| Chinas Premierminister besorgt über US-Staatsanleihen |
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| von Michael Wines - New York Times - www.luftpost-kl.de |
18.03.2009
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Der chinesische Premierminister Wen Jiabao zeigte sich am Freitag besorgt über die Sicherheit der von China finanzierten US-Staatsanleihen im Wert von einer Billion Dollar - das ist der weltweit größte Anlagebetrag dieser Art - und verlangte von der Obama-Regierung die Zusicherung, dass diese Investition auch angesichts der globalen Finanzkrise ihren Wert behält.In einer Pressekonferenz am Ende der jährlichen Sitzung des chinesischen Parlaments sagte Herr Wen, er mache sich Sorgen über die (den USA) gewährten Staatsanleihen und andere (US-)Schulden, weshalb sein Land die wirtschaftliche Entwicklung der Vereinigten Staaten sehr kritisch beobachte. "Präsident Obama und seine neue Regierung haben eine Reihe von Maßnahmen zur Bewältigung der Finanzkrise eingeleitet. Wir hoffen, dass diese Maßnahmen greifen," sagte Herr Wen. "Wir haben den Vereinigten Staaten eine riesige Geldsumme geliehen. Natürlich machen wir uns Gedanken um die Sicherheit unserer Anlagen. Ich bin, ehrlich gesagt, etwas beunruhigt." Er forderte die Vereinigten Staaten auf, ihre Kreditwürdigkeit unter Beweis zu stellen, ihre Versprechungen einzuhalten und die Sicherheit der chinesischen Anlagen zu garantieren. Herr Wen drückte die Sorgen bei einer Sitzung aus, in der er die verhältnismäßig gesunde Wirtschaft Chinas lobte und ankündigte, seine Regierung werde alle erforderlichen Schritte einleiten, um den wirtschaftlichen Abschwung in seinem Land zu stoppen. Er sagte auch voraus, dass sich die Weltwirtschaft 2010 erholen werde. Sein selbstbewusstes Auftreten unterstrich die wachsende finanzielle und geopolitische Bedeutung Chinas, eines der wenigen Länder, das trotz des sich verlangsamenden Wachstums noch über genügend Kaufkraft verfügt. China hat durch sein über Jahre andauerndes zweistelliges Wirtschaftswachstum die weltweit größten Reserven an fremden Währungen angehäuft - im Wert von schätzungsweise 2 Billionen Dollar. Die chinesische Regierung steht vor einem großen Dilemma. Wenn die US-Regierung weniger borgt und und weniger finanzielle Anreize schafft, bleiben die Zinsen in den USA niedrig und der Wert des chinesischen Anlagevermögens erhalten. Wenn die US-Regierung aber weniger Geld ausgibt, wird sich die US-Wirtschaft auch langsamer erholen, und die Nachfrage nach chinesischen Waren wird zurückgehen. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sind die Importe der Vereinigten Staaten aus China im Vergleich zum Vorjahr um 17,4 Prozent gesunken. Das hat zu einem Rekordrückgang der chinesischen Exporte beigetragen und die gesamte chinesische Wirtschaftsentwicklung abgebremst. Der Hauptteil der Anlagen Chinas in den Vereinigten Staaten besteht aus Schuldverschreibungen des (US-)Finanzministeriums und Investitionen der chinesischen Regierung in (US-)Unternehmen, die von der Staatlichen Verwaltung ausländischer Währungen getätigt werden, die Teil der Bank des Chinesischen Volkes ist. Nach Kommentaren in Internet-Chat-Rooms gehören zu Chinas umstrittensten Investitionen auf der anderen Seite des Pazifischen Ozeans die 2007 von der China InvestmentCorporation, einem selbständigen Geld-Fonds, durchgeführten Ankäufe von Aktien amerikanischer Finanzinstitutionen, die vor fast zwei Jahren 200 Milliarden Dollar der chinesischen Währungsreserven verschlungen haben. Der Aufsehen erregendste Deal der China Investment Corporation erfolgte im Juni 2007, als sie für 3 Milliarden Dollar Aktien der Blackstone Group, eines großen Privat-Fonds, erwarb und 29.605 Dollar pro Aktie bezahlte. Diese Aktie wurde am Donnerstag für 6,10 Dollar gehandelt; das bedeutet einen Verlust von 80 (?) Prozent oder 2,4 (?) Milliarden Dollar der ursprünglichen Investition. (Nach unserer Rechnung ist das pro Aktie sogar ein Verlust von 99,98 Prozent, der sich zu einem Gesamtverlust von 2,9994 Milliarden Dollar addiert. ) Während ihres China-Besuchs im letzten Monat versicherte Außenministerin Hillary Rodham Clinton in Peking öffentlich, Chinas Anlagen in den USA blieben auch weiterhin sichere Investitionen. Am Freitag hat sich Herr Wen nicht detailliert über seine Sorgen geäußert und auch nicht mitgeteilt, welche zusätzlichen Sicherheiten er von den Vereinigten Staaten erwartet. Aber Wirtschaftswissenschaftler sehen Bedrohungen heraufziehen, wenn der Wert des Dollars in absehbarer Zeit stark absinkt und sich dadurch auch der Wert der Anlagen Chinas entsprechend verringert." Kurzfristig wird der Dollar noch geschätzt, weil globale Investoren die