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John Bolton schlägt Atomangriff auf den Iran vor PDF Drucken E-Mail
von Daniel Luban - http://thefastertimes.com - www.luftpost-kl.de    19.10.2009 - bisherige Aufrufe: 739

mininuke1.jpgAn diesem Freitag führt das American Enterprise Institute / AEI eine Veranstaltung durch, die sich mit der Frage beschäftigen wird: "Sollte Israel den Iran angreifen?"

(Infos s. http://www.aei.org/event/100155 und
http://de.wikipedia.org
/wiki/American_Enterprise_Institute ) Daran teilnehmen werden neben anderen der besonders feindlich gegen den Iran eingestellte Superfalke (und AEI-Dozent) Michael Rubin (s. http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Rubin ) und der berüchtigte "Folter-Gutachter" John Yoo. (Er erstellte unter der Bush-Administration Rechtsgutachten, die Folterpraktiken wie vorgetäuschtes Ertränken billigten. s. http://en.wikipedia.org/wiki/John_Yoo ) Der wirkliche Star wird aber wahrscheinlich John Bolton sein, der ehemalige Botschafter (der USA) bei den Vereinten Nationen, dessen ultrarechte Ansichten ihn sogar in der zweiten Amtsperiode Bushs zum Außenseiter werden ließen. [Bolton wurde schließlich fallen gelassen, als sich zeigte, dass ihn der Senat nicht ein zweites Mal als UN-Botschafter akzeptieren würde.http://de.wikipedia.org/wiki/John_R._Bolton
Wenn Bolton seine jüngsten Äußerungen bei seinem AEI-Auftritt wiederholt, wird er das beeindruckende Kunststück vollbringen, Michael Rubin wie eine Taube klingen zu lassen. Als sich Bolton am Dienstag in einer Rede an der Universität Chicago zum Iran äußerte, forderte er nichts weniger als einen atomaren Erstschlag Israels gegen die Islamische Republik (Iran). [Seine Rede, die von den University Young Republicans und den Chicago Friends of Israel gesponsert wurde, trug die offensichtlich nicht ironisch gemeinte Überschrift "Den Frieden sichern".]
(s. http://event.uchicago.edu/maincampus/detail.- php?guid=CAL-402882f8-237c1f27-0123-80febb20
-00000001eventscalenda Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können
)

"Verhandlungen sind gescheitert, und Sanktionen haben versagt," trug Bolton vor und wiederholte
damit seine schon vorher geäußerte Meinung, dass Sanktionen unwirksam seien und keine Verhaltensänderung in Teheran bewirken könnten (s. http://online.wsj.com/article/SB100014
24052970204731804574383162213828906.html
). "So haben wir einen sehr traurigen Punkt – einen wirklich sehr traurigen Punkt erreicht – und wenn Israel nicht dazu bereit ist, Atomwaffen gegen das iranische Programm einzusetzen, wird der Iran in sehr naher Zukunft Atomwaffen haben."

Bolton machte klar, dass diese Aussicht inakzeptabel sei. "Es gibt einige Menschen in der
(Obama-)Regierung, die denken, das sei kein Problem, wir könnten den Iran in Schach halten und abschrecken, wie wir das mit der Sowjetunion während des Kalten Kriegs getan haben. Ich halte das für einen großen, großen Fehler und eine gefährlich schwächliche Herangehensweise. Was auch immer man sonst über die Sowjets sagen kann, sie glaubten wenigstens daran, das es nur das Leben auf dieser Welt gibt, und sie waren nicht wild darauf, es zu verlieren; das theologische Regime in Teheran hingegen sehnt sich doch mehr nach einem Leben im Paradies als nach dem Leben auf der Erde. Deshalb wird Abschreckung bei einem Land wie dem Iran nicht funktionieren, denke ich." (Bolton spielt hier auf den Glauben der Muslime an, dass nur die im Heiligen Krieg gefallenen Märtyrer mit Sicherheit ins Paradies kommen.)

Obwohl sich Bolton zierte, seine Schlussfolgerung auszuführen, waren die Implikationen seiner Argumente klar. Wenn Verhandlungen, Sanktionen oder Abschreckung keine realistischen Optionen sind, bleibt Israel nach seiner Logik nur eine Option übrig: "Israel muss Atomwaffen gegen das Programm des Irans einsetzen."

Natürlich ist es nichts Neues für Bolton und seine neokonservativen Verbündeten, mit einem
israelischen Schlag gegen den Iran zu drohen. Aber der Gebrauch des mit A anfangenden Wortes (Atomwaffen) ist, glaube ich, neu für ihn und kennzeichnet eine bedeutsame rhetorische Eskalation für die Falken. Ein israelischer Schlag, ob atomar oder konventionell geführt, ist ohne Einverständnis der USA eher unwahrscheinlich. Weil das schon häufig der Fall war, vermute ich, dass Bolton weniger die Absicht hatte, die Realität zu beschreiben, als eine Position zu vertreten, die extrem genug ist, um die Grenzen der Debatte ganz weit nach rechts zu verschieben.


(Informationen über die US-Webzeitung THE FASTER TIMES sind aufzurufen unter
http://thefastertimes.com/about-us/ . Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Anmerkungen
in runden Klammern versehen. Die Hervorhebung war bereits im Originaltext enthalten, den wir anschließend abdrucken. Die am Ende des Artikels angedeutete Auffassung, Bolton bringe nur deshalb einen Atomangriff auf den Iran ins Spiel, damit die Öffentlichkeit einen konventionellen Luftkrieg als das kleinere Übel eher akzeptiert, teilen wirnicht. Falls man mit der konventionellen MOP-Superbombe die unterirdischen Atomanlagendes Irans nicht zerstören kann, wird man auch vor dem Einsatz taktischer Atomwaffen nicht zurückschrecken. Ergänzende Informationen zur MOP-Bombe sind nachzulesen unter http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP22609_171009.pdf .)

http://thefastertimes.com/diplomacy/2009/10/14/john-bolton-suggests-nuclear-attack-oniran/

http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP22709_181009.pdf
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