Ein wichtiges und sehr essentielles Ereignis zu Kriegsbeginn: das Bodo League Massaker
Ich möchte noch einen anderen sehr wichtigen Fakt anzufügen. Im
Rahmen des (bis zum Jahre 2000 sowohl in Korea als auch weltweit fast
unbekannten) Bodo League Massakers wurden zwischen 100000 („gesicherte“
Mindestzahl) und 1,2 Millionen (höchste Schätzungen) Südkoreaner von
Truppen der Syngman Rhee Regierung ermordet.
Bodoyeonmaeng hiess eine Zwangsorganisation
des Syngman Rhee- Regimes, in dem „Kommunisten“ und alle sonstigen
suspekten (oppositionellen) Personen erfasst worden waren (angeblich
zur „Umerziehung“).
In der Phase von Juni bis September 1950 (also in nur drei
Monaten) wurden summarisch die (Zwangs)Mitglieder (über 300000 an der
Zahl) Massenerschiessungen ausgesetzt (Seit wenigen Jahren werden viele
aufgefundene Massengräber durch die südkoreanische Wahrheits- und
versöhnungskomission exhumiert). Angeblich geschah das
Massaker aus „Panik“, weil die Bodo League – Mitglieder summarisch für
geneigt gehalten wurden, sich mit der heranrückenden nordkoreanischen
Armee zu verbünden (was Bände spricht). Naheliegender scheint mir aber
ein von langer Hand geplanter Massenmord an der politischen Opposition
zu sein. Dieser stellt in seiner rasanten Ausführung selbst die
Verbrechen der Nazis in den Schatten (die immerhin Jahre brauchten, um
auf ihre Massenmordquoten zu kommen).
Dieses Massaker, das offenbar ganze Bevölkerungsteile ausrottete,
sowie den Kern der politischen Opposition in Südkorea, hat aus meiner
Sicht eine nicht zu übersehende Schlüsselstellung in dieser frühen
Kriegsphase. Es gab mehrere Guerilliaherde in Südkorea und eine zähe
Opposition der verbotenen Gewerkschaften sowie linken und
nationalistischen Parteien im Untergrund.
Andere historische Beispiele zeigen, dass Massaker dieser
Größenordnung eine gründliche logistische und organisatorische
Vorbereitung brauchen. Weder die Bartholomäusnacht, noch der Holocaust
an den europäischen Juden (sowie die Ermordung russischer
Kriegsgefangener usw.) oder etwa das Massaker an der indonesischen
Arbeiterbewegung 1965 geschahen spontan. Massenmorde in einer solchen
grotesken Dimension benötigen „Personal“, Planung und organisierte
Durchführung.
Da auch bei Massenvernichtungsaktionen durchaus mit Widerstand zu
rechnen ist (und in Anbetracht der geradezu wütenden Aufstände gegen
Rhee 1946-1948 allemal), muss die Zahl der daran mittelbar und
unmittelbar beteiligten Kräfte wohl in die zehntausenden geschätzt
werden. Fotos aus dieser Zeit zeigen, dass es sich (teilweise?) um
reguläre Militärkräfte handelte, die die Massaker durchführten. Die
Größe der (wie aufgewiesen in großen Teilen unzuverlässigen)
südkoreanischen Armee wird für diese Zeit 1950 mit ca 180000 Soldaten
angegeben.
Die Durchführung des Bodo League Massakers durch eine politische
Minderheit in Südkorea (Syngman Rhee hatte nachweislich die Wahlen zur
südkoreanischen Separat-Nationalversammlung verloren) muss demnach mit
einem personellen Einsatz von mehreren zehntausend Soldaten
veranschlagt werden.
Kein Wunder, dass die südkoreanische Armee unter diesen Umständen
der vorrückenden nordkoreanischen Armee (die auf 200000 Soldaten
geschätzt wurde) auf keinen Fall standhalten konnte.
Möglicherweise kam es auch darauf gar nicht an, denn die Invasion
der USA und ihrer Vasallen in der UNO war ohnehin beschlossen und in
Durchführung begriffen (Sept Landungsoperation von Incheon).
Nachrichtensendungen aus dieser Zeit zeigen auch, dass die
Verteidigung des „Pusan Perimeters“ (die letzte von den US- und
südkoreanischen Truppen gehaltene Fronlinie in Südost-Korea – siehe GIF
– vor der US – Invasion bei Incheon) vor allem von US – amerikanischen
Truppen gehalten wurde.
Die US – Armee bekämpfte die anrückende nordkoreanische Armee,
während die Rhee – Truppen hinter der Frontlinie systematisch in der
eigenen Bevölkerung massakrierten.
Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu:
Die US – Armee (auf die Syngman Rhee sich wie gesagt verlassen
konnte) – mit Rückendeckung der UNO – hielt den Rhee Truppen bewusst
den Rücken frei für eines der grausigsten Massaker der jüngeren
Geschichte.
Der Koreakrieg ist also letztlich auch die militärische Kaschierung
einer blutigen Konterrevolution gewesen. Es ist an der Zeit, dass sich
die Wahrheit herumspricht.
Wie fälscht man Geschichte? Was war mit den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea?
In den vom US-Militär mitgeschriebenen Geschichtsbüchern wird immer
wieder die Resolution Nummer 85 des UNSC (UN Security Council) genannt
(datiert auf den 31.Juli 1950), mit dem die UNO (unter Abwesenheit des
UdSSR-Vertreters) den USA „freie Hand“ zu einer UNO-„Polizeiaktion“
gaben. Damit hätte also der UNSC erst „spät“ reagiert, über einen Monat
nach Kriegsbeginn. Das scheint für manche Historiker ein Beweis für den
“Langmut” der damaligen “internationalen Gemeinschaft” zu sein.
Doch das ist eine sehr trügerische und vor allem listige Geschichtsschreibung, sie vertuscht wesentliches.
Wie oben schon genannt, hatte es am 26. Juni schon eine
UNSC-Resolution (Resolution 82) gegeben, die Resolution 85 in allen
Punkten bereits vorwegnahm. Das war einen Tag nach dem angeblichen
Überschreiten des 38. Breitengrades durch nordkoreanische Truppen,
wofür es aber keinen Beweis gibt, nur für das Gegenteil (Haeju).
Hier in Resolution 82 wird sich auf die Resolutionen der
UN-Generalversammlung 195 und 293 von 1949 bezogen, die seinerzeit die
terroristische südkoreanische Rhee-Regierung zur „gesetzlichen“
erklärte in dem Teil Koreas, der von der United Nations Temporary
Commission on Korea überwacht werden würde. Resolution 82 erklärt
Nordkorea zum Angreifer (obwohl die internationale Presse am gleichen
Tag weltweit von der Einnahme der nordkoreanischen Stadt Heju durch
Südkorea berichtet) und fordert Nordkorea zum Rückzug hinter den 38.
Breitengrad auf. Alle Mitgliedsstaaten werden aufgefordert, bei der
„Exekution“ dieser Resolution Unterstützung zu leisten und keinerlei
Unterstützung Nordkorea zukommen zu lassen.
Insgesamt ein grausig-geniales Machwerk diplomatischer Manipulation, lesen Sie es selbst:
Quelle: wikisource UNSC Resolution 82
Doch damit nicht genug. Am folgenden Tag schon (27.Juni 1950) setzte
es eine weitere verschärfte Resolution. Es wird „festgestellt“, dass
Nordkorea „den Frieden gebrochen“ habe und fordert „dringende
militärische Massnahmen“, „empfiehlt“ die militärische Unterstützung
Südkoreas, um die „bewaffnete Attacke“ zurückzuweisen.
Seoul war an diesem Tag von der nordkoreanischen Armee noch nicht
eingenommen worden (gilt später als “Beweis”). Aber für jeden wirklich
unabhängigen Beobachter hätte an diesem Tag klar sein müssen, dass die
USA die UN für ihre Zwecke krass missbrauchte.
Quelle: wikisource UNSC Resolution 83
Eine weitere Resolution 84 vom 7.Juli übergibt formell den USA das
Oberkommando über die militärischen Operationen der „UN forces“. Im
Prinzip war das US-Propaganda. Da die US-Truppen in Südkorea von Anfang
schon an in die Kämpfe verwickelt waren UND faktisch das K0ommando über
die Rhee-Armee innehatte, wird der bereits geplanten massiven Invasion
der USA nur der Heiligenschein der UNO verliehen. Die US-Armee hatte
schon lange vor Kriegsbeginn nicht nur das faktische Oberkommando über
die südkoreanischen Truppen, sondern über “Berater” bis auf die
Regiments- und Battallionsebene. Aber das alles erhält nun den
Heiligenschein der UNO, die mithin – ich erlaube mir formell zu sein –
damit auch vor der Geschichte die Verantwortung für das
Bodo-League-Massaker trägt.
Quelle: wikisource UNSC-Resolution 84
Am 31. Juli erst erfolgt die vielgenannte Resolution 85, die in den Geschichtsbüchern notorisch zitiert wird. Hier wird zynischerweise gesagt:
Recognizing the hardships and privations to which the people of
Korea are being subjected as a result of the continued prosecution by
the North Korean forces of their unlawful attack..
