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25. Juni 1950: Beginn des Korea – Krieges Teil 4 PDF Drucken E-Mail
von Bartholomäus Ibrahim Bronsteyn    24.06.2009 - bisherige Aufrufe: 1972

Bodo League MassakerEin wichtiges und sehr essentielles Ereignis zu Kriegsbeginn: das Bodo League Massaker

Ich möchte noch einen anderen sehr wichtigen Fakt anzufügen. Im Rahmen des (bis zum Jahre 2000 sowohl in Korea als auch weltweit fast unbekannten) Bodo League Massakers wurden zwischen 100000 („gesicherte“ Mindestzahl) und 1,2 Millionen (höchste Schätzungen) Südkoreaner von Truppen der Syngman Rhee Regierung ermordet.

Bodoyeonmaeng hiess eine Zwangsorganisation des Syngman Rhee- Regimes, in dem „Kommunisten“ und alle sonstigen suspekten (oppositionellen) Personen erfasst worden waren (angeblich zur „Umerziehung“).

In der Phase von Juni bis September 1950 (also in nur drei Monaten) wurden summarisch die (Zwangs)Mitglieder (über 300000 an der Zahl) Massenerschiessungen ausgesetzt (Seit wenigen Jahren werden viele aufgefundene Massengräber durch die südkoreanische Wahrheits- und versöhnungskomission exhumiert). Angeblich geschah das Massaker aus „Panik“, weil die Bodo League – Mitglieder summarisch für geneigt gehalten wurden, sich mit der heranrückenden nordkoreanischen Armee zu verbünden (was Bände spricht). Naheliegender scheint mir aber ein von langer Hand geplanter Massenmord an der politischen Opposition zu sein. Dieser stellt in seiner rasanten Ausführung selbst die Verbrechen der Nazis in den Schatten (die immerhin Jahre brauchten, um auf ihre Massenmordquoten zu kommen).

Massaker von DaejonDieses Massaker, das offenbar ganze Bevölkerungsteile ausrottete, sowie den Kern der politischen Opposition in Südkorea, hat aus meiner Sicht eine nicht zu übersehende Schlüsselstellung in dieser frühen Kriegsphase. Es gab mehrere Guerilliaherde in Südkorea und eine  zähe Opposition der verbotenen Gewerkschaften sowie linken und nationalistischen Parteien im Untergrund.

Andere historische Beispiele zeigen, dass Massaker dieser Größenordnung eine gründliche logistische und organisatorische Vorbereitung brauchen. Weder die Bartholomäusnacht, noch der Holocaust an den europäischen Juden (sowie die Ermordung russischer Kriegsgefangener usw.) oder etwa das Massaker an der indonesischen Arbeiterbewegung 1965 geschahen spontan. Massenmorde in einer solchen grotesken Dimension benötigen „Personal“, Planung und organisierte Durchführung.

Da auch bei Massenvernichtungsaktionen durchaus mit Widerstand zu rechnen ist (und in Anbetracht der geradezu wütenden Aufstände gegen Rhee 1946-1948 allemal), muss die Zahl der daran mittelbar und unmittelbar beteiligten Kräfte wohl in die zehntausenden geschätzt werden. Fotos aus dieser Zeit zeigen, dass es sich (teilweise?) um reguläre Militärkräfte handelte, die die Massaker durchführten. Die Größe der (wie aufgewiesen in großen Teilen unzuverlässigen) südkoreanischen Armee wird für diese Zeit 1950 mit ca 180000 Soldaten angegeben.

Die Durchführung des Bodo League Massakers durch eine politische Minderheit in Südkorea (Syngman Rhee hatte nachweislich die Wahlen zur südkoreanischen Separat-Nationalversammlung verloren) muss demnach mit einem personellen Einsatz von mehreren zehntausend Soldaten veranschlagt werden.

US-Soldaten beim Massakrieren in DaejonKein Wunder, dass die südkoreanische Armee unter diesen Umständen der vorrückenden nordkoreanischen Armee (die auf 200000 Soldaten geschätzt wurde) auf keinen Fall standhalten konnte.

Möglicherweise kam es auch darauf gar nicht an, denn die Invasion der USA und ihrer Vasallen in der UNO war ohnehin beschlossen und in Durchführung begriffen (Sept Landungsoperation von Incheon).

Nachrichtensendungen aus dieser Zeit zeigen auch, dass die Verteidigung des „Pusan Perimeters“ (die letzte von den US- und südkoreanischen Truppen gehaltene Fronlinie in Südost-Korea – siehe GIF – vor der US – Invasion bei Incheon) vor allem von US – amerikanischen Truppen gehalten wurde.

