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Honduras: Breiter Volkswiderstand gegen die Gorillas PDF Drucken E-Mail
von Bartholomäus Ibrahim Bronsteyn    02.07.2009 - bisherige Aufrufe: 1335

Die PST/Honduras inmitten der DemonstrantenDer Putsch des Militärs und er Oligarchen in Honduras hat offenbar einen breiten Widerstand in der Bevölkerung ausgelöst. Die argentinische Internet -Zeitschrift "Socialismo o Barbarie"(die der MAS/Movimiento al Socialismo - "Bewegung zum Sozialismus") nahe steht, konnte am 29.6.2009 schon Telefonberichte aus dem vom Militär abgeschirmten Land bringe, und zwar von Genossen der PST in Honduras (Partido Socialista de los Trabajadores - Sozialistische Arbeiterpartei).

Demnach ist der Widerstand gegen den Putsch im ganzen Land verbreitet. Die Arbeiter der Bananenplantagen hatten für Dienstag (30.6.) zum Generalstreik aufgerufen.Auch die Arbeiter des Maquilasektors (es handelt sich um Fabriken in Sonderhandelszonen, die aus Vorprodukten aus USA billig fertigen und direkt zurueck-exportieren) befinden sich demnach im Ausstand.

Die Genossen der PST räumten gegenüber "Socialismo o Barbarie" ein, dass die internationale Isolation das Micheletti-Regime durchaus schwächt und das sich auf die Situation im Land auch selbst auswirkt. Jedoch sei "die Mobilisierung der Massen gegen den Putsch" die einzige Garantie für das Scheitern des Putsches - innerhalb Honduras und auch weltweit.

 Die telefonischen Kontaktleute der PST Honduras übermittelten dann einen "Aufruf zum Volkswiderstand" von Seiten der Asamblea Popular Permanente (Ständige Volksversammlung) der CNRP in El Progreso, Yoro, eine Stadt, die zum Zentrum des Widerstandes im Norden des Landes geworden ist.

Was ist die CNRP? Das ist die Nationale Koordinierungsstelle des zivilen Widerstands (CNRP). Oh nein, die CNRP existiert nicht erst seit dem Putsch, sondern sie ist viel älter.  Die CNRP ist ein Zusammenschluss von mehr als 30 gewerkschaftlichen, politischen, landwirtschaftlichen, pädagogischen, studentischen und indigenen Organisationen, der sich unter anderem die Abschaffung einiger repressiver Arbeitsgesetze zum Ziel gesetzt hat.

 

  Demo am 29.6.Hier ist der Aufruf der Ständigen Volksversammlung von El Progreso: 


Unbefristeter Generalstreik!


Die Organisationen des Volkes der Stadt El Progreso, angeschlossen an die Permanente Volksversammlung (APP) erklären im Angesicht des heute morgen stattgefundenen Staatstreiches seitens Roberto Micheletti und seiner Verbrecherbande gegenüber dem Volk von El Progreso und im ganzen Land das folgende:

1. Wir erkennen Roberto Micheletti als Präsidenten der Republik nicht an, da seine Ernennung antidemokratisch betrügerisch und verfassungsfeindlich ist.

2. Die Fakten, die zu diesem Staatsstreich führten, sind ein verfassungsrechtliches Verbrechen, weswegen bei Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung die Verantwortlichen bestraft werden müssen, entsprechend der Gesetze.

3. Das Volk von El Progreso rufen wir zu einer Kundgebung heute um 7:00 Uhr abends auf (...)

4. Wir erinnern daran, dass die Verfassung zum Ausdruck bringt, dass "niemand einer usurpatorischen regierung Gefolgschaft leisten" darf, was auch für den öffentlichen Dienst und die Streitkräfte gilt, und (...) dass "das Volk das Recht auf einen Aufstand in Verteidigung der konstitutionellen Ordnung" hat. Insofern rufen wir alle Organisationen des Volks auf nationalem Niveau auf, damit wir gemeinsam die Aktionen des zivilen Ungehorsams zur Zerrüttung dieses Putsches koordinieren.

5. Alle Organisationen des Volkes im ganzen Land rufen wir auf, einheitlich einen UNBEFRISTETEN GENERALSTREIK auszurufen bis zur Wiedereinsetzung von  Manuel Zelaya Rosales als Präsident der Republik.


El Progreso, Yoro, 28 de junio de 2009


Demo in TegucigalpaIm Nachbarland El Salvador solidarisierte sich inzwischen die dortige PST mit der Bewegung im Nachbarland und mit ihrer Schwesterpartei PST/Honduras, aber ohne sich mit der Politik Mel Zelayas zu identifizieren. Die PST El Salvador (die im Unterschied zur PST/Honduras publizieren kann) weist aber darauf hin, dass es darauf ankommt, entschieden die Einmischung des Militärs in die honduranische Politik zurückzuweisen, denn der Militärputsch ziele letztlich auf die Arbeiterbewegung in Honduras.