Und das zu einem Zeitpunkt, als – unter dem Heiligenschein der UNO –
das monströse Bodo-League-Massaker nach heutigen Erkenntnissen in
vollem Gange war. Grundsätzlich bringt diese Resolution (und darin
besteht auch die Geschichtsfälschung) nichts neues ausser dass…
to exercise responsibility for determining the requirements for
the relief and support of the civilian population of Korea and for
establishing in the field the procedures for providing such relief and
support
Hier wird also auf einmal von der “Bevölkerung Koreas” gesprochen,
und nicht mehr von Nord und Süd. Zu diesem Zeitpunkt war die
Landungs-Invasion der US-Truppen in Incheon noch nicht erfolgt (erst
September 1950), doch wird hier bereits geschickt die „Befreiung ganz
Koreas“ von der „kommunistischen Diktatur“ subliminal unterlegt, und
das zynischerweise, als das Bodo – League – Massaker der
südkoreanischen Rhee-Regierung vermutlich seinen Höhepunkt erreichte. Der
eigentliche Sinn dieser Resolution war demnach nicht – wie in den
verbreiteten Geschichtsfälschungen behauptet – die Verurteilung des
“nordkoreanischen Überfalls” und der Beschluss von UNO-Massnahmen
dagegen (das war bereits mit den Resolutionen 82 bis 84 erfolgt),
sondern die Legitimierung eines gewaltsamen Eroberungskrieges, der das
gesamte Korea der faschistischen Diktatur Syngman Rhees unterwerfen
sollte.
Eine ewige Schande für die UNO.
Es versteht sich von selbst, dass bei allen Resolutionen von 82 bis
85 der (schlafmützige?) Delegierte der UdSSR im UNSC aus Protest gegen
die Nichtaufnahme der VR China fehlte und insofern kein veto einlegen
konnte.
Jedenfalls ist es eine Geschichtsklitterung, wenn Resolution 85 in
so gut wie allen Geschichtsbüchern als Reaktion des UNSC auf den
Kriegsausbruch ausgegeben wird. Resolution 85 fügte der schändlichen
Resolution 82 nichts inhaltlich wesentliches hinzu. Mit Resolution 85 hatten lediglich die USA und die Rhee-Faschisten freie Hand für ihre Massaker nun auch im Norden.
Quelle: wikisource UNSC – Resolution 85
Die Geschichte der UNO – Resolutionen zu Korea ist also eine
Geschichte von aufeinander aufbauenden Fälschungen und Propagandalügen,
angefangen von Resolution 293 von 1949, über 82, 83, 84 bis zu 85
(Legitimierung eines imperialistisch-faschistischen Eroberungskrieges).
Bemerkenswert, dass es nur noch eine UNSC-Resolution zu Korea in der
Folgezeit gibt, Resolution 88 (8.11.1950). Hier wird die verfemte
Volksrepublik China, die unterdessen in den Krieg (seit 19.10.1950)
eingegriffen hatte, dazu eingeladen, an den Beratungen des UNSC
teilzunehmen. Die VR China war ja auf Betreiben der USA gar kein
Mitglied der UNO.
War war geschehen?
Nachdem die US-geführten Invasionsstreitkräfte fast ganz Korea (bis
auf einen schmalen Streifen im Norden) erobert hatten (unter
neuerlichen Massakern, jetzt auch im Norden), hatten 300000 chinesische
Soldaten die Grenze am Jalu überschritten und es sah schlecht aus für
die Invasionsstreitmacht. Diese befand sich nun in einer sehr ernsten
Situation. Der Paria-Staat VR China sollte nun auf einmal an den
Konsultationen des UNSC teilnehmen. Zu diesem Zeitpunkt war also
bereits klar, dass die Eroberung Nordkoreas militärisch vor dem
Scheitern stand.
Bezeichnend , dass es zwei Gegenstimmen zu dieser Resolution gab:
Taiwan (mit US-gestütztem Diktator Chiang Kai Chek) und Kuba (mit
US-hörigem Diktator Batista, später von Fidel Castros Partisanen
gestürzt).
http://en.wikisource.org/wiki/United_Nations_Security_Council_Resolution_88
Der Krieg dauerte allerdings noch drei lange Jahre an 1951-53 und führte zur fast völligen Verwüstung gesamt Koreas.
Die Panzerüberlegenheit Nordkoreas – Beweis für die Überfalltheorie?
Als vermeintlich listiger Beweis für die aggressiven
Invasionsabsichten der Nordkoreaner wird von vielen Historikern und
imperialistischen Propagandisten angeführt, dass „Südkorea“ (gemeint
die Rhee-Regierung) ja gar keine Panzer und schweren Waffen gehabt
hätte.
