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Mit ca. 1200 Filialen und Kultstätten rund um und weit über
den Mittelmeerraum hinaus, galten die Anhänger des griechischen
Heilgottes Asklepios bereits im 5. Jh. v. Chr. als erfolgreichster
Heilkult der Antike. Selbst Hippokrates, dessen Eid die Mediziner noch
heute schwören, rühmte sich seinerzeit ein „Sohn des Asklepios" zu
sein. Mit rüden Methoden versucht stattdessen der Hamburger
Klinikkonzern „Asklepios" (1) nicht nur die Gründung eines neuen
Betriebsrates zu vereiteln.
Erst Anfang des Jahres, so berichtete die Hamburger Morgenpost, sei
beispielsweise die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Katharina Ries-Heidtke
Opfer eines bis heute nicht aufgeklärten Lauschangriffs mit Wanzen
geworden. Jetzt plagen die Arbeitnehmervertreterin neue Sorgen: Vier
der fünf Kandidaten, die sich für den Wahlvorstand (eine Vorstufe des
Betriebsrates) aufstellen ließen, seien von einem „cholerisch
auftretenden Objektleiter" zum Rücktritt gemobbt worden. Ein Kandidat
soll beispielsweise in die Spätschicht versetzt worden sein, mit der
Folge dass er sich nicht mehr um seine behinderte Schwester kümmern
konnte.
Ein anderer Bewerber, so schildert es ver.di, wurde
indirekt unter Druck gesetzt: Der Arbeitsvertrag seiner Frau würde
nicht verlängert, wenn er kandidieren würde. In einem dritten Fall
wurde ein Raucher wegen angeblichen Zigarettenkonsums außerhalb der
Pausen abgemahnt - obwohl er sich nichts zu Schulden habe kommen
lassen. Nur der designierte Vorsitzende des Betriebsrats ließ sich auch
durch Psychoterror nicht von einer Kandidatur abbringen. Folge: Sein
Bereich, die Logistik, wurde aus der DLG überraschend und komplett
ausgegliedert - offiziell begründete "Asklepios" dies mit
wirtschaftlichen Überlegungen.
Zitat Hamburger Morgenpost (2)
Diese
Aufzählung fragwürdiger Umgangsmethoden des Hamburger
Krankenhauskonzerns mit seinen Mitarbeitern lässt sich aus
Gewerkschaftssicht noch erheblich verlängern: „Wortbruch bei
Tarifverhandlungen", „Asklepios plant Massenentlassungen",
„Arbeitsgericht lehnt Betriebsrats-Ausschluss ab", usw. -die
Einzelheiten können bei ver.di im Internet nachgelesen werden (3).
Das Geschäftsmodell des Klinikbetreibers ist es,
öffentliche Krankenhäuser zu Dumpingpreisen zu übernehmen und durch
Sparmaßnahmen auf dem Rücken von Personal und Patienten rentabel zu
machen (4)
Ebenso bemerkenswert ist das Engagement des Klinikkonzerns für
millionenschwere Joint-Ventures mit Quasi-Schurkenstaaten wie China.
Der Infoservice Finanznachrichten.de berichtet über ein
„Gemeinschaftsprojekt der Tongji Universität (Shanghai), Siemens und
Asklepios Kliniken für ein „Deutsch-Chinesisches
Freundschaftskrankenhaus" mit einem Investitionsumfang von mehr als 100
Mio. EUR (1 Mrd. CNY) (5)
Die ISPRO GmbH, ein Unternehmen der CompuGROUP Holding AG, hat mit
der Asklepios Klinikgruppe im Rahmen des „Asklepios Future Hospital
Programms" (AFH) eine strategische Allianz geschlossen, meldete am
26.11.2009 der Börsendienst stock-world.de (6)
„Im Mittelpunkt steht die weit reichende Anwendung
elektronischer Fallakten... Erklärtes Ziel beider Partner ist es, einen
sicheren, datenschutzkonformen Austausch von medizinischen
Informationen zwischen Krankenhaus, Praxis und anderen
Versorgungsteilnehmern zu gewährleisten. Bereits Anfang 2010 soll der
Roll-out der elektronischen Fallakte (kurz eFA) über die Krankenhäuser
der Asklepios Gruppe erfolgen. Über die eFA stehen allen an einer
Behandlung Beteiligten zentrale Informationen wie Laborwerte,
Operationsberichte oder Entlassbriefe unmittelbar zur Verfügung - zeit-
und ortsunabhängig.
