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Stoppt am 13. Februar Europas größten Nazi-Aufmarsch in Dresden! PDF Drucken E-Mail
von Norbert Nelte    25.01.2010 - bisherige Aufrufe: 2041

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Die braune Brut will wieder am 13.2.2008 in Dresden die Schuldfrage des 2. Weltkrieges umkehren und Deutschland an ihrem Gedenkmarsch als Opfer präsentieren. Das können wir nicht hinnehmen und in allen Städten wird schon kräftig mobilisiert. Gerade Dresden droht zu dem größten Tummelplatz der Mörder von Morgen zu werden, weil sie weit in die Politik hinein dort noch Rückendeckung, wenn nicht gar Schützenhilfe bekommen.

Wir erinnern nur an den Mord eines NPD-Anhängers an der Kopftuch tragenden Ägypterin Marwa im Dresdner Gericht. 16 mal hat er vor allen Prozessbeteiligten zugestochen und niemand schritt ein, nur ihr Mann wollte ihr helfen und wurde von einem „zufällig" auftauchenden Polizisten dafür angeschossen, dass er noch 2 Wochen im Krankenhaus lag. Dass alle anderen Prozessbeteiligten bei 16 Stichen zusahen, zeigt doch, wie die Nazipropaganda in Deutschland und besonders in Sachsen von der Politik gedeckt wird, dass beobachtet die Weltöffentlichkeit schon seit Lichtenhagen mit Erschrecken. Der Polizist wurde schon freigesprochen und eine Anzeige an die anderen Prozessbeteiligten wegen unterlassener Hilfeleistung oder nicht ordentlicher Personenkontrolle wegen des Messers? Schweigen im Walde.

Wir sehen doch, für den Staat gehört ein gutes Verhältnis zu dem aggressiven Apartheidstaat Israel zur Staatsräson, da halten sich die Naziüberfälle in den Grenzen der Sachwerte. Gegen die Kopftücher aber islamischen Lehrerinnen bläst er zum Angriff und bereitet so den Nazis das Feld.


In Dresden schaute die Polizei sogar zu, wie Nazihooligans die Fußballer vom eigenen Verein Dynamo Dresden mit Knallkörpern jagte und der Vereinsgeschäftsführer Köster (1:10) zeigte noch Verständnis für die braune Brut, so dass DFB-Vorstand Theo Zwanziger über einen Ausschluss von DD aus dem DFB nachdachte. Die Seite dynamo dresden hooligans zeigt, dass kein Spiel ohne Ausschreitungen dort verläuft. Und was macht die Politik? Schweigen im Walde.

Ohne dem Verfassungsschutz gäbe es nur kümmerliche Reste der Nazis. Das Staatsorgan stellt die theoretischen Köpfe der NPD, was ja bei der Klage zu ihrem Verbot zutage getreten ist. Ohne Theorie wären die Nazis nichts. Das Kapital aber braucht die Nazis als Reservearmee falls die Arbeiter doch einmal einen Aufstand machen würden und das bürgerliche Parlament sie nicht mehr zur Ruhe kriegt. Gerade heute im Jahr 2010 wird das für die Kapitalisten wichtig, da in halb Europa auf Deibel komm raus gekürzt werden muss, um die EU-Verschuldungshöchstgrenze von 3% vom BSP wieder zu erreichen. Griechenland war 2009 schon bei 12,3%, Portugal, Irland, Spanien, Italien, Niederlande, auch Deutschland, Litauen, Ungarn und Bulgarien sind die weiteren Kandidaten. Da muss sich die Bourgeoisie die Nazis warm halten.

Jetzt schon wieder. Tausend Plakate des antifaschistischen Bündnisses wurden beschlagnahmt, weil dort die Parole hieß: „gemeinsam blockieren", darunter die Logos von Grünen, Attac, Piratenpartei, der Linken, Gewerkschaften und anderen Gruppen. Das sei ein Aufruf zur Gewalt, meinen die Vollzugsorgane und begründen so ihre Beschlagnahme.