Llamamos a las masas hondureñas a luchar con los métodos de la clase trabajadora y las masas populares: la huelga general, el paro cívico, las tomas de carreteras y las movilizaciones de masas para detener el golpe, e incluso a armarse si fuese necesario. Se trata de llamar a la más amplia movilización de masas, al más amplio frente único para derrotar la intentona golpista. ¡Los métodos de movilización de masas que son los únicos que pueden derrotar el golpe!

Wir rufen die Massen von Honduras auf, mit den Methoden der Arbeiterklasse und der Volksmassen zu kämpfen: Generalstreik, ziviler Ungehorsam, Besetzung von Strassen und die Massenmobilisierung , um den Putsch aufzuhalten, und auch sich bewaffnen, wenn es nötig sein sollte. Es geht darum, zu einer breiten Mobilisierung der Massen, zu einer breiten Front aufzurufen um den Putsch und die Intentionen der Putschisten zu vereiteln. Die Methoden der Massenmobilisierung sind die einzigen, die den Putsch zerstören können.

Die PST El Salvadors schließt ihren Aufruf mit der Aufforderung an den salvadorianischen Präsidenten Arias, aber auch an alle anderen Staatschefs der Welt, die Putschregierung nicht anzuerkennen. An die Länder der ALBA-Allianz richtet die PST die Aufforderung, die Volksorganisationen in Honduras mit Waffen auszustatten, damit diese dem Putsch widerstehen können.

Der Aufruf der PST / ES schließt mit:

- alle gemeinsam mit dem honduranischen Volk!

- Nieder mit dem Putschismus!

- Es lebe die CNRP und die Mobilisierung der Massen in Honduras!

- Generalstreik jetzt!


Generalstreik?   Waffen für die honduranischen Arbeiter?  Für viele Menschen, die ihr Wissen über die Welt aus dubiosen Presseorganen mit den notorischen CIA - Verbindungsleuten (zwecks "transatlantischer Freundschaft") beziehen, mögen die jüngsten Entwicklungen in Honduras überraschend gekommen sein.

So ganz plötzlich kam dieser Staatsstreich natürlich nicht.

TegucigalpaSo etwas können nur komplette Ignoranten und Blödiane annehmen, die ihr Wissen von der Welt ausschließlich aus SPIEGEL und BILDZEITUNG (oder andere "Nachrichtenmagazine" dieses Kalibers) beziehen. Es macht wirklich dumm, wenn man seine Weltsicht ausgerechnet von "Nachrichtendiensten" bezieht, deren Aufgabenstellung Einlullung und Vertuschung und nicht die Verbreitung von wirklichen Nachrichten sind.

Tatsächlich hat sich die aktuelle Krise in Honduras schon lange angekündigt.

Wenn wir uns die jährliche Übersicht der Verletzung von Gewerkschaftsrechten seitens des Internationalen Gewerkschaftsbundes über das Jahr 2008 anschauen, dann nimmt Honduras eeine Spitzenstellung ein:

 Kostprobe?

In den Freien Exportzonen (das sind diese Maquilas ) ist es weiterhin unmöglich, Gewerkschaften zu gründen oder auszubauen. Fünf Unternehmen bedienten sich derselben Strategie und entließen Funktionäre und Mitglieder neuer Gewerkschaften. Ein Streik auf einer Bananenplantage bestätigte den Wert dieses Instruments zur Verteidigung der Arbeitnehmerrechte und der Vereinigungsfreiheit. Die Firma Bang Sang entließ einen Gewerkschaftsführer mit vorgehaltener Pistole.

Seit 2007 sind mehrere Faktoren zusammengekommen, die die Unzufriedenheit der arbeitenden Bevölkerung erklären: das Scheitern des Regierungsprogramms zur "Exportförderung", dessen Erfolg man sich von der Bewilligung des Freihandelsabkommens mit den USA erhofft hatte; das Ende des Booms der Geldsendungen aus dem Ausland; das politische Unbehagen der Spender angesichts der Korruption in der Politik; der anhaltende Kampf gegen die Privatisierungen und die neoliberalen "Reformen"; die Verteuerung der Lebensmittel. Das Jahr 2007 war gezeichnet von Streiks der Beschäftigten im Staatsdienst, die in erster Linie Lohnerhöhungen forderten und gegen die Privatisierung protestierten.Doch Gewerkschafter zu sein in Honduras ist eine Frage des persönlichen Mutes.