Zitat stock-world.de
Ein Hauptakteur und maßgeblicher „Berater" bei der Privatisierung
des Gesundheitswesens ist (selbstverständlich) die
Bertelsmann-Stiftung. Sie richtete bereits im Januar 2007 eine
deutsch-amerikanische Fachtagung mit dem Thema: „Die Richtung stimmt:
Populationsorientierte Integrierte Versorgung" aus. Schirmherrin:
Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt. Aus dem Vorstand der
Bertelsmann-Stiftung appellierte Dr. Brigitte Mohn, Tochter des
kürzlich verstorbenen Stiftungs-Gründers Reinhard Mohn sowie Mitglied
im Aufsichtsrat des Krankenhaus-Multis Rhön-Klinikum AG
„Zwar ist das deutsche Gesundheitswesen in Sachen
integrierter Versorgung auf dem richtigen Weg. Dennoch brauchen wir
ständig neue Ideen und Modelle, um die bestehende Fragmentierung der
Versorgung und der Finanzierung zu überwinden."
Zitat: Dr. pol. Brigitte Mohn (7, 10)
Im Juli 2008 wechselte der frühere Hamburger Wissenschaftssenator
Jörg Dräger in den Vorstand der Bertelsmann Stiftung, in dessen
Zuständigkeit sich von 2004-2006 auch das Ressort Gesundheit befand. In
diese Zeit fällt der Verkauf des Landesbetriebs Krankenhäuser Hamburg
(LBK) an den privaten Klinikkonzern Asklepios (8).
In diesem Sinne geht es munter weiter: 2007 erhielt die Bertelsmann
Service- und IT-Tochter ARVATO 2007 den Zuschlag für ein profitables
Geschäft: Die Digitalisierung der Fotos von 17 Millionen
AOK-Versicherten für die neue E-Card. Wer außer ARVATO, Siemens, SAP,
IBM oder Microsoft sonst noch seine Finger im Geldtopf des
Gesundheitswesens hat zeigt ein Hintergrundbericht, des von Ärzten
betriebenen Portals www.gesundheitsreformversagen.de (7).
Software für die Arztpraxis kann man etwa bei Compugroup erwerben,
wo der Name Klaus Esser ins Spiel kommt, ein Manager dessen Rat schon
zu Zeiten von Mannesmann sehr teuer war.
»Nun wittert er wohl ein neues Geschäft: Esser, der sich
mit der „Heuschrecke" General Atlantic Partners (GAP) an der Firma
Compugroup, einem Hersteller von Abrechnungssystemen für Ärzte,
beteiligt, ist stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat von
Compugroup (Albis/Medistar) - sieht nach Aussage der Ärzte Zeitung den
IT- Markt für Ärzte und Zahnärzte bei rund 630 Millionen Euro, 200
Millionen Euro allein für Software. Compugroup hat die Software für den
Quatsch, den die Ärzte nicht brauchen, aber brauchen müssen - durch
Druck von oben, per Gesetz verfügt. Siehe da - die Software ist so
teuer das Ärzte sie nicht bezahlen können. Schon kommt ein netter
Berater, nämlich Compugroup-Chef Frank Gotthardt, und bietet
„elektronische Vernetzung" an. Wieder ein Bein von außen in der Praxis!«
Zitat: "Hinter den Kulissen" (7)
Links & Quellen:
1.) Jens Berger, „Asklepios -ein Heiler auf Abwegen", Artikel lesen...
2.) Hamburger Morgenpost: Aufstand bei Asklepios, Artikel vom 8.12.2009 lesen...
3.) ver.di, Sonderseiten Klinikkonzern „Asklepios", Artikel lesen...
4.) Asklepios, Artikel bei www.labournet.de
5.) Finanznachrichten.de „Tongji Universität, Siemens und Asklepios Kliniken unterzeichnen Joint-Venture-Vertrag", Artikel lesen...
6.) EANS-News, "CompuGroup Holding AG" "Asklepios Gruppe nutzt Fallakte der ISPRO GmbH", Artikel lesen...
7.) Artikel „Hinter den Kulissen" (PDF) abrufbar von www.gesundheitsreformversagen.de
8.) indymedia.org : Bertelsmann-Führung und Konzernverflechtungen, Übersicht von Wiebke Priehn und Alexander Brabandt lesen...
9.) Zum Bertelsmann-Stiftung und Privatisierung des
GesundheitswesensArtikel „Der gute Arzt aus Gütersloh - Die
Bertelsmann-Stiftung und das Gesundheitswesen" von Jan Erik Döllein, Teil 1, Teil 2
10) Brigitte Mohn studierte Politik, Kunstgeschichte und Germanistik an
den Universitäten in Bamberg, Münster und Augsburg und promovierte in
Politologie an der privaten Universität Witten/Herdecke, die von 1985
bis 2004 von ihren Eltern durch die Bertelsmann Stiftung mit jährlich
fast 2 Mio. Euro unterstützt wurde.
http://www.gegen-stimmen.de/
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