Mit der gleichen Begründung berichtet der Blog auch, ist „die Bundestagsabgeordnete Dorotheé Menzner (Linke) in Prenzlauer Berg vorläufig in Gewahrsam genommen worden. Zusammen mit Jugendlichen aus der Linkspartei hatte Menzner einem Bericht des Tagesspiegels zufolge versucht, Plakate gegen den für Februar geplanten Neonazi-Marsch in Dresden aufzukleben."

Dabei wurden Blockaden vom Bundesverfassungsgericht nicht als ein Strafstaatbestand angesehen. Außerdem verpflichtet das Grundgesetz jeden  Bürger zur Gegenwehr gegen Nazis. Also, wenn der Staat sich schon nicht an GG und BVG hält, dann wenigsten die mutigen Dresdner, und die sollten alle aus allen Städten mit tausenden Bussen bei ihrer Blockade unterstützen.

Lasst die Nazis nicht marschieren, nie wieder!

Wehret den Anfängen!

Stoppt die Mörder von Morgen!

No Pasaran!

http://www.youtube.com/watch?v=rFzWD9djxLE

Notbert Nelte

Neue No-Pasaran-Webseite !!!

NEU http://www.dresden-nazifrei.com/ NEU

Die offzielle Bus-Seite vom Bündnis ist natürlich unverschämt zensiert. Aber bei google  "dresden 13.2. busse" findet schon jeder sein Bus. (auch gelösch)

Köln:

Hallo - hier ein paar Informationen rund um den Naziaufmarsch in Dresden:
-> Der erste Bus aus Düsseldorf/Neuss ist voll, für den zweiten sind schon einige Karten verkauft. Karten gibts im Linken Zentrum oder ihr meldet euch bei uns.

-> Jetzt Samstag finden in Köln zwei Flashmob-Aktionen statt: 15 Uhr, Bahnhofsvorplatz und 16 Uhr, Friesenplatz
Was passiert auf dem Flashmob? Der Flashmob steht unter dem Motto "Neonazis blockieren - jetzt erst recht!". Auf einakustische Signal warten und dann hinsetzen.
-> Die Solidaritätserklärung des Antifa-KOK bezüglich der Razzien in Dresden und Berlin befindet sich unter
http://www.antifa-kok.de/beitraege/22-antifaschismus/149-solidaritaetserklaerungdresdenberlin
-> Die BILD-Zeitung hetzt. Aus diesem Mobilisierungsfilm http://www.youtube.com/watch?v=QE2bKXOAvzs&feature=player_embedded
machen sie diesen Bericht http://www.bild.de/BILD/regional/dresden/aktuell/2010/01/21/schlachtplan-der-chaoten/fuer-den-dresdner-gedenktag.html
-> 27.1.: Info- und Diskussionsveranstaltung:
Dresden: Zwischen Trauma und nationaler Sinnstiftung. Der Bombenkrieg in der deutschen Erinnerungskultur
Referent: Michael Sturm (Historiker) - INPUT - antifaschistischer Themenabend
27.Januar 2010, 19:30 Uhr, Linkes Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 108 in Düsseldorf
-> Dresden plant Verbote:
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2367420


Moin!
Diese Mail geht an 34 Personen, die sich über Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können wegen des Busses
zur Antifademo nach Dreden am 13.2. bei uns gemeldet haben.
Hinter diesen 34 Mailadressen stehen bisher 80 bis 85 Anmeldungen.
Seit gestern steht fest:
Die NRW GEW übernimmt die Finanzierung eines kompletten Busses!
Wir müssen jetzt verbindlich von euch wissen, wer definitiv mit dem - und ich
nenne ihn jetzt ob der Finanzierung mal - "jungeGEW Köln-Bus"
mitfahren wird.
Davon hängt
a) der Preis p.P. und
b) die Entscheidung für einen möglichen zweiten Bus ab.
Sobald wir dann wissen, ob wir auch einen zweiten Bus buchen müssen, teile ich
euch den Kostenbeitrag mit.
Es wird darauf hinauslaufen, dass eine Mitfahrt 0,- € bis ca. 12,- € kosten
wird. Wir wollen aber natürlich auch Soli-Tickets zum höheren Spendenpreis
anbieten, damit Mittellosere noch günstiger bis gratis mitkommen können. - Das
hängt aber jetzt von euren Antworten auf diese Mail ab.
Vor allem diejenigen, die mir mailten, dass "drei bis acht Freunde"
überlegen mitzufahren, müssen ihre Freunde /-innen jetzt dazu bringen, sich
endgültig zu entscheiden.
Meldet euch bitte bis Sonntagabend zurück, ja?
soz. Gruß, schönes WE
Guido (für juGEW Köln)
www.jungegew.de
www.sozialismus.info/koeln

