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Über die Ursache der weltweiten Finanzkrise! PDF Drucken E-Mail
von Norbert Nelte    27.05.2010 - bisherige Aufrufe: 953

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Die Regulierung der Finanzmärkte schafft nur Illusion und ändert NICHTS

Die Regierung, die Opposition, die Mehrheitspresse und leider auch die bürgerliche Linke Partei rufen lauthals nach der Regulierung der Finanzmärkte, und meinen dabei neben den Einnahmen auch den Verursacher der Finanzkrise zu treffen. Nur das Desaster der Marktwirtschaft wird dennoch unendlich weitergehen und schmerzhafte Kürzungsmassaker vollziehen. Die Griechen, Spanier und Portugiesen haben dagegen die Streik- und proletarische Kampfwaffe und mehr und mehr Länder werden sich dem anschließen. Im Bundestag werden auch Überlegungen angestellt, wo die Geldherrschaften die Arbeiterklasse weiter abzocken können. Die ständigen Kürzungsorgien werden erst dann ein Ende finden, wenn die wirkliche Ursache der Finanzkrise beseitigt ist. Was ist das und gibt es überhaupt eine Lösung?

Die Schuldenkrise trat dann besonders scharf auf, als die reale Wirtschaft um 5% zurückfiel und die Staaten aufgrund fehlender Steuereinnahmen sich überschuldeten. Was ist passiert?

Zuerst fällt auf, dass es nach China gar keine neuen Märkte mehr gibt, aber die Marktwirtschaft von ständig neuen Märkten abhängig ist, da das Kapital in der Krise auf Grund aussichtsreicher Verkäufe die Gewinne gar nicht wieder reinvestiert und damit in den Wirtschaftskreislauf zurückgebe. Die meisten Linken verdrängen dies Problem mit dem Argument, dass der innere Markt neue Produkte schaffe und die Wirtschaft sich somit ausweiten würde. Nur wir haben ein neues Massenprodukt, das Elektroauto, aber niemand kauft es an Mangel an Geld.


Die Verengung des Marktes führte gleichzeitig auch dazu, dass die Gewinne im produzierenden Gewerbe gegen Null tendierten, manche gar unter Null fielen. Die Fixkosten pro Stück stiegen immer höher und gleichzeitig mussten wegen der globalen Konkurrenz Rabatte bis zu 50% gewährt werden. Wegen der Verengung der Märkte und des tendenziellen Falls der Profitrate im produzierenden Gewerbe gegen Null wird es keine Lösung mehr der Finanzkrise im Kapitalismus geben, ob neoliberal oder „sozial".

Warum die Profitrate (Gewinne plus Zinsen) im produzierenden Gewerbe gegen Null gefallen ist, weit unter dem Finanzmarktzinssatzes liegen, belegen einerseits die Fakten (ISW und Robert Brenner), kann aber auch mit der technischen Zusammensetzung des Kapitals in einer Ware erklärt werden.

profitrate_1950_-_1996__zins_-_isw_600_text_copy.jpg

In der deutschen Industrie werden schon hohe Zusammensetzungen erreicht, in der Autoindustrie z.B. beträgt der Anteil der Arbeit nur noch 2-4%, die Maschinen produzieren schon 96-98% eines Autos. Nun ist aber die Arbeit die einzige Quelle des Mehrwerts.

Das konstante Kapital in den Waren sind die Teile, die von einem anderen Betrieb einfließen und bei denen eine Fremdrechnung bezahlt wird, also Halbfertigteile, Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe, Maschinen, Strom, Gebäude, Büromaterial usw. Die profitrate_1948_-_1999_im_verarbeiteden_gewerbe_nach_brenner_s._53_text_600.jpgMaschinen werden in der Kostenrechnung über die Abschreibung im Übrigen schon reingerechnet, die Zinsen für deren Finanzierung auch, und trotzdem wird auf das Ganze noch einmal ein Gewinn drauf geschlagen. Der Arbeiter muss mit seiner Arbeit das Ganze also zweimal bezahlen Hier haben alle Betriebe die gleichen Bedingungen und wird der Gewinn übrigens schon von den Vorkapitalisten einbehalten.

Wenn hier der alte Kapitalist einen Gewinn aufschlagen würde, dann könnte ein neuer Kleinkapitalist auch die Maschine kaufen und mit weniger Gewinn den Altkapitalisten unterbieten. Einen zusätzlichen Gewinn kann der Großkapitalist nur erwirtschaften, wenn er dem Zulieferanten Mengenrabatte abhandelt. Das ist aber nur ein Surplusprofit, ein Sonderprofit und bedeutet beim Konkurrenten einen Sonderverlust, so dass der Durchschnittsprofit beim konstanten Kapital wieder Null beträgt.

In der Kostenkalkulation wird nach der Errechnung der Kosten ein Gewinn darauf geschlagen. Nur, das entspricht nicht der Realität. Ein Aufschlag von allen Betrieben auf die Kosten würde nur eine Inflation bedeuten.

Vielmehr muss der ganze Gewinn, der auf das konstante Kapital und die Löhne aufgeschlagen wird, nur von den Arbeitern erwirtschaftet werden, da nur die Arbeit die Quelle des Mehrwerts ist, weil nur der Mensch eine höhere Wertschöpfung erwirtschaften kann, als er selber für den Kapitalisten an Lohn für seine Reproduktion kostet.

Nicht also das konstante Kapital, sondern nur das variable, der Lohn, ist die Quelle des Mehrwerts. Und der Lohnanteil hat im Laufe der technologischen Entwicklung in den Waren immer mehr abgenommen. In den Autos oder bei Handys nur noch 3-4%, also sie tendieren gegen Null und so auch die Profitrate.

