| Gysi preist den Kapitalismus und fordert vom Imperialismus effektiveres Vorgehen gegen die Taliban |
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| von Eugen Hardt |
26.07.2009
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Gysi preist das Ausbeutungssystem als fortschrittlich; er will ganz im Interesse des Systems gewisse ungerechte Auswüchse abschaffen. Exakt so verhalten sich seit Jahren seine Gesinnungsgenossen in der Berliner Landesregierung, in der sie den Kapitalisten beweisen wollen, dass ihre Art der Verwaltung des Staates im Sinne der Kapitalisten effektiver und profitabler ist als diejenige anderer Parteien. Gysi und der Afghanistankrieg Ebenso denkt Gysi über den aktuellen Kolonialkrieg des deutschen Imperialismus in Afghanistan. Er lehnt ihn weder aus pazifistischen noch gar aus politischen Gründen ab, vielmehr allein deshalb, weil man „Terrorismus... nicht militärisch bekämpfen (kann). Die Afghanen müssen die Taliban bekämpfen“. Kein Wort verliert er über den eigentlichen Grund des Krieges, den Kampf um Rohstoffe und geostrategische Machtpositionen. Vielmehr gefällt ihm allein die Methode des Vorgehens des Imperialismus nicht. Auf die Frage: „Bundeswehr raus aus Afghanistan fordern Sie. Dann haben die Taliban freie Bahn. Wird Ihnen da nicht mulmig ?“ antwortet Gysi: „Ja mir wird bei den Taliban mulmig, nur ist das eine militärisch nicht zu lösende Frage. Es gibt keine Polizei. Wenn wir das Geld für den Aufbau einer Zivilstruktur zur Verfügung stellen, dann würde das schon helfen. “ Nach Gysi ist der Aufbau einer Polizei zur Bekämpfung der Taliban eine effektivere Methode als ihre militärische Bekämpfung. Er blendet konsequent die Frage nach Interessen aus. Für ihn sind die Taliban klar Terroristen und „wir“ müssen „die Afghanen“ durch den Aufbau einer Polizei und sonstiger „ziviler“ Maßnahmen dabei unterstützen. Für Gysi sind Polizei und sonstige „zivile“ staatliche Strukturen des US-Marionettenregimes von Karzai entweder interessenneutral bzw. er unterstellt wie selbstverständlich, dass „unsere“ Wertvorstellungen, „unsere“ Kultur gegen den „Terrorismus“ am Hindukusch verteidigt werden müssen. Widerstand der Afghanen gegen die ausländischen Besatzer ist für ihn getreu der imperialen Propaganda „Terrorismus“. Kein Wort verliert Gysi über den Imperialismus und die Unterjochung der Afghanen, kein Wort zum Selbstbestimmungsrecht der Afghanen. Er meint nur zu wissen, dass die Interessen des Imperialismus nichtmilitärisch besser gewahrt wären und dienert sich als besserer Interessenvertreter auch außenpolitisch den Herrschenden an. Gysi und die Banken „Zahlen für die Folgen der Krise sollen die Vermögenden“ ist ein Motto der PDL. Auf die Frage: „„Ist der Reichtum denn bei uns so massenhaft da, dass die Reichen allein reichen für das Zahlen der Zeche ?“ ging Gysi nicht darauf ein, sagte aber etwas zur Bankenfrage: „„Auch wir müssten versuchen, die Banken in irgendeiner Form zu retten, auch wenn wir sie verstaatlichten, damit sie Kredite geben. Das hat alles einen logischen Grund und keinen ideologischen“. Und wieder legt Gysi Wert darauf, keinesfalls als Linker dazustehen, keinesfalls ideologische Gründe für die Forderung nach Verstaatlichung der Banken zu haben. Immerhin verstaatlichen heutzutage ja selbst die USA Banken, denen man Handeln auf Grund linker Ideologie nicht wirklich unterstellen kann. Gysi geht es allein darum, dass die Banken wieder Kredite geben und dass sie das Geld der Steuerzahler zurückzahlen müssen. Gysi sagt nichts gegen das System des Geldverleihs aus Gründen des Maximalprofits, fordert keinesfalls eine Verstaatlichung der Banken um eben dies zu beenden. Gysi und die DDR Als Idealist ist Gysi ein Kämpfer für „Freiheit“ an sich und verrät nicht, was genau er darunter versteht.: „Die SED erklärte mir immer, dass eine Freiheit, wie ich sie mir vorstelle, nicht möglich sei, wenn man soziale Sicherheit gewährleisten will. Und die FDP erklärt mir heute immer, dass eine bestimmte Freiheit eine bestimmte Art von sozialer Sicherheit ausschlösse.“ Er wolle beides nicht akzeptieren, denn er wolle immer beides, „Freiheit und soziale Gerechtigkeit“. Gysi blendet aus, dass die FDP unter „Freiheit“ in erster Linie die Freiheit der Besserverdienenden versteht, ihren Besitzstand auf Kosten der Arbeitenden zu vermehren. In diesem Sinne stimmt die Ansicht der SED durchaus. Die Freiheit des Kapitalisten, die Arbeiter auszubeuten ist nicht zu gewährleisten wenn man soziale Sicherheit will und die FDP hat völlig recht, wenn sie offen erklärt, dass freie Ausbeutung zu sozialem Abstieg der Ausgebeuteten führt. Gysis dritter Weg ist die typische sozialdemokratische Illusion einer Versöhnung und friedlichen Koexistenz des Löwen mit der Antilope. In der DDR gehörte Gysi zum Establishment, sein Vater war Minister, er selbst Anwalt und SED-Mitglied. Auch heute gehört er zu den Besserverdienenden und kämpft um akzeptierte Teilhabe im Club der elitären politischen Sachwalter der Kapitalisten.
Mit der Arbeiterklasse konnte Gysi und kann
Gysi nicht wirklich etwas anfangen: „Die DDR war kleinbürgerlich
organisiert. Sie war eine geschlossene Gesellschaft. Sie war auch eine
Diktatur. Bestimmte soziale und kulturelle Strukturen waren aber
sinnvoll. Es gab in der DDR eine politische Ausgrenzung aber keine
soziale. Arbeiterkinder wurden bevorzugt. Das war für die Intelligenz
ein Problem.“
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| Letzte Aktualisierung ( 26.07.2009 ) | |||||||
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