Kommentare
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Anonym   |2010-01-25 09:50:10
Zitat:
Wir sehen doch, für den Staat gehört ein gutes Verhältnis zu dem aggressiven Apartheidstaat Israel zur Staatsräson, da halten sich die Naziüberfälle in den Grenzen der Sachwerte. Gegen die Kopftücher aber islamischen Lehrerinnen bläst er zum Angriff und bereitet so den Nazis das Feld
.
Gegen Nazis klar. Wenn so weit ist, bis zum Krieg.
Aber ich will nicht die geschmuggelte "zusatz" Position einige Linken einfach so durchlassen. Ich bin gegen Kopftuch, ich finde es Obskuratistisch. Und behaupten, alle die gegen der Kopftuch sind, nazis wären, ist lächerlich. Ich kann gegen die spanische Republik und nicht deswegen für Franco sein. Genau das war der Unterschied zwischen Trotzki und die Anarchisten in Spanien.

Es geht hier wieder um das Verständniss von Massenbewegungen: Ich habe kein Interesse, mit "die Moslems" ein Volksfront zu machen. Gemeinsam gegen Nazis, JA. Aber Moslems und Marxisten trennen Welten. Und eben wenn ich diese Unterschiede offen und genau zeige, kann ich einige Moslems für die sozialistische Positionen gewinnen, nicht wenn ich meine Ablehnung gegen die Sharia oder gegen der Kopftuch verstecke.

Und nach einer sozialistischer Revolution bin ich bereit, Moslem Propaganda in die Schulen zu tolerieren, wenn die Moslems-Gruppen bereit sind, marxistische Propaganda in die Moschees zu tolerieren. Eins zu eins, Kollege Imam. Du ein Prediger, ich ein Prediger. Du ein Kopftuch in die Schule, ich eine rote Fahne in die Moschee.
Chris Sedlmair  - Gegen atheistischen Fundamentalismus in der Linken     |2010-01-25 14:25:34
Ich bin Marxist und Muslim und soll mich selbst spalten die einzelteile über "Welten" hinweg verteilen? So lange die westliche Linke Mohammed nicht in die Reihe der großen vormarxistischen Revolutionäre der Menschheitsgeschichte aufnimmt, hält sie die kulturelle Kluft zur muslimischen Welt aufrecht und bildet somit selbst ein hindernis für den proletarischen Internationalismus. Die islamsichen Widerstandsorganisationen wie Hamas und Hiz'b'Allah sind wesentlich offener in Richtung MArxisten, als die europäischen Marxisten in Richtung Muslime. Das muß sich ändern.
Anonym   |2010-01-25 14:48:11
Jaaa Mohamed... Jesus... waren veilleicht Revolutionäre seiner Zeit... Aber nicht die Katholiken von heute und nicht die Moslems von heute! Sicher. Es gibt die Theologie der Befreiung und viele linke Moslems. Aber "marxist"? Ein Wort ist nicht wichtig, aber um Marxist zu sein gehört mindestens das "das Sein bestimmt das Bewusstsein" und das macht ein Gläubiger welcher Aberglaube auch immer nicht... Verstehe mich nicht falsch... Nix gegen solche Aberglauben... ich bewundere camilo Torres... aber bitte nicht Aberglaube mit das Wort "Marxismus" beschreiben... Das ist alles...
Chris Sedlmair  - Marxismus ist eine Wissenschaft     |2010-01-26 00:03:02
In der Wissenschft zählt die Beweisführung. Also, wo ist der Beweis fürdie Nichtexistenz Gottes? Eben. Es gibt nur Beweise gegen Dogmen der Kirche und Verfälschungen in der Bibel. Mit der selben Arroganz können Gläubige Atheismus als "Aberglauben" bezeichnen. Ich würde mich dagegen verwehren, daß Atheisten so bezeichnet würden, den gleichen Respekt verlenge ich für Gläubige. Als Aberglauben kann man nur Dinge bezeichnen, die wisenschafltich widerlegt sind.
A.Holberg   |2010-02-09 16:45:08
Herr Sedlmeier bezeichnet sich als Moslem und Marxist. Das geht nicht. Der Marxismus erhebt den Anspruch, eine Wissewnschaft zu sein und der Islam ist eine religiöse Überzeugung. Sedlmeier stellt die Frage, wo denn der Beweis für die Nichexistenz Gottes sei. Einen solchen "Beweis" im wissenschaftlichen Sinn gibt es nicht, aber das ist auch nicht die Frage. Der Punkt ist der, dass es keinen Beweis für die Existenz irgendwelcher Götter oder Engel udgl. gibt. Ausschlaggebender noch: es kann keine Beweise für oder gegen die Existenz solcjer "Wesen" geben, weil sich der Glasube an diese grundsätzlich der wissenschaftlichen Ratio entzieht. Glaube und Wissenschaft haben grundlegend nichts mit einander zu tun, und deswegen auch Marxismus und Islam/Judentum/Christentum/Buddhismus etc. nicht. Das heißt nicht, dass religiöse Menschen nicht in einem weiteren Sinn "Kommunisten" sein könnten, aber eben keine Marxisten, d.h. Anhänger eines dialektisch-materialistischen Ansatzes der Erkenntnis der Wirklichkeit.
A. Holberg  - re: :(   |2010-02-09 18:58:46
Schmidtke, Jochen schrieb:
So was zu lesen stimmt mich traurig. Ich komme NICHT aus dem "rechten Lager", 2 meiner Großeltern kammen bei dem Angriff ums Leben (Zivilisten). An der Veranstalltung werde ich nicht Teilnehmen, jedoch zu Hause trauern. Ich kann es den "rechten auch nich verübeln!!


