| Bolivien: Die Minenarbeiter holen den Achtstundentag und bessere Löhne zurück |
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| von www.rebelion.org - Übersetzungsteam LZ |
31.05.2009
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„Raus mit Sinchi Wayra! Schluss mit der ausländischen Plünderung und Ausbeutung, die nur leere Stollen, Kranke, Hunger und Elend hinterlassen" Indem es den proletarischen Minenarbeitern Boliviens gelungen war, große Menschenmassen zu mobilisieren,haben sie den Achtstundenarbeitstag zurückerobert und dem transnationalen Konzern Glencore bessere Löhne abgetrotzt. Glencore schürft illegal die reichen Silber-, Gold- und Zinkvorkommen, die einst dem Millionär und früheren Präsidenten Gonzalo Sánchez de Lozada gehörten, der heute vor der Justiz auf der Flucht ist. Das Vorababkommen, das Dienstagnacht nach zwei Verhandlungstagen erzielt worden war, legt die Wahrung des achtstündigen Arbeitstages fest, die Anwendung der Vergütungsverträge von 2008, worin höhere Einkommen für die Arbeiter enthalten sind, sowie die Beachtung der arbeitsrechtlichen Auflagen einschließlich einer Lohnsteigerung von 12 Prozent. Dies teilte gestern Abend César Lugo mit, einer der Führer der Gewerkschaftsföderation der Minenarbeiter Boliviens. Das Abkommen wurde durch einen Brief von Sinchi Wayra, der Glencore-Filiale in Bolivien, bestätigt. „Die Aktiengesellschaft Sinchi Wayra bietet an, die vormaligen Lohnverträge ab sofort in ihre alte Gültigkeit wieder einzusetzen (die bis Dezember 2008 gültig waren) und zwar bis zu dem Zeitpunkt, da dasUnternehmen und die dazu gehörige Gewerkschaftsorganisation zu neuen Verhandlungsabschlüssen kommen und die Arbeitsvertragsordnung einer generellen Revision unterzogen haben werden", heißt es in dem Brief, der außerdem den Achtstundentag sowie die Einhaltung der Arbeitsgesetzgebung garantiert.
Glencore gibt nach
Unter Druck gesetzt von mehr als viertausend Bergarbeitern, die innerhalb einer Woche zu Fuß das Hochland durchquert hatten und sich bereits zwei Tage lang in La Paz befanden, haben seit Montag die Beamten der indigenen Regierung von Evo Morales sowie des undurchsichtigen transnationalen Konzerns Glencore International bereits damit begonnen, den arbeitsrechtlichen Forderungen nachzugeben. Die konsequente Haltung der Bergarbeiter, die sogar davon sprachen, „das Unternehmen rauszuschmeißen", trug sehr dazu bei, dass der Konzern von seinem Vorhaben Abstand nahm, den Arbeitstag zu verlängern und die Löhne der Arbeiter zu verringern. Glencore wollte mit diesem Rückzieher seine Tätigkeit in Bolivien und also seine Millionengewinne nicht in Gefahr bringen. Nachdem die Bergarbeiter zu Fuß das Hochland (fast 200 Kilometer) bewältigt hatten, waren sie in La Paz eingezogen und hatten keinen Zweifel an ihren Absichten gelassen, sollte die Firma Sinchi Wayra nicht einlenken. Diese ist ein Tochterunternehmen des transnationalen Konzerns Glencore International, der von dem schweizerisch-israelischen Ölmagnaten Marc Rich gegründet worden war und den das Times-Magazin 2001 als den „korruptesten Manager des Planeten" bezeichnete. „Raus mit Sinchi Wayra! Schluss mit der ausländischen Plünderung und Ausbeutung, die nur leere Stollen, Kranke, Hunger und Elend hinterlassen", so wurde anschaulich auf einem der zahlreichen Plakate vermittelt, mittels derer die Minenarbeiter zum Marsch durch die Straßen von La Paz aufgerufen wurden. Dieses Plakat wurde auch auf der ersten Seite einer der wichtigsten Zeitungen des Landes abgedruckt. Illegalität und Ausbeutung Der Glencore-/Sinchi Wayra-Konzern hatte auf unrechtmäßige Weise die Kontrolle bedeutender Zink-, Gold-, Silber-, Blei- und Zinnminen in Oruro und Potosí (die Bergwerke Bolívar, Porco, Colquiri, Totoral, San Lorenzo, Colquechaquita und den Verarbeitungsbetrieb zur Konzentration der Minerale Don Diego sowie das Wärmekraftwerk von Aroifilia) von Sánchez de Lozada im Jahre 2005 übernommen, zwei Jahre nachdem dieser frühere Präsident Boliviens durch einen Volksaufstand abgesetzt worden war und die Flucht in die USA angetreten hatte. Das betrügerische Abkommen über die Übertragung dieser Minen wurde in den USA geschlossen, als die bolivianischen Gerichte bereits die Besitztümer und Bergwerke von Sánchez de Lozada als Entschädigung für die Opfer des Genozids vom Oktober 2003 einforderten. (Dabei starben durch Schüsse 67 Zivilpersonen und es gab mehr als 400 Verletzte) Dann, in den Minen, versuchte der Konzern einen „Notstandsplan" durchzusetzen, um so dem Fall der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt zu begegnen, ohne dass die außerordentlichen Millionengewinne beeinträchtigt würden. Es gab also Druck, um die Produktion zu erhöhen, indem die Arbeiter ohne Lohnerhöhung zwei bis vier Stunden länger arbeiten mussten. Dieser Versuch, die Ausbeutung von Arbeitern zu verstärken, wurde vereitelt durch die organisierte Mobilisierung von mehr als viertausend Bergleuten, die erneut allen bolivianischen Arbeitern ein großartiges Beispiel gaben. Die Avantgarde weist den Weg „Hier handelt es sich um ein nationales Problem. Im ganzen Land leisten sich die Privatkapitalisten den Luxus, die Rechte der Werktätigen und die bolivianischen Gesetze zu verletzen", sagte vor der Ankunft in La Paz der führende Gewerkschafter der Bergarbeitergewerkschaft, Guido Mitma. Er marschierte Seite an Seite mit seinen Klassenbrüdern. „Dieser Marsch dient dazu, dass alle Betriebe den Achtstundentag einhalten. Nicht nur die Bergwerksbetriebe. Die Kapitalisten treiben Missbrauch in allen Bereichen, in den Fabriken, in den landwirtschaftlichen Betrieben. Sie verletzen die Rechte der Bergleute, der Arbeiter in den Fabriken, der Angestellten im Handel, der Leute auf dem Bau, überall. Dieser Kampf ist für alle. Die Regierung muss ihrer Verantwortung gerecht werden und dafür Sorge tragen, dass die Arbeitsgesetze eingehalten werden", sagte der Minenarbeiter Mitma, während seine Compañeros mit kräftigen Stimmen sangen: „Venceremos, venceremos / mil cadenas habrá que romper / venceremos, venceremos / los mineros sabremos vencer". <Wir werden siegen. Tausend Ketten gilt es noch zu sprengen. Wir werden siegen. Wir Bergleute wissen zu siegen.>
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