Die US – Armee bekämpfte die anrückende nordkoreanische Armee, während die Rhee – Truppen hinter der Frontlinie systematisch in der eigenen Bevölkerung massakrierten.

Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu:

Die US – Armee (auf die Syngman Rhee sich wie gesagt verlassen konnte) – mit Rückendeckung der UNO – hielt den Rhee Truppen bewusst den Rücken frei für eines der grausigsten Massaker der jüngeren Geschichte.

Der Koreakrieg ist also letztlich auch die militärische Kaschierung einer blutigen Konterrevolution gewesen. Es ist an der Zeit, dass sich die Wahrheit herumspricht.

Wie fälscht man Geschichte? Was war mit den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea?

In den vom US-Militär mitgeschriebenen Geschichtsbüchern wird immer wieder die Resolution Nummer 85 des UNSC (UN Security Council) genannt (datiert auf den 31.Juli 1950), mit dem die UNO (unter Abwesenheit des UdSSR-Vertreters) den USA „freie Hand“ zu einer UNO-„Polizeiaktion“ gaben. Damit hätte also der UNSC erst „spät“ reagiert, über einen Monat nach Kriegsbeginn. Das scheint für manche Historiker ein Beweis für den “Langmut” der damaligen “internationalen Gemeinschaft” zu sein.

Nordkoreanische Soldatin heuteDoch das ist eine sehr trügerische und vor allem listige Geschichtsschreibung, sie vertuscht wesentliches.

Wie oben schon genannt, hatte es am 26. Juni schon eine UNSC-Resolution (Resolution 82) gegeben, die Resolution 85 in allen Punkten bereits vorwegnahm. Das war einen Tag nach dem angeblichen Überschreiten des 38. Breitengrades durch nordkoreanische Truppen, wofür es aber keinen Beweis gibt, nur für das Gegenteil (Haeju).

Hier in Resolution 82 wird sich auf die Resolutionen der UN-Generalversammlung 195 und 293 von 1949 bezogen, die seinerzeit die terroristische südkoreanische Rhee-Regierung zur „gesetzlichen“ erklärte in dem Teil Koreas, der von der United Nations Temporary Commission on Korea überwacht werden würde. Resolution 82 erklärt Nordkorea zum Angreifer (obwohl die internationale Presse am gleichen Tag weltweit von der Einnahme der nordkoreanischen Stadt Heju durch Südkorea berichtet) und fordert Nordkorea zum Rückzug hinter den 38. Breitengrad auf. Alle Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, bei der „Exekution“ dieser Resolution Unterstützung zu leisten und keinerlei Unterstützung Nordkorea zukommen zu lassen.

Insgesamt ein grausig-geniales Machwerk diplomatischer Manipulation, lesen Sie es selbst:

Quelle: wikisource UNSC Resolution 82

Doch damit nicht genug. Am folgenden Tag schon (27.Juni 1950) setzte es eine weitere verschärfte Resolution. Es wird „festgestellt“, dass Nordkorea „den Frieden gebrochen“ habe und fordert „dringende militärische Massnahmen“, „empfiehlt“ die militärische Unterstützung Südkoreas, um die „bewaffnete Attacke“ zurückzuweisen.

Seoul war an diesem Tag von der nordkoreanischen Armee noch nicht eingenommen worden (gilt später als “Beweis”). Aber für jeden wirklich unabhängigen Beobachter hätte an diesem Tag klar sein müssen, dass die USA die UN für ihre Zwecke krass missbrauchte.

Quelle: wikisource UNSC Resolution 83

Eine weitere Resolution 84 vom 7.Juli übergibt formell den USA das Oberkommando über die militärischen Operationen der „UN forces“. Im Prinzip war das US-Propaganda. Da die US-Truppen in Südkorea von Anfang schon an in die Kämpfe verwickelt waren UND faktisch das K0ommando über die Rhee-Armee innehatte, wird der bereits geplanten massiven Invasion der USA nur der Heiligenschein der UNO verliehen. Die US-Armee hatte schon lange vor Kriegsbeginn nicht nur das faktische Oberkommando über die südkoreanischen Truppen, sondern über “Berater” bis auf die Regiments- und Battallionsebene. Aber das alles erhält nun den Heiligenschein der UNO, die mithin – ich erlaube mir formell zu sein – damit auch vor der Geschichte die Verantwortung für das Bodo-League-Massaker trägt.

Quelle: wikisource UNSC-Resolution 84

Am 31. Juli erst erfolgt die vielgenannte Resolution 85, die in den Geschichtsbüchern notorisch zitiert wird. Hier wird zynischerweise gesagt:

Recognizing the hardships and privations to which the people of Korea are being subjected as a result of the continued prosecution by the North Korean forces of their unlawful attack..