So weit ich ihn verstehe, nimmt N.Nelte in seinem Beitrag zur Frage des Charakters des alliierten Angriffs auf Dresden nicht Bezug. Das kann man wohlbemerkt bedauern und zwar aus folgendem Grund: zum einen ist es natürlich klar, dass den in Dresden aufmarschierenden Nazis Paroli geboten werden muss, zum Anderen aber - und darauf weist das o.a. Zitat hin - wird es nicht möglich sein, den Nazis ihre Demagogie zu versauen solange man dabei nicht eine radikale Trennungslinie nicht nur zu den Nazis, sondern ebenso sehr zu allen "Antifas" zieht, die mit "antideutschen" zynischen Parolen ("ist den Dresdenern - eh alles Nazis - recht so geschehen" in Dresden auflaufen werden. Da wäre es der Sache schon nützlicher, überhaupt auf eine Gegendemo zu verzichten, als auf diese Weise auch noch ideologisches Wasser auf die Mühlen der Nazis zu gießen (dass das Gros der Antifas - insbesondere der jungen unter ihnen - , die solchen "Theorien" zuneigen, das wahrscheinlich sogar aus psychologisch nachzuvollziehenden und "ehrenwerten" Gründen tut, ändert daran leider nichts)
thiazi  - Herr Nelte sind sie einfach nur dumm?     |2010-01-25 12:45:49
Herr Nelte sind sie einfach nur dumm oder völlig irre - Wie kann das allierte Verbrecherpack eine Stadt mit über 100 000 Menschen darin flächendeckend bombardieren - kann es sein Sie sind einfach nur dumm ?
Anonym   |2010-01-25 14:15:55
Eh... Gib mir eine der Ami-Bomben Hiroshima Typus (reicht nur Eine) = 92.000 Tote sofort (siehe Wikipedia) oder die Hälfte der von der Amerikaner "aus Versehen" geworfene Bomben in Oerlikon (Zürich), wo "zufälligerweise" die größte Waffenfabrik der Schweizer ist... (Die Schweizer haben "uffs Versehen zurückgeschoßen oderr"?)...

