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„Deutscher Fitna“ Film: Antimuslimische Brandhetze im Stil des Nazi-Films "Der ewige Jude" PDF Drucken E-Mail
von Anti-Kriegs-Komitee Kein Blut für Öl    14.04.2009 - bisherige Aufrufe: 4331

wikipedia_manfred_rouhs.jpgAuf nach Köln am 9. Mai - Pro Köln stoppen! 

Die seit Jahren schwelende Wirtschaftskrise hat sich akut zu einem Weltwirtschaftscrash ausgeweitet. Eine Erholung für das kapitalistische System ist nirgendwo in Sicht. Im Gegenteil sprechen viele Analysten und Wirtschaftswissenschaftler davon, dass die gegenwärtige Krise das ganze System bedroht. Möglicherweise stehen wir vor dem Ende der kapitalistischen Epoche.

In der Ausweitung der Kriege auf Afghanistan und den Irak - und jüngst mit verstärkten Angriffen auf Pakistan - versucht der Westen, sich den Zugang zu den wichtigen Öl-Ressourcen der Welt zu sichern. Weitere Kriege gegen Somalia, den Sudan und gegen den Iran sind noch längst nicht vom Tisch. Die aggressive Haltung Israels gegen seine arabischen Nachbarn, der Angriff auf den Libanon im Jahr 2006 und das Massaker in Gaza Anfang 2009 steht für die gleiche Politik. Israel ist der Brückenkopf im Öl-reichen Nahen Osten und bedroht alle dortigen Länder mit Krieg, wenn sie sich nicht in die imperiale Ölraub-Logik einreihen.

Die Hetze gegen die muslimischen Kolleginnen und Kollegen diente der US-Regierung unter Bush dazu, die Kriege zu rechtfertigen und den so genannten „Krieg gegen den Terror" - selbst ein einziger völkerrechtswidriger und terroristischer Akt - zu legitimieren.

logo_mit_rot_negativ_mini.jpgDer neue US-Präsident setzt diesen Krieg fort und weitet ihn sogar auf Nordpakistan aus. Dafür hat er 14.700 weitere Soldaten und 84 Mrd. Dollar zusätzliche Gelder bereitgestellt. Er mag charmant lächeln und viele Lippenbekenntnisse abgeben, doch müssen wir ihn an den Tatsachen messen. So hat er Rasmussen zum Nato-Chef erhoben, obwohl dieser die antiislamischen Volksverhetzer-Karikaturen als „Pressefreiheit" ausgibt. Auf den Protest der Türken hin verspricht er ihnen den EU-Beitritt. Irgendwann müssen aber einmal diese Versprechen eingelöst werden, dann aber wird der lächelnde Obama auch zum harten Kreuzritter.

Innenpolitisch ist die Hetze gegen die muslimischen Freundinnen und Freunde für die Herrschenden zunehmend unverzichtbar. Mit der Verschärfung der Krise wird es für das herrschende Kapital immer wichtiger, einen Südenbock zu markieren. Zudem hoffen die Herrschenden, dass der Protest gegen die Ausweitung der Krise und Kriege gespalten werden kann. Politiker wie Innenminister Wolfgang Schäuble, Journalisten wie Henryk Broder, Intellektuelle wie Ralph Giordano aber auch solche Persönlichkeiten wie Papst Benedikt XVI. haben mit regelmäßigen undifferenzierten Angriffen auf den Islam, die islamische Kultur und auf Muslime eine Atmosphäre der Islam-Feindlichkeit geschaffen. Sogar Teile der „Linken" haben sich aus Solidarität mit dem Agressor-Staat Israel den Feinden des Islam angeschlossen.

Erschreckenderweise ist Hetze und Feindschaft gegen den Islam so üblich und gesellschaftsfähig geworden wie der Antisemitismus in den Jahrzehnten vor dem 2. Weltkrieg.

Pro Köln nutzt die allgemeine islamfeindliche Stimmung

Den von den Herrschenden für ihre Kriege und zur Spaltung der unterdrückten Massen fruchtbar vorbereiteten Boden versuchen nun Faschisten wie Pro Köln und Pro NRW für sich zu nutzen. Nazis aus dem Umfeld der faschistischen Partei „Die Republikaner" wie Manfred Rouhs und Markus Beisicht sind führende Mitglieder von Pro Köln. Das Bild oben zeigt Rouhs zusammen mit  Axel Reitz.

