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Metalltarifrunde: Aus 8% mach Hokuspokus 0%! PDF Drucken E-Mail
von Norbert Nelte    11.04.2009 - bisherige Aufrufe: 1521

berthold_huber_dw_wirtschaft_427363g_kopie.jpgDer Bruch der Gewerkschaftsbasis mit ihrer Führung.

Nun sind die tariflichen Nullrunden der IGM -Führung Realität geworden. Gleichzeitig wird damit der Flächentarifvertrag aufgelöst. Noch heißt die Titelmeldung z. B im Spiegel nur: Arbeitgeber verweigern geplante Lohnsteigerung". Der Spiegel zitiert die SZ, „Doch laut "Süddeutscher Zeitung" könnten die Arbeitnehmer in jedem zweiten Betrieb leer ausgehen. Viele Firmen wollen die Lohnrunde aussetzen - weil der Branche die Aufträge wegbrechen."  Beim oberflächlichen Lesen versteht man das als eine Verweigerung der Arbeitgeber, wie z.B. auch ein Leser  bei Hartgeld: „Millionen Beschäftigte betroffen: Wegen der Wirtschaftskrise will jede zweite Firma den neuen Metaller-Tarif bis zum Jahresende verweigern".

De Kollegen werden also zu ihren Chefs laufen und empört eine weitere Lohnerhöhung einfordern und klarstellen wollen, dass eine verweigerung nicht drin sei. Doch der wird sie nur müde darüber aufklären, das das nun mal der Inhalt ihres Metalltarifs 2008 sei.  Bis jetzt haben nach der SZ bereits jeder zweite Betrieb die Nullrunde geplant. Bis zum 1. Mai werden das noch mehr und man wird sich der von der Linken Zeitung geschätzten annähernden Null Prozent anschließen.

Zum 1. Mai werden noch massenhaft Betriebsräte bei ihren Voständen antantzen müssen, die ihnen dann mit einem tränenden Auge erzählen werden, wie schlecht es dem Betrieb doch gehe und sie nach der Tarifvereinbrung jetzt eine Nullrunde bis Dezember vereinbaren müssen, sonst müsse er in den Bismarck-Archipel alles ausagern.

Nun muss die richtige Antwort der Betriebsräte lauten: „Moment mal, ihr habt 50 Jahre lang fette Gewinne gemacht mit dem Argument, ihr tragt das Risiko,  jetzt ist es da und jetzt steht zu eurem Wort und zahlt auch.". Aber mitnichten wird man das von der Mehzahl der Betriebsräte hören. Damit ist auch der Flächentaritvertrag zerstört. Denen, denen es noch einigermaßen geht, Volkswagen beispielsweise, durch die Abwrackprämie, werden die 2,1% Erhöhung zum 1.5. vielleicht noch bezahlen, Mercedes aber mit einem 20przentigen Absatzeinbruch im Premiumsektor, die sowieso 2 Mrd. im Persoalbereich einsparen wollen, werden sich sträuben nd mit Vietnam drohen.

Der Basis ber wird das überhapt nicht gefallen. Es wird in manchen Betrieben, wo es oppositionelle Betriebsgruppen wie bei Mercedes schon ganz schönrumoren. Die Mehrheit aber wird sich noch zurückhalten, weil die Preissteigerungsrate auch nur 0,5% beträgt, und wegen der Rationalisierung von 3%, so denkt sie, darauf könnte man auf einen Ausgleich trotzdem sie schneller arbeiten müssen und die Beschäftigtenzahl schrumpft. Mit einigem Murren wird sie das erst einmal hinnehmen. Aus der Angeberei der IG-Metall-Führung ist nach dem müden 2,1% eine traurige Nullrunde geworden.

Aber das wird ja so weiter gehen, dass die Produktion weiter fällt und die IGM-Führung weitere Nullrunden aushandelt. Dann befinden wir uns aber nicht mehr in der Deflation, sondern in der nachfolgenden Inflation und dann werden die Kollegen nicht mehr ruhig halten, dann kauft besser schon eure Fahrkarte zum Bismarck-Archipel, die Maschinen aber bleiben hier.

Norbert Nelte

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