Dann hast du in die Stadt wo du wohnst mehr als 100.000 Tote, all dass wenn man annimt, ich bin ein Diener des Imperialismus die in deinen Land die Arbeiterbewegung demoralisieren will... und bereit wäre -was ich mich weigern würde- die Bomben in deine Stadt zu werfen...

kennst du wirklich nicht die Zerstörungskapazität der Bomben im zweiten Weltkrieg? Und die von heute?

Und benutze bitte bitte nicht mehr Babylon für deine Übersetzungen...
Frau Surbier   |2010-01-25 13:48:45
Liebe Linke,
nehmt einfach mal zur Kenntnis, dass die Rechten nichts anderes fordern, als die Toten von Dresden öffentlich betrauern zu dürfen. Beim Feuersturm verbrannten und erstickten auf furchtbare Weise Hunderttausende Zivilisten. Damit hat diese Aktion eine gute Chance auf den Spitzenplatz der grössten Kriegsverbrechen der Menschheitsgeschichte.
Anonym   |2010-01-25 14:41:39
Nein liebe Frau Surbier. Die Rechten fordern die Instrumentalisierung der Tausenden unschuldige Toten die von der Allierten umgebracht worden sind. Nehmen SIE zur Kentniss, dass wir zwischen wahre Ursachen der Bombardierung (Demoralisierungsversuch der damaligen Arbeiterbewegung) und das "Trauern" der Nazis sehr wohl unterscheiden können.
Schmidtke, Jochen  - :(   |2010-01-25 15:41:01
So was zu lesen stimmt mich traurig. Ich komme NICHT aus dem "rechten Lager", 2 meiner Großeltern kammen bei dem Angriff ums Leben (Zivilisten). An der Veranstalltung werde ich nicht Teilnehmen, jedoch zu Hause trauern. Ich kann es den "rechten auch nich verübeln!!
Eugen Hardt  - Bombardierung von Zivilisten   |2010-01-25 16:10:18
Die Nazis knüpfen am berechtigten Empfinden jedes Menschen an, Bombardierung von Zivilisten als Verbrechen anzusehen. Allein die Antideutschen bekennen sich zur Bombardierung der Stadt als gerechte Strafe für "die Deutschen", die Hitler gewählt hätten.
Selbst wenn die Mehrheit der im NS-Staat lebenden Menschen Hitler gewählt hätten, was bei weitem so nicht stimmt, ist es verbrecherisch als "Bestrafung" einen Massenmord zu begehen und heute zu rechtfertigen.
Hinzu sollte darauf hingewiesen werden, daß die Bombardierung der Arbeiterviertel von Dresden nicht nur militärisch völlig sinnlos war, sondern daß das militärisch vielleicht sinnvolle Bombardement der Industrieanlagen ganz unterblieb.
Solange Linke solche Verbrechen nicht eindeutig verurteilen gelingt es den Nazis leicht Menschen zu Gedenkfeiern zu mobilisieren, die sie dann dazu instrumentaliseren, ihren die Arbeiterklasse spaltenden Nationalismus in den Mittelpunkt ihrer Agenda zu stellen.
Darum ist es richtig und notwendig, den Naziaufmarsch zu blockieren. Allerdings sollte sich schon jeder Teilnehmer genau überlegen, unter welchem Vorzeichen sein Protest steht. Auf keinen Fall kann man sich unter dem Motto beteiligen "Alles Gute kommt von oben" (Antideutsches Transpi)
Ein Gedenken der durch das verbrecherische alliierte Bombardement umgekommenen Arbeiter ist richtig und notwendig so wie es richtig ist, der Opfer des Massenmordes durch die US-Atomwaffen in Japan zu gedenken.
Ein solches Gedenken verkehrt in keiner Weise die Schuldfrage am Weltkrieg und macht einen auch nicht zum Nazi.Es sollte die Abkehr von jeder Form von Nationalismus in den Mittelpunkt stellen, von Kapitalismus und Imperialismus und auf keinen Fall neue nationalistische Gefühle befördern wie es die Nazis tun.
Eugen Hardt  - Gegen Kulturrelativismus   |2010-01-25 17:03:37
Chris Sedlmair schrieb:
So lange die westliche Linke Mohammed nicht in die Reihe der großen vormarxistischen Revolutionäre der Menschheitsgeschichte aufnimmt, hält sie die kulturelle Kluft zur muslimischen Welt aufrecht und bildet somit selbst ein hindernis für den proletarischen Internationalismus.

