schon geht es auch dort abwärts, aber was kommt nach China, fragen schon die Wirtschaftszeitungen.

Ob Bankendesaster, hoher technischer Zusammensetzung des Kapitals oder Marktverengengung, alles bietet nur noch Sackgassen. Wir sollten uns jetzt einer vernünftigen geplanten Wirtschaft zuwenden, die von den Arbeitern für die Arbeiter gemacht wird. Die 8%-Fordertung bei Post und IGM ist dazu der richtige erste schritt statt 700 Mrd. für die Großbanken. Aber auch 8%, sonst sind wir netto auch schon wieder unter der Inflationsrate.

Norbert Nelte

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Internationale Sozialisten im Netzwerk Linke Opposition

Der Washington Mutant (Mutual) pokert um ein viertel der Welt. AIG um 18%. Das hat der Staat erlaubt, weil sonsst durch die Profitproduktion keine Rentable Rendiite mehr erwiirtschaftet wuurde. Nun will der Staat als ideeller Gesamtkapitalist von dieser menschenverachtenden Erlaubnis ablenken,  indem er scheinar 26 Handlanger der Wall-Street verfolgen läßt.

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