Und das zu einem Zeitpunkt, als – unter dem Heiligenschein der UNO – das monströse Bodo-League-Massaker nach heutigen Erkenntnissen in vollem Gange war. Grundsätzlich bringt diese Resolution (und darin besteht auch die Geschichtsfälschung) nichts neues ausser dass…

to exercise responsibility for determining the requirements for the relief and support of the civilian population of Korea and for establishing in the field the procedures for providing such relief and support

US-Soldaten im KoreakriegHier wird also auf einmal von der “Bevölkerung Koreas” gesprochen, und nicht mehr von Nord und Süd. Zu diesem Zeitpunkt war die Landungs-Invasion der US-Truppen in Incheon noch nicht erfolgt (erst September 1950), doch wird hier bereits geschickt die „Befreiung ganz Koreas“ von der „kommunistischen Diktatur“ subliminal unterlegt, und das zynischerweise, als das Bodo – League – Massaker der südkoreanischen Rhee-Regierung vermutlich seinen Höhepunkt erreichte. Der eigentliche Sinn dieser Resolution war demnach nicht – wie in den verbreiteten Geschichtsfälschungen behauptet – die Verurteilung des “nordkoreanischen Überfalls” und der Beschluss von UNO-Massnahmen dagegen (das war bereits mit den Resolutionen 82 bis 84 erfolgt), sondern die Legitimierung eines gewaltsamen Eroberungskrieges, der das gesamte Korea der faschistischen Diktatur Syngman Rhees unterwerfen sollte.

Eine ewige Schande für die UNO.

Es versteht sich von selbst, dass bei allen Resolutionen von 82 bis 85 der (schlafmützige?) Delegierte der UdSSR im UNSC aus Protest gegen die Nichtaufnahme der VR China fehlte und insofern kein veto einlegen konnte.

Jedenfalls ist es eine Geschichtsklitterung, wenn Resolution 85 in so gut wie allen Geschichtsbüchern als Reaktion des UNSC auf den Kriegsausbruch ausgegeben wird. Resolution 85 fügte der schändlichen Resolution 82 nichts inhaltlich wesentliches hinzu. Mit Resolution 85 hatten lediglich die USA und die Rhee-Faschisten freie Hand für ihre Massaker nun auch im Norden.

Quelle: wikisource UNSC – Resolution 85

Die Geschichte der UNO – Resolutionen zu Korea ist also eine Geschichte von aufeinander aufbauenden Fälschungen und Propagandalügen, angefangen von Resolution 293 von 1949, über 82, 83, 84 bis zu 85 (Legitimierung eines imperialistisch-faschistischen Eroberungskrieges).

Chinesische Truppen überschreiten Okt. 1950 den Yalu (Grenze zu Korea)Bemerkenswert, dass es nur noch eine UNSC-Resolution zu Korea in der Folgezeit gibt, Resolution 88 (8.11.1950). Hier wird die verfemte Volksrepublik China, die unterdessen in den Krieg (seit 19.10.1950) eingegriffen hatte, dazu eingeladen, an den Beratungen des UNSC teilzunehmen. Die VR China war ja auf Betreiben der USA gar kein Mitglied der UNO.

War war geschehen?

Nachdem die US-geführten Invasionsstreitkräfte fast ganz Korea (bis auf einen schmalen Streifen im Norden) erobert hatten (unter neuerlichen Massakern, jetzt auch im Norden), hatten 300000 chinesische Soldaten die Grenze am Jalu überschritten und es sah schlecht aus für die Invasionsstreitmacht. Diese befand sich nun in einer sehr ernsten Situation. Der Paria-Staat VR China sollte nun auf einmal an den Konsultationen des UNSC teilnehmen. Zu diesem Zeitpunkt war also bereits klar, dass die Eroberung Nordkoreas militärisch vor dem Scheitern stand.

Bezeichnend , dass es zwei Gegenstimmen zu dieser Resolution gab: Taiwan (mit US-gestütztem Diktator Chiang Kai Chek) und Kuba (mit US-hörigem Diktator Batista, später von Fidel Castros Partisanen gestürzt).

http://en.wikisource.org/wiki/United_Nations_Security_Council_Resolution_88

Der Krieg dauerte allerdings noch drei lange Jahre an 1951-53 und führte zur fast völligen Verwüstung gesamt Koreas.

Koreakrieg bis Sept. 1950 "Pusan Perimeter"Die Panzerüberlegenheit Nordkoreas – Beweis für die Überfalltheorie?

Als vermeintlich listiger Beweis für die aggressiven Invasionsabsichten der Nordkoreaner wird von vielen Historikern und imperialistischen Propagandisten angeführt, dass „Südkorea“ (gemeint die Rhee-Regierung) ja gar keine Panzer und schweren Waffen gehabt hätte.