Für Marxisten ist es weitgehend irrelevant, an was jemand glaubt, welchen Gott oder Propheten er anbetet oder verehrt und unter Internationalismus verstehen sie den gemeinsamen Kampf aller ArbeiterInnen gegen den Kapitalismus und Imperialismus.

Marxisten analysieren die Interessen der handelnden gesellschaftlichen Klassen und vertreten diejenigen der Arbeiterklasse - jenseits von individuellem religiösem Glauben. Darum sprechen wir auch nicht von "muslimischer Welt" ,"christlicher Welt" oder "Voodoowelt" nicht vom Abend- und nicht vom Morgenland, nicht vom Westen oder Osten, nicht vom Norden oder Süden. Marxisten wollen auch keinen Frieden schließen mit allen diesen obskurantischen Welten. Wichtig allein ist das gemeinsame Klasseninteresse der Arbeiter wo auch immer auf der Welt gegen die kapitalistischen Ausbeuter und Imperialisten.

Ich mache den Voodooglauben vieler Haitianer ja auch nicht zum Thema und rede davon, die Kluft zwischen solchem Glauben und materialistischer Wissenschaft erstmal überwinden zu müssen, bevor eine Einheit im Kampf gegen die Imperialisten hergestellt werden kann.

Wenn aber ein Voodooanhänger darauf bestehen sollte unter dem Banner der Freiheit seiner Religion für ein Ritual ein Kind zur Besänftigung eines Dämons zu opfern - dann wird das zum Thema. Und es ist kein "atheistischer Fundamentalismus" auf der Wahrung der Menschenrechte zu bestehen.Religionsfreiheit hat Grenzen.

Solange jemand nur an Obskures glaubt werden Marxisten versuchen ihn aufzuklären, sobald er aber z.B. Frauen einsperrt oder Kinder opfert, ist das schlicht Freiheitsberaubung und Mord und muss als solches behandelt werden.

Dennoch und gleichzeitig ist es richtig, den Kampf der Haitianer gegen den Imperialismus vorbehaltslos zu unterstützen und ebenso den Kampf der Palästinenser gegen die zionistischen Kolonisten.

Sollten aber Voodooanhänger an die Macht kommen und z.B. das Opfern von Kindern legalisieren,
werden Marxisten entschieden gegen einen solchen verbrecherischen religiösen Obskurantismus kämpfen.
Sollte in Palästina die Hammas siegen und dann - unter Berufung auf den Islam - Frauen einsperren oder sie zwingen Kopftücher zu tragen etc. wie das z.B.in Saudiarabien der Fall ist, werden Marxisten für die Menschenrechte der Frauen kämpfen.
Frau Surbier   |2010-01-25 17:49:04
Und was ist mit Marxisten, die am Wochenende obskurant tätig werden, das aber unter dem Deckmantel der antiimperialistischen Zersetzung?
Oder mit Obskuranten, die die Interessen der handelnden gesellschaftlichen Klassen korrekt analysieren konnten, aber nicht entschlossen gegen sie vorgehen wollen oder können, weil sie nur ein Bein haben?
Anonym   |2010-01-26 06:29:37
Frau Surbier... haben sie nur ein Bein?
"Obskuranten"?
Abgesehen von der Menge Obskures Stoff was in obskurer Form hier eine Rolle zu spielen scheint, und auch dann wenn man/frau "Obskuranten" irgendwie obskur mit obskure Verschwörer verwechselt, sind in obskure Zeiten sehr wohl am Wochenende obskure Sitzungen mancmal notwendig. Vielleicht nicht in der BRD, dieses obskurer Land, aber in andere noch obskure Länder doch. Mann nennt es Maquis, Partisanen, Widerstand gegen Besatzungsarmeen.