Klingt plausibel, ist es aber nicht, wenn man in US-Archiven ein wenig nachstöbert.
Zum einen standen die südkoreanischen Truppen, wie schon
aufgewiesen, ohnehin faktisch unter US-Kommando. Aber es standen auch
reine US-Verbände in Südkorea. In Nordkorea hingegen gab es damals
weder sowjetische noch volkschinesische Truppen.
Werfen wir einen Blick auf die US-Truppen, die zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs (angeblich 25.Juni 1950) in Südkorea standen.
Ein amerikanisches Armeedokument über die militärische Ausstattung
der US-Armee während des Koreakrieges wiederholt zwar getreulich die
Behauptung, dass Nordkorea am 25.Juni 1950 “plötzlich” Südkorea
attackiert hätte, gibt aber zu erkennen, dass beträchtliche
Kampftruppenverbände der USA in Südkorea standen, und zwar vier
Infantriedivisionen mit insgesamt vier Panzerbataillionen.
Es wird für Juli und August 1950 die Zahl von insgesamt etwa 270 amerikanischen Panzern genannt. (Tank
battalions in the early Korean fighting of July and August 1950 were
the 6th, 70th, 72d, 73d, and 89th, averaging 69 tanks each.)
Nach dieser Quelle waren amerikanische Panzer (um es nochmals zu
betonen: Panzerverbände) bereits am 10.Juli (also zwei Wochen nach
“Kriegsausbruch”) in Gefechte verwickelt. Die Quelle merkt wohl an,
dass die Nordkoreaner in dieser Zeit „erfolgreich“ T-34 – Panzer aus
WKII – Beständen einsetzten. Aber bereits für die Kämpfe entlang des
„Pusan Perimeters“ (weitestes Vordringen der nordkoreanischen Armee)
August-September 1950 wird von einer amerikanischen Panzerüberlegenheit
von 5:1 gesprochen und die Anzahl der (im Südwesten) eingesetzten
amerikanischen Panzer auf „mehr als 500“ beziffert. Ergo kann die
vorangegangene Panzerüberlegenheit der Nordkoreaner nur auf 100 Panzern
basiert haben. Das ist wirklich seltsam, oder? Rechnen Sie mal nach!
Abgesehen davon, dass die heldenhaften Verteidiger der „Demokratie“
damals ja auch noch die Kleinigkeit des Bodo-League-Massakers (mit
100000 bis 120000 ermordeten Zivilisten) zu erledigen hatten, ist die
haushohe waffentechnische „Überlegenheit“ der nordkoreanischen
„Invasionstruppen“ kaum noch glaubhaft zu machen mit diesen Zahlen.
Zum einen kämpften in dieser Phase nordkoreanische Truppen gegen südkoreanische unter US-Kommando PLUS reinen US-Kampfverbänden.
Eher ist zum anderen zu vermuten, dass – wie sich schon an
vorangegangenen Zusammenstössen 1949 abzeichnete – südkoreanische
Truppenverbände massenweise desertierten.
Filmberichte
über die Kämpfe entlang des Pusan – Perimeters legen zudem nahe, dass
vor allem amerikanische Truppen die Last des Kampfes gegen die
nordkoreanischen Truppen trugen. Auch das widerlegt die
Geschichtslegenden vom nordkoreanischen Überfall auf das arglose
Südkorea, denn bis auf Battalionsebene hatten amerikanische
„Militärberater“ de facto das Kommando inne.
Der zeitweilige Zusammenbruch der US/Rhee-Truppen (bis September
1950) ist demzufolge kaum durch „Überraschung“ oder durch
waffentechnische Überlegenheit zu erklären. Die Existenz einer
südkoreanischen Anti-US und Anti-Rhee- Guerillia (vor allem im
Südwesten der Halbinsel) sowie die vorangegangenen zahlreichen
Beispiele von Meutereien und Desertationen in der südkoreanischen Armee
sind da plausiblere Erklärungsmuster.
Es sei abschließend noch darauf hingewiesen, dass die US – Truppen
im gesamten Verlauf des Koreakrieges auch kaum auf die Panzerwaffe
verliessen, sondern auf ihre Luftüberlegenheit setzten, mit der sie
gesamt Korea in Schutt und Asche bombten.
Quelle zu den damaligen US-Truppenstärken: http://en.wikisource.org/wiki/ARMOR-CAVALRY:_Part_1;_Regular_Army_and_Army_Reserve#Korean_War
weiter zum Schlusswort und zu den Quellenangaben
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