Mathematisch ist das folgendermaßen zu erklären, Die Profitrate beträgt p’ = m / (c+v), die Verzinsung des vorgeschossenen Kapitals für das konstante Kapital und für den Lohn. Heute beträgt der Lohn 67% vom BIP und der Mehrwert 33% im Gegensatz zur Nazizeit, als der Lohn nur 55% und das Kapitaleinkommen 45% betrug. Also man könnte nach der heutigen Verteilung auch sagen p’=1/2 v / (c+v). Je niedriger der Lohnanteil von v wird, desto niedriger der obere Teil, der Zähler, der Nenner bleibt immer gleich, nämlich 100%. Die Profitrate p’ wird immer niedriger. Dies könnte ohne bedrohliche Proteste bis zu dem Lohnanteil der Nazizeit gehen, nämlich 55%, das wären noch Reallohnsenkungen von 22%. Seit 5 Jahren erleiden wir Reallohnverluste von 6,3% und ich höre bei den Pflegern solche Sätze wie „Ach, das gebe ich gerne“, zugegeben bei einer kleinbürgerlichen Pflegefirma.

Wenn heute ein Betrieb bei den Maschinen rationalisieren will, um den Gewinn von 4 auf 5% zu steigern, müssten alle Roboter verbessert werden. Das kostet eine Unmenge an Geld und das baut letztlich die Konkurrenz schnell nach, soweit die Banken der noch Geld leihen. Die Verringerung des vorgeschossenen konstanten Kapitals durch z.B. weniger Lagerhaltung ist heute schon erledigt, überall gibt es schon „Just In Time“ an’s Band und die Teile-Lager sind schon auf die Straße verlegt, so kann das Kapital kein konstantes Kapital mehr einsparen.

Das einfachste, das noch einzusparen geht, ist die Verminderung des Lohnes, wie es dieses Jahr in ganz Europa geschieht, in Spanien und Griechenland planen sie eine Kürzung um 20%. 1982 fiel auch schon unter den Finanzmarktzinssatz (siehe ISW-Grafik) Damals putschte Genscher gegen Schmidt und senkte mit Kohl zusammen derart die Löhne, dass seither die Lohnabhängigen nicht mehr in ihrem Warenkorb hatten. Da der DGB-Führung dagegen keine entschlossene Abwehr organisierte, konnte vorübergehend die Profitrate noch einmal steigen.

Aber die griechischen Kollegen stehen dagegen auf. Sie bekommen nur noch 680 Euro bei 3 Jobs bei gleichen Lebenshaltungskosten wie in Deutschland. „Holt es bei den Reichen“, fordern sie und wir können erwarten, das dass auch bei den anderen Ländern so laufen wird.

Bei den Reichen sind die Gewinne überall gestiegen, aber nicht mehr im Verhältnis zum eingesetzten Kapital in der Produktion. Während noch vor dem 2. Weltkrieg Gewinne um 20% normal waren, erwirtschaften sie heute 2%. Die Konzerne haben sich deshalb Aktien aus dem Rohstoff-, Hedgefonds-, Private-Equitty-  oder Finanzbereich zugelegt, mit denen sie 90% ihrer Gewinne erzielen. Zu Mercedes sagen deshalb die Insider auch „Bank mit angeschlossener Autowerkstadt.

So hat 2002 z.B. Bundeskanzler Schröder auf Druck der Konzerne die Hedgefonds und Private-Equity-Häuser zugelassen. Nur noch mit betriebsfremden Aktien aus diesen Bereichen können die Produktionsbetriebe den Ansprüchen ihrer Investoren und Aktionäre gerecht werden. Sie würden sich die Finanzprodukte ganz einfach auf anderen Märkten in London oder Singapur besorgen, und wenn die Regierung das verbieten würde, verlegen die internationalen Konzerne ihre Hauptverwaltungen dahin, und wenn auch das verboten wird, dann gehen die Konzerne in dem Staat pleite und die Aktionäre kaufen dann die Aktien von dem Markt, wo am wenigsten die Finanzbranche reguliert wird, z.B. in China.

Ich rede jetzt nicht für Deregulierung, nein, wenn, dann hilft nur das Verbot des Kapitalismus. Es gilt, nicht das Kasino zu regulieren, sondern das ganze Kasino abzureißen und in eine Wohngemeinschaft für Arbeiter dort einrichten. Jeder Versuch einer Regulierung, ob Transaktions- oder Aktivitätssteuer, ob Eigenkapitalerhöhung oder Trennung von Sparkassen- und Wettgeschäft, es  ist der Versuch die Quadratur des Kreises zu schaffen. Der Kapitalismus selber ist ein Schneeballsystem, das nach dem IWF jedes Jahr wegen der Rationalisierungen um 3,3% wachsen muss. Wenn das ins Stocken kommt, gibt es solche Katastrophen wie jetzt und eine Todeszuckung folgt der nächsten nach. Nur die Arbeitmassen können das noch aufhalten und die Kollegen in Griechenland machen uns allen es vor, wie man die Katastrophe beendet und wir dann alle nach einem vernünftigen Plan dann ohne Zockerbuden wirtschaften.

Norbert Nelte

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Kommentare
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Maik  - Hä ???   |2010-06-12 21:15:02
Ganz ehrlich,ich habe versucht diesen Artikel zu verstehen aber sogar nach mehrmaligem Durchlesen nicht mal ansatzweise verstanden wovon hier die Rede sein soll. Muß man dafür etwa VWL belegt haben? Ansonsten ist er nicht schlecht.
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