amerikanische Währung als weiterhin sichere Anlage in einer Krise ansehen," sagte uns Bai Chong-En, der dem Fachbereich Wirtschaft an der Tsinghua-Universität in Peking vorsteht, in einem Telefoninterview. "Aber wir wissen nicht, was längerfristig geschieht; wenn das Stimulierungs-Paket (für die US-Wirtschaft) größtenteils mit geborgtem Geld finanziert wird, kann das den zukünftigen Wert von Staatsanleihen stark beeinträchtigen. "Einige Fachleute sagen auch vorher, dass eine hohe Inflationsrate den Wert des Dollars reduzieren könnte. Andere gehen davon aus, dass Chinas Anteil an den US-Staatsanlei-2/6hen so hoch ist, dass dieses Land, sollte es in einem Notfall einmal rasch ausländische Zahlungsmittel benötigen, keine US-Schuldverschreibungen verkaufen könnte, ohne den Markt zu überschwemmen und ihren Preis nach unten zu drücken. "Die einzige realistische Möglichkeit Chinas besteht wirklich darin, seine Schuldverschreibungen bis zur Fälligkeit zu behalten," sagte Shen Minggao, der Chefökonom des in Peking erscheinenden Wirtschaftsmagazins CAIJING. "Wenn China jetzt anfängt,diese Wertpapiere zu verkaufen, kann der Markt zusammenbrechen."Auf der Pressekonferenz am Freitag sagte Herr Wen auch noch, dass seiner Meinung nach Chinas Wirtschaftsprobleme weniger belastend als die vieler westlichen Staaten seien, weil Chinas Banken relativ gesund wären. Während die Vereinigten Staaten und Europa sowohl mit einer Rezession als auch mit dem Zusammenbruch des Finanzsystems zu kämpfen hätten, habe China keine Finanzlöcher mit Milliardenstopfen müssen. Er gab aber zu, dass es schwierig sein werde, das Ziel der Regierung zu erreichen, die das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2009 um 8 Prozent steigern wollte; diese Steigerungsratewäre nach Ansicht von Regierungsexperten notwendig, um genügend neue Arbeitsplätzezu schaffen und die Gefahr sozialer Unruhen zu verringern. China hat in den letzten Monaten Millionen Arbeitsplätze verloren, darunter mindestens 20Millionen Jobs für Wanderarbeiter in Fabriken und auf Baustellen. Wen verteidigte auch das Konjunkturprogramm der (chinesischen) Regierung von 4 Billionen Yuan oder 585 Milliarden Dollar (451 Milliarden Euro), und sagte, es sei von denen "missverstanden" worden, die wissen wollten, ob es sich dabei um völlig neue Gelder oder bereits bewilligte Ausgaben für ältere Projekte handele.Er fügte hinzu, ein Anteil von 1,18 Billionen Yuan oder 173 Milliarden Dollar (133 Milliarden Euro) sei ein zusätzlicher Beitrag der Regierung "zur öffentlichen Sozialfürsorge, zur technischen Innovation, zum Umweltschutz und zu Infrastruktur-Projekten". Der Rest des Pakets solle von Kommunalverwaltungen, Banken und privaten Kapitalanlegern finanziert werden. Dieses zweijährige Konjunkturprogramm werde zur Wiederbelebung der chinesischen Wirtschaft ausreichen. Dann fuhr er fort: "Wir haben noch genug Munition, um jederzeit weitere Stimulierungs-Programme zu starten."Bei Herrn Wens zweistündiger Pressekonferenz - dem traditionell einzigen Zusammentreffen mit den Medien während eines ganzen Jahres - standen Fragen zur Wirtschaft im Mittelpunkt. Einer Frage zu Nordkoreas Plänen, eine neue Langstreckenrakete zu bauen, die fähig ist, mit einem Sprengkopf Teile der Vereinigten Staaten zu erreichen, wich er aus; er sagte nur, das Schlüsselproblem sehe er darin, in den Sechsergesprächen das Atomwaffenprogramm Nordkoreas zu stoppen. Herr Wen wies auch die Behauptung zurück, die massive chinesische Militärpräsenz in Tibet und Teilen Chinas mit tibetischer Bevölkerung belege, dass Chinas Tibet-Politik gescheitertsei; diese Gebiete sind teilweise vom Internet abgekoppelt, weil sich in diesem Monat ein gescheiterter Aufstand gegen die Pekinger Regierung zum 50. Mal jährt. "Die allgemeine Situation in Tibet ist stabil und friedlich," sagte er. "Die Ruhe in Tibet und der andauernde Fortschritt beweisen, dass unsere dort praktizierte Politik richtig ist." (Wir haben den Artikel komplett übersetzt. Weil einer der größten Geldgeber der USA um seine US-Anlagen bangt, dürfte der chinesische Geldhahn schon bald zugedreht werden. http://www.nytimes.com/2009/03/14/business/worldbusiness/14china.html http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP06209_180309.pdf
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Der chinesische Premierminister Wen Jiabao zeigte sich am Freitag besorgt über die Sicherheit der von China finanzierten US-Staatsanleihen im Wert von einer Billion Dollar - das ist der weltweit größte Anlagebetrag dieser Art - und verlangte von der Obama-Regierung die Zusicherung, dass diese Investition auch angesichts der globalen Finanzkrise ihren Wert behält.


















