| Oligarchie schickt Todesschwadronen |
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| von Bartholomäus Ibrahim Bronsteyn |
16.07.2009
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Roger Bados war ein Aktivist der Volksbewegung, Mitglied der Partei Unificación Democrática (UD - Demokratische Union) und ein Führer der Gewerkschaft Sindicato de Trabajadores de Textiles de Honduras (SITRATEXHONSA). Dieses Verbrechen lässt die gegenwärtige Strategie der Putschregierung durchaus erkennen. Es wird eine "Kolumbianisierung" von Honduras angestrebt. Was bedeutet "Kolumbianisierung"? Es handelt sich letztlich um eine Kombination von Oberschichten - Scheindemokratie und diskret ausgeübtem Terror, in Kolumbien seit den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgeübt.
Der Imperialismus spielt ein doppeltes Spiel. Zum einen distanziert man sich in Washington von der Putschregierung, zum anderen ist längst ruchbar geworden, dass US-amerikanische Dienste (natürlich) ihre Hände mit in dem Spiel hatten. Dafür legen sich die Medien arbeitsteilig für die honduranische Junta ins Zeug. FAZ und WELT promoten offen die Putschisten, der als CIA-Postille verrufene SPIEGEL betont dagegen, dass US-Botschafter Callahan in Nicaragua Zelaya nach wie vor als rechtmäßigen Präsidenten ansehe. Das ist eben Arbeitsteilung. Tatsächlich ist der Putsch in Honduras ein unsicheres Geschäft für den US-Imperialismus. Es könnte immer noch schiefgehen. Ganz Lateinamerika ist wenig "amused" über diesen neuerlichen Gorilla-Akt. Militärregierungen haben sich als zu riskant für die Zwecke der US-Plutokratie erwiesen in der Vergangenheit. "Populistische" Regierungen, die sich zumindest zweitweise auf die Unterstützung durch die breiten Schichten der Arbeiter und Bauern stützen können, scheinen da für Uncle Sam zuverlässiger zu sein. Von daher macht die merkwürdige Szenerie, in der ein rechtskonservativer Angehöriger der honduranischen Oberschicht plötzlich nach "links" schwenkte, von den Putschisten (verfassungswidrig) dann aus dem Land ausgewiesen wurde und von der US-Administration dann noch formell gestützt wird, durchaus Sinn. Die wirklich wichtigen Ereignisse nämlich ging der Ausweisung des Mel Zelaya voraus. Diese wichtigen Ereignisse sind die Kämpfe der Arbeiterbewegung, speziell der Gewerkschaften, um ihre rechte, vor allem in den sogenannten "Freien Exportzonen" (auch Maquila-Industrie genannt). "Freie Exportzonen" sind eine weltweite Erscheinung. Es handelt sich um Sonderwirtschaftszonen, in denen die nationalen Arbeitsgesetze, soziale und tarifliche Bestimmungen kaum eine Rolle mehr spielen. or allem Konzerne der Textilindustrie machen sich diese Maquilas in rund 70 Entwicklungsländern zunutze und lassen dort in den sogenannten Sweatshops ihre Markenkleidung billigst herstellen.
Der Kurs der Putschregierung ist bis auf weiteres nach aussen hin "Demokratie" und "Freie Meinungsäusserung" vorgaukeln und abends die Revolvermänner schicken. Derweil hofiert die US - Administration Zelaya, stützt aber insgeheim die Putschregierung. Wenn es schiefgehen sollte, ist da ja noch ein Eisen im Feuer. Die honduranische PST (Partido Socialista de los Tabajadores, soz. Arbeiterpartei) äussert sich auf ihrem Blog denn auch sehr deutlich:
Jedenfalls brauchen die honduranischen Kollegen und Genossen unsere Unterstützung. Das mindeste, was wir tun können, ist den Tod von Roger Bados durch von der Oligarchie gedungene Meuchelmörder im deutschen Sprachraum zu verbreiten, denn die Medien verbreiten nichts als das Geschwätz der Marionetten in diesem Spiel. Und wer an deren Ende zupft, das wissen wir doch längst.
Näheres in spanischer Sprache auf dem Blog der PST von Honduras
Ein weiterer honduranischer Blog (auch spanisch)
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| Letzte Aktualisierung ( 16.07.2009 ) | |||||||
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Honduras ist zwar aus den Schlagzeilender Konzernpresse weitgehend wieder verschwunden, aber der Kampf um die Macht in Honduras geht weiter. Am Samstag, den 11.Juli 2009 wurde abends um 8:00 Uhr Roger Ivan Bados ermordet. Bewaffnete Männer suchten ihn in seiner Wohnung in San Pedro Sula auf und erschossen ihn.
Die Situation in Honduras bleibt insgesamt eigentümlich. Die Arbeiterbevölkerung des Landes steht ungebrochen hinter "Mel" Zelaya, trotz der Tatsache, dass dieser ja als "Mitte-Rechts-"Kandidat zur Macht gekommen war. Die Putschregierung beruft sich (mit wenig stichhaltiger Argumentation) auf die "Verfassung" und hat die zunächst verhängte Ausgangssperre wieder aufgehoben. Es darf also wieder demonstriert werden. Und es gibt sogar noch Revolvermänner am Abend gratis dazu.
Der Kampf der honduranischen Gewerkschaften in den letzten Jahren um das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung, um Mindestlöhne etc brachte das politische System von Honduras nämlich ganz schön ins Wanken. In einem Land mit steigender Streikfrequenz fällt es schon auf, wenn die "politische Repräsentanz des Volkes" lediglich aus "Liberalen" und "Konservativen" besteht.



