Klingt plausibel, ist es aber nicht, wenn man in US-Archiven ein wenig nachstöbert.

Zum einen standen die südkoreanischen Truppen, wie schon aufgewiesen, ohnehin faktisch unter US-Kommando. Aber es standen auch reine US-Verbände in Südkorea. In Nordkorea hingegen gab es damals weder sowjetische noch volkschinesische Truppen.

Werfen wir einen Blick auf die US-Truppen, die zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs (angeblich 25.Juni 1950) in Südkorea standen.

Ein amerikanisches Armeedokument über die militärische Ausstattung der US-Armee während des Koreakrieges wiederholt zwar getreulich die Behauptung, dass Nordkorea am 25.Juni 1950 “plötzlich” Südkorea attackiert hätte, gibt aber zu erkennen, dass beträchtliche Kampftruppenverbände der USA in Südkorea standen, und zwar vier Infantriedivisionen mit insgesamt vier Panzerbataillionen.

Es wird für Juli und August 1950 die Zahl von insgesamt etwa 270 amerikanischen Panzern genannt. (Tank battalions in the early Korean fighting of July and August 1950 were the 6th, 70th, 72d, 73d, and 89th, averaging 69 tanks each.)

der legendäre T-34Nach dieser Quelle waren amerikanische Panzer (um es nochmals zu betonen: Panzerverbände) bereits am 10.Juli (also zwei Wochen nach “Kriegsausbruch”) in Gefechte verwickelt. Die Quelle merkt wohl an, dass die Nordkoreaner in dieser Zeit „erfolgreich“ T-34 – Panzer aus WKII – Beständen einsetzten. Aber bereits für die Kämpfe entlang des „Pusan Perimeters“ (weitestes Vordringen der nordkoreanischen Armee) August-September 1950 wird von einer amerikanischen Panzerüberlegenheit von 5:1 gesprochen und die Anzahl der (im Südwesten) eingesetzten amerikanischen Panzer auf „mehr als 500“ beziffert. Ergo kann die vorangegangene Panzerüberlegenheit der Nordkoreaner nur auf 100 Panzern basiert haben. Das ist wirklich seltsam, oder? Rechnen Sie mal nach!

Abgesehen davon, dass die heldenhaften Verteidiger der „Demokratie“ damals ja auch noch die Kleinigkeit des Bodo-League-Massakers (mit 100000 bis 120000 ermordeten Zivilisten) zu erledigen hatten, ist die haushohe waffentechnische „Überlegenheit“ der nordkoreanischen „Invasionstruppen“ kaum noch glaubhaft zu machen mit diesen Zahlen.

Zum einen kämpften in dieser Phase nordkoreanische Truppen gegen südkoreanische unter US-Kommando PLUS reinen US-Kampfverbänden.

Eher ist zum anderen zu vermuten, dass – wie sich schon an vorangegangenen Zusammenstössen 1949 abzeichnete – südkoreanische Truppenverbände massenweise desertierten.

Filmberichte über die Kämpfe entlang des Pusan – Perimeters legen zudem nahe, dass vor allem amerikanische Truppen die Last des Kampfes gegen die nordkoreanischen Truppen trugen. Auch das widerlegt die Geschichtslegenden vom nordkoreanischen Überfall auf das arglose Südkorea, denn bis auf Battalionsebene hatten amerikanische „Militärberater“ de facto das Kommando inne.

Nordkoreanische T-34 1950Der zeitweilige Zusammenbruch der US/Rhee-Truppen (bis September 1950) ist demzufolge kaum durch „Überraschung“ oder durch waffentechnische Überlegenheit zu erklären. Die Existenz einer südkoreanischen Anti-US und Anti-Rhee- Guerillia (vor allem im Südwesten der Halbinsel) sowie die vorangegangenen zahlreichen Beispiele von Meutereien und Desertationen in der südkoreanischen Armee sind da plausiblere Erklärungsmuster.

Es sei abschließend noch darauf hingewiesen, dass die US – Truppen im gesamten Verlauf des Koreakrieges auch kaum auf die Panzerwaffe verliessen, sondern auf ihre Luftüberlegenheit setzten, mit der sie gesamt Korea in Schutt und Asche bombten.

Quelle zu den damaligen US-Truppenstärken: http://en.wikisource.org/wiki/ARMOR-CAVALRY:_Part_1;_Regular_Army_and_Army_Reserve#Korean_War

weiter zum Schlusswort und zu den Quellenangaben


 

Kommentare
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de jong   |2010-07-29 20:14:28
liebe gott ihr seit dummm!!!
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