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Der Euro vor dem Zerfall PDF Drucken E-Mail
von Norbert Nelte    05.02.2010 - bisherige Aufrufe: 1796

black-friday10.jpgDen Mächtigen der Welt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos ist der Schreck in die Glieder gefahren. Der Euro-Raum droht auseinanderzubrechen. Den Anfang macht Griechenland mit einer Verschuldung von 12,7% bzw. 100 Mrd. und wird, wie es angekündigt hat, aus dem Euro-Raum austreten.

Wegen dieser Schulden ist der Euro innerhalb einer Woche um mehr als 10 Cent auf 1,36 Dollar gefallen. Griechenlands Gesamtschulden betragen schon 263 Milliarden Euro, das sind 95% vom BSP. Jeder Vierte Grieche ist schon ausgewandert und es sieht nicht danach aus, dass es die Verschuldungprobleme in den Griff bekäme, auch wenn jetzt Brüssel Höchstvorgaben für den öffentlichen Dienst usw. setzt und seine Finanzen kontrolliert. Das wird die griechische Arbeiterklasse erst recht nicht mitmachen, wenn jetzt von außen gekürzt wird.

Griechenland bekommt von Europa und keinem europäischen Land mehr Geld geliehen, weil sonst die anderen Länder auch die Verschuldung hochtreiben. So bietet Griechenland Schatzanleihen über 25 Mrd. zu 7% China an, in der Hoffnung, dass die ja auch mit 2 Billionen sogar den USA aus der Patsche hielf, warum auch nicht ihnen. Die USA ist aber der Hauptabnehmer der chinesischen Waren, deshalb leiht China den Vereinigten Staaten Geld, es besteht also ein gegenseitiges Abhängigkeitsdilemma. Nicht so mit dem kleinen Griechenland und die Verhandlungen ziehen sich deshalb auch hin. Griechenland wird wohl aus dem Euro aussteigen müssen. Es wird dann wieder die Drachmen einführen und seine Schulden mit der Gelddruckmaschine lösen müssen.

Gerade Griechenland mit seiner kämpfenden Arbeiterklasse wird ihr Erspartes dann durch die Hyperinflation enteignen, da sind die Aufstände der Lohnabhängigen doch schon vorprogrammiert. Aber, glauben die Mächtigen, würde zumindest der ganze Euro-Raum nicht von der Hyperinflationsgefahr mit hineingersissen. Nur, da liegt man vollkommen verkehrt.

streiks_int_2006_250.jpgBesonders alle anderen PIGS-Länder (Portugal, Italien, Giechenland, Spanien) sind gar nicht so weit weg. Italien liegt bei 104% aufgehäuften Schulden vom BSP, Spanien hatte 2009 11,2% Schulden und Portugal 8,0%. Sie haben sie von 2008 verdreifacht. Spanien liegt bei der Streikstatistik auf dem 1. Platz und Italien auf dem 2. Na dann mal viel Spaß, Brüssel. Da getraut sich Brüssel nicht so schnell ran, da haben sie doch gehörig Respekt vor den Arbeitern.

Der Rest ist auch nicht von schlechten Eltern. Irland  kam 2009 auf 11,6% Verschuldung und Großbritannien, dass jetzt nicht zum Euro-Raum gehört, auf 12,6%, also genau so hoch wie Griechenland. Das zeigt, dass bald auch die ganze EU von der Hyperinflation bedroht ist.

Na ja, auch Deutschland und Frankreich sind auch mit 6% dabei. Keiner kommt auf die von Brüssel geforderte Höchstverschuldung von 3%. Und für 2010 kommen zu den von Schäuble erwarteten 100 Milliarden Euro Schulden die von der KfW angemeldeten 70 Milliarden, das werden mit allem zwischen 200-300 Milliarden bzw. auch 8 - 12% vom BSP. Griechenland muss inzwischen für seine Staatsanleihen 7% Zinsen, um sie veräußern zu können. Die BRD zahlte bislang 3,5% Zinsen, bekam aber auch diese schon bei der letzten Auktion nicht los und wird den Zinssatz auch erhöhen müssen. Deutschland erreicht aber auch schon nach Welt-online (ganz unten) 7 Billionen Euro Gesamtschulden, unter anderem wegen Verbindlichkeiten in den Sozialkassen.