"El Heraldo" - Organ der OligarchieIn der Praxis gibt es kein Gesetz, das die Beschäftigten angemessen vor gewerkschaftsfeindlicher Diskriminierung schützt. Sie werden aufgrund ihrer Gewerkschaftsarbeit schikaniert und sogar entlassen. In den Freien Exportzonen werden Beschäftigte, die eine Gewerkschaft gründen wollen, entlassen und auf schwarze Listen gesetzt. Außerdem werden sie schikaniert, von ihren Kollegen isoliert und sind Opfer von Mobbing bzw. in einigen Fällen sogar von physischer Misshandlung. Die Gerichtsverfahren dauern lange, und wenn Urteile zugunsten der Wiedereinstellung der Arbeiter/innen ergehen, werden sie gewöhnlich von den Unternehmen nicht befolgt, wenn dies nicht vom Staat überprüft wird. Trotz der gesetzlichen Anerkennung der Gewerkschaftsimmunität ist das Hauptinstrument der Arbeitgeber zur Zerschlagung von Gewerkschaften noch immer die Entlassung des gesamten Vorstandes – häufig zeitgleich zur offiziellen Eintragung der Gewerkschaft, um deren Konsolidierung und Wachstum zu verhindern. Da das Wiedereinstellungsverfahren sehr zeitaufwändig ist, müssen die Betroffenen meistens doch eine andere Beschäftigung in einem anderen Betrieb suchen, um finanziell überleben zu können.

Ein typischer Einzelfall aus dem Jahr 2007:

Am 10. November begann die Maquiladora Star, die Kleidung für die US-amerikanischen Konzerne NIKE, ANVIL und NFL herstellt und in der FEZ El Porvenir ansässig ist, eine Welle von Entlassungen, angefangen mit 20 gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten. Nach drei Tagen waren bereits 58 Beschäftigte entlassen worden. Dies geschah exakt drei Tage, nachdem das honduranische Arbeitsministerium über die Gründung der Gewerkschaft der Beschäftigten von Star (SITRASTAR) unterrichtet worden war.

Diese gewerkschaftsfeindlichen Repressionen des Unternehmens, das unverzüglich Gewerkschaftsfunktionäre, -gründer und -sympathisanten entließ, um die Konsolidierung der Gewerkschaft zu verhindern, führte zu einem Konflikt, der einen Monat lang andauerte. Mit Hilfe von Hunderten von Beschäftigten der Fabrik übten die Entlassenen Druck aus, wie etwa durch die Blockierung der Zufahrt zur Fabrik, Arbeitsniederlegungen und schließlich die Besetzung der Büros des Regionalen Arbeitsamtes. Diese Aktionen wurden von Einsatzkräften der Polizei und des Militärs, die vom Unternehmen angefordert worden waren, brutal niedergeschlagen. Die Beschäftigten wurden von bewaffneten und vermummten Zivilisten mit Tränengas auseinandergetrieben, verprügelt, festgenommen und schikaniert und im Industriepark ununterbrochen beobachtet.

Demo gegen die PutschistenMehrere Verhandlungsversuche scheiterten an der Weigerung des Unternehmens, die Gewerkschaft zu akzeptieren. Es wurde sogar mit der Schließung der Fabrik gedroht, wenn der Konflikt weiter andauere. Durch den nachhaltigen und konsequenten Kampf der entlassenen Gewerkschafter, die Solidarität der Beschäftigten der Fabrik und der Organisationen, die auf internationaler Ebene Beschwerden vorbrachten und Druck ausübten, wurde schließlich eine Einigung mit Vertretern der Firma und den US-Multis erzielt.

Quelle

So was liest man natürlich nicht in den Zeitungen von SPIEGEL bis BILD.Sparen Sie sich also künftig ihr Geld! Spenden Sie diese Kleinbeträge lieber der Linken Zeitung und sorgen Sie so dafür, dass sie weiterhin hier mit aktuellen Informationen aus aller Welt versorgt werden, die von allgemeinem Interesse sind, aber in den CIA-Medien nicht vorkommen.

Diese Hintergrundinformationen machen die Situation in Honduras natürlich transparenter. Da war nicht einfach nur ein väterlicher Präsident Zelaya, der sich vom bösen Chavez hat den Kopf verdrehen lassen, wie es Kloakenblätter wie die WELT suggerieren wollen,da gibt es seit Jahren eine stärker werdende Arbeiterbewegung in diesem Land (eines der ärmsten der Welt), die sogar ihre gesetzlichen Rechte immer wieder einfordern muss, weil diese von der terroristischen Oligarchie und den US-Multis immer wieder unterlaufen und ausgehebelt werden. 

Denn Honduras ist eben nun einmal die typischste Bananenrepublik der Welt - bis jetzt!

Es sieht alles danach aus, als ob sich das bald gründlich ändern wird.


Letzte Meldung:

Die Polizei verhaftete in El Progreso sieben Personen und verprügelte fünfzehn weitere. 

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