Wichtig: Manfred Rouhs, ehemals auch Mitglied in der Jugendorganisation der NPD - die Jungen Nationaldemokraten - hatte, wie der Spiegel auch bestätigt, Kontakte zum Kampfsportverein in dem die Attentäter des Solinger Brandanschlages von 1993 trainierten. 

Der Tod von Hülya Genç (9 Jahre), Gülüstan Öztürk (12 Jahre), Hatice Genç (18 Jahre), Gürsün İnce (27 Jahre) und Saime Genç (4 Jahre) und die Leiden der 15 Schwerverletzten schmerzen uns bis heute zutiefst. Ihr Tod und ihr Leid mahnen uns, aktiv zu werden gegen jede Form der antimuslimischen Hetze.

Dieses grausame Verbrechen weist auch auf die Perspektive hin, die Pro Köln und Manfred Rouhs mit ihren Anti-Islam-Kongressen und nun mit ihrem „Deutscher Fitna" genannten Hass-Film bezwecken. Ähnlich wie der Nazi Film „Der ewige Jude" aus dem Jahr 1940 bereitet der Film von Pro Köln die ideologische Grundlage für die Vertreibung der Muslime, für ethnische Säuberungen, für Mord und Gewalt und letztlich für einen Holocaust an den Muslimen vor.

Die Muslime in Deutschland spüren die Auswirkungen der Hetze gegen eine ganze Kultur- und Religionsgemeinschaft täglich. Jeden Tag gibt es Ablehnung, Bedrohung und Ausgrenzung auf dem Amt, in der Schule, im Betrieb und beim Einkauf. Wir lassen unsere muslimischen Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich!

Wehret den Anfängen!

Der Film aus der braunen Giftküche der Nazis

In ihrem Film stellen sich die Hetzer von Pro Köln zunächst ganz zynisch als unterdrückte Demokraten dar, die unter den Blockaden der Massen beim ersten völlig gescheiterten Anti-Islam-Kongress zu leiden hatten. Sie gehen sogar so weit, die Blockaden gegen ihre Volksverhetzung mit dem Nazi-Terror von 1938 zu vergleichen.

Für uns Antifaschisten war es immens wichtig, den Kongress massenhaft zu blockieren. Wie gesagt, die Herrschenden im Staat benötigen die Nazis noch für ihre Kriege und zur Spaltung der Arbeitermassen. So wird das „Recht" der Nazis, Werbung für Mord und Vertreibung zu machen, immer wieder mit Polizeigewalt durchgesetzt.

Der Film fährt mit scheinbaren Fakten über Terror und die Ausbreitung des Islam fort und setzt alles auf eine Karte: Die Angst vor dem Fremden. Der Film ist erwartungsgemäß ein abstoßendes, schlecht produziertes und primitives Machwerk.

Mit dem Film versuchen Pro Köln in die Fussstapfen von den niederländischen Anti-Islam-Politiker Geert Wilders zu treten. Wilders Partei hat mit der Hetze gegen Muslime großen politischen Erfolg. Seine erst 2006 gegründete „Partei für die Freiheit" wäre laut Umfragen in Holland gegenwärtig die stärkste Partei.

Einen ähnlichen Erfolg für Pro Köln werden wir weiterhin verhindern. Überall wo die Nazis öffentlich für ihre gefährliche Hetze Werbung machen wollen, müssen wir auch präsent sein und versuchen, das zu verhindern. Wichtig ist, dass wir sie schon jetzt in den Anfängen stoppen, bevor die Rattenfänger wachsen und wirklich bedrohlich werden können.

Jetzt ist es Zeit, aktiv zu werden. Kommt alle zu den Demonstrationen, Aktionen und Blockaden gegen Pro Köln.

Wir sind die Stärkeren, wir sind bunt, wir sind viele!

Abschließend können uns die Worte von Pastor Niemöller - selbst Häftling unter den Nazis im KZ Sachsenhausen - mahnen, frühzeitig gegen die Nazis aktiv zu werden:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Sozialisten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialist.

Als sie die Juden einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."

Hier mehr lesen über den Fitna Film des niederländischen Hetzers Geert Wilders:

Geert Wilders ‘Fitna': Filmische Islamophobie vergleichbar mit "Der ewige Jude"

Auf gegen Pro Köln am 8./9. Mai:

Stoppt Pro-Köln-Nazi-Gift-Hetzer am 8./9. Mai 

Demo gegen Pro Köln - 25.04.2009 

 Bündnis gegen Pro Köln - Hingegangen

Anti Kriegs Komittee Kein Blut für Öl 

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