Die europäische Verschuldung ist nicht mehr lösbar, entweder löst sich der Euro-Raum auf und jedes Land geht einzeln in die Hyperinflation oder man geht zusammen in den Orkus oder die Arbeiterklassen beginnen aufzustehen.

Man darf nicht im entferntesten daran glauben, dass das europäische Schuldenproblem lösbar wäre Deutschland z.B. hat es sich bereits neue Turbogeldruckmaschinen zugelegt. Wenn man aber doch so ein Oberpessimist ist, dass der Kapitalismus doch gerettet wird und dass die Lohnabhängigen niemals zur Emanzipation reif seien und immer und ewig nur als Befehlsempfänger funktionieren könnten, als wären sie eine besondere Untermensch-Rasse, dem sei noch einmal das Studium der Evolutionstheorie nahegelegt und folgende Fakten sich vergegenwärtigen.

1. Die US-Gewerbeimmobilien stehen kurz vor Crash

„In der Finanzwelt sind die Ängste vor einem möglichen Kollaps des US-Gewerbeimmobilienmarktes gestiegen. Ein Crash könnte sogar härter ausfallen als das Subprime-Debakel 2007, das als Ursprung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gilt."

2. Die Immobilienblase in China wird bald platzen.

3. Die Derivatenblase, die 10-20 mal so groß ist, wie die reale Wirtschaft, wird ca. in den nächsten 2 Jahren platzen und dann wird das ganze Wettgeld in den Markt gepumpt. Die Derivatenblase wird wie jedes Schneeballsystem, das auf Lügen aufgebaut ist.

Und 4. ist die Subprimekrise überhaupt nicht gelöst worden, sondern nur auf Kosten der Armen geflickt. Sie kommt auch wieder wie alle Blasen platzen. Das wird einen gehörigen Bumms geben, da wird nicht ein Bankhaus wie Lehmann falle, sondern gleich alle Gold- und Ackermänner mit.

Da wir keine Sozialdarwinisten sind wie die eingebildeten Herrenmenschen wissen wir aber auch, dass alle Lohnabhängigen von dem Bumms wachgerüttelt werden und wir dann in eine Zeit der Doppelherrschaft treten und das Wirtschaftssystem basisdemokratisch auf vernünftige und planvolle Weise aufbauen. Da das nur die Lohnabhängigen können, wird die bürgerliche Herrschaft überflüssig werden und auslaufen, die Weltarbeiterklasse aber wird uns in die freie Gesellschaft führen ohne Inflation und ohne Geld und den ganzen Schwachsinn. Nur, jetzt weiß sie noch nichts davon, aber solche Geschichten entwickelten sich immer überraschend.

Der Euro vor dem Zerfall - Youtube

Norbert Nelte

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Kommentare
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Hans   |2010-02-05 18:53:52
Ach Gott sei dank scheinbar regelt sich das von alein!

IST EUCH SCHON MAL AUFGEFALLEN DAS WIR "DAZU" DERZEIT NICHT IN DER LAGE SIND?
Norbert Nelte  - Protesrwelle     |2010-02-06 08:35:57
Griechenland bettelt um Vertrauen

Das Sparprogramm löste im Land eine Protestwelle aus. Am Freitag setzten Beamte des griechischen Zolls und des Finanzamtes einen 48-stündigen Warnstreik fort. Am 10. und 24. Februar wollen die zwei größten Gewerkschaftsverbände mit Warnstreiks gegen die geplanten Lohnkürzungen mobil machen.

http://www.ftd.de/politik/europa/chuldenfiasko-griechenland-bettelt-um-vertrauen/50070352.html
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