Und Marxisten mit nur ein Bein gibt es auch. Tausende. Abertausende. Davon ein großes Prozent haben das Bein in Kämpfe gegen Besatzungstruppen verloren. Es reicht wenn sie an die Partisanen in Balkan denken. Oder in Nicaragua. Oder in China.. Oder... etc.

In Namen diese Obskuren Opfern, fordere ich Sie dass:
a- sie keine Obskure Drogen konsumieren becor sie was obskures schreiben...
b- keine Obskure Gelder für Trollarbeit nehmen...
c- andere Obskure Wege für das Kennenlernen interessante (schwarze) Menschen wählen.

Kosaro der Obskur
Chris Sedlmair  - Nuzr hat das nix mit der Realität zu tun     |2010-01-25 23:43:27
Frag doch mal nach bei der PFLP in Gaza, welche Partei versucht hat Ehrenmorde zu Bagatelldelikten zu machen und Frauenrechte einzuschränken. Eswas nicht Hamas, sondern Fatah. Und nun rate mal, welche PArtei das mit irher Mehrheit verhindert hat.

Alleine schon solche Behauptungen aufzustellen, selbst wenn sie nur als hypotetische Beispiele dienen, ist genau die Art von "Elefant im Prozellanladen"-Politik, die ich kritisiere. Wenn nun ein Marxist seine Frau schlägt... nein das machen MArxisten nicht. Denn dann sind sie keine. Soll auch Muslime geben, die behaupten, daß Muslime das nicht tun. Also nehmen wir an der Muslim sieht einen Marxisten seine Frau schlagen, dar er dann auch eingreifen, oder wie?

Im Übrigen hat das alles nichts mit meinem Zitat zu tun.
Eugen Hardt  - Gott und Hammas   |2010-01-26 09:02:04
Mich interessiert keine Debatte ob es einen Gott gibt oder nicht. Das ist Privatsache. Ob Mohammed in seiner Zeit ein Revolutionär war ist eine historische Frage. Und ich weiß, daß Hammas und Hisbollah eine im Vergleich zu Saudiarabien oder Iran eher liberale und tolerante Politik verfolgen. Doch ist dies den politischen Notwendigkeiten geschuldet und nicht Ausdruck ihrer Haltung.
Mir geht es darum klarzustellen, daß Religion eine absolut zu respektierende Privatangelegenheit ist, daß aber Menschenrechte auf keinen Fall relativiert werden dürfen - auch nicht mit religiösen Begründungen.
Und selbstverständlich gilt dies genauso für Marxisten, wenn sie "ihre" oder "fremde" Frauen schlagen.
Schlagen ist Schlagen, Einsperren ist Einsperren und Mord bleibt Mord.
Und daß in vielen sich als islamisch verstehenden Ländern - z.B. Afghanistan unter den Taliban - Frauen nur mit männlicher Begleitung das Haus verlassen durften und dürfen, ist ja kaum zu bestreiten, ebensowenig wie der Burkazwang, das Verbot der Schulbildung etc.
Es mag ja sein, daß es islamische Strömungen gibt, die all das nicht mit dem Islam in Verbindung bringen. Die Frage stellt sich ja ebenso beim Christdentum. Das aber ist ein theologisches, kein politisches Thema.
Das politische Thema ist, ob man sich für die Gleichstelloung der Frauen und andere Menschenrechte einsetzt oder nicht. Und wenn ich gegen die Verletzung der Menschenrechte bin dann nicht weil ich gegen den Islam oder das Christentumj bin. Theologisch bin ich das sicherlich als Atheist, doch das ist zunächst keine politische Frage; die theologischen Fragen sollten nicht ständig mit politischen vermischt werden.
Die ganze Frage der Religion wird ja genau dann zur politischen Frage, wenn mit religiöser Begründung politische Ziele verfolgt werden, die sich gegen Menschenrechte wenden und diese relativieren.
Werden die Menschrenrechte respektiert, kann jeder zu Hause oder im Gebetshaus glauben an wen er will und beten zu wem er
will und die Theologen können sich mit den sie interessierenden Fragen befassen. Und für das Recht, dies ungestört tun zu können, kämpfen wiederum Marxisten.
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